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  • WARUM BODENDECKER UNVERZICHTBARE ALLESKÖNNER IM GARTEN SIND

    Bodendecker waren einst eine beliebte Lösung für kahle Stellen im Garten, da sie eine harmonische und pflegeleichte Gestaltung ermöglichten. Jedoch haben sich gerade die Cotoneaster-Flächen in den Innenstädten als problematisch erwiesen. Durch ihre übermäßige Verwendung prägten sie das Bild von eintönigen Monopflanzungen und beeinträchtigten die Vielfalt der Pflanzenwelt. Die ehemals weit verbreiteten Cotoneaster-Flächen sind heutzutage nahezu verschwunden, was ökologisch sinnvoll ist und inzwischen zu mehr natürlicher Vielfalt geführt hat. Das ist gut so. Dennoch, sollten Bodendecker nun ganz verteufelt werden? Ich finde, nicht!   Bodendecker haben durchaus ihre Berechtigung. Es ist wichtig, Bodendecker gezielt einzusetzen und auf eine ausgewogene Mischung von Pflanzen zu achten, um eine harmonische und ökologisch nachhaltige Gestaltung zu erreichen. Bodendecker sind oft sehr willkommene Problemlöser. Gerade für schwierige Hanglagen, dichte Pflanzenteppiche unter Bäumen mit Wurzeldruck oder begehbare Rasenersatzflächen haben sie ihre Daseinsberechtigung. Ich möchte in diesem Beitrag bodendeckende Pflanzen hervorheben, denn jeder Gartenbesitzer hätte einen Grund Bodendecker sinnvoll einzusetzen. Bild oben: Asarum canadense stammt aus den Wäldern im Osten Nordamerikas. Sie braucht einen absonnig bis halbschattigen Platz auf schwerem und frischem Boden im Halbschatten. Die niedrige, bodendeckende Pflanze bildet Ausläufer und hat fein behaarte, nierenförmige Blätter, die zunächst hellgrün und später dunkler sind. Was versteht man unter dem Begriff Bodendecker? Ein Bodendecker ist eine Pflanze, die den Boden dicht bedeckt und eine dichte Vegetationsdecke bildet. Sie wächst in der Regel flach und breitet sich über den Boden aus, anstatt in die Höhe zu wachsen. Der Hauptzweck eines Bodendeckers besteht darin, den Boden vor Erosion zu schützen, Unkrautwachstum zu reduzieren und eine attraktive, pflegeleichte Bodenabdeckung zu bieten. Bodendecker werden oft in Gärten, Parks und Landschaftsgestaltungen verwendet, um kahle Flächen zu füllen, Hänge und Böschungen zu stabilisieren. Typische Beispiele für Bodendecker sind Efeu (Hedera helix), Immergrün (Vinca minor), Golderdbeere (Waldsteinia ternata), Elfenblume (Epimedium) und viele andere Arten. Bodendecker sind in der Regel robuste Pflanzen, die sich gut ausbreiten und den Boden schnell bedecken können, was ihnen hilft, Konkurrenzpflanzen zu unterdrücken und das Wachstum von Unkraut zu hemmen. Die Vorteile bodendeckender Pflanzen Bodendeckende Pflanzen breiten sich mal sanft, mal kraftvoll über den Boden aus. Statt tristen Flecken entsteht in kurzer Zeit lebendiges Grün. Denn auch in der Natur ist es selten, dass Böden nicht von Pflanzen bedeckt sind – und das hat seine Vorteile: Unkraut hat keine Chance Bodendecker sind Pflanzen, die den Boden vollständig bedecken und bieten eine Vielzahl von Vorteilen. Sie sind in der Lage, das Wachstum von Unkraut zu unterdrücken, indem sie eine dichte Pflanzendecke bilden, die es den Unkräutern schwer macht, sich durchzusetzen. Dadurch wird der Aufwand für die Unkrautbekämpfung reduziert. Bodenschutz durch dichte Wurzeln Sie schützen den Boden vor Erosion, indem sie eine Barriere gegen Regen und Bewässerungswasser bilden. Die Wurzeln der Bodendecker halten den Boden zusammen und verbessern die Bodenstruktur, was wiederum zu einem effektiven Bodenschutz beiträgt. Pflanzendecke vermindert Verdunstung Ein weiterer Vorteil von Bodendeckern besteht darin, dass sie die Feuchtigkeit im Boden regulieren können. Durch ihre dichte Vegetation reduzieren sie die Verdunstung und schützen den Boden vor übermäßiger Austrocknung. Dies ist besonders nützlich in trockenen oder heißen Sommern, da sie den Wasserbedarf der Pflanzen verringern. Pflanzendecke reguliert Temperaturschwankungen Darüber hinaus dienen Bodendecker als Isolierschicht und bieten Schutz vor extremen Temperaturen. Sie verhindern, dass der Boden zu stark aufheizt oder abkühlt, was wiederum ein stabileres Klima für die Wurzeln der Pflanzen schafft. Bodendecker für einen minimalistischen Gartenstil Neben ihren funktionalen Vorteilen haben Bodendecker auch einen ästhetischen Wert. Sie bieten schöne homogen geschlossene Flächen, die vor allem den Liebhabern eines reduzierten minimalistischen Gartenstil entgegenkommt. Mit einer breiten Artenauswahl, die unterschiedliche Blütenfarben, Blattstrukturen und Wuchshöhen aufweisen, ermöglichen sie eine vielfältige Gestaltungsmöglichkeit. Verhinderung von Bodenerosion Des Weiteren erweisen sich Bodendecker als besonders effektiv bei der Befestigung von Hängen oder Böschungen. Durch ihre Wurzeln halten sie den Boden zusammen und reduzieren das Risiko von Bodenerosion und Erdrutschen. Lebensraum vieler Tiere Ein weiterer Pluspunkt ist, dass Bodendecker einen nützlichen Lebensraum für verschiedene Insekten, Vögel und Kleintiere bieten. Dies trägt zur Erhaltung der Biodiversität im Garten bei und fördert das ökologische Gleichgewicht. Geringer Pflegeaufwand Schließlich ist der Pflegeaufwand für Bodendecker in der Regel gering. Sobald sie etabliert sind, breiten sie sich oft von selbst aus und benötigen nur seltenes Gießen, Düngen oder Beschneiden. Insgesamt bieten Bodendecker eine Reihe von Vorteilen, darunter Unkrautunterdrückung, Bodenschutz, Feuchtigkeitsregulierung, Schutz vor Temperaturschwankungen, ästhetischer Wert, Hangbefestigung, nützlicher Lebensraum und geringer Pflegeaufwand. Bild oben: Schattenbepflanzung von Piet Oudolf im Maximilianpark, Stauden mit üppigen dichtem Laub bedecken den Boden, wie hier Persicaria amplexicaulis Alba, Hakonechloa macra, Heuchera villosa und Epimedium. Foto: Sergey Kalyakin Bodendecker – das breite Spektrum an Arten und Sorten Überraschend ist, wie viele verschiedene Arten und Sorten von Bodendecker es gibt! Von immergrünen bis hin zu blühenden, von niedrig wachsenden bis hin zu höheren Sorten – es gibt eine Bodendecker für jeden Gartenstandort und jeden Geschmack. Einige Arten sind besonders widerstandsfähig gegen Trockenheit und Hitze, während andere sich in feuchten Umgebungen wohlfühlen. Es gibt auch Arten, die speziell für schattige Bereiche geeignet sind, während andere volle Sonne bevorzugen. Egal, ob es sich um einen Steingarten oder einen Waldgarten handelt, es gibt Bodendecker für jede Situation. Ich möchte einige Arten nennen: Überraschend ist, wie viele verschiedene Arten und Sorten von Bodendeckern es gibt! Von immergrünen Arten wie Haselwurz, Elfenblume und Kriechwacholder bis hin zu blühenden Sorten wie Bleiwurz, Zypressen- Wolfsmilch, von niedrig wachsenden Bodendeckern wie Immergrün und Thymian bis hin zu höheren Sorten wie Japanastern oder Walzenwolfsmilch – es gibt eine große Auswahl an Bodendeckern für jeden Gartenstandort und jeden Geschmack. Einige Arten, wie zum Beispiel Sedum und Thymian, sind besonders widerstandsfähig gegen Trockenheit und Hitze, während andere, wie Carex Gräser, sich in feuchten Umgebungen wohlfühlen. Es gibt auch Arten, die speziell für schattige Bereiche geeignet sind, wie zum Beispiel das Wald-Geißblatt und das Elfenblumen-Vergissmeinnicht, während bodendeckende Rosen, Spierstrauch und Balkan-Storchschnabel volle Sonne bevorzugen. Egal, ob es sich um einen Steingarten oder einen Waldgarten handelt, es gibt Bodendecker für jede Situation. Diese Pflanzen helfen dabei, den Boden vor Erosion zu schützen, Unkraut zu unterdrücken und eine attraktive Grundlage für andere Pflanzen zu schaffen. Sie können auch als natürliche Mulchschicht dienen und den Wasserbedarf reduzieren. Insgesamt bieten Bodendecker eine Vielzahl von Vorteilen und sind eine großartige Option, um den Garten vielseitig und pflegeleicht zu gestalten. Möchtest du noch mehr über bodendeckende Pflanzen wissen oder sie kombinieren, dann schau in unsere Pflanzenreich – App. Sommergrüne Bodendecker für die Sonne: Aster ageratoides – Weiße Wild-Aster Aster ageratoides var. adustus ‘Nanus’ – Zwerg-Wild-Aster (Bild rechts) Ceratostigma plumbaginoides – Chinesische Bleiwurz (Bild links ) Euphorbia cyparissias ‘Fens Ruby’ – Purpur-Zypressen-Wolfsmilch Euphorbia cyparissias ‘Tall Boy’ – Zypressen Wolfsmilch (Bild mittig) Geranium endressii – Storchschnabel Geranium x oxonianum – Storchschnabel Lithospermum purpurocaeruleum – Purpurblauer Steinsame Wintergrüne/Immergrüne Bodendecker für die Sonne: Bergenia Hybriden – Bergenie (Bild rechts) Euphorbia amygdaloides ssp. robbiae – Balkan-Wolfsmilch Packera aurea – Goldenes Kreuzkraut (Bild links) Geranium macrorrhizum – Balkan-Storchschnabel (Bild mittig) Sommergrüne Bodendecker für den Halbschatten/Schatten: Asperula taurina – Turiner Meister, Taurischer Waldmeister Brunnera macrophylla – Kaukasusvergissmeinnicht Doronicum pardalianches – Strauß-Gämswurz (Bild mittig) Galium odoratum – Echter Waldmeister Geranium nodosum – Bergwald-Storchschnabel Geranium sylvaticum – Wald-Storchschnabel Glechoma hederacea – Gundermann, Gundelrebe Hosta Hybride ‘Undulata Albomarginata’ – Funkie (Bild rechts) Lamiastrum galeobdolon ‘Florentinum’ – Goldnessel Lamiastrum galeobdolon ‘Silberteppich’- Goldnessel Lamium album – Weiße Taubnessel Lithospermum purpurocaeruleum – Purpurblauer Steinsame (Bild links) Omphalodes verna – Frühlings-Gedenkemein Pachysandra terminalis – Ysander, Dickanthere Persicaria amplexicaulis – Kerzenknöterich Stellaria holostea – Wald-Sternmiere, Große Sternmiere Symphytum grandiflorum – Kleiner Kaukasus-Beinwell, Wallwurz Trachystemon orientalis – Rauling Wintergrüne/Immergrüne Bodendecker für den Halbschatten/Schatten: Asarum caudatum – Geschwänzte Haselwurz (Bild rechts) Asarum europaeum – Heimische Haselwurz Bergenia cordifolia ‘Rotblum’ – Bergenie/Riesensteinbrech Epimedium x perralchicum ‘Frohnleiten’ – Elfenblume Epimedium x rubrum – Rote Elfenblume (Bild links) Epimedium x warleyense ‘Ellen Willmott’ – Orange Elfenblume Euphorbia amygdaloides ssp. robbiae – Balkan-Wolfsmilch  (Bild mittig) Fragaria vesca – Wald-Erdbeere Geranium macrorrhizum ‘Spessart’ – Balkan-Storchschnabel Pachysandra terminalis – Ysander, Dickanthere Packera aurea – Goldenes Kreuzkraut   Tellima grandiflora – Falsche Alraunwurzel Tiarella cordifolia – Schaumblüte Vinca major – Großes Immergrün Vinca minor – Kleines Immergrün Viola odorata ‘Alba’ – Weißes Duft-Veilchen Waldsteinia geoides – Horstige Ungarwurz Waldsteinia ternata – Teppich-Ungarwurz Wintergrüne/Immergrüne Gräser für Halbschatten/Schatten Carex foliodissima 'Irish Green' – Grüne Japan-Segge (Bild mittig) Carex morrowii ‘Variegata’ – Weißrand-Japan-Segge (Bild links) Carex morrowii ssp. foliosissima ‘Icedance’ – Teppich-Japan-Segge Carex morrowii ssp. foliosissima ‘Irish Green’ – Teppich-Japan-Segge Luzula nivea – Schnee-Marbel, Weiße Hainsimse Luzula sylvatica – Wald-Hainsimse, Wald-Marbel Hakonechloa macra (Bild rechts) Kleinstrauchrosen die den Boden bedecken Rosa ‘Alexander von Humboldt’ – Kleinstrauchrose Rosa ‘Amica’ – Kleinstrauchrose Rosa ‘Bentheimer Gold’ – Kleinstrauchrose (untere Reihe Bild rechts) Rosa ‘Blühwunder 08’- Kleinstrauchrose Rosa ‘Candela’ – Kleinstrauchrose (untere Reihe Bild mittig) Rosa ‘Diamant’- Kleinstrauchrose (obere Reihe Bild rechts) Rosa ‘Gärtnerfreude’ – Kleinstrauchrose (obere Reihe Bild links) Rosa ‘Knirps’ – Kleinstrauchrose Rosa ‘Larissa’ – Kleinstrauchrose Rosa ‘Matador’ – Kleinstrauchrose Rosa ‘Mirato’ – Kleinstrauchrose Rosa ‘Satina’ – Kleinstrauchrose Rosa ‘Stadt Rom’ – Kleinstrauchrose Rosa ‘Sunny Rose’ – Kleinstrauchrose (untere Reihe Bild links) Rosa ‘Sweet Haze’ – Kleinstrauchrose Rosa ‘Weg der Sinne’ – Kleinstrauchrose (obere Reihe Bild mittig) Bodendeckende Gehölze für die Sonne Berberis thunbergii ‘Bagatelle’  – Berberitze Berberis thunbergii ‘Green Carpet’ – Berberitze Caragana arborescens ‘Walker’ – Hängeerbsenstrauch Cornus canadensis – Teppichhartriegel Cotoneaster adpressus – Niedrige Kissenmispel, Zwergmispel Cotoneaster dammeri ‘Major’ – Teppichfelsenmispel Cotoneaster microphyllus ‘Cochleatus’ – Zwergmispel (Bild links) Cotoneaster praecox –  Felsenmispel, Nan-shan-Zwergmispel Cotoneaster salicifolius –  Teppichfelsenmispel Euonymus fortunei – Spindelstrauch Genista lydia – Steinginster, Goldland Ginster Genista pilosa – Sandginster Hypericum calycinum – Teppich Johanniskraut Lonicera nitida – Azurgeissblatt, Heckenmyrte Potentilla fruticosa – Fünffingerstrauch Salix lanata – Woll-Weide Salix repens argentea – Silberkriechweide, Sandweide (Bild mittig) Spiraea betulifolia – Birkenblättriger Spierstrauch Spiraea bumalda – Rote Strauchspiere Spiraea japonica Golden Princess – Gelblaubige Sommerspiere (Bild rechts) Stephanandra incisa ‘Crispa’ – Zwerg-Kranzspiere Bodendeckende Gehölze für Schatten und Halbschatten Gaultheria procumbens –  Niederliegende Rebhuhnbeere (Bild rechts) Gaultheria shallon – Hohe Rebhuhnbeere Ilex crenata ‘Stokes’ – Zergstechpalme Leucothoe – Traubenheide Lonicera pileata – Blaubeerengeissblatt Mahonia aquifolium – Gewöhnliche Mahonie Prunus laurocerasus ‘Mount Vernon’ – Lorbeer-Kirsche (Bild links) Rubus tricolor – Chinesische Brombeere Symphoricarpos chenaultii  – Bastardkorallenbeere (Bild mittig) Wie man Bodendecker im Garten einsetzt Bei der Pflanzung von Bodendeckern im Garten, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Zunächst macht es Sinn zu überlegen, welchen Zweck die Pflanzen erfüllen sollen. Sollen sie einen Bereich abdecken, der schwer zu pflegen ist? Möchte man kleine Rasenflächen durch Rasenersatzpflanzen ersetzten oder sollen sie eher gestalterische Akzente setzen und Farbe in den Garten bringen? Je nachdem, welche Funktion die Bodendecker haben sollen, gibt es verschiedene Arten, die sich eignen. Wenn einen Bereich abgedeckt werden soll, der schwer zu pflegen ist, empfehlen sich robuste und pflegeleichte Bodendecker wie Zwergmispel, Heckenmyrthe, bodendeckende Kleinstrauchrosen oder den Balkan-Storchschnabel. Wenn hingegen Farbe für die Idee im Garten gefragt ist, bieten sich blühende Bodendecker wie die Kleinstrauchrosen oder das Teppich Johanniskraut an. Was kann man unter großen Bäumen pflanzen? Unter Bäumen ist der Wurzeldruck die besondere Herausforderung. Bäume haben eine ausgeprägte Wurzelstruktur, die tief in den Boden eindringt und sich weit ausbreitet, um Stabilität und Nährstoffversorgung zu gewährleisten. Die Wurzeln dienen nicht nur als Anker, sondern spielen auch eine entscheidende Rolle bei der Absorption von Wasser und der Aufnahme von Nährstoffen aus dem Boden. Durch ihr Wachstum und ihre Verzweigung entwickeln die Baumwurzeln einen Druck, der auf den umgebenden Boden ausgeübt wird – dieser Druck wird als Wurzeldruck bezeichnet. Wenn nun Pflanzen in der Nähe des Stammes wachsen sollen, stehen sie mit dem Baum in Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe. Nur die robustesten Pflanzen kommen hier in Frage. Gute Erfahrung habe ich mit der Falschen Alraunwurzel, Mandelwolfsmilch, Elfenblumen, Knotiger Storchschnabel, Japansegge, Schattenaster oder dem Kerzenknöterich gemacht. Sie brauchen einen kleinen “Vorsprung”, indem man eine nur dünne Humusschicht über die Wurzeln gibt und dann sofort pflanzt. Zu beachten ist, dass die Schicht nicht zu dick ist, da dies sonst der Belüftung der Baumwurzeln schadet. Welche Bodendecker eignen sich am besten für Hanglagen und wie kann ich sie am besten pflegen, um Erosion zu vermeiden? Bodendecker haben ein weitreichendes Wurzelsystem, das den Boden festhält und vor Erosion schützt. Die Wurzeln durchdringen den Boden und binden ihn effektiv, sodass er bei starkem Regen oder Wind nicht weggespült wird. Sie können auch überschüssiges Wasser aufnehmen und speichern. Durch ihre dichte Vegetation und das Blattwerk wird der Regenwasserabfluss reduziert, wodurch das Wasser langsamer in den Boden eindringt und die Wahrscheinlichkeit von Oberflächenabflüssen und Erosion verringert wird. Sie dienen als natürliche Hangbefestigung, da sie eine Bodenabdeckung bilden und ihn vor dem Abgleiten oder Abrutschen schützen. Durch ihre Wurzeln halten sie den Boden an Ort und Stelle und verhindern, dass er bei starken Regenfällen abgetragen wird. Pflanzen schützen vor Erosion Für leichte bis mittel steile Hanglagen eignen sich Bodendecker, die eine starke Wurzelbildung haben und somit den Boden stabilisieren können. Eine gute Wahl sind hierbei Pflanzen wie der Kriechwacholder, die Felsenmispel, die Heckenmyrthe oder auch der bodendeckende Kleinstrauchrosen. Diese Pflanzen bilden dichte Matten aus, die den Boden vor Erosion schützen und zugleich eine schöne Optik bieten. Böschungsmatten – die Lösung für steile Hanglagen Für einen sehr steilen Hang sind Böschungsmatten aus Jute oder Kokosfasern eine brauchbare Lösung. Diese Matten können einfach ausgebreitet und mit Haken im Boden fixiert werden. Dann wird gepflanzt. Durch diese Methode wird das Bepflanzen des Hangs erheblich erleichtert und die Pflanzen etablieren sich leicht, da die Erde gehalten wird. Nach einigen Jahren werden die Matten vollständig verrotten und die Wurzeln der Pflanzen sorgen dafür, dass keine Hangrutschungen mehr auftreten. Diese Methode ist nicht nur effektiv, sondern auch umweltfreundlich und nachhaltig. Pflegemaßnahme für eine schnell geschlossene Pflanzendecke Damit die Befestigung des Hangs gut funktioniert, müssen die Pflanzen gut und möglichst rasch einwachsen. Um die Bodendecker zunächst bestmöglich zu pflegen, ist es wichtig, regelmäßig zu gießen und zu düngen, bis sie sich etabliert haben. