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  • WÜSTENGARTEN ANLEGEN - MIT KAKTEEN UND SUKKULENTEN

    Ein Blogbeitrag von Petra Die Überlebensstrategien der Wüstenpflanzen sind raffiniert und ausgeklügelt. Ihre Gestalt fasziniert uns. Klar, es klingt verrückt... aber wenn es mal wieder heiß und trocken wird, denkt so manch einer an Sukkulenten und vielleicht auch an Kakteen. In Zeiten des Klimawandels wird diese Bepflanzung künftig zu einer überlegenswerten Alternative auch für unsere Gärten. Viele Sukkulenten und Kakteen sind bei uns winterhart. Natürlich muss alles ins Umfeld passen. Ich gebe es zu; ein bisschen befremdlich könnte es schon wirken, wenn es nicht hundertprozentig passt. Lass Dich dennoch einfach mal ein, auf dieses Gedankenspiel. Was wir gewinnen, wenn wir Yucca- Palmen, Kakteen oder andere Sukkulenten in den Garten pflanzen Viele Arten kommen aus Regionen, wo die Temperaturen oft und extrem wechseln. Sie kommen aus Gebirgsregionen Nord- und Südamerikas, den europäischen Alpen sowie dem Himalaja und sind dort einer intensiven Sonneneinstrahlung bei Tag und eine relativ geringe Luft- und Bodenfeuchtigkeit ausgesetzt. Wenn es also Verluste im Bestand gibt, liegt das nicht am Frost, sondern eher an der Nässe im Winter verbunden mit langanhaltender Bewölkung. Sukkulenten und Kakteen sind eine gute Wahl für deinen Garten, weil: sie selten bewässert werden müssen und so Zeit, Arbeit und Geld sparen sie robuster sind als man glaubt sich mit ihnen grafisch ausdrucksstarke Gärten schaffen lassen, voller Struktur Textur und Farbe. Besonders reizvoll ist die Symbiose von Pflanzen, Steinen und Bodengrund Boden, Standort und Wasserhaushalt - wie Du Kakteen pflanzen und pflegen solltest Der Standort soll selbstverständlich sonnig sein. Der Boden muss durchlässig sein und einen guten Wasserabzug haben. Das erreicht man ggf. durch eine Drainageschicht aus grobem Schotter oder Kies. An sehr feuchten Stellen sollte diese Schicht mit einem Drainvlies abgedeckt werden, um das Einwandern von Feinerde zu vermeiden. Die Pflanzerde sollte 20-30cm tief sein. Je nachdem wie schwer der vorhandene Boden ist, wird empfohlen 1/3 bis 2/3 mineralischen Bestandteile einzuarbeiten. Geeignet sind Lava, Bims, Sand, Kies, oder gebrochener Blähton. Leichte Sandböden hingegen verbessert man mit 1/3 guter Gartenerde, Kompost oder Torf. Nach dem Pflanzen wird die Fläche mit mineralischem Material 3 – 5cm abgedeckt. Geeignet sind Lava, Kies, Granitgrus aber auch Sand. Diese mineralische Decke dient der raschen Erwärmung des Bodens sowie einer guten Durchlüftung. Der Wurzelhals der empfindlichen Kakteen und Sukkulenten trocknet so rasch ab. Das  verhindert Fäulnis. Auch das Aufkommen von Unkraut wird erschwert, da durch das schnelle Abtrocknung die Keimlinge schnell verkümmern. Kakteen und Sukkulenten benötigen jedoch vor allem in der Vegetationsperiode ausreichend Feuchtigkeit. Andererseits ist Fäule das häufigste Problem bei sukkulenten Pflanzen und das Ergebnis von Überbewässerung. Wässere lieber tiefgründig, wenn sich der Boden einige Zentimeter trocken fühlt. Lass den Boden zwischen den Bewässerungsgängen wieder austrocknen. Bei einigen empfindlichen Arten wird ein Regenschutz empfohlen. Das bedeutet in der feuchten Jahreszeit sollen die Pflanzen nicht der permanenten Feuchtigkeit ausgesetzt sein. Bauliche Elemente und Topografie - Wüstengarten anlegen Die natürliche Topographie von Wüstengebieten auf der ganzen Welt umfasst große Sand- und Kiesflächen, die mit Felsvorsprüngen und gelegentlicher Vegetation gegliedert sind. Im Garten kannst Du das Szenario übertragen. In Felsen, Kieselsteine und Kies kannst Du Kakteen und andere Sukkulenten einbinden. Achte darauf, dass es nicht kitschig wird. Weniger ist hier mehr und Zurückhaltung und Fingerspitzengefühl angebracht. Schön ist die Verwendung eines regionalen Materials. Vielleicht gibt es ja in der Nähe eine gute Quelle. Achte darauf, dass alles harmonisch zusammen passt und verwende nur ein Material für den Weg, die Abdeckung und die Findlinge oder Steinblöcke. Erschließe den Wüstengarten über schmale leicht geschwungene Trittpfade. So kannst Du einzelne Pflanzen genauer betrachten. Zur Befestigung eignen sich Kieselsteine oder/und Polygonalplatten aus Naturstein. Versuche möglichst natürliche Materialien zu verwenden, um ein authentisches Wüstenambiente zu erhalten. Hanglagen eigenen sich gut für die Anlage eines Wüstengartens, da aufgrund der Neigung das Wasser gut abfließen kann. Gestalten mit Kakteen und Sukkulenten - Schritt für Schritt zum Kakteenbeet Wähle die Pflanzen aufgrund ihrer Farben, Texturen und Wachstumsgewohnheiten. Dabei ist weniger ist mehr. Achte auf die Abstände. Zu viele zusammengedrängte Sorten wirken unruhig und wie ein Sammelsurium. Stelle dir besser eine Wüstenlandschaft vor und verfolge diese Idee. Mit einigen wenigen Formen, die lieber öfters wiederholt werden, kommt Ruhe in die Pflanzung. Viele Sukkulenten haben so interessante und einzigartige Eigenschaften, dass die Menschen Sammler werden und aus Wüstenpflanzen einen Dschungel machen. Um eine schöne Landschaft zu schaffen, solltest Du einige ausgewählte Sorten zusammenfassen und in einigen Bereichen wiederholen. Pflanze nur wenige ein oder zwei große Exemplare mit baumartiger Form hinzu und füge ein paar mittelhohe Pflanzen zum Ausgleich hinzu. Sukkulenten mit vertikalem Wachstum sollten mit kugelförmigen und buschartigen Pflanzen ergänzt werden. Für die Fläche beginne mit den großen und langlebigen Exemplaren. Diese Pflanzen sollten einen großen Abstand voneinander haben. Viele von ihnen wachsen langsam, können jedoch im Laufe der Zeit ziemlich groß werden. Dann fülle mit kleineren Arten die Zwischenräume. Aber Achtung in der Wüste gibt es auch Sand und Kiesflächen. Deshalb hab auch Mut zur Lücke. Sieh Dir eine natürliche Wüstenlandschaft an. Hier bekommst Du das nötige Feingefühl für die richtigen Proportionen. Hol dir die 20 besten Stauden für trockenheitsliebende Beete! Hier geht es zu unserer kostenfreien Liste: Sukkulenten und Kakteen für einen formen- und farbenreichen Garten Kakteen Kakteen überleben an extrem trockenen und heißen Standorten, denn sie lagern in Blättern, Stämmen oder Wurzeln größere Mengen Wasser ein. So können sie auch längere Trockenzeiten überleben. Ihre Formen sind kugelförmig, vertikal oder verzweigt. Viele tragen attraktive Dornen, andere Haare oder farbige dicke Haut. Diese Arten sind auch bei uns winterhart, wie  Opuntia polyacantha,  Opuntia phaeacantha "Dark Night" , Opuntia X polyacantha 'Snowball', Opuntia polyacantha, Opuntia basilaris var. aurea, Echinocereus stramineus,  Echinocereus coccineus, Escobaria x sneedii, Escobaria vivipara  oder  Oroya peruviana. Yuccas und Agaven Diese strukturprägenden Pflanzen wirken sehr prägnant in einer Pflanzung. Sie sind bekannt für ihre kugelförmige Wachstumsform mit steifen oder fleischigen Blättern, die sich in alle Richtungen von einem zentralen Kern aus erstrecken. Mit der Zeit entwickeln viele von ihnen in ihrer Heimat einen holzigen Stamm, während die unteren Blätter absterben. In unseren Gärten hat die Palmlilie  Yucca filamentosa  eine längere Tradition. Zur Blütezeit nimmt sie eine beherrschende Stellung ein. Deshalb wird sie oft als Solitärstaude verwendet. Sie hat einen blaugrünem Blattschopf und eine hohe kandelaberartige Blütenrispe aus glockigen Blüten, die sich erst nach einigen Jahren entwickelt. Es gibt noch andere Yucca und Agaven, die bei uns winterhart sind. Allerdings sind sie nicht sehr verbreitet und gebräuchlich, wie A gave havardiana, Agave parryi Coconino, Agave victoriae-reginae, Yucca harrimaniae  oder  Yucca glauca. Dickfleischige Stauden - Crassulaceae  Dickfleischige Stauden wie  Sedum, Deslosperma, Äonen, Echeverias, Kalanchoes, Hauswurz  sind ebenfalls passend. Viele beliebte Rosetten-bildende Sukkulenten fallen unter die Familie der  Crassulaceae.  Sie sind überall weich und fleischig. Viele von ihnen vermehren sich schnell und bilden kleine Kolonien. Fotos oben: Delosperma gibt es in vielen verschiedenen Farben und eröffnen damit tolle Gestaltungsmöglichkeiten. Fotos unten:  Diese Pflanzung ist gemeinsam mit der Kakteengärtnerei Graf anlässlich der Gartenschau in Würzburg 2018 entstanden. Sinniger Weise hatte ich das Thema  "was blüht uns morgen? " betitelt.  ...und tatsächlich es wurde in diesem Jahr heiß und trocken! Zu den Kakteen in den Rahmen wurden Papierblumen, Eucalyptus, Reiherfedergräser sowie Mittagsblumen u.a. gepflanzt. Foto oben:  Diese Pflanzung habe ich gemeinsam mit der Kakteengärtnerei Graf anlässlich der Gartenschau in Würzburg 2018 angelegt. Sinniger Weise habe ich das Thema  "was blüht uns morgen? " betitelt.  ...und tatsächlich es wurde in diesem Jahr heiß und trocken! Zu den Kakteen in den Rahmen wurden Papierblumen, Eucalyptus, Reiherfedergräser sowie Mittagsblumen u.a. gepflanzt. Mehr zu diesem Projekt auf der Landesgartenschau Würzburg kannst du hier nachlesen. Es ist schon ein bisschen verrückt sich Kakteen in den Garten zu holen. Aber durch den Klimawandel scheint es ja gar nicht mehr so unmöglich zu sein. Solltest Du auf die Idee kommen, es wirklich zu tun... dann sollte es bis auf das letzte Detail stimmig sein. Die Umgebung muss einfach passen.  Ein Beet mit üppigen Blüten oder eine schattige Partie mit Farnen daneben...  mal ehrlich - das sähe wirklich komisch aus. Aber vielleicht ist es ja auch nicht realistisch und nur so eine Idee! Wie auch immer... bleib natürlich Deine Petra Hier kannst Du eine breite Auswahl an Kakteen und Sukkulenten kaufen:  Kakteen Garten in Oettingen Und hier noch einige Buchempfehlungen zum Weiterlesen: Kakteen und Sukkulenten - Die häufigsten Arten, deren Vermehrung und Pflege: Ein Praxishandbuch für Einsteiger und Fortgeschrittene *   von Michael Januschkowetz Taschenatlas Kakteen  *  von Markus Berger Kakteen von A bis Z  * von Walther Haage Das große Kakteen-Lexikon*  von Edward F Anderson Hinweis: Die mit Sternchen ( * ) gekennzeichneten Verweise sind sogenannte Provision-Links. Wenn Du auf so einen Verweislink klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von deinem Einkauf eine Provision. Für Dich verändert sich der Preis nicht.