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanzen nicht überwässert werden und der Dünger in angemessener Dosierung eingesetzt wird. Zudem empfiehlt es sich, regelmäßig Unkraut zu entfernen und die Bodendecker gegebenenfalls zurückzuschneiden. Durch diese Pflegemaßnahmen können Sie bis zum Bestandsschluss sicherstellen, dass Ihre Bodendecker auf Hanglagen optimal gedeihen und zugleich eine wichtige Rolle im Schutz des Bodens vor Erosion spielen. Später sind diese Pflegemaßnahmen abhängig von der Pflanzenauswahl, nur noch gelegentlich oder nicht mehr notwendig. Die Schönheit der Veränderung: Warum immer mehr Menschen auf Rasenersatzpflanzen setzen Rasen, der grüne Teppich der Natur, hat es klimatisch momentan nicht leicht. Die schimmernden Sonnenstrahlen, die einst seinen Halmen Glanz verliehen, sind nun zu intensiven Hitzebündeln geworden. Rasen, einst prächtig und vital, kämpft nun ums Überleben. Doch für jedes Problem gibt es eine Lösung. Rasenersatzpflanzen können zumindest auf kleinen Flächen eine Lösung sein. Statt sich dem Durst zu ergeben, trotzen sie der Hitze und gedeihen mit erstaunlicher Ausdauer. Sie wachsen beständig, und ihre vielfältigen Farben und Texturen verwandeln monotone karge Bodenflächen in lebendige Teppiche. Hier sind einige Pflanzen, die als Alternative zu einem traditionellen Rasen verwendet werden können: Tritt fest und schön: Robuste Pflanzen für strapazierfähigen Rasenersatz Eine gute Wahl für regelmäßig begangene Wege ist die Integration von Trittsteinen. Dadurch lässt sich ein sanfter und harmonischer Übergang zwischen den verschiedenen Pflanzen schaffen und puffert eine zu starke Nutzung und somit Beschädigung ab. Für Rasenersatz eigenen sich flache robuste Arten, die ich hier vorstelle: Fiederpolster – Cotula squalida Der Fiederpolster schmückt den Garten mit dichten Matten und zieht mit seinen farnähnlichen Blättern alle Blicke auf sich. Seine Robustheit macht ihn tritt verträglich und das geringe Wachstum von nur 4-5 Zentimetern lässt ihn zu einem pflegeleichten Bodendecker werden. Feuchtigkeit ist jedoch sein bevorzugtes Element, weshalb er in einem eher trockenen Garten nicht so gut gedeihen wird. Im Sommer zaubert er mit kleinen, gelben Blüten, die einen verführerischen Honigduft verströmen. Thymian – Thymus serpyllum Thymian benötigt wenig Wasser und Pflege. Der Zwergthymian ist eine exzellente Wahl für sonnenverwöhnte Flächen und weist ähnliche Trittfestigkeitseigenschaften wie die Teppichverbene auf. Seine erblühenden Knospen locken summende Bienen an. Für eine kräftige Verzweigung des Zwergthymians empfiehlt es sich, ihn nach der Blüte im Juni oder Juli zu mähen. Ein weiterer Schnitt nach dem Winter fördert das Wachstum zusätzlich. Diese Pflanze ist äußerst widerstandsfähig gegen Trockenheit und erweist sich als äußerst pflegeleicht. Teppichverbene – Phyla nodiflora Die Teppichverbene gilt als nahezu unverwüstlich und ist eine hervorragende Wahl für eine robuste Bodendecke. Mit einer Wuchshöhe von nur 3-5 cm und einer anhaltenden blühenden Pracht in einem sanften Rosa ist sie ein wahrer Blickfang. Die Pflanze zeigt ihre Stärke auch in ihrer tiefen Wurzelbildung, die bis zu einem Meter tief reicht und somit auch lange Trockenperioden ohne Probleme übersteht. Einmal im Jahr wird die Teppichverbene gemäht, nach dem Winter, um ihr bräunliches Laub zu entfernen. Am besten gedeiht sie der Sonne, wächst aber auch noch im Halbschatten gut. Römerkamille – Chamaemelum nobile Die Römische Kamille ist widerstandsfähig gegenüber gelegentlichem Betreten und benötigt lediglich ein bis zweimalig Mal pro Jahr eine Rasenmäher Behandlung auf hoher Stufe. Während der Monate Juni bis September erblüht sie in voller Pracht. Mit ihrem schnellen Wachstum kann sie gegebenenfalls etwas gezügelt werden. Besonders geeignet ist sie für sonnige Standorte. Sedum ‘Coral Carpet’ – Mauerpfeffer Fetthennen sind trockenheitstolerant und benötigen wenig Pflege. Die Sorte dieser heimischen Wildart ist von unschätzbarem Wert und wächst dicht und üppig. Im Winter erstrahlt das sommergrüne Laub in auffälligem Kupferrot. An warmen bis sehr warmen, sonnigen Standorten ist sie als zuverlässiger Bodendecker und Blühteppich perfekt geeignet. Allerdings sind sie nur wenig trittfest, können aber zwischen Steinen gut wachsen. (siehe Foto unten) Diese Pflanzen sind nur einige Beispiele, und es gibt noch viele andere Optionen, je nach deinen spezifischen Standortbedingungen und Vorlieben. Bevor du dich für eine Rasenersatzpflanze entscheidest, ist es ratsam, dich über die spezifischen Anforderungen und Eigenschaften jeder Pflanze zu informieren, um sicherzustellen, dass sie deinen Bedürfnissen entspricht. Bilder oben: Diese Flächen sind mit dem Fiederpolster Cotula squalida bepflanzt. Verwendet wurde ein durchlässiges Dachbegrünungssubstrat. (Planung: Peter Berg Gartendesign und Pflanzplanung Petra Pelz) Bild oben links: auch das Frühlingsgedenkemein Omphalodes verna ist ein hübscher kleiner Bodendecker im Schatten. Hier wächst er zwischen den Platten in einem schattigen Garten. Bild oben rechts: ein Bodendecker, die auch noch Hitze vertragen wachsen hier in der Garagenauffahrt. Thymian und Sedum punkten auch noch mit kräftigen Farben. Bild oben links: Das Dickmännchen Pachysandra terminalis bildet glänzend grüne immergrüne Blattteppiche. Die Pflanze wächst im Halbschatten auf frischen Boden. Bild oben rechts: Die Spiere mit dem kräftigen Laub ist Spiraea japonica ‘Goldflame'. Sie fällt aufgrund ihrer Laubfärbung auf und man sollte sich deswegen genau überlegen, wie sie verwendet werde kann. Ich denke sparsam, aber man kann mit ihr tolle Akzente setzten. Wie dicht pflanzt man Bodendecker? Die Pflanzdichte von Bodendeckern hängt von der spezifischen Art und Sorte ab, die du verwendest, sowie von deinen gestalterischen Vorlieben und den Bedingungen deines Gartens. Hier sind einige Richtlinien, die dir helfen können: Kleine bis mittelgroße Bodendecker: Bei kleinen Bodendeckern mit einer Wuchshöhe von 10-30 cm kannst du in der Regel eine Pflanzdichte von 6-12 Pflanzen pro Quadratmeter wählen. Für mittelgroße Bodendecker mit einer Höhe von 30-50 cm kann die Pflanzdichte etwas geringer sein, etwa 4-8 Pflanzen pro Quadratmeter. Ausbreitende Bodendecker: Einige Bodendeckerarten haben eine stark kriechende oder ausbreitende Wuchsform. Hier kannst du die Pflanzdichte etwas reduzieren, da sich die Pflanzen im Laufe der Zeit durch Ausläufer oder Rhizome vermehren und den verfügbaren Platz einnehmen werden. Gestalterische Aspekte: Berücksichtige auch die gewünschte Wirkung und Ausdehnung der Bodendecker in deinem Garten. Wenn du eine schnellere Abdeckung des Bodens möchtest, kannst du die Pflanzen dichter pflanzen. Wenn du jedoch eine luftigere und natürlichere Optik bevorzugst, lasse etwas mehr Abstand zwischen den Pflanzen. Es ist wichtig, die spezifischen Pflanzabstände der einzelnen Arten zu beachten und gegebenenfalls Rücksprache mit einem Fachmann zu halten, um die optimale Pflanzdichte für die ausgewählten Bodendecker zu bestimmen. Bodendecker pflanzen: Wann ist der beste Zeitpunkt? Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen von Bodendeckern hängt von der spezifischen Art und Sorte ab. Grundsätzlich gilt jedoch Folgendes; Der Frühling ist oft eine gute Zeit, um Bodendecker zu pflanzen. In dieser Zeit ist der Boden normalerweise feucht und die Temperaturen sind moderat, was es den Pflanzen ermöglicht, sich gut zu etablieren. Idealerweise solltest du die Pflanzen vor dem Beginn ihres aktiven Wachstums im Frühling pflanzen. Der Herbst ist eine weitere geeignete Zeit für das Pflanzen von Bodendeckern. Die kühleren Temperaturen und die regelmäßigeren Niederschläge schaffen ideale Bedingungen für die Wurzelentwicklung der Pflanzen. Das Pflanzen im Herbst ermöglicht es den Bodendeckern, im Frühjahr bereits gut verwurzelt zu sein und einen frühen Start im Wachstum zu haben. Es ist wichtig, den spezifischen Zeitpunkt für das Pflanzen von Bodendeckern gemäß den Anweisungen der jeweiligen Pflanzensorte zu beachten. Einige Arten bevorzugen möglicherweise den Frühling, während andere besser im Herbst gepflanzt werden. Vermeide es, Bodendecker bei extremen Temperaturen zu pflanzen, sei es bei starker Hitze im Sommer oder bei Frost im Winter. Unkrautpflege bei Bodendeckern Bei der Pflege von Bodendeckern spielt die Unkrautkontrolle eine wichtige Rolle, um sicherzustellen, dass sie ihr volles Potential entfalten können. Hier sind einige Tipps zur Unkrautpflege bei Bodendeckern: Eine effektive Methode zur Unkrautkontrolle ist das Mulchen. Bedecke den Boden um die Bodendecker mit einer Schicht aus organischen Mulchmaterialien wie Rindenkompost, Stroh oder gehacktem Laub. Mulch unterdrückt das Unkrautwachstum, hält den Boden feucht und verbessert die Bodenstruktur. Insbesondere zu Beginn des Wachstums ist es wichtig, regelmäßig Unkraut zu jäten. Entferne Unkräuter von Hand, indem du ihre Wurzeln möglichst vollständig aus dem Boden ziehst. Sei vorsichtig, um die Wurzeln der Bodendecker nicht zu beschädigen. Eine dichte Pflanzung der Bodendecker kann dazu beitragen, dass sie den Boden besser abdecken und weniger Raum für Unkraut lassen. Achte jedoch darauf, dass die Pflanzen ausreichend Platz haben, um sich auszubreiten und zu gedeihen. Wenn Lücken im Bodendecker entstehen, bepflanze diese schnell mit neuen Bodendeckern, um zu verhindern, dass Unkraut den freien Raum einnimmt. Übermäßige Düngung kann das Wachstum von Unkraut begünstigen. Achte darauf, den Bodendeckern die richtige Menge an Dünger gemäß den Anweisungen zu geben, um ein gesundes Wachstum zu fördern, ohne das Unkrautwachstum zu stimulieren. Durch eine Kombination dieser Pflegemaßnahmen kannst du das Unkrautwachstum unter Kontrolle halten und den Bodendeckern helfen, sich optimal zu entwickeln. Bild unten: Die immergrüne Große Sternmiere Stellaria hollostea gedeiht prächtig in naturnahen Pflanzungen entlang von Gehölzrändern auf kalkarmen Humusböden. Sie ist eine ideale Wahl als Bodendecker in halbschattigen Bereichen. Wie kann ich verhindern, dass sich Bodendecker zu stark ausbreiten so dass sie andere Pflanzen nicht verdrängen? Um zu verhindern, dass sich Bodendecker zu stark ausbreiten und andere Pflanzen verdrängen, kannst du folgende Maßnahmen ergreifen: Das Wichtigste ist die Pflanzenauswahl Die Auswahl geeigneter Bodendeckerarten ist der wichtigste Punkt! Achte bereits bei der Auswahl der Arten auf ihr Ausbreitungsverhalten. Informiere dich im Voraus über das Wachstumspotential der Pflanzen und wähle solche aus, die eine moderate Ausbreitung aufweisen bei kleineren Flächen. Wenn viel Platz vorhanden ist, können natürlich auch sich stärker ausbreitende Arten gepflanzt werden, um die Vielfalt und Fülle des Gartens zu erhöhen. Begrenzung des Wurzelwachstums und Schnittmaßnahmen Die Begrenzung des Wurzelwachstums oder Schnittmaßnahmen sollte die Ausnahme sein. Sollte es aber nicht anders möglich sein, können bei ausbreitenden Bodendeckern mit Rhizomen eine physikalische Barriere installieren, um das Wurzelwachstum zu begrenzen. Ein Wurzelsperre-System aus Kunststoff oder Metall kann um den Pflanzbereich herum eingegraben werden, um ein unkontrolliertes Ausbreiten der Wurzeln zu verhindern. Überwache deine Bodendecker regelmäßig, um unerwünschte Ausbreitung zu erkennen und frühzeitig zu handeln. Entferne junge Triebe oder Ausläufer, bevor sie sich weiter ausbreiten können. Pflanze Bodendecker in Kombination mit anderen Pflanzen, um eine größere Vielfalt und eine bessere Balance im Garten zu erreichen. Konkurrenz um Wasser, Licht und Nährstoffe Durch die Einführung von unterschiedlichen Pflanzenarten wird das Wachstum der Bodendecker natürlicherweise begrenzt. Dazu ist natürlich wichtig, dass die benachbarten Pflanzen einen ähnlichen Wuchs haben und konkurrenzstark kombiniert werden. In einem Projekt in Magdeburg habe ich eine Fläche mit Walzenwolfmilch, Japansegge, Elfenblume und Balkan Storchschnabel bepflanzt. Entstanden ist eine stabile Pflanzendecke, die sich seit Jahren gut bewährt und sich nicht gegenseitig verschiebt. Es ist wichtig, sich vor der Auswahl und Pflanzung von Bodendeckern über ihr spezifisches Ausbreitungsverhalten zu informieren, da einige Arten eine höhere Tendenz zur Ausbreitung haben als andere. Durch die richtige Pflege und Kontrolle kannst du sicherstellen, dass die Bodendecker ihre Funktion erfüllen, ohne andere Pflanzen zu überwuchern. Bild oben links: eine höhere Stauden-und Gräserpflanzung in großen Gruppen bedeckt den Boden. Allerdings werden die Pflanzen im zeitigen Frühjahr geschnitten, so dass die Beetfläche für kurze Zeit unbedeckt ist. Hier sind Japanwaldgras Hakonechloa macra, die Schönaster Kalimeris incisa und Chinaschilf Miscanthus sinensis Gracillimus kombiniert. Bild oben rechts: Cornus canadensis wächst sehr flach und vermehrt sich durch Wurzelausläufer, die aber leicht zu bändigen sind, da er nicht sehr konkurrenzstark ist. Er steht am liebsten halbschattig auf gleichmäßig feuchtem Boden. Der pH-Wert sollte zwischen sauer und neutral liegen.  Mein Fazit: Bodendecker sind nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch unverzichtbare Alleskönner im Garten. Mit ihrer Fähigkeit, Unkraut zu unterdrücken, Bodenerosion zu verhindern und Hanglagen zu stabilisieren, bieten sie eine nachhaltige Lösung für eine vielseitige und pflegeleichte Gartengestaltung. Vielleicht hast du ja auch so ein Plätzchen unterm Baum, wo nur schwer was wächst, dann setze auf die richtigen Bodendecker, denn kahle Stellen im Garten müssen nicht unbedingt sein. Bleib natürlich Petra

  • ALLROUNDER-STAUDEN: LÖSUNGEN FÜR WECHSELFEUCHTE STANDORTE

    Kennst du auch diese knifflige Herausforderung bei schwankenden Standortbedingungen? Mal zu trocken – mal zu nass! Während es in den anderen Beeten fröhlich sprießt und blüht, streikt ausgerechnet diese verflixte Gartenecke herum. Zum Glück gibt es wahre Allrounder für Problemstellen, die mühelos mit wechselnder Feuchtigkeit und Trockenheit jonglieren. Kurz vorab: die Pflanzen in diesem Artikel sind nicht dafür geschaffen langanhaltenden Trockenstress zu tolerieren. Sie sind in feuchten Böden “zu Hause”, trotzen aber zeitweiligen Trockenperioden und Überschwemmung – eine Eigenschaft, die auf ihre bemerkenswerte Standortamplitude zurückzuführen ist. Die Auswirkungen der Klimakrise, sei es durch längere Trockenphasen oder ungewöhnliche Nässeperioden, stellen zusätzliche Herausforderungen dar und bringen manch durchdachtes Bepflanzungskonzept aus dem Tritt. Bild oben: Heracleum sphondylium im niederländischen Friesland Gefragt sind daher vermehrt vielseitige Pflanzen für problematische Zonen, die selbst bei erheblichen Schwankungen im Wasserhaushalt eine gute Figur machen. Hier werden unsere eigentlichen Bepflanzungsideen auf eine harte Probe gestellt. Glücklicherweise bietet die Natur spezialisierte Pflanzenarten, die selbst in extremen Umgebungen zumindest zeitweise noch zuverlässig funktionieren oder sich regenerieren können, sobald normale Bedingungen wiederhergestellt sind. Bei wechselhaften Standorten unterscheidet man wechselhaft trockene Standorte von feuchten bis wechselfeuchten Standorten. Hier wachsen unterschiedlich angepasste Pflanzenarten. Bild oben: Aconogonon speciosa, Salvia nemorosa und Veronicastrum Was ist ein wechselhaft trockener Standort? Optimal für diesen Standort sind Pflanzen, die natürlicherweise in mäßig trockenen Wiesen und entlang der Ränder von wechselhaft trockenen Gehölzen gedeihen. Oft findet man sie in Vertiefungen, wo sie in der Regel nur im regenreichen Frühling oder Herbst anhaltend feucht stehen. Dabei handelt es sich oft um Pflanzen, die entweder früh oder spät im Jahr blühen und während der niederschlagsarmen Sommermonate eine Ruhephase im Wachstum einlegen. Diese Pflanzen verfügen häufig über unterirdische Speicherorgane wie Zwiebeln und Knollen und reduzieren entweder ihr Wachstum oder ihre Blattmasse auf ein Minimum während Trockenperioden im Sommer. Was ist ein feuchter bis wechselfeuchter Standort? Interessanter für die immer häufiger auftretenden Wetterkapriolen sind Pflanzen, die entlang von Gewässern wachsen. Sie haben sich an größere Schwankungen im Wasserhaushalt angepasst. Sie überstehen zeitweise Überflutungen genauso wie dauerhafte Feuchtigkeit oder periodische Austrocknung des Bodens. Dank ihrer Anpassungsfähigkeit eignen sie sich oft hervorragend für die Bepflanzung von “Problemzonen” im Garten, sei es in feuchten Senken oder Gräben, am Teichrand oder an Stellen, die bei Starkregen periodisch überflutet werden. Bild oben: Cirsium rivulare, Euphorbia und Amsonia, ega-Park Erfurt Foto: Sylvia Knittel Herausforderungen frisch-feuchter Böden Was pflanzt man denn aber an solchen Standorten, deren Bedingungen für das Pflanzenwachstum so weit auseinanderliegen? Betrachten wir die Situation näher; Schwankende Bodenverhältnisse stellen vor allem in Gebieten mit frisch-feuchten, lehmreichen oder tonhaltigen Böden eine Herausforderung dar. Wechselfeuchte Standorte sind typischerweise tiefgründig mit einem signifikanten Lehmgehalt, frisch-feucht oder wechselfeucht und nährstoffreich. Oft sind sie verdichtet und haben einen geringen Luftaustausch, wie sie oft bei Minutenböden vorkommen. Sie sind das extreme Beispiel: ihr hoher Tonmineralgehalt sorgt für diese Verdichtung, was wiederum zu einer geringen Wasserdurchlässigkeit und zu einem hohen Wasserhaltevermögen führt. Schrumpfen diese Böden, so entstehen Risse und Krusten. Diese Böden sind für Pflanzen schlecht durchwurzelbar und sind sehr kalt. Allerdings sind nicht alle schweren Böden so extrem. Lehmböden haben aufgrund ihrer Zusammensetzung eine mittlere Bearbeitbarkeit und sind meist wertvolle Ackerböden, insbesondere, wenn sie eine günstige Krümelstruktur haben. Fehlt ihnen dieses Krümelgefüge, können sie verschlämmen und so vernässen. Bild oben: Euphorbia palustris mit Begleitern Kreative Pflanzkonzepte: Wildstauden und Gräser für wechselfeuchte Standorte In solchen Umgebungen gedeihen normalerweise nur robuste Stauden, wie Sumpfwolfsmilch Euphorbia palustris , Wasserdost Eupatorium oder Mädesüß Filipendula . Die Arten sind nicht besonders widerstandsfähig gegenüber extremen Trockenheitsbedingungen. Dennoch können sie vorübergehende Trockenperioden gut überstehen und gedeihen wieder prächtig, sobald ausreichend Nährstoffe und Wasser verfügbar sind. Bild oben: Hesperis matronalis im Frühjahr Das Frühjahr im wechselfeuchten Staudenbeet Frühblüher können sich aufgrund der langsamen Erwärmung des grundfeuchten und kalten Bodens kaum entwickeln. Unter etwas günstigeren Bedingungen kann sich jedoch die Wald-Schlüsselblume Primula elatior gut vermehren und setzt als Vorläufer der spät austreibenden Stauden einen erfrischenden Frühlingsakzent. Diese lässt sich wirkungsvoll mit der Schachblume Fritillaria meleagris kombinieren. Das Kaukasische Vergissmeinnicht Brunnera macrophylla schmückt als Blattschmuckstaude den Vordergrund des Staudenbeetes und bietet mit seinem weißbunten oder grünen Laub sowie der Blütenfülle im April einen hübschen Farb- und Formkontrast. Die Trollblume Trollius x cultorum setzt zwischen den hohen austreibenden Stauden leuchtend orangegelbe Tupfer. Das Duftveilchen Viola odorata breitet in dieser Zeit bodennahe Teppiche aus und zieht sich mit der Zeit unter höhere Stauden und Gehölze. Bild oben: Sanguisorba mit Rudbeckia nitida Im Sommer geht es hoch hinaus Der Staudengarten entwickelt sich allmählich, gewinnt an Höhe und Blattmasse. Stauden wie der Röhrenstern Amsonia tabernaemontana subsp. salicifolia , und Sumpfwolfsmilch Euphorbia palustris entwickeln stattliche Laubhorste und beginnen zu blühen. In den Sommermonaten entwickeln sich die Blütenkerzen des Kerzen-Greiskraut Ligularia przewalskii oder grasartigen Schopfe der Hohen Taglilien Hemerocallis-Hybriden . Sie schaffen einen faszinierenden Anblick. Der Blut-Weiderich Lythrum salicaria oder Lythrum virgatum ist im August mit seinen leuchtend karminrosa Blütenkerzen ein unentbehrlicher Blickfang im wechselfeuchten Staudenbeet, während der Wasserdost Eupatorium cannabinum durch seine solitäre Höhe und elegant hanfartig gelappten Blätter beeindruckt. Das Grundgerüst einer größeren wechselfeuchten Fläche können Leitstauden, wie Bergknöterich Aconogonon speciosa , Elfenraute Artemisia lactiiflora oder Haarstrang Peucedanum verticillare bilden. Auf kleineren Flächen eigenen sich eher Gräser wie Pfeifengras Molinia arundinacea oder Funkien Hosta Hybriden . Sie setzten höhere Akzente und leiten das Auge durch die Pflanzung, gliedern die Fläche und bilden durch den Rhythmus und die Wiederholung eine Einheit in der Wirkung. Auf größeren Flächen können eindrucksvolle Farbkombinationen mit gleichzeitig blühenden größeren Gruppen geschaffen werden. Der Kerzenknöterich Persicaria amplexicaulis spielt dabei eine wichtige Rolle. Er neigt in der Sonne zu Verbrennungen, ist jedoch im Halbschatten gut trockenheitsverträglich und verträgt sogar Wurzeldruck größerer Bäume. Der Kerzenknöterich blüht erneut, wenn der erste Flor nach dem Welken abgeschnitten wird und die Pflanze ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist. Der Kandelaberehrenpreis Veronicastrum virginicum fügt mit ihren weißen oder violett blauen Blüten und duftenden Akzenten einen weiteren Höhepunkt hinzu. Diese Blüten sind ein toller Insektenmagnet. Stattliche Strukturgeber im Staudenbeet Besondere Solitärstauden zeichnen sich durch Wuchshöhe, besondere Blattstrukturen und auffällige Blüten aus. Dazu gehören Gelbe Wiesenraute Thalictrum flavum , Wiesen-Bärenklau Heracleum sphondylium ‘Pink Cloud’ oder Indigolupine Baptisia Hybride . Aber auch Gräser wie Chinaschilf Miscanthus sinensis , das Bergreitgras Calamagrostis varia oder das Pfeifengras Molinia arundinacea sind geeignet. Bild oben: Amsonia tabernaemontana mit schöner Laubfärbung im Herbst Geeignete Gehölze für den Hausgarten Für Standorte mit wechselnder Feuchtigkeit gibt es auch passende Gehölze. Einige Beispiele stammen aus unseren heimischen Auwäldern, die zeitweise überschwemmt sind und Arten wie Salix alba, Populus nigra und Alnus glutinosa hervorbringen. Doch sollten dies die einzigen Baumarten sein, die in solchen Umgebungen gepflanzt werden – oder können wir auf andere Gattungen, Arten und Sorten zurückgreifen, um hier für Artenvielfalt und Abwechslung zu sorgen? Mit der zunehmenden Nässe, kombiniert mit der Erderwärmung, könnte das Leben einiger einheimischer Gehölze erschwert werden. Daher lohnt es sich, sich umzusehen und zu entdecken, was in anderen Klimazonen wächst. Wie wäre es zum Beispiel mit der Baummagnolie Magnolia kobus , dem Amberbaum Liquidambar styraciflua oder dem Eisenholzbaum Parrotia persica . Alle diese Gehölze sind attraktive Gartenbäume, die je nach Größe des Gartens für Schatten sorgen können und sich gut an wechselnde Bedingungen anpassen und zeitweise Überschwemmungen oder Trockenheit vertragen. Zur Erinnerung; Trockenstress vertragen diese Pflanzen nicht. Aber sie überstehen zeitweilig trockene Perioden und wachsen willig weiter, sobald ihre Wohlfühlumgebung wiederhergestellt ist. Bleib natürlich Petra

  • STAUNÄSSE UND TROCKENHEIT IM GARTEN? – DAS KANNST DU TUN

    “Oh nein! Mein Lehmboden wird im Sommer zu Beton!” oder... “Es ist nicht leicht, Pflanzen zu finden, die mit der anhaltenden winterlichen Nässe (Staunässe) und der immer schlimmer werdenden Sommertrockenheit zugleich klarkommen.” Gärtnern in extrem nassen, kalten Böden ist eine Herausforderung, besonders wenn derselbe Ort im Sommer zu einer harten Betonwüste wird! Vor einigen Jahren besuchte ich mit dem Perenne Verein die beeindruckende Staudengärtnerei von Til Hofmann und Fine Molz in Rödelsee. Dort stieß ich auf eine ungewöhnliche, aber vielversprechende Lösung für dieses Problem. Für ihre Schau-Pflanzungen um die Einkaufsquartiere wandten sie nämlich einen alten Trick an - sie pflanzten in Sand! Trockenheit und Staunässe – zwei Probleme an einem Standort? Til Hofmann und Fine Molz kämpfen in ihrer neuen Gärtnerei mit einem sogenannten "Minutenboden". Sie müssen den richtigen Moment abpassen, um ihn zu bearbeiten. Aber es gibt eine Lösung. Es ist ein Trick, den Til Hofmann schon lange kennt. Er hat ihn damals in der Gärtnerei Augustin von Andreas Augustin gelernt. Als er in den 80er Jahren dort anfing zu arbeiten, ließen sie für das Mutterpflanzen-Quartier einfach Sand kommen und pflanzten darin. Die Schichtdicke beträgt etwa 20 cm. Die Wurzeln entwickeln sich durch den Sand in den Boden. Sie müssen das Wasser suchen. Daher vertragen die Pflanzen einerseits mehr Trockenheit und sind gleichzeitig vor Staunässe geschützt. Auch früher, als Til Hofmann noch im Staudensichtungsgarten Hermannshof arbeitete, experimentierten sie viel mit dieser Methode. Sie testeten verschiedene Schichtdicken und verschiedene Sandsorten. Es funktionierte immer. Das sind die Vorteile eines mineralischen Untergrunds Es mag seltsam erscheinen, in Sand zu pflanzen. Aber es hat sich bewährt. Wenn auch du mit den beiden Extremen Trockenheit auf der einen Seite und Nässe auf der anderen Seite kämpfst, ist es einen Versuch wert. Hier sind die Vorteile: Die Methode schafft robuste Staudenbeete durch Anpassung bei Trockenheit. Pflanzen müssen das Wasser suchen, wodurch sich Wurzeln bilden. Mineralischer Mulch hält die Wurzeln feucht und kühl. Mineralischer Mulch wirkt als Drainage bei Überschwemmungen. Pflanzen ertrinken und ersticken nicht. Trockenheit und Staunässe – So legst du in drei einfachen Schritten ein mineralisches Beet an Boden auflockern und Steine sowie Wurzelunkräuter entfernen. Mineralischen Mulch aufbringen – Schichtdicke 7-8 (10) cm, je nach Material. Direkt in die Mulchschicht pflanzen. Dabei entweder die Ballen zu zwei Dritteln in die Erde setzen. Ein Drittel der Topfballen bleibt mit Mulch bedeckt (wenn die Schicht nicht zu dick ist), oder direkt in eine stärkere Sandschicht setzen (wenn die Schicht dicker ist). Dabei solltest du Folgendes beachten: Für diese Methode ist der Herbst die beste Zeit. Rosetten nicht zuschütten, besonders bei wintergrünen Arten. Auch diese Materialien sind als mineralisches Substrat geeignet: Es gibt sicher viele Materialien, die dafür geeignet sind. Sie sollten regional typisch sein und zur näheren Umgebung passen. Hier sind einige Möglichkeiten: Lava Körnung 2-8 bzw. 8-12 mm, Auftragsdicke 7-8 cm Splitt Körnung 8-12 mm, Auftragsdicke 7-8 cm Kies Körnung 8-12 cm, Auftragsdicke 7-8cm Gewaschener Sand Körnung 0-2 mm, Auftragsdicke mindestens 8-10 cm Mit diesen Anregungen entlassen wir euch in den Tag - Herzliche Grüße und bleibt natürlich, Petra PS.: Entdecke die Geheimnisse trockenheitsresistenter Stauden gemeinsam mit uns!   Lade jetzt unsere kostenlose Liste herunter und erhalte exklusiven Zugang zu den 20 besten Stauden für trockene Bedingungen. Klicke hier! Alle Fotos: Sylvia Knittel