  • BUGA HEILBRONN 2019 - PFLANZLICHE EXPERIMENTE

    Ein Blogbeitrag von Petra Neulich haben wir gepflanzt... so kam es uns vor. In Wirklichkeit waren es schon wieder einige Wochen her, als der Sommerflor in die Erde kam. So wollten meine Kollegin Julia und ich nach Heilbronn fahren und unbedingt sehen, was aus den wild gesponnenen Ideen geworden ist. Schließlich war es kein ganz einfacher Sommer. Die Gärtner hatten ganz schön mit der Hitze und der Trockenheit zu kämpfen.  Um es vorweg zu nehmen; Wir waren glücklich als wir dort ankamen. Ein dickes DANKE an die BUGA Heilbronn und vor allem an die Gärtner! Unsere Gärtner... Für die Kraneninsel Thema;  Stadtdschungel, SILENT ISLAND  und  Pflanzung am Parkhaus  - haben sich drei Gärtnereien zusammengeschlossen - die Gärtnerei  Hofmann , Gärtnerei  Pudell und die Gärtnerei  Roth Für die Pflanzungen an der  Stadtausstellung (Beete entlang der Neubauten), Beet an der Jugendherberge  war die Gärtnerei  Gebhardt   zuständig. Für das Lidl/Kaufland Beet; Logo am Fruchtschuppen - hat die Gärtnerei  Gärtnerei Heublein.  die Pflanzen geliefert und die  Gärtnerei Funk  aus Bad Friedrichshall hat sie gepflanzt.  Für den Eingang am Wohlgelegen Thema;  Lust auf Gemüse, Tänzchentee, Gewürztes  und  Superfood  war die Gärtnerei  Zürn  zuständig. Bild oben:  Die  Gärtnereien Pudell  aus dem fränkischen Haßfurt machen aus den Pflanzarbeiten ein Fest. Alles läuft wie am Schnürchen... Bild unten:  Die meisten Sommerblumen sind Sonnenkinder. Was aber, wenn es an Sonnenlicht fehlt. Das war unsere knifflige Aufgabe hier im Schatten. Wir haben sie gelöst. Nun wachsen exotische Blattschmuckstauden mit verschieden geformten Laub und Pflanzen mit leuchtenden fast knalligen Blüten. Den Besucher freut es...  Erkennen sie doch die eine oder andere Pflanze wieder, vielleicht von der Fensterbank zuhause. Foto: Ferdinand von Luckner Bild unten: Allerdings gibt es auch sonnige Partien auf der Kraneninsel. Diese präsentieren sich in Silber und Pastelltönen. Harfenstrauch, das weiße Lampenputzergras, das Weißfilzige Greiskraut oder die Wilde Artischocke wurden jeweils mit weißen Prachtscharten, Ziertabak, roséfarbenen Leimkraut oder Zinnien zusammengestellt. Ein völlig anderer Charakter. Bild unten:   Farbenfrohe üppige Sommerblumenbeete erstrecken sich entlang der Wohnblöcke. Nie haben wir gedacht, dass sie so üppig werden. Es gibt drei verschiedene Farbkonzepte. Hier in Gelb wachsen Sonnenhut, Studentenblumen, Dahlien und Löwenmäulchen sowie hohe Lampenputzergräser. Der Gartenbaubetrieb Zürn pflegt inmitten des Besucherstromes die Beete. Manchmal keine so leichte Aufgabe. Müssen die Gärtner nicht selten den vorbeikommenden Besuchern viele Fragen beantworten. Denn an diesem Eingang mit dem seltsamen Namen "Wohlgelegen" kommen die Busse an. Hier wird die Urbane Landwirtschaft thematisiert. Viele Ausstellungsexponate sind hier zu sehen. Es lag auf der Hand, das unser Sommerflor auch damit zu tun hat. Deshalb heißt unsere Arbeit hier "Es wird angebeetet". Es gibt unterschiedliche Beete, wie; Lust auf Gemüse  Hier wachsen zwischen Sommerblumen Kohl, Artischocken, Salat oder Zwiebeln mit Dahlien, Gräsern oder Schmuckkörbchen. Superfood  Wollten Sie schon immer mal wissen, wie Chia als Pflanze wächst oder wie Amarant oder Leinsamen eigentlich aussieht. Hier wachsen sie mit anderen Sommerblühern in einem Beet. Tänzchentee  hat viele Kräuter und Blütenpflanzen im Tee-Beet, wie Malven, Salbei oder Zitronenmelisse aus denen man Tee zubereiten kann.  Gewürztes  Hier wachsen Kräuter wie Origanum, Lavendel oder Rosmarin mit anderen Sommerblühern. Julia und ich waren sehr zufrieden und haben uns das Gläschen Wein am Neckar verdient. ... bleibt natürlich Petra

  • INSEKTENFREUNDLICHER GARTEN - DIESE PFLANZEN MACHEN DEN UNTERSCHIED

    Du hast einen tollen Garten, ein schönes Blumenbeet, Du willst die Welt ein bisschen verbessern und etwas für Bienen und Insekten tun, einfach weil es dir wichtig ist? Jetzt fragst Du dich: Was soll ich pflanzen?! Die Antwort: Nicht irgendwelche…  sondern die richtigen Pflanzen. Wir zeigen dir, mit welchen Pflanzen dein Garten zum Insektenmagnet wird. Unsere Pflanzen-Empfehlungen - so entsteht dein insektenfreundlicher Garten Im Frühling Neben frühblühenden Gehölzen wie Ahorn, Apfel, und anderen Kulturobstbäumen, Kastanie, Eberesche oder Flieder, sind auch diese Stauden wertvoll für die Insektenwelt: Bergenie - Bergenia cordifolia Christrose – Helleborus niger Dreiblattspiere – Gillenia trifoliata Günsel – Ajuga reptans Hyazinthe – Hyacinthus orientalis Indigolupine - Baptisia australis Pfingstrosen – Paeonia officinalis Salbei - Salvia nemerosa und Salvia officinalis Zierlauch, Schnittlauch – Allium Krokus – Crocus vernus Collage: Pflanzenreich App Wespe in einer Blüte Baptisia mit Hummel Im Sommer Bergminze - Calamintha nepeta Blutweiderich – Lythrum salicaria Kugeldistel – Echinops ritro Kandelaberehrenpreis – Veronicastrum virginicum Lavendel – Lavandula angustifolia Purpursonnenhut - Echinacea purpurea Sonnenbraut – Helenium Hybr. Thymian – Thymus serphyllum Salbei - Salvia pratensis, nemerosa, officinalis Ysop - Hyssopus officinalis Collage: Pflanzenreich App Foto oben: Küchenkräuter im Garten sind nicht nur schön und nützlich, sondern ziehen mit ihren ätherischen Stoffen viele Insekten an. Hier Ysop in weiß, halbstrauchiger Wermut - Sorte Powis Castle , Küchensalbei und Lavendel - und so ein Beet ist darüber hinaus noch schön anzusehen Im Herbst Aromatische Aster - Aster oblongifolius Bartblume – Caryopteris clandonensis Efeu – Hedera helix Blauraute – Perovskia abrotanoides Eisenhut – Aconitum napellus Herbstastern – Aster in Arten und Sorten Kerzenknöterich - Persicaria amplexicaulis Schönaster – Kalimeris incisa Sonnenhut – Rudbeckia in Arten und Sorten Vernonie – Vernonia crinata Collage: Pflanzenreich App Foto oben: Herbstaster (Aster glehnii 'Agleni') mit der Goldrute (Solidago rugosa 'Fireworks') Foto oben: der Herbstgarten bietet noch einige geeignete Blüten und somit Nahrung für Bienen. Hier die Aromatische Aster Aster oblongifolius, an der sich unglaublich viele Insekten sammeln. Sie fliegen summend die einzelnen himmelblauen Blüten an. Vielleicht hast Du ja Lust einige dieser Arten oder Sorten zu pflanzen damit dein insektenfreundlicher Garten entsteht. Ein Blütenreich ist auf alle Fälle nützlich und schön. Wir wünschen dir viel Erfolg bei der Umsetzung und viele Insekten im Garten. ...bleib natürlich Deine Petra  Weitere Informationen zu den Hintergründen und Fakten findest Du hier: Nabu - Naturschutzbund Deutschland Deutscher Imkerbund Bienengartenpate Natura DB