  • DER GARTEN IST UNSER SEHNSUCHTSORT

    Alle Fotos:  Ferdinand von Luckner Mit ihrem bezaubernden Garten nahe Hannover, der das Wohnhaus wie ein Nest umgibt, haben meine Kunden ihren langgehegten Traum wahr werden lassen. Was heute so harmonisch in die natürliche Umgebung passt, war von Anfang an nicht so offensichtlich. Es hat sich behutsam und Schritt für Schritt entwickelt. Das Ehepaar verspürt nun keinen Drang mehr, in den Urlaub zu fahren. Warum auch? Ein großzügiges 2.500 m² Waldgrundstück mit Hanglage und einem Höhenunterschied von vier Metern wurde meisterhaft in das Gelände integriert. Der Garten scheint nahtlos durch das Haus zu "fließen", und von jedem Ort im Haus aus genießt man den Anblick der blühenden Felsenlandschaft. Für meine Bauherren ist dieses Zuhause nun der perfekte Ort, an dem sie endlich "angekommen" sind. Die Reise war lang und anspruchsvoll, und ich hatte das Privileg, sie auf diesem Weg zu begleiten. Hier teilen sie ihre Erfahrungen während der Bauphase: Wie kamen Sie auf die Idee ein Haus zu bauen? T.D.    Vor einigen Jahren haben wir für unsere Kinder in der Nähe Hannovers ein Grundstück gesucht, da unser Enkelkind unterwegs war. Die junge Familie war auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Wir wurden fündig und es war ein Traumgrundstück. Es lag direkt am Waldesrand man hatte einen herrlichen weiten Blick bis nach Hannover. Wir saßen derweil in unserem gemütlichen Reihenhaus in Hannover. Es hatte einen kleinen Garten hinterm Haus. Wir waren sehr glücklich dort. Plötzlich kam es anders. Die Prioritäten für die junge Familie änderten sich. So kamen wir auf den Einfall, selbst zu bauen.   Bild oben: In den Hang wurden große Grauwackequader eingefügt. Eine Meisterleistung der  Firma Peter Berg Gartendesign.  Der Entwurf für das  Einfamilienhaus und das verspiegelte Baumhaus stammt von dem  Baumhaus Experten Andreas Wenning Wie war ihr Neustart dort am Waldrand? T.D.  Von der Idee zu bauen bis zum tatsächlichen Startschuss verging eine lange Zeit. Wir machten es uns selbst nicht leicht. Vom Entwurf des ersten Architekten sind wir in letzter Minute abgesprungen. Wir konnten uns mit der Idee nicht anfreunden. Wir suchten einen anderen Architekten und lernten den Architekten mit dem Spezialgebiet „Baumhäuser“ Andreas Wenning kennen. Er baute uns zuerst ein Baumhaus. Von diesem hohen Platz mitten in den Bäumen haben wir nun den genialen weiten Blick. Auch sein Entwurf für das Wohnhaus war modern und unkonventionell. In unseren Augen war die Idee „mutig“. Sie gefiel uns sehr, dennoch zögerten wir zunächst. Wir fragten uns, ob der Entwurf zu uns passt. Auch dachten wir darüber nach, das Haus entweder höher zu setzten und eine herrschaftliche Position zu haben oder tiefer in das Gelände einzubinden.  Für welchen Entwurf haben Sie sich am Ende entschieden? T.D.  In dieser Zeit lernten wir ja Sie kennen. Können Sie sich erinnern? Damals schwärmten Sie vom Senkgarten in Potsdam und meinten, mit einem tiefen eingebundenen Hause fühlen Sie sich wie in einem „Nest“. Wir fuhren in den Senkgarten nach Potsdam und als wir dort zwischen üppigen Pflanzen standen, verstanden wir, was Sie meinten.  Übrigens, wir haben es nicht bereut. Heute wirkt dieses „mutige“ in das Gelände eingebundene Haus ganz selbstverständlich. Es wird “eins” mit dem Garten und dem anschließenden Wald. Der Garten scheint förmlich durch das Haus zu fließen. Wir haben große bodentiefe Fenster und haben das Gefühl, wir wohnen mitten im Garten.  Über einen Rundweg aus großen Grauwacke-Blöcken kann man von dem unteren Teil des Grundstückes durch den Garten auf das Dach gehen. Alles ist Garten. Es gibt so gut wie keinen Rasen. Das finden wir toll. Ehe Sie ihr schönes Haus samt Garten genießen konnten, war es ja ein langer Weg. Was ist Ihnen alles passiert und (verzeihen Sie, wenn ich das frage) haben Sie auch Fehler gemacht? T.D.  Ja, es war ein wirklich langer Prozess. Wir waren ja damals völlig unerfahren und ahnten nicht, dass das Bauen ein so großes Abenteuer ist. Wir suchten Handwerker, die dann ab und zu wieder verschwunden waren. Dann gab es ein großen Wassereinbruch nach einem Starkregen. Das ganze Wasser lief unter den gerade fertiggestellten Holzboden. Da brauchen Sie starke Nerven. Dann hat sich der Architekt verabschiedet, weil wir Wünsche hatten, die er nicht mittragen wollte. Er wollte geschliffene Betonfußböden im Wohnzimmer. Beton? Dass wollten wir nicht.  Zum Glück lernten wir Frau Ebert von raum Konzept kennen, die uns als Inneneinrichterin bis zur Fertigstellung im Inneren des Hauses begleitete. Auch die Gestaltung des Gartens war nicht so einfach. Zum östlichen Nachbarn gab es einen Höhenunterschied von fast 4m.  Das auf kurze Distanz. Der Architekt sah ganz pragmatisch eine Betonwand vor. Das wollten wir nicht, weil wir aus der Sauna und dem Badezimmer nicht auf eine 4m hohe Betonwand schauen wollten. Er hatte die Vorstellung, den Garten wild wachsen zu lassen. Wir sahen schon alles voller Unkraut, wie Brennnesseln usw. Das war einfach nicht unser Ding. Auch sollte es eine Terrasse aus Beton geben.  Was vielleicht praktisch wäre, nur die GRZ 2 war ausgereizt. Das bedeutete, das Haus wurde so groß gebaut, das baurechtlich im Garten nichts mehr befestigt werden durfte. Keine Zufahrt, keine Terrasse, nichts. Wir haben ganz schön gerudert, um eine Lösung für unseren Garten zu finden. Nennen Sie 3 Dinge, die Sie dann anders gemacht haben. T.D.  Im Laufe des Baufortschritts merkt man erst, was funktioniert und was nicht. Diese Dinge haben wir im Laufe des ganzen Procederes dann verändert: Wir haben alle beteiligten Disziplinen, wie Architekt, Gartengestalter, Innenarchitekten zusammengebracht. Allerdings waren sie nicht immer dazu bereit. Wir haben uns gegen allzu große Eigenwilligkeiten der Architekten und Unternehmer gewehrt. Sie waren nicht immer kundenorientiert und wenig bereit „in den Zweifel“ zu gehen. Wir hatten unsere Vorstellung und dennoch mussten wir uns der Selbstverwirklichung einiger Disziplinen energisch widersetzen. Wir haben gemerkt, wie hilfreich und nervenschonend es ist, sich lieber zu trennen und nach neuen Lösungen zu suchen. Bilder oben:   Den Pflanzplan hier zu erstellen, war für mich eine Herausforderung. Mittels Drohne konnten wir die Lage und Form der Steine so ermitteln, das wir zu einem exakten Pflanzplan kamen. In welchem Moment haben Sie gemerkt: “Wow, jetzt funktioniert es” !? T.D.  Ja, man lernt sich ja erst langsam kennen. Das Haus war dann fast fertig. Im Garten kam dann irgendwann die Firma Berg Gartendesign in Spiel. Sie Frau Pelz, hatten Peter Berg ja angerufen, weil es diesen eklatanten Höhenunterschied zum Nachbar gab. Aus diesem Telefonat und dieser „kleinen“ Herausforderung ist nun der gesamte Garten geworden. Aber einfach waren diese Prozesse für uns auch nicht. Erst sollten die vielen Steine aus Anröchter Dolomit sein. Das ist ein Material mit unterschiedlichen Färbungen aber oft auch eher grün und grau. Toll war, dass wir mit Peter Berg und ihnen dann im Steinbruch waren und uns die Steine angesehen haben. So hatten wir zwar eine Vorstellung, aber die Steine waren uns dennoch zu grün. Frau Förster (Partnerin bei Peter Berg Gartendesign) empfahl dann Grauwacke in einem warmen gelblichen Ton. Sie übernahm auch das Zepter im Garten und baute kreativ nach einem Gestaltungsentwurf des Büros.  Meisterhaft hantierte sie mit ihren Leuten die tonnenschweren Steine im Garten. Unglaublich! Nach und nach machten sich die Steine im Gelände „Beine“ und der Garten formte sich. Endlich bekamen wir ein Raumgefühl. Wir ahnten wie es sein könnte, wenn wir hier wohnen. Wie hat sich ihr Leben seitdem verändert? Wie nutzen Sie Ihren Garten? T.D.   Wir frühstücken jetzt morgens viel länger. Sehen aus dem Fenster in den Garten. Das entspannt. Wir haben ein Vogelhäuschen in Blasenstrauch. So können wir stundenlang den Vögeln beim Samen picken zusehen. Meine Frau zieht bei ihrem täglichen Rundgang durch den Garten ab und zu mal ein Kraut oder stellt die Regner um. Oft machen wir das auch gemeinsam.  Das Zurückschneiden der  1.000qm großen Pflanzfläche und ein bis zwei generelle Pflegegänge übernimmt die Firma Berg. Da die Pflanzen dicht bewachsen sind, haben wir es relativ pflegeleicht. Wovon haben Sie sich in der Nutzung ihres Gartens komplett verabschiedet? T.D.  Wir wollen hier nicht mehr weg. Wir möchten gar nicht in den Urlaub fahren, wie andere Leute. Wir sind hier glücklich. Wenn wir entspannen, gehen wir durch den Garten in den Wald zum Spazieren. Meine Frau braucht auf den Weg dorthin immer etwas länger, weil sie hier und da an den Pflanzen zuppelt. Damit ich mich nicht langweile, sammle ich in der Zeit Äste.  🙂 In welchen Momenten sind Sie besonders stolz auf ihren Garten? T.D.  Der Garten atmet das ganze Jahr. Es verändert sich stetig, die unterschiedlichsten Vögel, wie Buntspechte kommen in den Garten. Witzig ist, da klammert sich immer einer an den Zapfen. Einmal ist er runtergefallen, weil er so schwer war. Katzen schleichen durch den Garten oder hocken mit ihren Samtpfoten auf den Steinen. Sie gucken mit dem Köpfchen in die Stauden ob sich was rührt. Wenn wir morgens aufstehen, ist es ein schöner Moment. Wir sehen aus dem Fenster auf den flachen Teppich aus Fiederpolster (Cotula). Er mutet fast japanisch an. Es ist unser Rasenersatz, der sogar blüht. Abends wenn es dunkel ist, komme ich aus der Sauna und lege mich auf den Rücken auf das Fiederpolster. Ich gucke in die Sterne. Das ist wunderschön. Raureif auf sich kringelnden Gräsern, kleine Schneekuppen auf den Sonnenhutköpfchen, aber auch im Sommer und Herbst, wenn sich die vielen Gräser im Wind wiegen… das alles gibt uns ein schönes Gefühl. In dem Moment sind wir stolz. Was würden Sie anderen gern sagen, die gerade da stehen, wo Sie noch vor Monaten, ja Jahren standen? T.D.  Wir würden ihnen sagen, dass es sich jeden Fall lohnt durchzuhalten. Es waren für uns zwei richtig anstrengende Jahre. Man ist bettelarm, fix und fertig aber dann… Dann hat man was ganz Tolles geschaffen. Nicht nur für uns, sondern auch für Schmetterlinge, Katzen und andere Lebewesen. Unsere Empfehlung ist, keine Kompromisse zu machen, sich nicht irgendwohin schwatzen lassen (wo man nicht hinwill). Wir würden sagen; hör auf deine innere Stimme. Es ist ja schließlich für die Ewigkeit. Die Steine kommen da nicht wieder raus aus dem Garten. Wichtig ist sich Zeit zu nehmen und nicht unter Zeitdruck zu geraten. Wir wissen, das geht nicht immer. Vielleicht muss man ja eine Auszugstermin festlegen. Und man soll sich gut Partner suchen. Solche, wo die Chemie stimmt. Man muss ja zwei Jahre miteinander aushalten. Da braucht man ein Draht zueinander.   Auf einen Blick:   In der Nähe von Hannover 280 Quadratmeter (Wohnhaus) Auf 2.500 Quadratmeter (Garten) davon 1.000 Quadratmeter Pflanzfläche Mit 7.000 Stauden und Gräser, 18.000 Blumenzwiebel Experten Innen:  Andreas Wenning von Baumraum  und  Gabriele Ebert von Raumkonzepte Ebert Experten Außen:  Peter Perg Gartendesign  und  Petra Pelz Design-natuerlich Bauleitung: Peter Hoock Fotos:  Ferdinand von Luckner Bauen ist ein Abenteuer. Das galt auch für meine Kunden. Sie haben durchgehalten. Jetzt können sie sich entspannt zurücklehnen und ihren Garten in vollen Zügen genießen. Ich wünsche dir eine schöne Zeit und bleib natürlich - Petra

  • SKULPTUREN FÜR SCHÖNE GARTENRÄUME

    Ein Gastbeitrag von Aleksandra Pristin So schön ist Kunst im Garten In den sozialen Netzwerken sah ich schon lange Fotos von Aleksandra Pristin. Und ich gebe zu; ich war ziemlich neugierig. Da Barsinghausen nur einen Steinwurf von mir entfernt lag, fuhr ich kurzerhand dorthin, um den schönen Garten persönlich in Augenschein zu nehmen. Und was soll ich sagen; ich war sehr beeindruckt. Nicht nur von dem schönen sehr großen und kunstvoll bepflanzten Garten, sondern auch von der tollen Idee, den Garten als Freiluftgalerie zu sehen und dort kostbare Kunstwerke aufzustellen. Das Thema ist spannend und ich habe Aleksandra gefragt, wie es dazu kam und was man beachten sollte, wenn man Kunst im Garten wirkungsvoll platzieren möchte. Hier ist ihr Gastbeitrag: Foto oben: Uwe Schloen „Fahrer ohne Auto“     Mein Name ist Aleksandra Pristin. Seit dem Jahr 2000 öffne ich den Garten Pristin in Barsinghausen OT Groß Munzel regelmäßig für garteninteressiertes  Publikum. Hier organisiere ich Lesungen, Musik- und Theatervorführungen. Seit zwei Jahren finden in meinem Garten auch Kunstausstellungen statt. Kunst und Garten gehören zusammen, sie sind eine unschlagbar schöne Allianz! Das war mir von Beginn an klar, bereits als ich in den Jahren 1995 bis 1997 meinen Garten plante. Auch gab es von Anfang an in mir den großen Wunsch in meinem Garten Skulpturen-Ausstellungen ausrichten zu können. Vor allem die Werke des bedeutenden zeitgenössischen Worpsweder Bildhauer, Waldemar Otto, zogen mich immer magisch an. Der Weg dahin war lang. Inzwischen ist der Garten als Ausstellungsort etabliert. Das macht mich stolz und glücklich! Skulpturen im Garten Damit Du dein perfektes Kunstwerk findest und es richtig platzierst, helfen dir diese Fragen: Was spricht mich am meisten an?  - Geh zuerst intensiv durch Galerien, Museen und Skulpturenparks. Prüfe, welche Kunst dich begeistert. Welches Material mag ich?  - Mag ich Eisen oder Holz oder doch lieber Keramik, Bronze, Stein, oder sogar Marmor? Welches Material passt zu meinem Haus und Gartenstil?   Prüfe wie das Material in Verbindung mit der Natur wirkt, z.B. ein heller Marmor im hellen Galerieraum wirkt edel und freundlich. Doch im Garten kann er zu aggressiv und unübersehbar wirken. Ein Eisenobjekt im weißen Raum kann je nach Verarbeitung alt und rostig aussehen, doch in Verbindung mit der bunten oder grünen Natur, sieht es lebendig aus und fügt sich wie selbstverständlich in sie ein. Mag ich es abstrakt oder lieber figürlich? ... oder Nachbildungen alter Werke, liebliche Objekte oder eher moderne Kunst?  So viele Fragen... Aber sicher wirst Du intuitiv entscheiden. Es ist eine nicht unwichtige Wahl. Ich finde; Du musst einfach immer Glück verspüren, wenn Du durch deinen Garten gehst. Dann ist es richtig. Lass dich nicht vom Geschmack anderer beeinflussen. Wenn Du Engel liebst, dann liebst Du halt Engel. Doch passen Puten zum modernen Haus? Wenn Du Eisenassamblagen magst, dann ist das auch deine Wahl. Wenn Du dich aber nicht entscheiden kannst und gerne mehrere Stillrichtungen besitzen möchtest, dann gib den unterschiedlichen Werken jeweils einen unterschiedlichen Raum. Getrennt durch Hecken, Mauer, Baum- oder Sträuchergruppen, können die jeweiligen Kunststillen für sich wirken. Sie stören sich nicht gegenseitig. Oder mache es wie ich, organisiere einfach Kunstausstellungen und wechsle jedes Jahr die Werke. Das hat allerdings den Nachteil, dass das Liebgewonnene irgendwann zurückgehen muss. Foto oben: Stephan Marienfeld „Little Can“    Wo wirkt mein Kunstwerk am besten im Garten? Überlege dir, welches Ziel Du mit der Aufstellung der Kunst erreichen möchtest. Ideal ist es, den Blick auf bestimmte Achsen im Garten zu lenken Prüfe, ob die Stelle, wo Du das Kunstwerk platzieren möchtest, ideal ist. Vielleicht möchtest Du eine Blickachse besonders betonen und sie ist, aus einer anderen Richtung betrachtet etwas versperrt oder es sieht einfach nur unvollkommen aus. Das wäre schade. Manchmal reicht es aus, das Objekt um einen halben bis zwei Meter auf derselben Linie nach vorn oder nach hinten zu verschieben. Damit allein bringt man es in eine perfekte Position. Dann kann man es aus mehreren Richtungen gut sehen.  Ich konnte z.B. ein Objekt so platzieren, dass  es egal von wo der Weg führte, immer im  Mittelpunkt stand. So zog es die Blicke von allen Seiten magisch auf sich. Das muss man geduldig ausprobieren. Foto oben: Waldemar Otto „Torsi“ Foto oben: Christoph Zdzuj  „Nadel“ So unterstreichen Kunstwerke besondere Situationen im Garten wirkungsvoll Vielleicht hast Du im Garten ein besonderes Beet, das nur Du schätzen kannst, weil nur Du die Besonderheit der Pflanzen kennst. Du wunderst dich immer wieder, dass deine Freunde so achtlos daran vorbei gehen. Vielleicht ändert das alles. Stell einfach in das Beet eine schöne Skulptur. Das fokussiert den Blick und plötzlich werden auch die Blumen darin gesehen und bewundert. Doch achte darauf, das sich Kunst und Gartenkunstwerk sich gegenseitig ergänzen und so ein harmonisches Ganzes entsteht. Es wäre schade, wenn etwas zu dominant erscheinen würde oder gar verdeckt wird. Foto oben: Waldemar Otto „weibl. Torso XVII” Foto oben: Stephan Marienfeld „Loop“ Skulpturen können sogar kahle Hauswände oder Zäune beleben, wetten? Auch hier spielen Proportionen eine wichtige Rolle. Eine zu kleine Figur vor einer großen Wand  würde nur verloren wirken und umso mehr würde die kahle Wand wahrgenommen werden. Sei mutig. Vielleicht stellst Du hier etwas Größeres auf. Oder überlegst dir ein oder mehr Objekte an die Wand hängen. Eine Clematis oder eine andere kletternde Pflanze belebt die Situation zusätzlich. Foto oben links: Waldemar Otto „Figur zwischen zwei Wänden“ Foto oben rechts: Uwe Schloen „Großer Vogelkasten“ So kannst Du deinen Garten optisch erweitern und sogar größer erscheinen lassen. Gib deinem Kunstwerk eine Aufgabe Platziere dein Kunstwerk zum Beispiel so, dass es wie eine Einladung wirkt oder wie ein Fenster in die Weite. Foto links: Christoph Zdzuj „Das Fenster“ Mehrere zusammenhängende Kunstwerke hintereinander platziert, können einen Weg in die Landschaft weisen. So wird der Blick auf eine dahinter liegende Weite gelenkt, die so vielleicht noch nie wahrgenommen wurde. In einem Garten, der geschlossen ist und keinen Blick nach außen erlaubt ist das anders. Hier helfen nach Größe gestaffelte Objekte oder einfach nur helle Objekte vor dunklen Hintergründen. Mit diesen Tricks wird eine  optische Täuschungen erzeugt. Foto oben: Uwe Schloen „Das Gespräch“ und „Sie ist weg“ Überrasche deine Besucher und beziehe die Bäume in die Kunstinszenierung ein. Auch auf Bäumen lassen sich manche Kunstobjekte installieren. Fotos oben: Stephan Marienfeld „Dislike“   Prüfe zuerst die Tragfähigkeit der Äste. Ob aufgehängt, angenagelt oder angebunden, eröffnet diese Art der Präsentation eine neue Dimension. Die Bewunderung deiner Gäste ist garantiert! Achte darauf, dass die Bäume nicht verletzt werden. Falls Du Seile verwendest, sollte dort weiches Material unterlegt werden. Durchgänge von Kunst flankiert - so wird dieser Ort im Garten besonders Foto oben: Christoph Zdzuj „Konstrukt“ Besonders reizvoll sieht es aus, wenn die Tore oder Durchgänge links und rechts mit Kunst flankiert werden. So wird der Besucher durch den Garten geleitet. Der richtige Rahmen - die spannende Beziehung zwischen Kunst und Garten Ein einsames Kunstobjekt ohne einen Bezug zum Garten wirkt oft verloren. Manche Kunstobjekte müssen jedoch für sich stehen. Vor allem wenn sie von allen Seiten betrachtet werden müssen. Manche Skulpturen wirken am besten, wenn man ihnen einen Rahmen gibt, der sie belebt oder sie untermalt wie ein Passepartout die Bilder. Die Wahl der umgebenden Pflanzen spielt hier eine große Rolle. Platziere das Objekt deiner Wahl vor Hecken, Büschen oder Mauern, wenn seine hintere Seite nicht die Sichtseite ist und nicht besonders aufregend wirkt. Gib der Kunst einen pflanzlichen Rahmen, aber erzeuge keine Konkurrenz durch zu bunte, zu dichte und zu hohe Bepflanzung. Falls das Objekt von allen Seiten betrachtet werden muss, gib ihm Freiraum. Gib unruhigen Objekten, ob in Farbe oder Form, eine ruhige Umgebung. Eine geschnittene Hecke im Hintergrund wirkt beruhigend und hebt die Besonderheiten des Kunstobjektes hervor. Aber auch eine monochrome Bepflanzung mit Farnen, Epimedium oder Gräsern kann dieselbe Wirkung erzielen. Foto links: Waldemar Otto “Adam plündert sein Paradis” Denk an das Licht. Helle Objekte wirken gut in einer dunklen Ecke, dagegen dunkle oder stark strukturierte Objekte wirken viel besser in der Sonne. Wann gehst Du üblicherweise in den Garten? Die allerbeste Platzierung im Licht der aufgehenden Sonne nützt dir nichts, wenn Du zu dieser Zeit noch selig schläfst. Aber auch Schatteneffekte können wirkungsvoll sein. Sie  können eine besondere Stimmung erzeugen. Schlichtere Skulpturen und die, die man nicht enträtseln muss, vertragen die Vielfalt der Natur und bunte Farben. So manche Skulptur kommt so richtig zur Geltung, wenn um sie etwas passiert, wie das Wogen der Gräser oder kontinuierlicher Wechsel der Farben. Foto oben: Waldemar Otto „Figur aus ihrer Prägung heraustretend“ Denke an die Dynamik, das Sich-verändern der Pflanzen. Im Laufe des Jahres  verändert sich die Natur. Im Winter und im Frühling wirkt alles exponiert und ab Hochsommer könnte ein falsch platziertes Objekt in der hoch gewachsenen Blattmasse verschwinden. Foto oben: Claus Wettermann „o.Titel“ Falls Du Beete hast, die von allen Seiten erreichbar sind, ist es eine gute Lösung die Skulptur an die gegenüberliegende Seite eines Beetes zu stellen. So kannst Du sie auch im Hochsommer in voller Schönheit betrachten. Foto oben: Waldemar Otto „Eva“  Ein mitten im Beet platziertes Kunstwerk kann seine Wirkung verlieren, wenn es darin verschwindet. Andererseits kann es mystisch und geheimnisvoll wirken, wenn es groß genug ist. So wirkt es fast unerreichbar. Wenn man ein beständiges Bild anstrebt, wären immergrüne Bux- und Taxusformen um die Kunstobjekte eine gute Lösung. Die Strenge des starren Grüns wird hier durch die Kunst gemildert. Immergrüne Sträucher wie Ilex und Cotoneaster, die nicht geschnitten werden müssen, können eine lockere, elegante und im Bild beständige Umgebung zaubern. Denk an den Frühling. Dieser kann sehr kahl sein. Setze um die Kunstobjekte hohe Zwiebelgewächse, je nach Geschmack Tulpen, Narzissen, Allium, Camassia. Damit belebst Du die Kunst und gibst ihr einen schönen Rahmen als Übergang bis die Stauden hoch gewachsen sind. Foto oben: Stephan Marienfeld „Bondage“ Foto oben: Uwe Schloen „Rechtsruck“ Technik muss sein und passen Falls deine Kunstobjekte einen Sockel benötigen, denke an die übrigen Materialien im Garten. Ein weiteres Material, ob Holz, Sandstein, Granit oder Mauerwerk, das in deinem Garten nicht vertreten ist, wirkt schnell wie ein Fremdkörper. Bleib konsequent. Auch muss der Sockel mit der Kunst gut harmonieren und die Proportionen müssen bewahrt werden. Manchmal reicht ein niedriger Sockel, der das Kunstwerk nur aus dem Blütenmeer hebt. Manchmal wird ein hoher Podest oder Sockel benötigt, um eine kleine Arbeit auf  Augenhöhe zu bringen. Egal wie groß deine Neuanschaffungen sind, und egal wie schwer sie sind, die wertvollen Stücke müssen aus Sicherheits- und aus Versicherungsgründen mit dem Boden gut verbunden sein. Schon beim Kauf solltest Du darauf achten, dass die Skulpturen eine dafür vorgesehene Vorrichtung haben. Auch die Sockel, auf denen sie montiert werden, müssen gut in der Erde befestigt sein. Das ist auch wichtig, damit die Kunst bei Überschwemmungen oder bei Maulwurfsschaden nicht beschädigt wird und niemanden verletzt. Zur Fixierung können bei schweren Böden, lange Eisenstäbe dienen. Bei leichten Böden kommt man um den Beton oft nicht herum. Foto oben: Waldemar Otto „Figur mit Gewand“ Foto oben: Uwe Schloen „Koffer“ Waldemar Otto und der Funke, der übersprang Du fragst Dich sicher, wie es dazu kam, dass ich so einen Meister wie Waldemar Otto ausstellen durfte. Es war ein Sympathiefunke, der beim Atelierbesuch zündete, außerdem eine große Portion von kindlicher Frechheit, die ich immer noch besitze. Als Waldemar Otto mir von einer kommenden Ausstellung in einem Museum in Holland erzählte, sagte ich zu ihm: „Wenn Sie in einem Museum bald ausstellen,  dann könnten Sie demnächst auch in meinem Garten ausstellen!“. Zwei Wochen später bekam ich einen Brief von ihm, dass er dem Vorhaben mit Vergnügen zustimmt … Und so begann für mich das hoffentlich nie endende Abenteuer „Kunst im Garten“ und das Glück mit Künstlern zu arbeiten. Mein letzter Tipp für dich; denke bei der Idee für ein Kunstwerk vor allem an dich selbst. Es ist deins... Du möchtest es sehen, genießen und bewundern. Platziere es also so, dass es dir im Garten immer wieder begegnet. Ich wünsche dir, das deine Augen leuchten, wenn Du durch deinen Garten gehst. Deine Aleksandra Herzlichen Dank Aleksandra, für den inspirierenden Kurztrip in deinen Garten und die wertvollen Tipps. Möchtest Du den Garten selbst einmal besuchen, dann findest Du hier den Kontakt und die Öffnungszeiten. Hier geht es zum Garten Pristin Möchtest Du weitere Inspirationen für deinen Garten dann interessiert dich vielleicht auch dieser Beitrag: Forsthaus Espol - ein junger, individuell interpretierter Landschaftsgarten  Bleib natürlich und bis zum nächsten Mal Deine Petra

  • ECHTE MEHLBEERE - BAUM DES JAHRES 2024

    Ein Gastbeitrag von Elke Lilje Elke Lilje  ist Freischaffende Landschaftsarchitektin aus Hannover und Gründerin ihres eigenen Büros das grüne e . Seit 2020 plant sie blühende Gärten und spannende Pflanzungen für ihre Kund*innen. Sie hat sich mit dem Baum des Jahres auseinander gesetzt und für uns einige wertvolle Informationen zu seiner Verwendung zusammengestellt! Im Austrieb Silber schimmernd, schneeweiße Blütendolden im Sommer und leuchtend goldgelbes Laub im Herbst – klingt traumhaft. Wer verbirgt sich hinter dieser Schönheit? Die Rede ist von der Echten Mehlbeere , die im Jahr 2024 von der Baum-des-Jahres Stiftung, zum Baum des Jahres gekürt wurde. Vorkommen von Sorbus aria Die Echte Mehlbeere ist ein in Südost-Europa und Mitteleuropa heimischer Baum. In Deutschland kommt sie natürlicherweise eher in bergigen und alpinen Regionen vor und ist in der Nordwestdeutschen Tiefebene nicht in der freien Natur zu finden. Sie ist ein Baum der offenen Landschaft und somit Sonnen-liebend, Hitze- und Trockenheitsverträglich. Damit wird sie als Klimabaum gehandelt und wir werden sie in Zukunft noch häufiger sehen. Bereits jetzt ist das Gehölz ein beliebter Straßen- und Stadtbaum, wo kein Salz gestreut wird. Sie liebt durchlässige Böden, gerne auch kalkhaltig, jedoch keine Konkurrenz durch andere Gehölze und reagiert empfindlich auf Salz-Eintrag. Herbstkracher und Schattenspender Neben ihrem auffallend schönen Blattaustrieb hat die Mehlbeere, wie ihr Name vermuten lässt, eine weitere Besonderheit für uns. Im Herbst trägt sie glänzend rote Beeren, die bei Vögeln äußerst beliebt sind. Da diese lange haften, locken sie unsere fiedrigen Freunde auch im Winter noch an, sodass man, geschickt platziert, ein natürliches Winterkino aus der warmen Stube genießen kann. Auch für uns sind die Beeren interessant. Wenn diese einmal Frost bekommen haben, wird Süße frei und die Früchte können zu Säften und Gelee verarbeitet werden. Fotos oben: Austrieb und Fruchtschmuck von Sorbus aria Warum ich dieses Power-Gehölz so selten verwende wird mir wieder klar, als ich lese, dass sie bis zu 12 m hoch werden kann. Das ist in kleineren Hausgärten oft ein Ausschlusskriterium. Ihre Blätter sind oberseits dunkelgrün und glänzend. Solche Oberflächen erscheinen unserem Auge näher, wodurch Distanzen verkürzt und Räume optisch verkleinert wirken. Wenn man jedoch etwas Platz hat, ist die Mehlbeere durch ihr dichtes Laubwerk, aber ein angenehmer Schattenspender. Zudem lässt sie sich mit ihrer kompakten Krone von etwa 7m Durchmesser wunderschön zu kleinen Baumgruppen arrangieren, die größere Gärten wirkungsvoll strukturieren können. Möchte man die Echte Mehlbeere einsetzen, sollte man wissen, dass sie eher langsam wüchsig ist und man sich besser schon ein größeres Exemplar pflanzen lässt. Echte Mehlbeere richtig inszeniert Neben dem Anbau als Hochstamm bieten viele Baumschulen das Gehölz auch als Mehrstämmer an, was besonders malerisch wirkt. Die Wurzeln der Mehlbeere gehen eher in die Tiefe, wodurch sie sich gut unterpflanzen lässt. Mit ihrer auffälligen Herbstfärbung in Goldgelb und den leuchtend roten Beeren lassen sich grandiose Herbstbilder Zaubern. Ein wahres Herbstspektakel ergibt sich zum Beispiel mit einer Unterpflanzung aus Amsonia tabernaemontana subsp. salicifolia – Blausternbusch, welcher zu dieser Zeit ein zitronengelbes Laub trägt, Panicum virgatum 'Hänse Herms' - Rotbraune Rutenhirse, die im Herbst Braunrot ausfärbt, dem gelben Blütenmeer des Rudbeckia fulgida var. deamii – Sonnenhut und dem Salvia azurea 'Grandiflora' - Prärie-Salbei, der von August bis Oktober einen intensiven Komplementärkontrast in Blau beiträgt. Dies ließe sich am sonnigen Gehölzrand bei ausreichend Feuchtigkeit pflanzen. Collage: Pflanzenreich App Neben dem Zusammenspiel mit dem Herbstlaub können wir auch mit dem unterseits graufilzigen Blättern der Echten Mehlbeere tolle Bilder arrangieren. Mit dem Windspiel schimmert das Laubkleid der Mehlbeere silbrig, was vor allem vor rötlichen Klinkerfassaden schöne Kontraste zeigt. Im halbschattigen Gehölzrandbereich changiert das Silber mit einem Meer aus blauen Sternen und rosa Blüten. Die 35 bis 70cm hohe Kombination aus Anemone Hybride 'Wild Swan' - Herbstanemone, Aster herveyi 'Twilight' - Violette Großblatt-Aster und Hakonechloa macra - Japanisches Berggras lässt den Wuchs von mehrstämmigen Mehlbeeren schön zur Geltung kommen. Ab August strahlt die Gemeinschaft um die Wette und im Herbst wird das Goldgelb des Herbstlaubs um den Bronzeton des sich färbenden Japanischen Berggrases ergänzt. Collage: Pflanzenreich App Will man die weiße Blüte des Baumes zwischen Mai und Juni unterstreichen kann man weißblühende Arten unterpflanzen, die die Farbe auch am Boden wiederkehren lassen. Eine denkbare Pflanzengesellschaft im halbschattigen Bereich wäre dabei Digitalis purpurea 'Snow Thimble', Polemonium caeruleum 'Album' - Weiße Jakobsleiter, Geranium sylvaticum 'Album' - Wald-Storchschnabel und Carex morrowii - Grüne Japan-Segge als säumendes Gras. Collage: Pflanzenreich App Zukunftsträchtig Die echte Mehlbeere ist also vielseitig einsetzbar. Von Straßenbaum, über Schattenspender im Hausgarten und in Kombination mit Stauden zeigt sich das Gehölz als zuverlässiger Partner und das auch in Zukunft - als Klimabaum . Jetzt habe ich richtig Lust die Echte Mehlbeere mal wieder zu verwenden. Hoffentlich kommt bald das richtige Projekt dazu. Vielleicht hast du ja schon den passenden Standort im Kopf und möchtest mit dem Baum des Jahres deinen Garten abrunden. Vielen Dank liebe Elke für die Inspirationen! Bleibt wie immer natürlich Petra und Leonie