  • ROSENBEGLEITER - RITTERSPORN MEISTERLICH KULTIVIERT

    Ein Gastbeitrag von Hermann Oehring "Die Blume erweist sich als größerer Pionier eines neuen Verhältnisses zwischen Welt und Seele, als wir ahnen. Es gehen unvorstellbare Wirkungen von Gärten und Blumen aus. "  Karl Foerster Rittersporn ( Delphinium ) ist magisch, majestätisch und unglaublich beeindruckend. Kräftig- oder zartblaue Blütenkerzen setzten starke Akzente. Ganz besonders schön ist der Rittersporn mit Rosen (am besten Strauchrosen). Hier ist er umwerfend! Aber es gibt auch Herausforderungen, will man Rittersporn im Garten erfolgreich kultivieren. Denn manchmal benimmt sich Rittersporn sehr divenhaft. Er möchte besonders behandelt werden. An dieser Stelle sind die einen begeistert, weil sie den Bogen raus haben, andere sind verzweifelt, weil die Pflanze nicht so richtig wachsen will. Letzteres liegt an Schädlingen, wie Schnecken oder an Krankheiten wie Mehltau. Und nach den vielen Jahrzehnten bauen viele alte Sorten genetisch einfach ab und die vormals guten Eigenschaften gehen verloren. Auch Hermann Oehring liebt Rittersporn. Er weiß inzwischen, wie man Rittersporn erfolgreich im Garten etablieren kann. Auch kennt er die "guten" Sorten. Denn er ist seit Jahren mit dem Rittersporn- Züchter Wolfgang Kautz befreundet. Von ihm hat er viel gelernt.  Wolfgang Kautz hat viele neue moderne Rittersporn Sorten gezüchtet. Alle haben gute Eigenschaften, die uns Hermann Oehring hier näher vorstellen will. Hermann Oehring   stammt aus Sömmerda. Nach seinem Fachschulstudium der Veterinärmedizin, arbeitete er als Veterinäringenieur in einer tierärztlichen Gemeinschaftspraxis bis zur Wende. Danach, bis zu seinem Ruhestand 2010, war er als Pharmareferent in einem großen Unternehmen tätig.  Jetzt im "Unruhezustand" kann er sich stärker den gärtnerischen Interessen widmen. Er wurde damals bereits beeinflusst durch den Bornimer Freundeskreis. Vor allem durch die persönliche Bekanntschaft mit Eva und Marianne Foerster, Dr. Konrad Näser und Wolfgang Kautz e ntdeckte er seine Leidenschaft. Wolfgang Kautz hat ihn für den Rittersporn begeistert. Er ist für Hermann wichtiger Mentor und inzwischen engen Freund. Er weihte ihn in die Geheimnisse der Kultur und Vermehrung, Pflege und Züchtung  des Rittersporns ein. Seit 2008 ist Mitglied der Deutschen Rosengesellschaft e.V. und hat genau in dem Jahr den regionalen Rosenfreundeskreis Suhl gegründet. Auch ist er mittlerweile 7 Jahre Mitglied im Beirat des Vorstandes der Deutschen Rosengesellschaft. Foto: Sylvia Knittel Rittersporn kurz erklärt  Der Gattungsname Delphinium bezieht sich auf die Form der Blütenknospen, die an einen Delphin erinnert. Die Gattung Delphinium gehört zu den Ranunculaceae und umfasst etwa 250 Arten, darunter Ein- und Zweijährige sowie Stauden. Sie sind weltweit in gebirgigen Regionen der Nordhalbkugel verbreitet. Eng verwandt mit dem Rittersporn ist auch der Eisenhut (Aconitum) . Rittersporne und Eisenhüte sind in allen Pflanzenteilen stark toxisch. Wichtigste Wirkstoff sind die für den Menschen 116 meist extrem giftigen Alkaloide, die oft herzschädigend wirken. Dieser Aspekt sollte bei der Verwendung dieser Pflanzen unbedingt beachtet werden, sodass die Pflanzen beispielsweise nicht in die Hände kleiner Kinder gelangen. Wolfgang Kautz und das Geheimnis der Rittersporne Wenn man über den Rittersporn nachdenkt und darüber schreiben will, darf man Wolfgang Kautz nicht vergessen. Er ist es, der den Staffelstab von Karl Foerster übernommen hat und dessen züchterisches Erbe fortführt und für die Nachwelt erhält. Keiner hat wie er diese Staude belauscht, beobachtet und ihre tiefsten Geheimnisse entschlüsselt. Und es ist ihm durchaus zuzustimmen, wenn er die beiden Wuchsformen: Delphinium elatum und Delphinium belladonna als Diven im Staudenbeet charakterisiert. Es ist schon richtig, dass der Rittersporn besonderer Zuwendung bedarf, wenn man ihn dauerhaft im Garten zu voller Schönheit bringen möchte.  Aus diesem Grunde scheidet er für öffentliche Grünanlagen und pflegeleichte Gartenflächen von vornherein aus, zumal er besondere Ansprüche an Düngung, Bewässerung, Rückschnitt und den richtigen Zeitpunkt der Vermehrung stellt. Zusätzlich das Schneckenproblem. Alle diese Dinge habe ich bei Wolfgang Kautz gelehrt bekommen. Und da bekanntlich die Theorie das Eine ist, aber "learning by doing" = lernen durch Tun das bessere Rezept, habe ich Anfang der Jahrtausendwende in drei Sommerperioden auf den Vermehrungsflächen auf einem Feld in Grube nördlich von Bornim bei der Teilung und Neupflanzung der Rittersporne mitgeholfen. Und hier zeigte sich die Akribie und Exaktheit des Staudengärtners. Fotos oben: Wolfgang Kautz auf seinem Ritterspornfeld in Potsdam Bornim Foto oben: Rittersporn in voller Blüte auf dem Feld von Wolfgang Kautz Best Practice bei Rittersporn Die Reihen waren sorgfältig etikettiert und das Ausgraben der Mutterpflanzen übernahm Wolfgang stets selbst, streng darauf achtend, dass sortenmäßig nichts durcheinanderkam. Den Teilungsvorgang will ich hier nicht im Detail beschreiben. Nur so viel, das bei den Temperaturen Ende Juni sehr darauf geachtet werden musste, dass die ausgegrabenen Rhizome niemals austrocknen durften. Nach Teilung und Anschnitt der Wurzeln kamen die Teilstücke in vorbereitete Wannen mit Lehmbrühe, der ein Fungizid zur Pilzprophylaxe beigemischt war. Das Wiedereinpflanzen der geteilten Pflanzen übernahm der Meister wieder höchst selbst. Die neuen Pflanzflächen wurden bereits im Frühjahr mit Pferdemist versorgt. So lernte ich beiläufig, dass die Teilung im Sommer unmittelbar nach dem Rückschnitt die besten Anwachsergebnisse erzielt, während die sonst bei Stauden übliche Herbstpflanzung in diesem Falle nicht funktioniert. Da es in Bornim in diesen Jahren auf dem Sandboden kaum Schneckenprobleme gab, war damals auch kein Ausbringen von Schneckenkorn nötig, wohl aber eine tiefgründige Wässerung. Foto oben:  Delphinium Belladonna-Hybride 'Bunzlau' von Wolfgang Kautz, er hat 'Bunzlau' aus einem Bestand der Sorte 'Atlantis' ausgelesen. Benannt hat er ihn nach der Stadt in Schlesien, aus der das immer noch berühmte Steingut stammt. Foto oben:  Delphinium Elatum-Hybride 'Janusz Korczak' eine Züchtung von Wolfgang Kautz. Toll, diese dichte, kerzenartige, wenig verzweigte Blütenrispen aus enzianblauen Einzelblüten mit perlmuttartigem Schimmern Foto oben:  Delphinium Elatum-Hybride 'Augenweide'  ist eine hohe und standfeste sehr vitale Sorte von Wolfgang Kautz. Besonders fallen die straff aufrechten Blütenstände auf. Die hellblauen Einzelblüten sind im Abblühen mit einem rosa Hauch überzogen und schmücken sich mit einer weißen Biene. Foto oben:  Delphinium Elatum-Hybride 'Sterntaler' aus der Züchterwerkstatt von Wolfgang Kauz.  Dieser Rittersporn ist eine prächtige mittelhohe Sorte mit leuchtend mittelblauen, weiß geäugten Blütenkerzen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass so ganz nebenbei Sämlingsmaterial entstand, aus dem dann Pflanzen entstanden, die dem kritischen Blick und der Urteilskraft des Staudenkenners standhielten. So kamen im Laufe der Jahre Sorten zustande, die auch von der Staudensichtung hoch bewertet wurden: allem voran die Sorten: Delphinium Elatum-Hybride 'Augenweide', der erste wirklich mehltaufreie Rittersporn Delphinium Belladonna Hybride 'Bunzlau' (nach der Farbe der Keramik seines niederschlesischen Heimatortes benannt) Delphinium Elatum-Hybride 'Janusz Korczak' Delphinium Elatum-Hybride 'Sterntaler' Delphinium Elatum-Hybride 'Nachtwandler' Delphinium Elatum-Hybride 'Glücksfund' Alle Kautz'schen Kreationen gemeinsam ist die Gesundheit, Standfestigkeit, straffe lückenlose Blütenrispen, klare Farben, gute Vermehrbarkeit.   Während Karl Foersters Züchtungen nach den vielen Jahrzehnten genetisch abbauen, kann man letztere als die Rittersporne der Zukunft bezeichnen. Nun will ich aber zum Schluss nicht verschweigen, dass im Zuge des Klimawandels, der in unseren Breiten mit langanhaltenden Trockenperioden und zahlreichen Hitzetagen einhergeht, die Gattung der Rittersporne einer besonderen Zuwendung bedürfen. Regelmäßiges Wässern ist hinsichtlich des sehr flach verlaufenden Wurzelsystems unabdingbar. Während die Rosen mit ihren tiefgehenden Wurzeln eindeutig zu den Gewinnern des Klimawandels zu rechnen sind, ist wohl der Rittersporn auf der Verliererseite. Deshalb sollten wir einer der schönsten blauen Frühsommerstauden, KARL FOERSTERS Blauen Schatz der Gärten, eine besondere Zuwendung zuteilwerden lassen. Dennoch schwelgen wir nochmal in diesem herrlichen Blau:  Foto oben links:  Delphinium Elatum-Hybride 'Abgesang' ist ein relativ spätblühende Sorte mit azurblauen Blüten mit weißer Mitte besitzen. Wieder ein sehr schöner Foerster-Klassiker, der 160cm hoch wird. Foto oben Mitte:  Delphinium Elatum-Hybride 'Blauwal' ist ein Rittersporn in einem leuchtend-ultramarinblau. Er wird 180cm hoch. Foto oben rechts:  Delphinium Elatum-Hybride 'Finsteraarhorn' wurde 1934 von Karl Foerster gezüchtet. Er zeigt sich als edler Klassiker mit tief violettblauen, traubenartigen Blüten im Beet. Höhe 160cm. Foto oben links:  Delphinium Elatum- Hybride 'Firnglanz' hat eine hellblaue Blüte mit einem rosa Hauch. Diese Sorte wird 170cm hoch. Foto oben Mitte:  Delphinium Elatum- Hybride 'Perlmutterbaum' ist eine Hybride mit hellblau-rosa Blüten und wird 170cm hoch Foto oben rechts: Delphinium Elatum-Hybride 'Tempelgong' hat halbgefüllten dunkelviolette Blütenrispen und wird 170cm hoch. Foto oben links:  Delphinium Belladonna-Hybride 'Atlantis' eine neuere Sorte aus dem ehemaligen Foerster-Betrieb. Sie wird nur 80 cm Wuchshöhe hoch ist dafür jedoch standfest und formschön. Sie ist zuverlässlich, gesund und remontiert willig. Foto oben Mitte:  Delphinium Elatum-Hybride 'Berghimmel' in diesem himmlischem Blau ist eine der ältesten noch erhaltenen hohen  Foerster-Sorten. Aufgrund ihrer klaren, hellblauen Blüten ist sie sehr wertvoll. Foto oben rechts:  Delphinium Elatum-Hybride 'Blaustrahl' wird 160cm hoch und hat leuchtend blaue Blüten mit einer leichten violetten Zeichnung und einem schwarzen Auge. Rittersporn erfolgreich im Garten kultivieren Auch wenn Rittersporn für so manchen Liebhaber dieser stolzen Staude eine Herausforderung ist, lässt der sich erfolgreich im Garten verwenden. Ich möchte dich ermutigen und dir zeigen, was wichtig ist: die richtige Sortenwahl: Verzicht auf die in Gartenmärkten meistens angebotenen gefüllt blühenden, vielfarbigen Rittersporne der Pacific-Gruppe. Diese sind nur kurzlebig und nicht genügend winterhart. Stattdessen in anerkannten Staudengärtnereien nach den bewährten Foerster-Sorten fragen. Frühzeitige Schneckenbekämpfung bereits Ende Februar/Anfang März, wenn die ersten Triebspitzen erscheinen. Wird kein Schneckenkorn gestreut, kann es zum Totalverlust der Stauden führen, da sich der Rittersporn nach Fraßschäden schlecht regeneriert. Richtige Standortwahl, das bedeutet: tiefgründiger, lockerer, durchlässiger Boden. Leichter Streuschatten verhindert ein zu schnelles Austrocknen der Erde, da der Rittersporn empfindlich auf Wassermangel reagiert. Regelmäßiges Wässern in langen Hitze und Trockenperioden ist notwendig. Staunässe im Winter vermeiden, die Gefahr des Verfaulens der Rhizome besteht. Düngung: bewährt hat sich das Einarbeiten von verrottetem Pferdemist im Frühjahr, nach dem Rückschnitt Ende Juni gerne auch nochmal eine Flüssigdüngung mit einem organisch-mineralischem Präparat Pflanzung: eine zu dichte Pflanzung fördert die Neigung zu Mehltau, deshalb auf genügend Abstand zwischen den Pflanzen achten. Achtung! Bei Neu- und Umpflanzung entweder das zeitige Frühjahr oder die Zeit nach dem sommerlichen Rückschnitt nutzen. Herbstpflanzung mag der Rittersporn nicht, denn er bildet dann keine Wurzeln mehr und die Pflanze geht ein. Wenn die Wuchskraft nachlässt, muss die Staude geteilt werden, spätestens nach 3 - 4 Jahren Falls Sämlingsaussaat beabsichtigt ist, dann den ausgereiften Samen von ausgewählten bewährten Sorten gewinnen und frühzeitig aussäen, denn die Keimfähigkeit lässt schon nach wenigen Wochen nach In meinem Garten wachsen die Rittersporne gut und ich habe inzwischen  Lust und Spaß an der Vermehrung gefunden. In Zusammenarbeit mit der Staudengärtnerei Klenart in Erfurt betreibe ich seit etwa 4 Jahren die züchterische Bearbeitung und Vermehrung geeigneter Anwärter für neue Delphinium Sorten. Hier möchte ich meine Sorten, die auf der Selektionsfläche der Gärtnerei Klenart aufgepflanzt sind, einmal zeigen: Blauer Schatz der Gärten * K. Foerster war einer der bedeutendsten Staudengärtner Der Blauer Schatz der Gärten ist eines seiner Meisterwerke. Rittersporn spiel in diesem Werk eine besondere Rolle. Delphinium 101* Dieses Buch ist in englischer Sprache. Der Autor Serhii Korniichuk beschreibt die Sorten und Kultur des Rittersporns. Seit 2021 bin ich Mitglied der Gesellschaft der Staudenfreunde und habe die Absicht, eine Fachgruppe Delphinium zu gründen. Auch habe ich bereits eine Gruppe Delphinium bei Facebook gegründet. Welches Ziel wird mit der Gründung dieser Fachgruppe verfolgt? Tatsache ist, dass einerseits der Rittersporn eine wichtige Leitstaude des Frühsommers mit einem außergewöhnlichen Farbspektrum ist, andererseits aber seine Kultur in der Vergangenheit problembehaftet war und immer noch ist. Deshalb erfordert es, diese Staude verstärkt in den Fokus zu rücken. Zunächst kommt es darauf an, unter den Rittersporn-Liebhabern Klarheit über die Sortenwahl zu schaffen (Verzicht auf D. Pacific-Hybriden). Karl Foerster schrieb: "Die Sorte ist das Schicksal Deines Gartens". Zum anderen müssen Pflegefehler deutlich benannt werden. Oft sind dies die falsche Pflanzzeit, der falscher Standort, Mangel in Düngung und Wässerung, falscher Zeitpunkt der vegetativen Vermehrung. Dann muss das Schädlings = Schneckenproblem besprochen werden. Und schließlich, eigentlich das perspektivische Hauptziel: Ermutigung der Ritterspornfreunde, selbst durch gezielte Sämlingsauslese neue, vitale Sorten in klaren, reiner Farbgebung nach den strengen Foersterschen Auslesekriterien zu erzeugen. Wenn du dich angesprochen fühlst und denkst, du könntest etwas in der Gruppe beitragen, dann findest du hier Kontakt zur   Gruppe Delphinium bei Facebook.  Euer Hermann  Ach dieses Blau.... Da kommt man schon ins Schwärmen. Und deine neuen Sorten sehen sehr vielversprechend aus. Wer weiß, vielleicht wachsen sie ja auch bald in unseren Gärten. Vielleicht hast du jetzt auch Lust, dir für deinen Garten, vielleicht passend zu Rosen, dir Rittersporne zu pflanzen. Hermann möchte ich ganz herzlich danken! Bleib natürlich kreativ - deine Petra Hinweis: Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Verweise sind sogenannte Provision-Links. Wenn Sie auf so einen Verweislink klicken und über diesen Link einkaufen, bekomme ich von deinem Einkauf eine  kleine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