  • GEWINNER UND VERLIERER SOMMERLICHER TROCKENHEIT

    Ein Gastbeitrag von Dorothea Steffen Anfang des Jahres schrieb Dorothea Steffen zu dem aktuellen Thema einen kleinen Artikel in der Facebook Gruppe „Wir sind Staudenfreunde“. Jetzt wollte sie es noch genauer wissen und es folgte gemeinsam mit mir eine kleine Umfrage unter ihren Gruppenmitgliedern, die bundesweit leidenschaftlich gärtnern. Über ein Umfrage-Formular wurden drei kurze Fragen gestellt: Was sind die Gewinner- Pflanzen der letzten heißen Sommer in deinem Garten? Was sind die Verlierer- Pflanzen der letzten heißen Sommer in deinem Garten? In welcher Region (Postleitzahl) gärtnerst du? Klar ist, diese Umfrage ist keine wissenschaftliche Erhebung. Sie ist eher ein kleiner Streifzug durch die Gärten „Land auf und Land ab“. Interessant ist zu sehen, was wo noch gut wächst und nach so einigen heißen und trockenen Sommern gut überlebt hat. Foto: Sylvia Knittel Von vornherein waren zwei Dinge klar; Zum einen, dass es regionale Unterschiede geben wird, weil die klimatischen Bedingungen überall anders sind und auch, dass die Toleranzen der verschiedenen Arten in den Lebensbereichen jetzt fast überall an ihre Grenzen gekommen sind. Das bedeutet; wir müssen nunmehr noch genauer hinsehen, welche die Bedürfnisse die Pflanzen haben, müssen uns noch mehr mit den Herkünften der Pflanzen befassen, um keinen Schiffbruch zu erleiden und kein unnötiges Geld zu versenken. Welche Pflanzen nun die Gewinner sind, welche es nun künftig schwer haben und was du tun kannst, wenn auch du liebgewonnene Kandidaten hast, die in trockenen Sommern plötzlich schlapp machen, das ließt du hier: Ich bin Dorothea Steffen und arbeite als  Gartengestalterin im Ruhrgebiet. In meiner täglichen Arbeit möchte ich Natur und Gartendesign vereinen. Mein Ziel ist es, immer mehr inspririerende Gärten entstehen zu lassen. Diese Gärten tun uns gut und sind gleichzeitig Lebensraum für Tier und Insekten. Als Vizepräsidentin der Gesellschaft der Staudenfreunde bin ich im Herzen eine große Pflanzenliebhaberin. Ich bin gern mit Menschen in Kontakt, die diese Leidenschaft teilen. Soziale Netzwerke bieten für diesen Austausch eine ideale Plattform. Deshalb bin ich Administratorin und betreue die Facebook Gruppe "Wir sind Staudenfreunde" . Aber auch auf Reisen und in meinen Projekten ist mir das Zusammenkommen mit Gleichgesinnten sehr wichtig. Mich findest du übrigens auf meiner Website Gartenzauber. Klimawandel im Garten; Was bedeutet das? Klimawandel bedeutet nicht, dass es jedes Jahr wärmer und trockener wird. Leider werden immer wieder die Auswirkungen von Wetter und Klima vermischt Maximilian Weigend , Professor der Biodiversität der Pflanzen sagt dazu: “Wetter- und Klimaveränderungen sind weitgehend unabhängig voneinander. Klimawandel stellt die Veränderungen der durchschnittlichen Witterungsverhältnisse dar. Wetter macht sich kurzfristig bemerkbar. Entsprechend bedeutet das nicht, dass sich der Klimawandel abgeschwächt hat, wenn es von Juni bis August 2020 ausreichend regnen sollte. Also: Es wird auch in Zukunft Frostnächte geben, die bei Obstbauern zu Frostschäden an den jungen Austrieben führen können. Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun. Sie müssen sich auf dramatische Veränderungen einstellen. Man wird mit traditionellen Gartenpflanzen zunehmend Probleme haben. Umgekehrt werden Pflanzen, die bislang in Deutschland nicht als winterhart eingestuft wurden, in Freilandgärten ein neues Zuhause finden. Wir werden bei uns zunehmend Pflanzen aus dem Mittelmeerraum kultivieren. Deshalb auch meine Aussage: Palmen statt Buchen.“ (Aus dem General-Anzeiger, Bonn) Foto unten: trockenheitsverträgliche Kombinationen hier im Kiesbeet im Hermannshof Die Ereignisse der Klimaveränderungen gehen rasant voran Die Ereignisse der Klimaveränderungen gehen rasant voran, am 6.2.20 wurde auf der argentinischen Forschungsstation „Esperanza Base“ im Norden der Antarktis 18,3 Grad Celsius   gemessen, mehr als je zuvor seit dem Beginn der Messungen. Die Klimaforscher sprechen von „ Tipping Point “ und „Tipping Cascades“ und meinen damit den Druck auf ein System, dass lange standhält, dann aber wie ein Dominospiel in sich zusammen fällt, und größeren Schaden mit sich bringt. So z.b. das Auftauen der Permafrostböden. Die letzten zwei heißen Sommer haben gezeigt , dass auch unsere Gärten vom Klimawandel betroffen sind. Trotz dem täglichen Wässern war es für viele Pflanzen schlichtweg zu heiß. Hortensien und Rhododendron zeigten Sonnenbrand und die Astilben verdorrten wie Papier. Für Pflanzen und Gärtner war es Stress pur und die Wasserrechnung am Ende des Jahres zeigte auch erschreckende Zahlen auf. Foto unten: echter Lavendel Lavandula intermedia  gerät wieder mehr in den Focus; er wirkt gut auf Mauerkronen und in Kiesgärten Diese Pflanzen haben die Trockenheit gut überstanden Nachfolgend möchte ich aufzeigen, was 33 Gärtnerinnen und Gärtner quer durch Deutschland zu diesem Thema zu sagen haben. Sie beantworten die Frage; Welche Pflanzen sind nun die Gewinner und die Verlierer der letzten beiden Sommer in ihren jeweiligen Gärten sind. Bei unserer Umfrage wurden folgende Pflanzen genannt; die mediterranen Pflanzen auch als Gewinner bezeichnet, wie Lavendel - Lavandula,  Bärenklau - Acanthus , Wolfsmilch - Euphorbia und Bartblume - Caryopteris die Steppenpflanzen , wie Steppensalbei - Salvia , Brandkraut - Phlomis , Purpursonnenhut - Echinacea , Zierlauch - Allium und Gräser wurden genannt. Weitere Pflanzen sind Pflanzen, wie : Färberkamille -  Anthemis tinctoria, Mexiconessel - Agastache, Aster - Aster ageratoides, Indigoliupine - Baptisia,  Steinquendel - Calamintha, Nelke - Dianthus, Edeldistel - Eryngium, Kugeldistel - Echinops, Prachtkerze - Gaura, Fackellilie - Kniphofia, Bartiris - Iris barbata, Christrose - Helleborus, Steppendistel - Morina longifolia, Schafgarbe - Achillea, Staychs, Sedum, Teucrium, Yucca und Verbascum. Collage: Pflanzenreich App An Gehölzen wurden oft Rosen angeführt, die ja mit ihren langen Pfahlwurzeln gut in tiefere Bodenschichten dringen können. Berberitzen, Weißdorn und Amelanchier wurden als weitere Gehölze genannt. Foto oben : eine tolle Kombination mit Blauraute Perovskia und das große Mädchenauge Coreopsis Hybr. 'Full Moon' Foto oben : der Schnurbaum Sophora japonica, ein Baum der gut Trockenheit verträgt Foto unten: Rosen vertragen so einiges...., hier wurden sie mit dem Reiherfedergras Nasella tenuissima  kombiniert, BUGA Heilbronn 2019, Planung Büro Christian Meyer, Berlin Foto unten: steppenartige Pflanzungen sind schön und vertragen so einiges an Sonne und Hitze. Hier wachsen Edeldisteln, Salbei und Gräser. Diese Pflanzen haben die Trockenheit nicht gut überstanden Als Verlierer stand eindeutig die Hortensie da, dicht gefolgt von Astilben und Phloxe. Bei diesen Pflanzenarten ist ein Überleben ohne Wassergaben, trotz bestem Standort nicht möglich. Selbst das standortgerechte Pflanzen ist hier kein Garant für gutes Gedeihen mehr. Auch folgende Stauden wurden von den Staudenfreunden genannt: Wiesenraute - Thalictrum , Herbstanemonen - Anemone Japonica Hybr. , Wasserdost - Eupatorium fistulosum und andere Arten; September- Silberkerzen - Cimicifuga ramosa , Eisenhut - Aconitum und Arten, Sonnenbraut - Helenium Hybr.,  Leberblümchen - Hepatica , Glockenblumen - Campanula in Arten, Tafelblatt - Astilboides tabularis , Schaublatt - Rodgersia in Arten, Kandelaberehrenpreis - Veronicastrum virginicum   und Kerzenknöterich - Bistorta amplexicaulis . Collage: Pflanzenreich App An Gehölzen wurden Clematis, Buchen, Fichten, Salix, Thuja und vor allem Rhododendron genannt. Bei dem Japanwaldgras Hakonechloa macra stellten wir regionale Unterschiede fest. In Hannover hat es sehr gelitten, hingegen bei uns im Ruhrgebiet und Ostwestfalen gab es noch keine Trockenschäden. Foto unten: der Sonnenhut Rudbeckia fulgida Goldsturm verträgt leider nicht allzu viel Trockenheit, trockenheitsverträglicher ist alternativ  Rudbeckia fulgida var. deamii Das kannst du nun tun, wenn auch du "Klimaverlierer" im Garten hast; Mulchen : Eine wichtige Unterstützung zum Erhalt der Bodenfeuchte ist das Mulchen, ob mit Holzhäcksel oder Mineralsubstrat. Auch Rasenschnitt, Heu und Moos kann als Abdeckung nützen. Umpflanzen in den Halbschatten. Vielleicht ist da ja noch ein Plätzchen frei. Ersetzen der Lücken durch Pflanzen, die dort mit den Bedingungen besser zurecht kommen Ein "Klimaverlierer", den ich noch zum Schluss ansprechen möchte ist der geliebte Rasen. Wie wird es werden, wenn zukünftig der Wasserverbrauch reglementiert und  man zum sparsamen Verbrauch angehalten wird? Vielleicht wäre ein Kräuterrasen und eine Wildblumenwiese eine zukünftige Alternative? Ein ökologischer Ansatz in der Gartengestaltung hilft kleine Oasen zu schaffen, die Lebensraum für Tier, Insekten, Amphibien bilden und uns Gärtnern ein Ort zum Entspannen geben. Eine Auswahl von hitzetoleranten Stauden und Gehölzen wird dies unterstützen. Alle Gärten zusammen sind so groß wie alle Naturschutzgebiete in Deutschland, somit haben wir eine gute Möglichkeit  uns mit einem ökologischen Garten an der Biodiversität der Natur zu beteiligen. Deine Dorothea Steffen Vielen Dank Dorothea und auch lieben Dank an alle Gartenfreunde fürs Mitmachen und die spannenden aufschlussreichen Erkenntnisse über Gewinner und Verlierer sommerlicher Trockenheit! Wenn bisher der Kerzenknöterich oder mein geliebtes Japanwaldgras es in der Sonne gut aushielt…  künftig wird das anders. Es liegt auf der Hand, dass die Pflanzen, die in den Lebensbereichen Sonne mit der „Feuchtezahl 2-3“ zuerst leiden. Wir sollten künftig genauer hinsehen und prüfen, welche Pflanzen tatsächlich für den Pflanzstandort geeignet sind. Aber kein Grund zur Sorge (jedenfalls in Gartendingen…) In all der Veränderung liegt auch immer eine Chance. Wenn sich das Klima in Richtung Wärme und Trockenheit verschiebt, können wir künftig wahrscheinlich viele andere Pflanzen verwenden, von denen wir vielleicht schon mal geträumt haben. Denk mal an die würzigen und exotisch anmutenden mediterranen Arten. Lassen wir uns einfach auf die Situation ein. Kämpfen wir nicht nicht mit dem Wasserschlauch dagegen an. Der bessere Weg wäre, wir sehen uns die Pflanzen künftig genauer an und richten uns nach stärker nach ihren Bedürfnissen. Und wir wandeln uns mit der Veränderungen und suchen passende Konzepte für unsere Gärten. Also es bleibt spannend. Ich wünsche ich dir eine gute Zeit und auch Pläne! bleib natürlich und bis bald Petra Bist du bereit, deinen Garten für die Herausforderungen des Klimawandels zu wappnen?  Lass dich von unserer Auswahl der 20 robustesten Stauden für trockene Böden inspirieren! Schnapp dir jetzt unser kostenloses Freebie!