  • DAVID AUSTIN - DIE KUNST DER ENGLISCHEN ROSEN

    Ein Gastbeitrag von David Austin Roses David Austin Rosen sind für die allermeisten Gärtner:innen ein Begriff. Als wir vor einigen Monaten in Kontakt mit dem Team der bekannten Gärtnerei traten, war der Grund in erster Linie, um die Rosen in unsere Pflanzenreich App aufzunehmen. Doch dann wuchs unsere Neugier und wir wollten mehr wissen. Wir stellten David Austin Roses verschiedene Fragen, wie... Wie wurde David Austin zu einer weltweit anerkannten Marke? Was hält die Zukunft für die Rosengärtnerei bereit? Und wie sieht es mit der Beständigkeit dieser Englischen Rosen in unseren mitteleuropäischen Gärten aus? Im Gespräch mit dem Team von David Austin Roses erhielten wir faszinierende Einblicke, die wir hier gern mit euch teilen möchten: David C. H. Austin – ein Name, der die Welt der Rosen für immer veränderte. Geboren 1926 in Albrighton bei Shrewsbury, hinterließ er ein blühendes Erbe, als er 2018 in Shropshire verstarb. Austin brachte 1961 seine erste Rose, die zauberhafte Constance Spry , auf den Markt. Dies war der Beginn einer beeindruckenden Karriere, in der er über 200 einzigartige englische Rosen züchtete. Jede von Austins Rosen erzählt eine Geschichte von Leidenschaft und Perfektion, und sie haben Gärten auf der ganzen Welt erobert. Seine Hingabe und Liebe zur Rosenzucht schufen eine unvergleichliche Sammlung, die für ihre Schönheit und ihren Duft geschätzt wird. Acht Jahrzehnte später verfolgt die Firma David Austin® Roses noch immer dasselbe Ziel: immer schönere Rosen zu züchten. Diese Mission, die von David Austin selbst initiiert wurde, inspiriert noch heute Gärtner und Rosenliebhaber weltweit. Die unvergängliche Eleganz und der bezaubernde Duft seiner Rosen sind ein bleibendes Vermächtnis, das die Zeit überdauert. David Austin Rosen - Anfänge in Shropshire Aufgewachsen im ländlichen Shropshire, entwickelte David Austin Senior bereits in den 1940er Jahren, als er noch ein Teenager war, eine Leidenschaft für Pflanzen. Sein Interesse an Blumen wurde jedoch erst richtig geweckt, als er in der Schulbibliothek die Zeitschrift Gardens Illustrated entdeckte. Da er aus einer landwirtschaftlichen Familie stammte, hatte David ein angeborenes Wissen über Pflanzen. Und als seine Schwester ihm zu seinem 21. Geburtstag das Buch Old Garden Roses  von A.E. Bunyard schenkte, verliebte er sich gleich in die abgedruckten Rosen. Mit seiner neuen Leidenschaft für Rosen beschloss David daraufhin, die Rosenzucht zu seinem Hobby zu machen. Von ihrer Schönheit fasziniert, interessierte er sich anfänglich ausschließlich für historische Rosen. Da jedoch zu dieser Zeit moderne Teehybriden in Mode waren, beschloss er, einige Sorten zu bestellen, um die beiden Gruppen zu vergleichen. Obwohl er von den Teehybriden nicht begeistert war, erkannte er die Eigenschaften, die den historischen Rosen fehlten: eine viel breitere Farbpalette und die Fähigkeit, wiederholt zu blühen. Hier lag der Moment der Erkenntnis - er hatte die Möglichkeit, etwas völlig Neues zu schaffen. Mein Wunsch ist die Züchtung einer Rose, die die zeitlose Schönheit und den betörenden Duft seiner geliebten historischen Sorten mit den robusten Vorzügen moderner Züchtungen vereint. Gärtnerei auf dem Küchentisch Entschlossen begann David mit dem langsamen Prozess der Züchtung dieser innovativen Rosenkategorie. Mit viel Zeit und außerordentlicher Hingabe züchtete David 1961 seine erste Rose: Constance Spry . Fachleute aus der Branche waren zunächst skeptisch und sagten, niemand würde diese „altmodischen Rosen" ins Sortiment aufnehmen. Diese neue Rosensorte Constance Spry , auch bekannt als 'AUSfirst' oder 'AUStance', markiert den Beginn einer neuen Ära in der Rosenzucht. Als Abkömmling der zarten Gallica-Rose Belle Isis und der anmutigen Floribundarose Dainty Maid , vereint Constance Spry die schönsten Eigenschaften ihrer Vorfahren. Sie gilt als die archetypische Englische Rose, ein Symbol für zeitlose Eleganz und betörenden Duft. Benannt wurde sie nach der renommierten englischen Floristin Constance Spry (1886-1960), deren Liebe zur Schönheit in jeder Blüte weiterlebt. Constance Spry (Ausfirst) David Austin war nicht der Typ, der sich leicht entmutigen ließ. Trotz skeptischer Kritiker entschied er sich, seine geliebten Rosen selbst an die Öffentlichkeit zu bringen – und das von seinem eigenen Küchentisch in Shropshire aus. Dieses improvisierte Vertriebszentrum wurde zum Herzen seines wachsenden Rosenimperiums. Bis 1969 hatte David seinen Züchtungsprozess so weit verfeinert, dass er stolz sein erstes Sortiment öfterblühender „Englischer Rosen“ präsentieren konnte. Diese Rosen, eine Hommage an die Schönheit und Eleganz historischer Sorten, gewannen schnell die Herzen von Gartenliebhabern. Der historische Rosenstil erlebte dank David eine längst überfällige Renaissance und brachte die zeitlose Pracht dieser Blumen wieder ins Rampenlicht. Goldene Zeiten auf der Chelsea Flower Show 1983 erlebte David Austin seinen ersten großen Durchbruch, als er auf der renommierten Chelsea Flower Show drei seiner Englischen Rosen präsentierte. Eine dieser Rosen, liebevoll nach seinem guten Freund und Mentor Graham Thomas benannt, zog besondere Aufmerksamkeit auf sich. Das Echo in der Presse und der Öffentlichkeit war überwältigend. Schon im folgenden Jahr gewann er die erste von vielen Goldmedaillen bei der RHS Chelsea Flower Show. Der Rosengarten von David Austin, der allmählich zu einem Anziehungspunkt für Besucher wurde, begann zu erblühen und wuchs stetig. Mit der zunehmenden Popularität seiner Rosen stiegen auch die Verkaufszahlen. Der einst noch junge Rosengarten entwickelte sich zu einem der schönsten Rosengärten der Welt, ein lebendiges Testament für seine Vision und Leidenschaft. David Austins unermüdliche Bemühungen um die Rosenzucht brachten ihm eine beeindruckende Reihe von Auszeichnungen ein. Er erhielt die Victoria Medal of Honour der RHS, die Ehrendoktorwürde der University of East London und die Dean-Hole-Medaille der Royal National Rose Society . 2007 wurde ihm für seine Verdienste um den Gartenbau einer seiner stolzesten Erfolge zuteil: der Order of the British Empire (OBE). Diese Anerkennungen sind ein Zeugnis seiner Leidenschaft und seines Engagements, die Welt mit der Schönheit seiner Rosen zu bereichern. Jeden Tag staune ich über mein Glück, dass ich die Rosenzucht zu meinem Lebensinhalt machen konnte. Meine größte Freude ist es, zu sehen, welche Freude meine Rosen Gärtnern und Rosenliebhabern auf der ganzen Welt bereiten. David Austin Seine Rosen haben weltweit viele Auszeichnungen erhalten. Gertrude Jekyll wurde zweimal zur beliebtesten Rose des Vereinigten Königreichs gewählt, und 28 Englische Rosen wurden von der RHS mit dem renommierten Award of Garden Merit ausgezeichnet. Der Garten in Albrighton, Hauptsitz von David Austin® Roses und der Nationalen Sammlung seiner Englischen Rosen, wurde 2015 vom WFRS mit dem Award of Garden Excellence ausgezeichnet. Englische Rosen - Merkmale und Vielfalt David Austin Senior widmete sein Leben der Aufgabe, die besten Eigenschaften moderner Hybriden – insbesondere der Remontanz der Blüten, Vielfalt und Leuchtkraft der Farben – mit den Vorzügen historischer Rosen zu vereinen. Diese einzigartige Kombination verleiht allen David Austin® Rosen ihren unverkennbaren Stil. David Austin Snr. wird besonders für die Wiederbelebung des Duftes moderner Rosen gefeiert. Die Rosendüfte von David Austin® Rosen sind eine wahre Sinfonie, die vom klassischen Duft historischer Rosen bis hin zu fruchtigen Noten, Tee, Myrrhe, Moschus oder einer harmonischen Kombination dieser Elemente reicht. Jede Blüte erzählt eine eigene Duftgeschichte, die die Sinne verzaubert. Ein weiterer wichtiger Aspekt für David Austin Senior war die Gesundheit seiner Rosen. Durch sorgfältige Rückkreuzungen und die Auswahl gesünderer Sorten wurde die Widerstandsfähigkeit der Rosen kontinuierlich verbessert. Im Züchtungsprogramm von David Austin® Roses liegt seit vielen Jahren ein besonderes Augenmerk auf der Gesundheit und Vitalität der Pflanzen. Das Ergebnis ist, dass die Englischen Rosen von David Austin® Rosen krankheitsresistent und zuverlässig sind. Sorten wie Elizabeth™ (Ausmajesty), Eustacia Vye (Ausegdon), Princess Anne (Auskitchen), Roald Dahl™ (Ausowlish), Tottering by Gently (Auscartoon) und Olivia Rose Austin™ (Ausmixture) werden aufgrund ihrer Gesundheit und Zuverlässigkeit besonders empfohlen.   Collage: Pflanzenreich App Mit mehr als 60 Sorten, die unserem Netzwerk von deutschen Lizenznehmern derzeit zur Verfügung stehen, haben deutsche Gärtner die Qual der Wahl zwischen klassischen und neuen englischen Rosen.     Erfolgreich in verschiedenen Klimazonen Abgesehen von den umfangreichen Tests, die unsere neuen Rosen vor der Freigabe durchlaufen, führen wir kontinuierliche Versuchsprogramme an verschiedenen Standorten außerhalb Großbritanniens durch. Die USA sind für uns ein besonders gutes Testgebiet, da die Bedingungen in den einzelnen Bundesstaaten sehr unterschiedlich sind. Dies ermöglicht uns, unsere Rosen bei extremer Kälte, trockener Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit zu testen. Unsere Rosen werden von kommerziellen Rosenproduzenten und in Gärten weltweit angebaut. Unser Netzwerk von deutschen und europäischen Rosenproduzenten wählt aus einem umfangreichen Sortiment aus. Die Rosen werden dann vor Ort veredelt und beobachtet, um festzustellen, welche Sorten sich für unsere Partner und ihre Kunden am besten eignen. Deutsche, schweizerische und österreichische Gartengestalter:innen und Gärtner:innen können daher darauf vertrauen, dass die englischen Rosen, die in ihrer Region erhältlich sind, in den örtlichen Bedingungen auch bestens wachsen. Besonders unempfindliche Englische Rosen sind zum Beispiel Gertrude Jekyll® (Ausbord), Olivia Rose Austin™ (Ausmixture), Princess Anne (Auskitchen) und Gabriel Oak (Auscrowd) . Collage: Pflanzenreich App Rosen sind bemerkenswert anspruchslos und tolerant, doch mit ein wenig Pflege und Aufmerksamkeit gedeihen sie besonders prächtig. Obwohl Rosen winterhart sind, können Rosenliebhaber in kälteren Regionen einige Maßnahmen ergreifen, um ihre Pflanzen vor den negativen Auswirkungen strenger Winter zu schützen. Ein Beispiel ist das Einpflanzen der Rosen mit der Veredelungsstelle unter der Oberfläche. Vor dem ersten Frost sollten die Rosenpflanzen mit einem kleinen Erdhügel angehäufelt und im Winter mit natürlichen Materialien wie Tannenreisig oder Vlies abgedeckt werden.   Züchtungsziele und kommende Rosenhighlights   Bis heute bleibt unsere Züchtung dem persönlichen Motto von David Austin Senior treu: Die gesündesten Rosen zu züchten, ohne ihre Schönheit, ihren Duft, ihre Anmut und vor allem ihren Charme zu beeinträchtigen. Im Mittelpunkt unseres Programms steht das Ziel, eine Rose zu züchten, die Schönheit, aber auch Widerstandsfähigkeit, Wüchsigkeit und Toleranz vereint. Eine fragile Schönheit ist bewundernswert, aber eine, die Krankheiten, Trockenheit und Witterungseinflüssen widerstehen kann und dabei elegant aussieht, ist das ultimative Ziel. Unsere diesjährigen Neuerscheinungen Elizabeth™ (Ausmajesty) , die auch windige und exponierte Lagen toleriert, und die blütenreiche, wundervoll duftende Bring Me Sunshine (Ausernie) unterstreichen diese Züchtungsziele. Bild links: Elizabeth™ (Ausmajesty) Bild rechts: Bring Me Sunshine (Ausernie) Rosenzucht ist jedoch nichts für Ungeduldige. Unsere Züchtungszyklen erstrecken sich über zwölf Jahre, in denen wir durch einen akribisch festgelegten Prozess nach Perfektion streben. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Farbe Rot, die derzeit eine Lücke in unserem Sortiment darstellt. Es ist äußerst schwierig, rote Sorten durch unseren strengen Auswahlprozess zu bringen, da die Kombination dieser Farbpalette mit den Eigenschaften Duft und Gesundheit besonders schwer zu erreichen ist. Auf der RHS Chelsea Flower Show stellten wir kürzlich die neueste Rose aus unserer Kollektion vor: Emma Bridgewater™ (Ausb44a16) . Diese exquisite Kreation ist nach der britischen Keramikmarke und ihrer Gründerin benannt. Emma Bridgewater verbindet auf einzigartige Weise die malerische Schönheit ihrer Keramikkreationen mit ihrer großen Liebe zum Gärtnern. Die mittelgroßen Blüten dieser Rose wirken wie impressionistische Gemälde mit einem Kaleidoskop von Farben: anfangs rosa mit gelbem Knopfauge, dann hellere korallenrosa Töne, die zu lila und fliederfarben abklingen. Ihr Duft ist ein wunderbarer, leichter bis mittlerer Teeduft, der die Sinne verzaubert. Diese Rose gedeiht in allen Bodenarten, sowohl im Garten als auch in Containern, und verträgt volle oder teilweise Sonne. Besonders hervorzuheben sind ihre außergewöhnliche Resistenz und Gesundheit. Für Rosenliebhaber im deutschsprachigen Raum wird Emma Bridgewater ab der Saison 2025/2026 erhältlich sein. Emma Bridgewater™ (Ausb44a16)   Verfügbarkeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz Englische Rosen von David Austin® sind in jedem guten Gartencenter und in Baumschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich. Gerne sind wir bei der Suche nach Ihrer David Austin® Rose behilflich. Sie erreichen uns via E-Mail unter internationalpartnernetwork@davidaustinroses.co.uk . Vielen Dank an das Team von David Austin und an Frau Williams für die ausführlichen und informativen Antworten auf unsere vielen Fragen! Wir hoffen, dass ihr wertvolle Einblicke gewonnen habt und vielleicht sogar inspiriert seid, nach diesen besonderen Rosen Ausschau zu halten. Bleibt wie immer natürlich Petra und Leonie

  • MIT PINSEL UND PAPIER - DIE LIEBE ZUR BOTANISCHEN ILLUSTRATION

    Ein Interview mit Isabel Mischka 2021 lernte ich Isabel in Wien kennen, als ich nach den langen Lockdowns und Einschränkungen der Corona-Zeit nach Ablenkung und Kontakt zu den Menschen dieser Stadt suchte. Ich besuchte einen Kurs zum botanischen Malen an der Volkshochschule, zunächst ganz ohne große Erwartungen. Euphorisch und inspiriert verließ ich das Gebäude an diesem ersten Abend wieder! Isabel brachte uns Teilnehmerinnen (darunter auch einige Landschaftsarchitektinnen) mit viel Geduld und zahlreichen Tipps schrittweise bei, wie wir Pflanzen so realistisch wie möglich auf Papier bringen können. Diese Kurse bereicherten meine Zeit in Wien sehr und ich bin dankbar für diese schönen Erlebnisse. Heute hat uns Isabel in einem kleinen Interview spannende Fragen rund um ihr Expertinnengebiet beantwortet. Lasst euch begeistern! 😊 - Eure Leonie Isabel Mischka , 1996 in Österreich geboren, entdeckte früh ihre Leidenschaft für Kunst und Natur. Sie gewann den Burgenländischen Jugendkulturpreis den James und Eve Bennet Trust Fund Award für ihre Abschlussarbeit am Royal Botanic Garden in Edinburgh. Isabel Mischka ist Mitglied der Society of Botanical Artists und der Wiener Schule für Botanische Kunst. Wie kamst du zur botanischen Illustration? Ich habe einen Bildungshintergrund in Kunst und Design, aber auch Landwirtschaft. So bin ich irgendwann über die klassischen, alten botanischen Illustrationen in Lehrbüchern gestolpert und habe mich sofort verliebt. Nach etwas Recherche habe ich herausgefunden, dass es dazu einen eigenen Beruf gibt und ab dem Moment war für mich klar, was ich machen wollte. Ich habe die Natur schon immer geliebt und mich beim kreativen Schaffen in den kleinen Details am wohlsten gefühlt – entsprechend perfekt war das naturgetreue botanische illustrieren perfekt für mich. Ich habe dann das 3-jährige Diplomstudium für botanische Illustration am Royal Botanic Garden Edinburgh abgeschlossen und arbeite seitdem freischaffend als botanische Illustratorin. Foto oben links: Aconitum napellus, Isabel Mischka Foto oben rechts: Lavandula, Isabel Mischka Was sind die historischen Hintergründe der botanischen Zeichnung? Die botanische Illustration gibt es schon sehr lange, sie wurde früher vor allem zur Dokumentation und Bestimmung von Heilkräutern genutzt. So konnte medizinisches Wissen weitergegeben und die Verwechselung von Pflanzen reduziert werden. Über die Jahrhunderte war dann das botanische Illustrieren besonders auf Entdeckungsreisen sehr gefragt, wo IllustratorInnen mit an Bord der Expeditionsschiffe waren um die gefundenen Pflanzen oft direkt vor Ort festhalten zu können, da die meisten Pflanzen die langen Transportwege nur schwer überstehen konnten. Es wurden auch IllustratorInnen für das Illustrieren der Gärten reicher Persönlichkeiten angestellt. So entstanden große Sammlungen an Darstellungen, sogenannte „gemalte Gärten“. Es war eine Möglichkeit für die AuftraggeberInnen, ihre seltenen und wertvollen Pflanzen auch außerhalb deren Blütezeit stolz herzeigen zu können. Fragaria, Isabel Mischka Welche Bedeutung hat botanische Kunst heute? Trotz der Erfindung der Fotografie ist der Beruf der botanischen Illustration immer noch relevant. In botanischen Instituten werden Pflanzen noch immer gerne händisch festgehalten, da IllustratorInnen Farbe und Form besser bewerten und festhalten können als eine Kamera, die immer beeinflussbar durch die bestehenden Lichtverhältnisse und Sichtwinkel ist. Als IllustratorIn kann die Pflanze in den unterschiedlichsten Verhältnissen beobachtet werden, um zu einer passenden Konklusion zu Farbe und Form zu kommen. Mehrere Exemplare einer Art können verglichen und zu einem optimalen, charakteristischen Beispiel für die Pflanze in einer Illustration kombiniert werden – genau auf die Bedürfnisse der BotanikerIn abgestimmt. Hokkaido, Isabel Mischka Außerdem hat die botanische Illustration auch als Kunstform immer noch einen Stellenwert. Worin sie besonders brilliert, ist ihre Zugänglichkeit: Kunst umgibt uns ein Leben lang, wir verbinden so viele Erinnerungen mit Pflanzen. Kirschen, die wir im Garten der Großmutter gepflückt haben, unsere Lieblingsrose zuhause oder die Pflanzen in unserem Brautstrauß. Botanische Kunst vermag es diese Pflanzen festzuhalten und in Szene zu setzen. Die BetrachterInnen können botanische Kunst genießen und brauchen keine Vorkenntnisse um sie zu verstehen. Was fasziniert dich an deinem Beruf? Was für mich besonders faszinierend ist, ist wie sich die Art geändert hat, mit der ich durch den Alltag gehe. Eine der wichtigsten Fähigkeiten für das botanische Illustrieren ist ein genaues und aufmerksames Sehen, etwas das heutzutage im Alltag meistens keinen Platz hat. Ich bemerke plötzlich so viele wunderschöne Dinge, an denen ich sonst einfach vorbeigegangen wäre: kleine Insekten, interessant gefärbte Blätter, ungewöhnlich welkende Blüten. Die Natur um mich herum schätze ich viel mehr wert. Crocus, Isabel Mischka So schön das Arbeiten mit Pflanzen auch ist, es ist auch eine Herausforderung: Als lebende Motive machen sie oft nicht das, was man eigentlich gerne hätte. Pflanzen bewegen sich mehr als man denken würde, wenn man versucht sie zu zeichnen, man muss oft erfinderisch sein um sie im gewünschten Zustand festzuhalten. Manchmal bedeutet das, sie im Kühlschrank aufzubewahren, sie festzukleben, mit Holzstäbchen zu präparieren oder mit Gummibändchen um die Knospen daran zu hindern sich zu früh zu öffnen. Oft dauert es viele Jahre, bis eine Illustration fertiggestellt werden kann. Einmal zerstört der Frost Blüten und damit auch die folgenden Früchte, oder die über lange Zeit aus extra importierten Samen gezogenen Pflanzen werden kurz vor der ersten Blüte von Schnecken vernichtet. Man kann nie sagen, wann die Natur mitspielen wird und wann dann wieder nicht. Coral Poppies, Isabel Mischka Gibt es Pflanzen die du am liebsten portraitierst? Ich male sehr gerne Blätter, Herbstlaub besonders. Hier finde ich die vielen Farben, Texturen und feinen Netze aus Blattvenen faszinierend. Überhaupt ziehen mich besonders die Pflanzen an, die nicht als klassisch dekorativ gesehen werden, und sie so in Szene so setzen, dass der Betrachter sie vielleicht zum ersten Mal in all ihrer Pracht wahrnimmt. Nutzpflanzen, „Unkräuter“, beschädigte und imperfekte Pflanzen. Wie bei Menschen sind es oft die Imperfektionen, die Pflanzen zu einem interessanten Motiv machen. Lotus corniculatus, Isabel Mischka Welche Farben und Materialien nutzt du? Ich zeichne meine Pflanzen zuerst mit Bleistift, dann werden sie mit Aquarellfarben koloriert. Das ist auch das Medium, welches in der botanischen Illustration am meisten genutzt wird. Damit können die winzigen Details und komplexen Farben am besten eingefangen werden. Ich nutze am liebsten die Künstler-Aquarellfarben von Schmincke, Winsor & Newton und Daniel Smith und Aquarellpapier von Arches oder Fabriano . Hier ist darauf zu achten, dass es mindestens 300g/m2 hat, um gut mit der Aquarellfarbe arbeiten zu können. Für feine Details ist ein satiniertes, also ganz glatt gepresstes Papier am angenehmsten. Bei Pinseln sind Kolinsky , also Rotmaderhaar-Pinsel am besten. Foto oben links:  Campanula rapunculoides, Isabel Mischka Foto oben rechts:  Onobrychis viciifolia, Isabel Mischka Du gibst ja auch Kurse zum botanischen Illustrieren – was rätst du Zeichenanfänger*innen? Ich bin der festen Meinung, dass jeder lernen kann, botanisch zu illustrieren. Wichtig sind die richtigen Materialien, unbedingt mit hochwertigen Farben, Pinseln und Papier starten, dafür aber nur ein kleines Set kaufen - Qualität über Quantität. Und startet mit kleinen Motiven, nicht gleich in eine riesige Illu stürzen! Beginnt stattdessen mit einer kleinen Frucht oder Knospe. Zu diesem Thema gibt es viele gute Bücher und auch Online gibt es eine Menge an tollen Ressourcen, von Blogs zu YouTube. Parrot Tulip, Isabel Mischka Schreckt nicht davor zurück einen Kurs zu probieren, nach meiner Erfahrung sind die TeilnehmerInnen immer bunt gemischt, von Fortgeschrittenen zu Personen, die noch nie einen Pinsel in der Hand hatten. Jeder mit Interesse an Kunst und/oder Natur ist herzlich willkommen. Ein Basis-Kurs hilft oft dabei, angenehmer in das Thema zu starten, allein übernimmt schnell der Frust, wenn man das Gefühl hat nicht weiterzukommen. Ich gebe Kurse für Einsteiger wie auch Fortgeschrittene an unterschiedlichen Kursorten in Österreich. Meine Termine für 2024 sind auf meiner Website zu finden: www.isabelmischka.com/workshops Cucurbita pepo var. styriaca, Isabel Mischka Was ist dein aktuelles Arbeitsprojekt, auf welche deiner Arbeiten bist du besonders stolz? Ich arbeite gerade an einem Projekt für eine Gruppenausstellung zum Geburtstag von Nikolaus Joseph von Jacquin, einem bekannten österreichischen Botaniker. Es werden Pflanzen illustriert, die von ihm nach Wien gebracht oder nach ihm benannt wurden. Ich illustriere einen Fingerhut, Digitalis parviflora und es wird eine der aufwendigsten Illustrationen, die ich je gemacht habe, da sie lebensgroß gemalt wird, mit all ihren mehr als hundert kleinen Blüten. Eines meiner Lieblingsprojekte ist die Serie welkenden Blätter auf Papier und Pergament, an welcher ich von 2021 bis 2023 gemalt habe. Ich habe es sehr genossen die Persönlichkeit jedes einzelnen dieser Blätter festzuhalten und kann mir gut vorstellen, die Reihe in der Zukunft weiter zu erweitern. Fotos oben:  Blätter-Serie (Fragaria, Rubus, Acer) , Isabel Mischka Liebe Isabel, wir danken dir herzlich für diesen kleinen Einblick in deine Arbeit! Wir sind fasziniert und beflügelt und vielleicht schauen ja ein paar unserer Leser*innen mal bei einem deiner Kurse in Österreich vorbei! :-) Mehr über Isabel könnt ihr auf ihrer Webseite nachlesen, ja sogar ein paar ihrer Illustrationen sind dort zu erwerben: https://www.isabelmischka.com/ Oder ihr folgt Isabel auf Instagram . Bleibt wie immer natürlich Leonie