  • VOM SCHATTEN IN DIE SONNE – ÜBERGANGSBEREICHE

    Ein Blogbeitrag von Petra Harmonische Übergänge trotz unterschiedlicher Lebensbereiche Anne , eine Teilnehmerin in meinem Online-Kurs war verzweifelt. Sie wollte ein sonniges Beet planen, aber im Beet stand ein Baum. So hatte sie unterschiedliche Bedingungen auf kleinstem Raum. Sie stand vor der Herausforderung, Pflanzen aus den verschiedenen Lebensbereichen, wie Schatten, Halbschatten und Sonne, harmonisch zu verbinden. Diese Aufgabe fiel ihr nicht leicht und es ist auch wirklich eine Herausforderung. Die Annäherung an ein zufriedenstellendes Ergebnis möchte ich mit diesem Beitrag versuchen. Sich allein an den Lebensbereichen abzuarbeiten ist nicht die Lösung! Schließlich soll (trotz der Unterschiedlichkeit der Bedingungen) alles harmonisch ineinander übergehen. Die Pflanzen müssen: gut "zusammen passen", also denselben Charakter haben fließende Übergänge in den Höhen haben, damit es keine "Brüche" im Beet gibt Foto links: die Garten-Situation mit einem Baum und dem Schlagschatten der Hecke Zeichnung rechts: Auf Breite des Hauses soll im gesamten Vorgarten ein Beet entstehen. Foto: Sylvia Knittel Trotz schwieriger Bedingungen; am Anfang zählt deine Idee für ein blühendes Beet Am Anfang steht die Frage nach deiner Idealvorstellung für dein Beet (zunächst frei von allen Einschränkungen!). Frage dich, welchen Charakter die Pflanzung haben soll, welche Höhen und Farben. Überlege auch, ob es Pflanzen für alle einzelnen Bereiche gibt, die deine Wünsche abdecken und deine Idee unterstreichen. Wenn du die letzte Frage nicht sicher beantworten kannst, stelle diese Frage erstmal beiseite. Später musst du deine Ideen mit der Wirklichkeit abgleichen. Zeichne zunächst einen Bestandsplan (maßstäblich 1:100) mit allen relevanten Faktoren, wie Einfassungen und Begrenzung, Gehölzstandorte oder Einbauten. Hier findest du zu diesem Thema auch den passenden Blog-Artikel: Wie vermesse ich mein Beet. Beobachte Licht und Schatten Der Übergangsbereich zwischen einem sonnigen Standort mit heißer Sonnenstrahlung und kühlerem Schatten benötigt die richtigen Arten. Tolerante Arten sind ideal. Das sind Pflanzen, die eine breite Standortamplitude haben. Das heißt, sie wachsen in der Sonne und im Halbschatten oder im Halbschatten und im Schatten. Solche Arten lassen sich im Lebensbereich Freifläche durchaus finden und können mit anpassungsfähigen Schattenstauden reizvolle Kombinationen bilden. Sie können zwischen den Standorten vermitteln. Perfekt für unsere Herausforderung. Richte deinen Blick auf Stauden und Gräser, die in den artenreichen Pflanzengesellschaften sonniger oder absonniger Gehölzränder zu finden sind. Beobachte den Standort und achte darauf, wie viel Licht auf dein Beet fällt. Mach dir Notizen. Am besten, du teilst die Fläche in Zonen ein, wie schattig, halbschattig und sonnig und kennzeichnest das in deinem Plan. Analysiere den Boden Dein Boden kann das Zünglein an der Waage sein, wenn es um das Gelingen deiner Idee geht. Frage dich, ob der Boden im gesamten Beetbereich in Ordnung ist. Eventuell musst du den Boden verbessern. Dann musst du es jetzt tun. Ist erst einmal gepflanzt, ist das sehr mühsam oder auch garnicht möglich. Herausforderung Wurzeldruck Eine Schwachstelle ist der Bereich unter dem Baum. Oft ist zu beobachten, dass dieser Bereich stark durchwurzelt und trocken ist. Klar, es gibt Arten mit natürlicherweise oberflächennahem Wurzelwerk. Aber Wurzeln an der Oberfläche können auch andere Ursachen haben. Sie können ein Zeichen für Sauerstoffmangel sein. Denn wenn Wurzeln, die vielleicht normalerweise tiefer wurzeln würden, sich an der Oberfläche zeigen, haben sie aufgrund von verdichteten Böden möglicherweise nicht genügend Sauerstoff und kommen an die Oberfläche. Das ist ein Fingerzeig und es kann dann sinnvoll sein, sich die benachbarten Bereiche mal genauer anzusehen und zu prüfen, ob es Verdichtungen gibt. Stauden und Gräser unter Bäumen ansiedeln - diese Fehler solltest du vermeiden Vielleicht denkst du jetzt; ich schütte einfach eine dicke Schicht Erde auf den Wurzelbereich. An dieser Stelle muss ich dich aufhalten. Es kann durchaus schädlich sein, im Wurzelbereich tiefer zu graben oder jede Menge Erde auf die freiliegenden Wurzeln zu bringen. Beides kann den Wurzeln und damit deinem Gehölz schaden und sogar zum Absterben führen. Stauden und Gräser unter Bäumen ansiedeln - das kannst du tun Hier ist jedoch die gute Nachricht: Eine kleine Menge leichte Erde schadet nicht und kann in zwei Schritten (falls erforderlich) über freiliegende Baumwurzeln verteilt werden; Dieser kleine Eingriff gibt den Baumwurzeln Zeit sich Anzupassen. Was ist eine "kleine Menge"? Eine 10 cm Bodenschicht ist ungefähr richtig. Besser noch, du mischt etwas Kompost ein, bevor du den Boden aufträgst.  So wird diese Bodenmischung leichter und die Wahrscheinlichkeit das Wurzeln ersticken bleibt geringer. Diese kleine Substratschicht ist ein Vorsprung, der Bonus. Die anzusiedelnden Pflanzen haben nur etwas Zeit zum Einwurzeln, bis die Baumwurzeln dieses Territorium wieder für sich erobern. Diese Humusschicht kannst du übrigens auch gut pflegen und erhalten, indem du im Herbst die zu Boden fallenden Blätter belässt. Sie halten die organische Substanz auf einem guten Niveau. Die richtigen Pflanzen auswählen Suche dir Pflanzen für alle drei Standortbereiche nach deiner Idee aus. Möglichst mehr als du brauchst. Die Auswahl "eindampfen", also reduzieren, kannst du später wieder. Du brauchst Pflanzen, die Schatten vertragen und mit Wurzeldruck zurechtkommen, robuste Halbschattenpflanzen für den Übergangsbereich, die den Spagat meistern vom schattigen zum sonnigen Charakter der Stauden zu vermitteln und deine Lieblingssonnenpflanzen, die allerdings vom Charakter zu den anderen zwei Standortbereiche passen sollen. (Also nicht, dass Sedum und Farn aufeinander treffen.) So plane ich ein Beet in Übergangsbereichen Ich ziehe um alle Bäume auf dem Pflanzplan einen Kreis in der etwaigen Größe der Krone und das ist der Bereich mit den bodendeckenden, robusten Arten. Daran schließe ich die robusten Übergangspflanzen an, die den kleinen Wucherern unter dem Gehölz etwas entgegenzusetzen haben und erst dann fange ich an in „Schön“ zu denken. Also erst löse ich das Problem und dann kommt die Kür. Damit bin ich immer gut zurechtgekommen. Übergangspflanzen die vom Schatten in die Sonne überleiten Übrigens; Ich habe nur eine Handvoll Übergangspflanzen, die optisch gekonnt vom Schatten in die Sonne leiten. Ganz klar mein Favorit ist die Schönaster Kalimeris incisa Madiva oder Persicaria amplexicaulis Sorten und Aster oblongifolius . Ich pflanze sie wie ein kleines Schutzschild gegen die Wucherer aus dem Schatten und schließe dann mit anderen Pflanzen aus dem Halbschattenspektrum an. Vom Charakter her passen sie gut zu beiden Standorten. Ihnen sieht man nicht an, ob sie in der Sonne oder im Halbschatten wachsen und sie harmonieren mit Farben ebenso, wie mit der Wiesenraute oder Phloxen. Genau diese Pflanzen sollten deine Wahl sein, um diese Übergänge auch vom Charakter her harmonisch zu gestalten. Foto oben: Persicaria (Bistorta) amplexicaulis , der Kerzenknöterich, wächst normalerweise auf frischen bis feuchten Standorten sonnig bis halbschattig. Ich habe den Knöterich unter Bäumen gepflanzt, wo er sogar mit trockenem Wurzeldruck zurecht kam. Die perfekte Übergangspflanze. Foto oben: Kalimeris incisa 'Madiva', die Schönaster ist perfekt für den Übergang von halbschattige zu sonnige Lagen. Für mich ist diese Pflanze ein robuster Alleskönner, der unkompliziert ist. Das Laub ist vom Austrieb bis zum Vegetationsende ansehnlich und auch die späte Blüte ist überwältigend. Foto oben: Asperula taurina, der Turiner Meister blüht im Mai / Juni und ist sehr wüchsig wie man hier sehen kann. Bis an den Stamm wächst die hübsche weiß blühende Staude und bildet mit der Zeit stattliche, pflegeleichte bis 30cm hohe Bestände auf frischem mullhaltigen Böden. Auf passende Nachbarn muss man unbedingt achten, damit er nicht allzu ausufernd wächst und diese dann bedrängt. Die Höhen modellieren Überlege dir die Höhenabfolge im Beet. Da es unter Umständen unter den Bäumen schwierig werden kann, brauchst du in allererster Linie Pflanzen die funktionieren. Hast du starken Wurzeldruck, das heißt es wächst kaum etwas freiwillig, dann benötigst du robuste, stark wachsende Arten. Sie sind oft niedriger, als die Pflanzen anderer Bereiche. So beispielsweise Arten, die du möglicherweise in der Sonne planst. Deshalb achte auf die Höhen und Übergänge. Es wäre nicht ideal im Baumbereich ganz flach wachsende Arten zu setzten und plötzlich und unerwartet gibt es einen Höhensprung. Versuche in jedem Fall die Pflanzen so anzuordnen, dass sie fließend ineinander übergehen. Dabei sollen die Höhenabstufungen auch nicht zu extrem ausfallen, sonst nimmt man dieses Beet als nicht harmonisch wahr. Ideal ist es, dieselben Höhen im gesamten Beet zu erreichen. Also eine homogene Höhenstruktur, in der du ohne weiteres Solitärs (höhere Stauden und Gräser), Solitärgruppen (Gruppen von höheren Stauden und Gräser) einfügen kannst. Das heißt beispielsweise;  die meisten Pflanzen im Beet (Begleitstauden)  sind durchgängig 40 cm hoch. So können 60 bis 100 cm hohe Solitäre Akzente setzten und für mehr Volumen im Beet sorgen. Nachfolgend habe ich Beispiele für dich, die dir die Vorstellung zur Höhenabstufung erleichtern sollen: Ich fange, wenn ich einen Pflanzplan zeichne immer mit dem Baum an. Ich ziehe einen Kreis um den Stamm. Hier gibt es meistens Wurzeldruck und ich benötige robuste Arten. Diese sind meistens nicht so hoch, wie das Spektrum an Pflanzen im halbschattigen und sonnigen Bereich. Deshalb muss man sich im Vorfeld Gedanken über die Höhen machen. Zeichnung oben: Diese höhenmäßige Abfolge ist nicht harmonisch. Es ist ein Bruch in der Höhen- Abfolge. Das Beet wirkt nicht als Ganzes. Zeichnung oben: Diese höhenmäßige Abfolge ist schon etwas besser, da die Übergänge fließend sind. Harmonisch ist das Beet jedoch noch immer nicht, da die Höhenunterschiede noch zu groß sind.  Zeichnung oben: Das ist für mich harmonisch. Der überwiegende Teil der Bepflanzung (Begleitstauden und Füllstauden) ist in allen Lebensbereichen in der Höhe einheitlich. Im sonnigen und halbschattigen Abschnitt sollten punktuell höhere Leitstauden oder Solitärstauden gesetzt werden. So hat man optisch wirklich ein Beet. Es ist nicht so einfach unter Bäumen höhere Arten zu finden, jedoch es gibt sie, wie zum Beispiel Aster ageratoides oder auch der Kerzenknöterich Bistorta amplexicaulis. Er wächst robust im Übergangsbereich aber auch durchaus bis an den Stamm (wie meine Erfahrungen im Magdeburger öffentlichen Grün gezeigt haben). Foto unten: Hier wächst bis an den Stamm die Mandelwolfsmilch Euphorbia amygdaloides Robbiae . Ich habe sie hier mit der schönen Schattenstaude Silberblatt Lunaria rediviva kombiniert. Beide blühen im Mai. Konkurrenzstärke der Pflanzen beachten Da du unter Bäumen möglicherweise die robustesten Pflanzen auswählst, liegt es auf der Hand, dass diese Pflanzen sich stark ausbreiten. Du brauchst diese Wuchsstärke ja, um schwierige Standorte zu meistern. Die Wuchsstärke kann im halbschattigen Übergangsbereich zu einem Konkurrenzproblem werden, wenn dieser Wuchskraft kein kräftiger Partner entgegengesetzt wird. Deshalb schau dir die Nachbarn genau an, die du angrenzend zum halbschattigen Bereich pflanzt. Sie müssen diese starke Konkurrenz aushalten. Setzt du schwachwüchsige Arten im Anschluss an die Bodendecker, kann es passieren, dass diese die schwachen Arten "überrennen". Du brauchst horstbildende "Schutzschilde". Daran anschließend kannst du nach Herzenslust weiter kombinieren - bis in die Sonne. Ich habe hier Übergangspflanzen, die optisch gekonnt vom Schatten in die Sonne leiten und robust genug sind zusammengestellt. Sie sind wahre Allrounder und ich verwende sie oft und gern. Man sieht ihnen nicht an, ob sie in der Sonne oder im Halbschatten wachsen. Es ist wichtig konkurrenzstark zu "benachbarn", damit du später nicht allzu viel eingreifen musst und so nicht unnötig Arbeit hast. Konkrete Beispiele für Übergangsbereiche: Collage: Pflanzenreich App Anemone japonica 'Honorine Jobert' Herbst-Anemone Asperula taurina Turiner Meister, Taurischer Waldmeister Aster ageratoides 'Ashvi' Weiße Wild-Aster Brunnera macrophylla 'Alexander's Great' Kaukasus Vergißmeinicht Epimedium x perralchicum 'Frohnleiten' Elfenblume Epimedium x warleyense 'Orangekönigin' Orange Elfenblume Euphorbia amygdaloides ssp. robbiae Balkan-Wolfsmilch Helleborus argutifolius Korsische Nieswurz Kalimeris incisa 'Madiva' Großblütige Schönaster Lithospermum purpurocaeruleum Purpurblauer Steinsame Tiarella wherryi Späte Schaumblüte Carex morrowii ssp. foliosissima 'Irish Green' Teppich-Japan-Segge Hast auch du so eine Situation im Garten? Vielleicht warst du auch mal verzweifelt oder hast den Standort optimal gemeistert. Übrigens mehr zur Schatten und Halbschatten Situation und den richtigen Pflanzen findest du in unseren weiteren Blogbeiträgen: Waldgarten - Pflanzen die im Schatten wachsen Schatten im Garten - wie du einen Waldgarten anlegst Gutes Gelingen Anne :-) und auch dir, falls du gerade beim Pflanzen in so einem kniffligen Bereich bist! Bleib natürlich und optimistisch Petra

  • FRÜHLINGSERWACHEN - FRISCHE KNOSPEN UND ZARTES GRÜN

    Ein Gastbeitrag von Sabine Pecoraro Schneider  Eine reichliche Ladung Endorphine bekommen Gartenenthusiasten dieser Tage. Gerade war es noch grau und schmuddelig. Auf einmal ist er da, der Frühling. Plötzlich überzieht ein zarter grüner Schimmer die krümlige Erde. Frische Pflänzchen schieben sich empor. Mal behutsam und zaghaft, ein anderes mal platzen die Blätter mit lauter Wucht hervor... lauter kleine Frühlingswunder! So manch einer fragt sich; was war das doch gleich wieder für eine Pflanze und durchstreift den Garten ungeduldig in der Hoffnung etwas Neues zu entdecken. Jede kleine Knospe, jeder frische Trieb lässt das Gärtnerherz höher hüpfen. So erging es auch  Sabine Pecoraro Schneider  aus dem fränkischen Maintal. Sie teilt regelmäßig und voller Leidenschaft ihre Gartenliebe in den sozialen Medien. Das hat mich veranlasst, kurzentschlossen nach ihrem persönlichen Frühling zu fragen. Hallo liebe Leser des Blogs  Design natürlich , mein Mann Reinhard und ich sind ein Team, wenn es um den Garten geht. Seit Herbst 2010 können wir als Autodidakten unsere Garten-Leidenschaft hier ausleben. Das Frühjahr ist für uns beide besonders reizvoll und spannend: was ist durch den Winter gekommen, welche Staude verbirgt sich hinter dem Austrieb? Fast täglich machen wir einen kurzen Rundgang und sind immer wieder überrascht, was die Natur hervorbringt und wie vollendet das Timing ist.... In unserem Garten, der über den Winter komplett im Schatten liegt, kommt alles mit Verzögerung und dann gibt es kein Halten mehr. Das Weinbauklima lässt den Garten förmlich explodieren! Ich bin wirklich dankbar, dass wir beide diese Leidenschaft teilen! Ein neuer Garten im milden Weinbauklima Unser Grundstück im unterfränkischen Maintal, liegt in einer klimatisch begünstigten Zone. Im Winter befindet er sich der Garten im Schatten des Wohngebäudes. Ab Februar  locken uns dann die ersten Sonnenstrahlen nach draußen und wir können es kaum erwarten. Bei einem Gartenrundgang erfreuen wir uns an den ersten Schneeglöckchen, Krokussen und anderen Zwiebelblumen und an den frisch austreibenden Blättern der Stauden. Die  ersten von ihnen schieben sich im März ans Tageslicht. Ich möchte Sie einfach mitnehmen, auf meinen kleinen Rundgang durch den Garten im Frühlingserwachen... Bild oben:  Wie kleine Zipfelmützen schieben sich die Blätter der kleinen Schlüsselblume   Primula veris  nach oben. Man sieht ihnen nicht an, dass sie bald blühen werden. Bild oben:  Die Taglilien sind besonders vorwitzig – kein Wunder, denn die Sorte  Hemerocallis Hybr. Maikönigin  blüht sehr früh. Sie ist sogar eine der ersten Sorten überhaupt und verströmt mir ihren zitronengelben kleinen Blüten einen angenehmen Duft. Bild oben: Hier wächst ein zauberhafter Doldenblüter, die Baltische Petersilie  Cenolophium denudatum  heran. Noch sieht man ihre Wuchskraft nicht an. Sie wird bis 1m hoch und blüht mit weißen Dolden. Bild oben:  Wer würde hier an das Knollen- Brandkraut  Phlomis tuberosa denken…. Zugegeben Knollen Brandkraut.. kein so toller Name für eine schöne Gartenstaude. Mit ihren hell violetten quirlförmigen Blüten erfreut sie uns jedes Jahr aufs Neue. Bild oben:  hier treibt der Blaustern  Scilla bifolia  seine schmalen Blätter aus. Obwohl diese kleine Zwiebelblume mit 10 cm Höhe ein Zwerg ist, verbreitet er sich willig und teppichartig. Diese Teppiche entfalten im März eine ungeheure Strahlkraft in leuchtendem Blau. Bild oben:  Wer denkt denn im März schon an den Austrieb von  Chrysanthemum Indicum , der Herbstchrysantheme….  Bild oben:  Der Austrieb der Weidenblättrige Sonnenblume  Helianthus salicifolius  lässt noch nicht erahnen, welche stattliche Staude das mal wird. Die aparte ornamentale Pflanze wird riesig bis zu 2.50m hoch und wirkt besonders aufgrund ihrer schmalen weidenartigen Blätter. Bild oben:  Der Chinesische Engelwurz  Angelica dahurica  ist eine Besonderheit im Garten. Er ist ein Gigant unter den Doldenblütlern, denn er wird 1.80m hoch und blüht mit weißen Doldenblüten, die auf oft rötlichen Stielen sitzen. Bild oben:  Diesen Alant  Inula  hat mir eine liebe Gartenfreundin geschenkt. Immer wenn ich diese Pflanze betrachte, erinnere ich mich daran. Bild oben:  Auch Gehölze sind spannend im Frühling. Hier treiben die hellgelben Blätter der Blasenspiere  Physocarus opolifolius Dart’s Gold.  Ein sehr apartes Naturschauspiel. Bild oben: Das frische Grün des Rittersporn Delphinium  Delphinium cultorum  ist eine Augenweide und besonders zartgrün in der Laubfärbung. Ich finde, die Zeit des Austriebs ist die spannendste Zeit im Gartenjahr. Jedes Jahr das Bangen um jede einzelne Staude, die man gesetzt hat – hat sie überlebt? Jedes Jahr das Rätselraten beim Austrieb und jedes Jahr lernt man dazu.  Farben und Formen, Blattstrukturen und Duft kann man bereits sehr früh genießen…. Könnt Ihr verstehen, warum Leute mehr und mehr auf diese Erlebnisse verzichten?? Liebe Grüße Sabine Vielen Dank an  Sabine Pecoraro-Schneider für dieses Frühlingserwachen in Bilderform. Ja, die frischen Blätter der Stauden haben oft eine spezifische Färbung und charakteristische Blattformen und Triebe. Denke an sich ausrollende Farnwedel oder Funkien, die sich langsam und elegant entwickeln. Ein besonders Gestaltungspotential, mit dem sich in der frühen Jahreszeit phantastische Kombinationen schaffen lassen. Tolle Partner sind die zahlreichen Zwiebelblumen. Hier findest Du die schönsten  Zwiebelblumen zum Verwildern . Viel Spaß beim Stöbern durch den Garten und bleib natürlich Deine Petra Pelz

  • WIE KOMMT DIE STAUDENGÄRTNEREI NACH RÖDELSEE?

    Manche Menschen sind mutig. Gesellt sich noch Fleiß und eine Visionen dazu, entsteht etwas ganz Besonderes. So war es bei Fine Molz und Till Hofmann. Ihre zu klein gewordene Gärtnerei in Affolterbach im Odenwald gaben sie vor kurzer Zeit auf, um hier in Rödelsee am Fuße des Schwanbergs neu zu beginnen. Wir waren mit dem Verein Perenne e.V. in Rödelsee zu Gast. Die Beiden hatten ein paar spannende Tage für uns organisiert. Kurz vor der Heimreise, konnte ich dann doch noch ein paar Fragen loswerden. Wie kommt man ausgerechnet nach Rödelsee? Fine:  Wir waren länger auf der Suche nach einem Platz. Dann war es reiner Zufall. Die Ecke hier geht in Richtung Heimat. Wir waren auf einem Fest, haben guten Wein getrunken und der Pfarrer von diesem Ort meinte; kommt doch zu uns, hier ist es schön. Einige Jahre später, als wir das unser altes Haus im Odenwald nicht erwerben konnten, haben wir diesen Platz hier angeboten bekommen. Till: Ich habe das Grundstück mit der Lage gesehen und dachte; wenn wir das nicht hier machen, dann brauchen wir es auch nicht woanders tun. Dennoch, kurz vorher kamen nochmal Zweifel. Wollen wir wirklich hier in die Wüste ziehen? In ein sehr niederschlagsarmes Gebiet mit Wind und offener Lage. Die Frage war auch; ist genug Wasser da? Aber unterm Strich haben wir uns dafür entscheiden können und es nicht bereut. Wenn man sich hier umsieht, kann man sich nicht vorstellen, dass es noch gar nicht lange her ist. Wie war euer Anfang? Fine: Natürlich war es viel Arbeit. Sara war ein Jahr beim Umziehen und es war nicht leicht. Aber gut, dass man vorher nie weiß, was konkret auf einen zukommt. Es war gerade ein sehr heißes Jahr. Wir hatten hier nur die Scheune mit einem Dach als Schattenspender. Hitze mit 36 Grad, mein eineinhalb jähriges Kind und ich musste gießen. Das waren Zeiten, an die ich nicht gern zurückdenke. Auch frustrierend ist, wenn die Erdflächen gerade begradigt waren, kam wieder der Bagger, um ein neues Zuleitungsrohr zu legen. Aber es ging vorwärts. Till: Man berauscht sich ja an den kleinen täglichen Erfolgen. Wir brauchten ein Haus mit einer Erschließung. Wir brauchten eine Infrastruktur für die Gärtnerei, ein Wegsysteme, eine Bewässerung, eine Zisterne oder auch Nebengebäude. Das war doch klar… wir konnten nicht sagen; wir schieben das auf die lange Bank. Die ganzen Pflanzen sind ja auch umgezogen? Till: Ja, wir haben vorher in der alten Gärtnerei im Odenwald noch so viel getopft wie es ging. Wir brauchten ja was zum Verkaufen. Der Betrieb musste weitergehen. Mit wie vielen Pflanzen seid ihr da umgezogen? Till: Das waren so knapp 100.000 Pflanzen, etwa 90 Paletten. Die Gärtnerei sollte zum Umzug fertig sein, zumindest die Stellflächen. War aber nicht. Wir haben viel zu spät angefangen. So haben wir einen Teil der Pflanzen in der Spedition untergebracht, den Rest provisorisch auf die Fläche gestellt. Habt ihr Beiden das alles allein geschafft oder gab es Hilfe? Till: Wir hatten ein ganz tolles Team. Zwei Gärtnerinnen, die mit umgezogen sind, haben sich wahnsinnig ins Zeug gelegt. Aber auch unsere Familie. Auf einmal kamen Freunde, Bekannte, die tageweise mitgearbeitet haben. Das war schon toll. Fine: Wie sich hier alles entwickelt hat, entspricht unserer Art zusammenzuarbeiten. Wir haben einen Minutenboden. Das heißt, man muss den richtigen Moment abpassen, um ihn zu bearbeiten. Dann müssen alle da sein. Man hat zwar etwas anderes geplant, muss aber schnell reagieren.  Ihr habt hier in Sand gepflanzt. Wie seid ihr hier auf die Idee gekommen? Till: Nein, das ist schon ein alter Trick. Den kenne ich schon ganz lange, übrigens vom Andreas Augustin (Gärtnerei Augustin). Als ich dort anfing in den 80iger Jahren, haben sie für das Mutterpflanzenquartier einfach Sand kommen lassen und wir haben darin gepflanzt. Wie stark ist die Sandschicht? Till: So 20cm plus...  Die Wurzeln entwickeln sich dann durch den Sand in den Boden. Daher vertragen die Pflanzen einerseits mehr Trockenheit und sind gleichzeitig geschützt gegen Staunässe. Wir haben damals viel im Staudensichtungsgarten Hermannshof probiert, auch mit verschieden Schichtdicken und verschiedenen Sanden. Es hat immer funktioniert. Wie kommt ihr zu euren Sortimenten? Die unterscheiden sich schon sehr von anderen. Fine: Die Sortimente haben sich über die Jahre so entwickelt. Wir sind gern gereist und immer neugierig. Wir sehen dabei nicht nur die Pflanzen, sondern auch wo sie wachsen. Till: Dann ist man natürlich ein Pflanzen-Mensch und freut sich, wenn man was Neues sieht. Und interessante Pflanzen nimmt man mit. Ich beobachte gern. Mich interessiert; wo besteht die Qualität von schönen angenehm empfunden Naturbildern. Dann habe ich natürlich viele Jahr im Sichtungsgarten Hermannshof gearbeitet. Dort bin ich mit vielen Pflanzen in Berührung gekommen, die ich sonst erst später kennengelernt hätte. Wichtig finde ich den Austausch, wie jetzt mit den Kollegen vom Verein Perenne e.V. . Hier steckt ja geballtes Pflanzenwissen. Für mich ein wichtiger Grund dabei zu sein. Wie seht ihr die Pflanzenverwendung in Zukunft? Till: Trockenheitsverträgliche Pflanzen sind ein Trend und alle Pflanzen, die möglichst von alleine wachsen. Die nicht dauern bemuttert werden müssen. Sie sind für Kunden besonders interessant. Wir stellen fest, die Leute sind zunehmend nicht mehr bereit, sich traditionell um ihre Pflanzen zu kümmern. Also Gärten zu pflegen im alten Sinn. Heute möchte man was Schönes haben und sich möglichst wenig drum kümmern. Ich stehe ja manchmal schon staunend vor euren Pflanzen und habe das Gefühl, ich kenne hier nichts. Wie transportiert ihr die Informationen über Neuheiten? Fine: Ja, vieles ist gerade neu. Wir haben an diesem Standort natürlich Möglichkeiten viele Sachen auszuprobieren. Als Gärtner möchten wir sehen, wie es ausgepflanzt wächst. Sonst sieht man die Pflanze ja immer nur im Topf. Unsere Pflanzflächen sind für uns ein Experimentierfeld. Wir müssen die Pflanzen ja selbst verstehen und das dauert. So können wir unsere Erfahrungen an unsere Kunden weitergeben. Till: Neben der Produktion sind wir auch pflanzplanerisch seit vielen Jahren unterwegs. Dann stellen wir überraschend fest, es gibt sogar immer noch Lücken im Sortiment. Fine: Niedrige, trockenheitsverträgliche Gräser zum Beispiel… Es gibt es ein paar aber es sind immer die Gleichen. Warum gibt es da nicht noch mehr. Dann versuchen wir Sachen auszusäen, um zu probieren was funktioniert. Für uns sind die Pflanzen in der Produktion das eine, jedoch die Verwendung der Pflanzen ist für uns genauso wichtig. Die Pflanzen sind für uns eine Art "Malkasten", mit denen wir schöne Beete gestalten. Dieses Schöpferische liegt uns am Herzen. Till: es ist natürlich ein Risiko, wenn man Pflanzen hat, die keiner kennt. Dann hat man erstmal keine Kunden dafür. Aber dann denken wir; probieren wir es halt selber mal aus, dann lernen wir die neuen Pflanzen kennen. Wie seid ihr als Gärtnerei positioniert? Da gibt es ja auch Gärtnereien, die ihre Betriebe sehr wirtschaftlich führen und andere sind eher idealistisch unterwegs und gar manche möchten ihre Pflanzen am liebsten behalten. Fine: Jeder führt seine Gärtnerei mit seinen eigenen Idealen. Das ist vollkommen in Ordnung. Uns liegt die Verwendung am Herzen. Für mich ist nicht vorrangig, möglichst viele Töpfchen zu verkaufen. Das Wichtige ist, dass die Pflanze an einem Ort landet, wo sie funktioniert und schön kombiniert ist. Pflanzenverwendung ist ein tiefgründiges Thema. Es erfordert viel Wissen. Das kann man von einem ganz normalen Gärtner nicht abverlangen. Das sind wirklich zwei verschiedene Berufe. Wenn ein Gärtner seine Pflanzen gut kennt und etwas über das Wachstum sagen kann, ist das schon Klasse. Welche Rolle spielt das Internet für euch? Till: Uns hat es schon sehr gute Dienste getan. Uns hat es geholfen, um unbekanntere Wildpflanzen zu verkaufen. Gäbe es diese Möglichkeit nicht, dann wäre unsere Arbeit hier so nicht möglich. Es hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Leute die seltenen Sachen kaufen. Sie informieren sich vorher hier intensiv. Und wenn sie einmal etwas gekauft und ausprobiert haben, kaufen sie wieder. Zeit haben wir wenig für das Internet. Den Shop betreuen wir inhaltlich zwar selbst aber das Technische geben wir ab. Ihr beide haltet ja auch Vorträge was ist euer Thema? Till: Wir möchten dass die Pflege funktioniert. Der Erfolg einer Pflanzung ist 40 Prozent gute Planung und 60 Prozent gute Pflege. Durch meine Arbeit im Hermannshof habe ich viel gelernt, da wir uns sehr damit beschäftigt haben. Gern teile ich meine Erfahrungen. Ich möchte, dass unsere Pflanzen auch woanders gut wachsen. Aber durch den Trick mit dem Sand ist es beispielsweise schon pflegereduzierter. Der Sand ist auch gleichzeitig Mulch und somit hat man weniger Aufwand. Übrigens; Ich unterscheide immer die Begriffe Pflegeleicht und Pflegereduziert… Pflegeleicht ist eine Hecke oder Rasen (weil es jeder kann) und pflegereduziert wenn man tatsächlich weniger Arbeit hat. Das muss man unterscheiden und das sage ich bei meinen Vorträgen. Habt ihr Pflanzen, die ihr den Kunden unbedingt ans Herz legen möchtet? Fine: ich liebe das hohe Mädchenauge Coreopsis Hybr. Full Moon. Finde ich einfach klasse, auch wenn sie Gelb ist, ist aber ein schönes zitroniges Gelb. Till: mir liegen immer die Pflanzen am Herzen, die im Topf eher nichts hermachen aber langfristig einen Nutzen bringen. Das sind Pflanzen wie die Indigolupine Baptisia, oder Bastardingio Amorpha fruticosa... Auf die fährt kein Kunde von sich aus ab, aber sie bringen den Kunden am Ende sehr viel. Das sind dann keine Impulskäufe. Man muss schon genau wissen, was man kauft. Viele gute Gräser, die Seidenpflanzen Asclepias, den Röhrenstern Amsonia, kauft keiner von allein. Die müssen wir schon ein bisschen anbieten. Dabei sind das oft die wertvollsten Sachen. Da sind Gartenschauen wertvoll, damit Leute wie Du sich da mal ran wagen und dadurch eine Nachfrage entsteht. Die Kollegen jammern schon, wie schnell sich die Sortimente verändert haben. Es ist schon schwierig da nachzukommen. Ich sehe es eher so; das ist der Spaß dabei. Früher waren es eher die Prachtstauden, die beliebt waren. Die  Wildstauden hat keiner gekauft. Wir haben viele Wildstauden produziert und waren erst skeptisch. Nun ist aber durch das Bienensterben ein ganz neues Bewusstsein entstanden. Wie seht ihr eure Zukunft hier in der Gärtnerei? Till: Wir hoffen auch in Zukunft gute Leute für unsere Gärtnerei zu beschäftigen. So können wir eine gute Beratung anbieten. Auch wünschen wir uns, dass wir die Pflanzenverwendung schaffen, die wir uns da vorgenommen haben. Wir backen ja viele kleine Brötchen und machen für Jedermann Gärten; den Vorgarten hier, das Beet dort. Wir bepflanzen die Gärten nur im Ausnahmefall und auch nur dann, wenn es nicht so weit weg ist. Und Sara wird auch mal Gärtnerin? Till: Bisher macht sie gute Anstalten. Aber wir erwarten nichts. Sara: Lieber Eisverkäuferin oder Kindergartenerzieherin. Fotos oben: Sabine Vögli Vielleicht habt ihr ja auch mal Lust nach Rödelsee zu fahren. Aber Achtung! Nehmt ein großes Auto mit, vielleicht mit einigen Kisten. Die Verführung ist groß. Hier der Kontakt: Die Staudengärtnerei Till Hofmann und Fine Molz GbR Alte Iphöfer Str. 27 97348 Rödelsee Telefon: 09323 8752230 Website: www.die-staudengaertnerei.de Einige Fotos stammen von Sabine Vögli aus der Schweiz. Weitere tolle Naturfotos seht ihr hier  www.kiebitz.li ... bleibt natürlich! Viele Grüße Petra

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