  • WO TROCKENLAND AUF UFER TRIFFT - PFLANZEN-STRATEGIEN FÜR DEN TROCKENEN WASSERRAND

    Ein Blogbeitrag von Petra Ränder von Wasserelementen im Garten sehen eigentlich aus wie eine verlockende Einladung zu üppigem Wachstum, doch die Realität ist häufig eine andere. Diese Übergangszone zwischen Wasser und Land kann trockene und herausfordernde Bedingungen aufweisen, die dem Bild der erhofften Fülle nicht immer gerecht werden. Künstlich angelegte Teiche mit Teichfolien oder Wannen erschaffen oft auch oberhalb der Erde (in der pflanzlichen Gestaltung) eine starre Barriere zwischen Wasser und umliegendem Beet. Doch das muss nicht sein! Welche Pflanzen eignen sich für diesen scheinbar widersprüchlichen Bereich? Wie kann man den oft unschönen Wasserrand aufwerten und ihm ein einladendes, grünes Erscheinungsbild verleihen? Und wie kann man die Täuschung der erwarteten Üppigkeit am Wasser tatsächlich erreichen und diese in die Umgebung überleiten? Hier gehen wir diesen Fragen nach und bieten Lösungen für die Herausforderungen am trockenen Wasserrand. Vielleicht schaffen wir es gemeinsam, den Übergang zwischen Wasser und Land harmonischer zu gestalten. So merkt man nicht mehr unbedingt, wo das Wasser aufhört und wo der Abschnitt beginnt, in dem Pflanzen festen Boden unter den „Füßen“ haben. Foto: Leonie Humenda   Von Feuchtigkeit zu Trockenheit: Pflanzen überwinden Grenzen Übergänge aus der Gattung Iris Die Gattung Iris  ist besonders vielseitig und eignet sich hervorragend für die Gestaltung von Übergängen zwischen verschiedenen ökologischen Zonen im Garten. Dabei können spezifische Iris-Arten gezielt eingesetzt werden, um einen nahtlosen Übergang von feuchten, nassen Standorten über mäßig feuchte Wiesen bis hin zu trockenen, sonnigen Bereichen zu schaffen. Die Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus ) ist eine ideale Pflanze für sehr feuchte, sumpfige Standorte. Diese robuste Art gedeiht besonders gut an den Rändern von Teichen, in Feuchtwiesen oder in sumpfigen Gartenbereichen. Mit ihren kräftigen, aufrechten, schwertförmigen Blättern und den leuchtend gelben Blüten ist sie ein Blickfang, der Struktur und Farbe in nasse Gartenbereiche bringt. Foto: Leonie Humenda Die Wiesen-Iris ( Iris sibirica ) stellt die nächste Stufe im Übergang dar. Diese Art bevorzugt mäßig feuchte bis frische Böden, wie sie auf Feuchtwiesen oder in leicht sumpfigen Bereichen vorkommen. Sie bildet dichte Horste aus schmalen, aufrechten Blättern und zeigt filigrane, meist in Blau-, Violett- oder Weißtöne. Die Wiesen-Iris ist weniger anspruchsvoll in Bezug auf die Feuchtigkeit als die Sumpf-Schwertlilie. Sie verträgt auch kurzzeitige Trockenheit. Dadurch eignet sie sich ideal, um den Übergang von sehr feuchten zu moderat feuchten Bereichen zu gestalten und dabei eine harmonische Verbindung zwischen beiden herzustellen. Für die trockeneren, sonnigen Standorte ist die Bart-Iris (Iris germanica)  oder alternativ die Steppeniris (Iris spuria) besonders geeignet. Die Bart-Iris bevorzugt gut durchlässige, trockene Böden und sonnige Lagen. Mit ihren markanten, oft großblumigen Blüten in einer Vielzahl von Farben ist sie ein sehr präsent. Wer es natürlicher mag ist mit der Steppeniris, Iris spuria , besser bedient. Die Art zeichnet sich durch ihre aufrechteren Blütenstände und eine gewisse Anmut aus, die sie zu einer exzellenten Wahl für eine Übergangszone macht. Dieser Übergang aus den drei Vertretern aus der Gattung Iris sorgt dafür, dass die unterschiedlichen Standortbedingungen optimal genutzt und in ein stimmiges Gesamtbild integriert werden.     Pflanzliche Harmonie der Formen - Kerzenformen Auch Pflanzen, die ähnliche äußere Merkmale aufweisen, sind geeignet für harmonische und fließende Übergänge. Ein schönes Beispiel hierfür ist der Blutweiderich Lythrum , insbesondere die Arten Lythrum virgatum  und Lythrum salicaria . Beide Arten zeichnen sich durch ihre langen Blütenähren aus, die in leuchtenden Rosa- bis Purpurtönen erstrahlen. Ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Bodenverhältnisse – von nassen Uferbereichen bis hin zu frischen Standorten – ermöglicht es, nahtlose Übergänge in diesem Teil der Bepflanzung zu schaffen. Lythrum und Salvia uliginosa Foto: Leonie Humenda So kann Lythrum virgatum sogar in etwas trockeneren Bereichen eingesetzt werden, während Lythrum salicaria die Feuchtzonen eines Gartens wächst. Durch ihre ähnliche Erscheinung verbinden sie diese unterschiedlichen Zonen optisch miteinander. Noch trockenere Bereiche können dann mit Agastache-Hybriden bepflanzt werden. Mit ihren aufrechten Blütenständen, die in Farben von Blau bis Violett reichen und den aromatischen Blättern, die einen angenehmen Duft verströmen, sind sie eine Bereicherung. Sie gedeihen sowohl in frischen als auch in eher trockenen Böden. Der Steppensalbei (Salvia nemorosa 'Tänzerin')  ist eine weitere Art bzw. rötliche blühende Sorte, die durch ihre aufrechten, violetten Blütenstände ähnlich wirkt. Sie wächst in trockenen als auch in mäßig feuchten Böden.   Pflanzliche Harmonie der Formen – Schalenblüten Diese Stauden mit schalenförmigen Blüten eignen sich hervorragend, um durch ihre ähnliche Optik fließende Übergänge im Garten zu gestalten. Ein Beispiel ist der Sumpf-Hibiskus ( Hibiscus moscheutos ), der feuchte Böden bevorzugt und mit großen, auffälligen Blüten in Rosa- bis Rottönen beeindruckt. Kombiniert mit der Bach-Nelkenwurz ( Geum rivale ), die ebenfalls feuchte Standorte liebt, entsteht ein ansprechendes Bild in nassen Gartenbereichen. Foto oben: Auch Geum coccineum steht gern auf frischem Boden und könnte einen Übergang von Geum rivale übernehmen, Foto: Leonie Humenda Für frischere Böden eignet sich die Anemone tomentosa mit ihren zarten, pastellfarbenen Blüten. Der Balkan-Storchschnabel ( Geranium psilostemon ) ist ebenfalls eine hervorragende Wahl, denn seine leuchtend pinken Blüten setzen lebendige Farbakzente und gedeihen gut in durchlässigen, frischen Böden.   In trockenen, sonnigen Standorten kommen die Buschmalve ( Lavatera Olbia-Hybriden ) und die Zistrose ( Cistus x purpureus ) ins Spiel. Beide Pflanzen sind trockenheitsresistent und bringen mit ihren auffälligen Blüten Leben in trockene Gartenbereiche. Auch die weniger bekannte Callirhoe bushii , mit ihren kräftig pinken, becherförmigen Blüten, eignet sich ideal für trockene Standorte und setzt markante Akzente.   Diese Beispiele zeigen nur eine Auswahl der vielen Möglichkeiten, die es gibt, um harmonische Übergänge zwischen verschiedenen Gartenbereichen zu schaffen. Wer aufmerksam bleibt, wird viele weitere Pflanzen entdecken, die sich dafür ebenfalls hervorragend eignen.   Trockenheit trifft direkt auf Wasser – Pflanzen für den Wasserrand Was du auf keinen Fall pflanzen solltest Wenn es darum geht, trockene Bedingungen direkt am Teich zu gestalten, gibt es bestimmte Pflanzen, die unbedingt vermieden werden sollten, da sie direkt am Wasser einfach nicht passen. Zu diesen Pflanzen gehören in erster Linie Sukkulenten und Pflanzen mit dickfleischigen Blättern, wie beispielsweise Sedum-Arten oder Yucca. Diese sind hervorragend an extreme Trockenheit angepasst und speichern Wasser in ihren dicken Blättern, weshalb sie optisch nicht in eine Umgebung passen, die den Eindruck von Feuchtigkeit vermitteln soll. Ihre Erscheinung erinnert eher an Wüstenlandschaften, und sie würden in der Nähe eines Teiches fehl am Platz wirken. Ebenfalls zu vermeiden sind Pflanzen mit silbrigem oder grauem Laub, wie Lavendel oder Perlkörbchen (Anaphalis). Diese Pflanzen haben oft eine starke Trockenresistenz und sind durch ihre silbrige Färbung an besonders sonnige und trockene Standorte angepasst. Sie vermitteln visuell ebenfalls ein Bild von Trockenheit, was in starkem Kontrast zu einem Teichrand steht, wo üppiges, grünes Laub und eine frische Atmosphäre erwartet werden.   Auch Pflanzen mit ausgeprägtem Trockenheitscharakter wie Thymian oder Rosmarin sollten nicht gepflanzt werden. Diese Kräuter sind trockenheitsresistent und passen mit ihrem mediterranen Erscheinungsbild und der oft gedrungenen Wuchsform nicht zu einer Gestaltung, die auf üppiges Grün und eine Verbindung zu gewachsenen Wasserflächen setzt. Insgesamt sollte man bei der Pflanzenauswahl darauf achten, dass die Pflanzen trotz ihrer Trockenheitsanpassungen ein üppiges, grünes Laub entwickeln und den Eindruck einer frischen, lebendigen Umgebung unterstützen, anstatt Trockenheit und Kargheit zu betonen. Foto oben: Darmera peltata und Camassia mögen die feuchten Bedingungen im Gräsergarten, ega Erfurt, Planung Petra Pelz, Foto Sylvia Knittel   Was du stattdessen pflanzen kannst Pflanzen mit üppigem, grünem Laub und tiefreichenden Wurzeln sind hier besonders wertvoll. Diese Pflanzen, oft aus den nordamerikanischen Prärien stammend, sind oft gut an trockene Bedingungen angepasst, ohne die typischen Merkmale von Trockenpflanzen wie silbernes Laub oder dickfleischige Blätter aufzuweisen. Stattdessen bieten sie eine reiche, grüne Blattmasse, die sowohl ästhetisch ansprechend als auch ganzjährig wirksam ist. Ein Beispiel ist Panicum virgatum 'Heavy Metal' , die Rutenhirse. Dieses Gras bildet dichtes grünes oder bläuliches Laub, das sich sanft im Wind bewegt und dadurch Dynamik und Lebendigkeit in den Garten bringt. Es wirkt sogar ein wenig wie Schilf. Foto oben: Hohe Gräser umgeben die Wasserflächen im Karl-Foerster-Garten, ega Park, Erfurt, Foto: Leonie Humenda Baptisia australis , die Indigolupine, bereichert den Garten nicht nur mit ihrem blaugrünen Laub, sondern zeichnet sich auch durch ihre tiefen Wurzeln und hohe Trockenheitsresistenz aus. Diese Präriepflanze bildet dichte Büschel und beeindruckende blaue Blütenstände, die dem Garten sowohl Farbe als auch Textur verleihen. Auch nach der Blüte bleibt sie durch ihr attraktives Laub ein lebendiger Blickfang und eignet sich hervorragend als Solitärpflanze. Eine weitere ausgezeichnete Wahl für trockene Standorte sind die Röhrensterne aus der Gattung Amsonia . Mit ihrem üppigen, grünen Laub und tiefen Wurzeln trotzen sie ebenfalls der Trockenheit. Ihre zarten, blauen Blüten und das goldene Herbstlaub machen sie zu einer vielseitigen Pflanze, die den Garten das ganze Jahr über belebt. Es gibt verschiedene Arten, sowohl niedrige als auch höhere, mit schmalem oder breitem Laub, die unterschiedliche Akzente setzen können. Wenn man aufmerksam bleibt, gibt es noch viele weitere Pflanzen zu entdecken, die sich hervorragend für trockene Standorte eignen. Foto oben: Amsonia orientalis im Gräsergarten ega Park, Erfurt 2021, Planung Petra Pelz, Foto Sylvia Knittel   Natürliche Schleier für harte Teichkanten: Trockenheitsresistente Überhänge Wenn du harte Teichkanten kaschieren möchtest, eignen sich Pflanzen mit einem überhängenden Wuchs hervorragend, um einen natürlichen, weichen Übergang zu schaffen. Hier sind einige trockenheitsresistente Pflanzen, die wie ein Schleier über die Kanten fallen und deinem Teichrand ein harmonisches Aussehen verleihen: Foto oben (v.l.o.): Aster ericoides 'Snowflurry', Callirhoe involucrata, Campanula carpatica 'Blue Clips', Ceratostigma plumbaginoides, Cymbalaria muralis Bistorta affinis 'Dimity', Hakonechloa macra 'All Gold' und Hakonechloa macra, Oenothera speciosa 'Siskiyou', Geranium Pratense-Hybride 'Johnson's Blue' Cymbalaria muralis, Bistorta affinis 'Superbum', Lysimachia nummularia, Fragaria vesca und Carex montana   Pflanzen nach Farben und Feuchtigkeitsgrad Wir haben vier verschiedene Möglichkeiten, die wir dir vorstellen möchten. Diese Variationen richten sich nach Farbvorlieben und dem Feuchtigkeitsgrad des Standorts. So ist für jeden Geschmack und jede Bedingung etwas Passendes dabei:   Warme Farbpalette für trockene bis leicht frische Standorte Stell dir eine leuchtende Kombination aus satten Gelb-, Orange- und Weißtönen vor, die deinem Teichrand ein warmes und einladendes Aussehen verleiht. Diese Pflanzen sind ideal für trockenere bis leicht frische Standorte. Foto oben (v.l.o.):  Hemerocallis citrina, Campanula persicifolia 'Grandiflora Alba', Miscanthus sinensis 'Purple Fall', Valeriana officinalis, Dictamnus albus 'Albiflorus' Kalimeris incisa 'Madiva', Alchemilla hoppeana, Potentilla rupestris, Ajuga incisa 'Frosted Jade', Potentilla atrosanguinea Heuchera Hybride 'Mint Frost', Echinacea purpurea Hybride 'Green Jewel', Geum x cultorum 'Red Wings', Laserpitium siler, Patrinia scabiosifolia Hypericum calycinum, Physostegia virginiana 'Summer Snow', Potentilla recta var. sulphurea, Aster ericoides 'Snowflurry', Heuchera villosa var. macrorrhiza Kühle Farbpalette für trockene bis leicht frische Standorte Vielleicht bevorzugst du eine beruhigende Mischung aus Mauve-, Blau-, Violett-, Rosa- und Weißtönen. Diese kühlen Farben schaffen eine friedliche Atmosphäre und sind ebenfalls für trockene bis leicht frische Standorte geeignet.   Foto oben (v.l.o.): Salvia uliginosa, Nepeta grandiflora 'Dawn to Dusk', Phlomis tuberosa 'Amazone', Geranium wallichianum 'Sweet Heidy', Ceratostigma plumbaginoides Geranium cinereum 'Giuseppii', Physostegia virginiana 'Bouquet Rose', Pimpinella major 'Rosea', Campanula persicifolia 'Grandiflora Coerulea', Origanum vulgare Hemerocallis Hybride 'Rose of Avalanche', Campanula carpatica 'Blue Clips', Bistorta affinis 'Superbum', Oenothera speciosa 'Siskiyou', Veronica longifolia Aster ageratoides var. adustus 'Nanus', Erodium x hybridum, Bergenia Hybride 'Biedermeier', Rhazya orientalis 'Blue Ice' und Valeriana officinalis Warme Farbpalette für frische Standorte Für diejenigen, die feuchtere Bedingungen haben, bieten wir eine Auswahl an Pflanzen in warmen Gelb-, Orange- und Weißtönen, die gut in frischen Böden gedeihen und deinem Teichrand eine sonnige Ausstrahlung verleihen. Foto oben (v.l.o.):  Patrinia scabiosifolia, Geum coccineum 'Borisii', Clematis recta 'Purpurea', Hemerocallis Hybride 'Alan', Thalictrum aquilegifolium 'Album' Hemerocallis Hybride 'Easy Ned', Physostegia virginiana 'Summer Snow', Trollius x cultorum 'Orange Globe', Ranunculus acris 'Multiplex', Hakonechloa macra 'All Gold' Hemerocallis Hybride 'Golden Chimes', Clematis recta 'Purpurea', Malva moschata 'Alba', Thalictrum flavum ssp. glaucum, Trollius x cultorum 'Alabaster' Gillenia trifoliata, Heuchera Hybride 'Mint Frost', Miscanthus sinensis 'Strictus', Rumex scutatus 'Silver Shield', Tanacetum macrophyllum Kühle Farbpalette für frische Standorte Auch für frische Standorte gibt es Pflanzen in kühlen Mauve-, Blau-, Violett-, Rosa- und Weißtönen, die deinem Teichrand eine elegante und beruhigende Note verleihen. Foto oben (v.l.o.):  Tradescantia virginiana, Iris sibirica 'Taubenblau', Geranium Pratense-Hybride 'Johnson's Blue', Brunnera macrophylla, Eupatorium fistulosum 'Augustrubin' Lobelia x speciosa 'Hadspen Purple', Lythrum virgatum 'Dropmore Scarlet', Thalictrum aquilegifolium, Stachys macrantha 'Superba', Hakonechloa macra Hosta Hybride 'Krossa Regal', Miscanthus sinensis 'Strictus', Cymbalaria muralis, Incarvillea delavayi, Vernonia crinita Gillenia trifoliata, Phlox paniculata 'Weiße Wolke', Rumex scutatus 'Silver Shield', Thalictrum aquilegifolium 'Album', Sanguisorba officinalis 'Tanna' Pflanzenreich App: Eine Fundgrube für Entdecker*innen Falls du noch mehr Beispiele suchst oder einfach deine Pflanzenkenntnisse erweitern möchtest, wirf einen Blick in die Pflanzenreich App. Diese App ist ein wahres Schatzkästchen für Gartenliebhaber und macht das Entdecken neuer Pflanzenarten zum Vergnügen. Sie bietet umfassende Informationen zu den verschiedensten Pflanzen und hilft dir dabei, die perfekte Auswahl für deinen Standort zu treffen.   Gestalte deinen Teichrand zu einem harmonischen Ort, in der der Übergang zwischen Wasser und Land fließend und natürlich wirkt. Lass dich inspirieren und erlebe die Freude, die richtige Pflanze am richtigen Ort zu finden!   Bleib wie immer natürlich - Deine Petra

  • BLÄTTERRAUSCHEN – EIN ÜBERRASCHEND ANDERES MAGAZIN FÜR GARTENKULTUR

    In unserem Gespräch mit der Chefredaktion des Gartenkultur-Magazins blätterrauschen  haben wir uns mit Anja Birne, Antje Peters-Reimann und Angelika Traub über die Arbeit hinter den Kulissen ausgetauscht. Als eingespieltes Team entwickeln sie mit viel Fachwissen und Kreativität die Themenschwerpunkte des Magazins und wählen spannende AutorInnen und Interviewpartner*innen aus. Dabei haben sie immer im Blick, die Artikel inhaltlich fundiert und visuell ansprechend zu gestalten. Besonders neugierig sind wir auf das Thema der kommenden Ausgabe...aber lest selbst! Fotos oben (v.l.n.r.):  Anja Birne, Antje Peters-Reimann und Angelika Traub  Petra: In der Laudatio des Deutschen Gartenbuchpreises steht: „ Der Laie staunt und der Fachmann wundert sich: Eine wenig bekannte deutschsprachige Gartenzeitschrift, die sich mit Themenheften eigenen Bereichen der Gartenkultur vertiefend widmet, dazu noch tiefgründig recherchiert, hochwertig präsentiert und herausragend illustriert…“ - Ich musste echt etwas schmunzeln, als ich das las. So beginnt ja die Begründung der Jury des Deutschen Gartenbuchpreises im März 2024 auf Schloss Dennenlohe, wo Euch, also Eurer Zeitschrift blätterrauschen einer der Stihl-Sonderpreise überreicht wurde. Ich habe es gekannt, aber für mich war es immer irgendwie ein „Geheimtipp“. Angelika: Das ändert sich gerade! blätterrauschen gibt es seit über 30 Jahren als Mitgliedermagazin der Gartengesellschaft (genauer: „Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur e.V.). Zwar hatten wir immer schon auch einige externe AbonnentInnen, aber es wurde dafür nie groß Werbung gemacht. Dabei waren die Initiatorinnen und späteren Redaktionen immer schon allesamt vom Fach und gut vernetzt. So gelang es, namhafte Autor*innen und Fotograf*innen zu gewinnen. Es war (und ist) ein idealistisches Projekt, das seine Unabhängigkeit genutzt hat. Leonie: Aber warum blieb es so versteckt? Anja: Versteckt ist vielleicht ein bisschen zu viel gesagt, denn alle Mitglieder bekommen das Magazin, es ist Bestandteil der Mitgliedschaft - und seit etlichen Jahren auch die Gesellschaften zur Erhaltung historischer Gärten Niedersachsen und Schleswig-Holstein, die es für ihre Mitglieder abonnieren. Aber die früheren Redaktionen hatten kein Interesse an einer „Vermarktung“, auch weil die Gartengesellschaft gemeinnützig ist. Da gab es eine gewisse Distanz zu allem, was nach „verkaufen“ aussehen könnte. Angelika: Genau, das Ideelle stand im Vordergrund. Das ist auch immer noch so. Aber der (einzige) Lohn der Autor*innen und unseres Teams ist schließlich die Resonanz. Als ein Wechsel in der Produktion anstand, hat sich ein neues Redaktionsteam zusammengetan und die Sache selbst in die Hand genommen und alles auf eine Karte gesetzt, denn es war nicht ohne Risiko, ob wir das wirklich schaffen. Antje: Ja, das war schon mutig. Ein Magazin zu verantworten, bedeutet auch, die Redaktion, das Projektmanagement und die Herstellung in allen Gewerken zu leisten, und zwar professionell. Wir konnten das angehen, weil wir im kleinen Kreis unsere Kompetenzen gebündelt haben. Angelika war bereit, auch die Rolle des „Chef von Dienst“ zu übernehmen und hat alle Prozesse im Überblick. Fotos oben: Einblick in die Magazine Küchengärten (links) & Botanische Kunst (rechts)  Petra: Der Erfolg gibt Euch recht: Das Magazin sieht sehr hochwertig und prachtvoll aus. Man würde nicht vermuten, dass es rein ehrenamtlich zu Stande kommt. Aber lasst uns mal über die Inhalte reden. Wenn man am Bahnhofskiosk steht, findet man blätterrauschen  nicht. Aber mindestens ein Dutzend Zeitschriften, die Gartenfreunde erreichen wollen - oder besser gesagt müssen, wenn sie nicht pleite gehen wollen. Das ist ja eigentlich ohnehin schon ein riesiges Angebot. Was macht den Unterschied? Angelika: Ein wesentlicher Unterschied ist tatsächlich, dass wir nicht am Kiosk bestehen müssen. Wir sind unabhängig und können es uns leisten, Themen zu bearbeiten, die eher gartenkulturell ambitionierte und differenzierter interessierte Leser ansprechen. Anja: Das soll nicht abgehoben klingen. Aber das ist doch im Buchmarkt oder der Bildenden Kunst auch nicht anders. Das Verständnis für die kulturellen Entwicklungen wächst mit dem Wissen. Wir gönnen uns etwas eingehendere Texte, vielleicht auch mal einen längeren Satz, denn auch eine gute Sprache ist uns wichtig. Antje: Oder ein Blick in die Geschichte, denn gartenhistorische Themen machen den kulturellen Wert der Denkmäler lebendig und zeigen, welch großes Engagement deren Erhalt bedeutet. Das mag auf manchen rückgewandt wirken, hat aber viel mit den Fundamenten der Gartenkultur zu tun. Anja: … und damit eben auch mit der Zukunft. Wir spüren gern mal historischen, noch heute spannenden Themen und Persönlichkeiten nach, denn daraus ergeben sich viele Impulse für aktuelle Felder der Gartenkultur und Gestaltung. Historische Recherche hat viel mit Entdeckerfreude zu tun.   Foto oben: Magazin Botanische Kunst Leonie: Wie kommt ihr denn auf die Themen? Jedes Heft hat ja einen Themenschwerpunkt, zuletzt zum Beispiel Botanische Kunst, Historische Gärten und jetzt aktuell im Herbst wird es um „Frauen“ gehen.   Angelika: Unsere Stärke liegt in der langjährigen Erfahrung. Anja hat viele Jahre als Autorin, Referentin und Reiseleiterin Insiderwissen gesammelt, dabei auch vieles, das noch nicht publiziert werden konnte. Und sie ist bestens vernetzt in der Gartenszene. Das ist ein belastbares Netzwerk. Es reicht ja nicht, wenn Ideen sprudeln. Wir brauchen motivierte Autor*innen und Fotograf*innen, manchmal auch die Expertise aus Hochschulen und Fachgesellschaften.   Anja: Am aufregendsten ist es für mich zu erspüren, was sich gerade frisch entwickelt, was neue Bedeutung bekommt. Das sind die kulturellen Strömungen, hinter denen oft einzelne Personen stehen und für viele Jahre prägende Impulse setzen. Es geht uns also nicht um modische Trends, die Verkaufsimpulse setzen, wie Accessoires und oft ja leider auch fragwürdige Neuzüchtungen. Um wirkliche Innovationen mitzubekommen, muss man ständig im Themenfeld unterwegs sein. Wir beziehen uns also mit kritischer Begeisterung auf hochaktuelle Felder der Gartenkultur und Gestaltung.   Antje: Eine andere Perspektive ist der Blick auf interessante Persönlichkeiten, die historische Entwicklungen auch emotional nachvollziehbar machen. In der aktuellen Ausgabe sind das starke, wie wir finden bisher viel zu wenig bekannte Frauenpersönlichkeiten, wie Elvira Castner, Amalie Dietrich oder Beate Hahn, in denen sich der emanzipatorische Prozess der jeweiligen Epoche abbildet, manchmal sogar dramatisch spiegelt.   Angelika: Amalie Dietrich hat sich aus einfachsten Verhältnissen durch unstillbaren Wissenshunger befreit und ist zu großer Anerkennung als Botanikerin und Pflanzenjägerin gekommen, wenn auch wieder weitgehend in Vergessenheit geraten. Jeder kennt Maria Sibylla Merian, aber wohl kaum Amalie Dietrich. Liebe Petra, liebe Leonie, ihr merkt, ich mache gern Lust auf das neue blätterrauschen. Petra: Ja, ich spüre, ihr arbeitet mit Begeisterung. Und für mich als Gartengestalterin wird gerade deutlich, wie interessant so eine Erweiterung der Perspektiven sein kann. Neben den Schwerpunktthemen gibt es in blätterrauschen auch ständige Rubriken. Was bietet ihr da an? Antje: Das sind z.B. in der Rubrik „Gartenbibliothek“ ausgewählte Literaturtipps, die meist, aber nicht immer, das Schwerpunktthema ergänzen. Anja: Und in „Bett und Beet für Gartenfreunde“ stellen wir besonders originelle Unterkünfte vor, die immer von attraktiven Gärten umgeben sind. Zuletzt war es ein zu einem höchst originellen Hotel umgebauter ehemaliger Wasserturm in den Niederlanden, oder ein geschichtsträchtiges historisches ehemaliges Forsthaus im Westfälischen, wo man eine Auszeit verbringen kann. Foto oben: blätterrauschen, Ausgabe Historische Gärten Angelika: Bereichernd ist es auch, dass zwei befreundete Organisationen regelmäßige eigene Rubriken beisteuern. Durch die Gesellschaft zur Erhaltung historischer Gärten Niedersachsen ist dauerhaft das Thema Garten-Denkmalschutz vertreten, und die Stiftung Gartenkultur in Illertissen (Stifter und Erster Vorsitzender ist Dieter Gaißmayer) berichtet aus ihrem lebendigen Engagement, zuletzt z.B. über das experimentelle Projekt eines „Klimaturms“ mit besonders hitzeresistenten, meist noch unbekannten sehr hoch rankenden Gewächsen, die für den städtischen Raum erprobt werden. Wir wollen den Blick öffnen und das blätterrauschen zu einer Plattform für Gartenkultur weiterentwickeln. Nicht jeder Verein kann sich ein eigenes Magazin leisten, aber vielleicht interessante Facetten beitragen. Wir sind da offen für weitere Kooperationen, obwohl uns die 72 Magazin-Seiten bereits sehr fordern. Leonie: Naja und ihr werdet doch sicher auch versuchen, Euren Leserkreis noch zu erweitern? Anja: Ja, klar. Du glaubst gar nicht, wie einen das motiviert, wenn nahezu täglich Bestellungen im Webshop eingehen, oft sind es gleich Abos und auch zusätzlich viele Bestellungen vergangener Hefte. Die sind ja weiter interessant, denn die meisten Beiträge haben zeitlosen Wert. Neue Leser gewinnen wir durch Empfehlung, denn als gemeinnütziger Verein können und wollen wir nicht in klassische Werbung investieren. „Bitte gern weitersagen“ ist also unser Appell. Wer sich schnell orientieren will und gern auf dem Pad liest: blätterrauschen  gibt es auch als Flip-Book (sogar zum halben Preis des geduckten Heftes für 4 EUR). Petra: Ja, da schließen wir uns diesem „push“ gern an und wünschen Euch weiter „volle Kraft voraus“! Jetzt bin ich erstmal gespannt auf Eure Herbstausgabe zu den „Frauen“ in der in der Gartenkultur.     Die Herbstausgabe mit dem Schwerpunktthema „Frauen“ ist ab sofort bestellbar:   Vielen Dank liebe Angelika, Anja und Antje für eure Zeit und das Gespräch mit uns! Wir hoffen, wir konnten euch, lieben Leser*innen, dieses wunderbare Gartenmagazin etwas näher bringen. Hier findet ihr das blätterrauschen: www.gartenkultur-magazin.de Bleibt wie immer natürlich Eure Petra und Leonie

  • EIN GARTEN FÜR SCHMETTERLINGE

    Ein Gastbeitrag von Dr. Dieter Bock Ein summender Garten - wer wünscht sich das nicht? Aber wie schaffen wir es, unseren Garten so zu gestalten, dass er für beide – Pflanzen und Insekten – ein Paradies wird? Dr. Bock, promovierter Biologe und langjährig im Landratsamt Schwäbisch Hall in der Abfallwirtschaft sowie an der Universität Ulm tätig, widmet sich heute ganz seiner Leidenschaft für Natur und Garten. Mit seiner tiefen Liebe zur Flora und Fauna hat Dr. Bock viele Jahre lang Europa bereist, um die Vielfalt der Natur und ihre Einflüsse auf die Gartengestaltung zu erforschen. Sein umfassendes Fachwissen fließt nun in die Gestaltung seines eigenen Gartens ein, wo er die gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis umsetzt. Dr. Bocks Ansatz, Pflanzen und Tiere harmonisch miteinander zu verbinden, verleiht seinem Garten einen unverwechselbaren Charme und eine lebendige Dynamik. Jede Jahreszeit offenbart hier ihre ganz eigene Magie und macht den Garten immer wieder neu erlebbar. Es ist ein Ort, an dem Natur und Gestaltung miteinander verschmelzen und im Einklang wirken... Wie kommt man auf die Idee, seinen Garten so zu gestalten, dass dort neben den Pflanzen auch Schmetterlinge, Bienen und viele weitere Insekten einen Lebensraum finden?   Bunt blühende Wiesen, die voller Leben sind, haben mich schon immer begeistert, und ich wollte versuchen, die damit verbundenen Gefühle auf den Garten zu übertragen. Mir war auch bewusst, dass aus Sicht der Natur Pflanzen und Insekten untrennbar zusammengehören. Blütenpflanzen und ihre Bestäuber gibt es schon seit mindestens 140 Millionen Jahren – viel länger, als Menschen auf der Erde sind. In dieser langen Zeit haben sie sich auf faszinierende Weise aneinander angepasst. Das wollte ich gerne auch vor der Haustür erleben. Unser Garten liegt in Baden-Württemberg an einem sonnigen Muschelkalkhang. Dieser war ursprünglich von einer wild wuchernden Vegetation bedeckt. Um ihn davon zu befreien, deckte ich ihn etwa ein Jahr lang mit einer schwarzen Agrarfolie ab. Danach war der Boden frei und musste nur noch einige Male von aufkeimenden Samenunkräutern befreit werden. Nun hatte ich eine freie Fläche, die geradezu zum Bepflanzen einlud, und in der Phantasie entstanden bereits die abenteuerlichsten Kombinationen. Aber der Hang war lehmig und steinig, im Sommer heiß und trocken – da wachsen längst nicht alle Pflanzen, und es war klug, sich bei der Auswahl an der Natur zu orientieren.   In Baden-Württemberg wachsen an solchen Stellen gerne Kalkmagerrasen . Sie beherbergen eine ausgesprochen attraktive Flora: im Frühjahr Kuhschellen, später Orchideen, Diptam und viele weitere Pflanzen, die den Vergleich mit gängigen Gartenpflanzen nicht scheuen müssen. Inzwischen gibt es solche Orte fast nur noch in Naturschutzgebieten, und an Wochenenden sind sie das Ziel vieler Ausflügler. Es reizte mich, so etwas im Garten zu haben und zu allen Jahreszeiten zu erleben. Im Mai blühen Traubige Graslilien in der Gartenwiese Die passenden Pflanzen zog ich selber in Töpfen aus Samen heran, um sie anschließend am Hang auszupflanzen. Dort vermehrten sie sich weiter, wuchsen aufeinander zu und bildeten schließlich eine bunte Wiese, die nun schon seit vielen Jahren besteht. Der Anblick verändert sich langsam im Laufe der Zeit, aber der Pflanzenbestand bleibt insgesamt stabil. Die einzelnen Arten verdrängen sich nicht gegenseitig, sondern kommen miteinander aus, weil sie aus demselben Lebensraum - dem Kalkmagerrasen – stammen. Diese Pflanzengemeinschaft bleibt aber nur erhalten, weil sie gepflegt wird: von Zeit zu Zeit müssen unerwünschte Kräuter und Sämlinge von Bäumen entfernt werden, die konkurrenzstärker sind und die Fläche überwachsen würden. Sommeraspekt mit Färberkamille und Großer Strahlendolde Dieser, der Natur nachempfundene, Garten soll nicht nur für die tierischen Bewohner, sondern auch für die Betrachter attraktiv sein. Da fast nur Wildstauden verwendet wurden, überwiegen die filigranen Strukturen von Blüten, Blättern und Samenständen, die bei genauem Hinschauen eine ungeheure Vielfalt an Formen und Farben aufweisen. Blütenwolken wechseln sich ab mit Blütenkerzen oder den Blütentellern der Doldenblütler. Wildstauden werden oft kritisch gesehen, weil ihre Blühdauer im Vergleich zu gezüchteten Sorten nur kurz ist. Die Antwort auf diesen vermeintlichen Nachteil ist die Ansiedlung einer großen Zahl verschiedener Pflanzenarten, die sich in ihren Blühzeiten ergänzen. Auf diese Weise folgen ganz unterschiedliche Blühaspekte in kurzer Zeit aufeinander. Dieselbe Fläche wechselt jeden Monat ihr Aussehen, sie bleibt dadurch immer abwechslungsreich und überraschend. Die verschiedenen Jahreszeiten werden dabei gut sichtbar. Fotos oben: Dieselbe Fläche über das Jahr hinweg betrachtet Was macht den Garten für Schmetterlinge und andere Insekten attraktiv? Da ist zuerst die große Artenvielfalt an Pflanzen zu nennen. Viele Insekten sind auf einzelne Pflanzenfamilien oder -gattungen spezialisiert, daher bedeutet Pflanzenvielfalt auch Insektenvielfalt. Besonders geeignet sind hierzu heimische Pflanzenarten, an die unsere Insekten angepasst sind, aber auch viele Pflanzen aus dem mediterranen Bereich oder den osteuropäischen Steppen können von ihnen genutzt werden. Die Auswahl ist so groß, dass kein Garten ausreicht, um alle Pflanzideen zu verwirklichen.   Für die Insekten im Garten ist wichtig, dass sie nicht nur geeignete Nahrung auf Blüten finden, sondern dass sie dort ihren ganzen Lebenszyklus durchlaufen können. Das bedeutet zum Beispiel für die Schmetterlinge, dass ihnen auch die Futterpflanzen ihrer Raupen zur Verfügung stehen. So habe ich dafür gesorgt, dass auf der Wiese Wilde Möhren für den Schwalbenschwanz, Veilchen für verschiedene Perlmuttfalter und geeignete heimische Gräser für Schachbrettfalter, Ochsenauge u.a. wachsen. Diese Falter halten sich tatsächlich gerne im Garten auf und man kann dort auch ihre Raupen finden.  Fotos oben: Wilde Möhre und Schwalbenschwanz (Ei Raupe und Falter) Manche Insekten brauchen offene, von der Sonne beschienene Bodenflächen, um sich fortzupflanzen. Eine solche Situation hat sich hier auf einem mit Erde aufgefüllten Steinriegel an der Gartengrenze ergeben. Der offene Boden ist von Gängen durchlöchert, weil dort eine Wildbienenart (die Gelbrandige Furchenbiene) eine Brutkolonie etabliert hat. Die Bepflanzung mit kleinbleibenden Steingartenstauden wie Helianthemum canum nimmt darauf Rücksicht, so dass der Boden dauerhaft offenbleibt. Fotos oben: Steinriegel mit Kolonie der Gelbrandigen Furchenbiene Viele Insekten haben spezielle Bedürfnisse. Wollbienen sammeln zum Beispiel Pflanzenwolle, um damit ihre Brutkammern auszukleiden. Das Polstermaterial finden sie in unserem Garten an Wollziest, Königskerzen oder an der Kronen-Lichtnelke, die gleichzeitig auch schöne Gartenpflanzen sind. Fotos oben: Eine Wollbiene sammelt Pflanzenwolle an der Kronen-Lichtnelke und bringt sie zu ihrer Brutstätte Einige Insekten pflanzen sich fort, indem sie ihre Eier in die Stängel oder andere Teile von Pflanzen legen. Dazu zählt zum Beispiel die Sichelschrecke, die auf unserer Wiese lebt und sich wie eine Seiltänzerin durch die Krautschicht bewegt. Die Weibchen haben einen speziellen Legeapparat, mit dem sie ihre Eier in den Blättern ihrer Futterpflanzen platzieren. Ein Mähen der Wiese würde diesen Tieren schaden. Daher werden im Herbst die abgestorbenen Pflanzenteile stehen gelassen und erst im Frühjahr entfernt, wenn es wieder warm genug ist und die Larven aus den Eiern schlüpfen können. Die Wiese behält dadurch auch im Winter ihre Struktur, die besonders bei Raureif gut zur Geltung kommt. Fotos oben: Die Eier der Sichelschrecke überdauern den Winter in der Krautschicht Blumen und Insekten als Attraktion im Garten Die Insekten, die durch unsere Gartenplanung bewusst gefördert werden und unsere Gartenwiese beleben, erhöhen für den Betrachter die Attraktivität der gesamten Anlage. Die umherfliegenden Schmetterlinge unterstreichen die luftige und filigrane Wirkung der Wiesenblumen. Wenn die Falter sich niederlassen, sind ihre bunt gemusterten Flügel ein Hingucker. Auch die metallisch schimmernden Rosenkäfer, die sich gerne auf Päonienblüten setzen, oder Bockkäfer mit lang geschwungenen Fühlern, die Doldenblüten bevorzugen, sind ein prächtiger Anblick. Eine besonders schöne Farbkomposition ergibt sich, wenn eine Blauschwarze Holzbiene die gelben Blüten der Junkerlilie zum Nektarsammeln besucht. Sowohl die Biene als auch die Pflanze sind Gäste aus dem Mittelmeerraum, die inzwischen wegen der Klimaerwärmung auch in unserem Garten heimisch sind. Ausgesprochen bunte Insekten sind die Bienenkäfer und die Goldwespen. Als erwachsene Tiere besuchen sie Blüten, aber ihre Larven sind Brutschmarotzer in den Nestern von Wespen- und Bienenarten. Die lange Evolutionsgeschichte hat dafür gesorgt, dass diese Parasiten mit ihren Wirten in einem Gleichgewicht stehen und alle miteinander auskommen. Rosenkäfer auf Paeonia Bunte Goldwespe auf Wilder Möhre Veränderliches Rotwidderchen auf Telekia Blauschwarze Holzbiene auf Junkerlilie Moschusbock auf Wilder Möhre Gemeiner Bienenkäfer auf Rauem Alant Musikanten im Garten Manche Insekten machen sich auch akustisch bemerkbar. Von Mai bis Juni lassen in unserem Garten die Feldgrillen Tag und Nacht ihren Gesang hören. Diese Tiere sind recht anspruchsvoll in Bezug auf ihren Lebensraum. Sie waren aber von Anfang an da und konnten durch die Gartenplanung als Kalkmagerrasen dazu veranlasst werden, weiterhin zu bleiben. Im Sommer ist das Zirpen der Feldheuschrecken zu hören. Sie ernähren sich von heimischen Gräsern, die eine Voraussetzung dafür sind, dass sie auch im Garten leben können. Ebenfalls im Sommer ertönt von Büschen und Bäumen der Gesang der Grünen Heupferde. Ihre Tonlage ist allerdings sehr hoch und kann nicht von allen Leuten wahrgenommen werden. Seit einigen Jahren ist noch ein weiterer Gesang hinzugekommen. Wegen der Klimaerwärmung haben sich bei uns Weinhähnchen ausgebreitet und in unserem Garten einen passenden Lebensraum gefunden. Sie gehören zu den Blütengrillen. Diese zierlichen Insekten können erstaunlich laut zirpen. Mit ihrem unüberhörbaren Gesang erzeugen sie in warmen Sommernächten ein südliches Flair in unserem Garten. Fotos oben: Feldgrille (Larve), Weinhähnchen, Grünes Heupferd und Rote Keulenschrecke Unsere Gartenanlage bildet für die angesiedelten Pflanzen und die mit ihnen verbundenen Insekten einen gemeinsamen Lebensraum, der auch vom Betrachter als eine Einheit wahrgenommen wird. Um von der Straße zu unserem Haus zu gelangen, geht man auf einer Treppe mitten durch diese gestaltete Wiese den Hang hinunter und nimmt dabei die Umgebung mit verschiedenen Sinnen wahr: man sieht nicht nur die bunten Blüten, zwischen denen Insekten schweben, sondern riecht auch den Duft aromatischer Pflanzen und hört manche Lautäußerung der tierischen Bewohner. Das führt zu einem intensiven Gartenerlebnis. Ein herzliches Dankeschön an Dr. Bock für diesen inspirierenden Blogartikel, der voller Wissen und praxisnaher Ideen steckt, um unseren Gärten noch mehr Leben einzuhauchen – besonders für die kleinen, aber so wichtigen Bewohner: die Insekten. Ob es um geeignete Pflanzen, natürliche Strukturen oder den richtigen Boden geht – Dr. Bock zeigt auf, wie wir mit einfachen Mitteln ein Lebensraum schaffen können, das für Bienen, Schmetterlinge und viele andere Arten wertvoll ist. Denn jedes noch so kleine Stückchen Natur, das wir fördern, trägt zum großen Ganzen bei und fördert die Biodiversität. Wir hoffen, dass auch ihr aus diesem Beitrag viele Inspirationen für euren Garten zieht und damit den Weg zu einem Garten einschlagt, der nicht nur summt und brummt, sondern auch voller Leben und Vielfalt steckt. Bleib natürlich Petra und Leonie

  • CHILENISCHE GÄRTEN ALS VORBILD FÜR DIE ZUKUNFT

    Ein Gastbeitrag von Soledad Castro Irgendwann sah ich die Gärten von unserer Kollegin Soledad Castro auf instagram . Üppige, überbordende Pflanzenlandschaften... mir ging das Herz auf. Komisch, da war nun Jemand am anderen Ende der Welt und traf meinen Nerv. Plötzlich war mir klar; diese Art Gärten brauchen wir künftig. Sie sind klar, großzügig, ästhetisch und dennoch pflegearm. Die letzten heißen und trockenen Sommer haben uns schmerzhaft gezeigt; wir müssen uns ohnehin Gedanken machen. Kurzentschlossen habe ich Soledad gefragt, ob sie uns ihre Arbeit zeigt. Sie hat Ja gesagt und sich sogar über meine Frage gefreut! Es geht nicht darum, Chilenische Gärten 1:1 auf unsere Beete zu übertragen. Vielmehr ist es das pflanzliche Bild, das reizvoll ist. Die hier vorgestellten Kombinationen sind bei uns meist nicht winterhart. Dennoch; es gibt genügend Pflanzen, die bei uns gut wachsen und sich in diese Art und Weise verwenden lassen. Darüber nachzudenken macht Sinn, damit wir wieder Spaß am Gärtnern haben! Hallo, mein Name ist Soledad Castro . Ich bin Chilenin und lebe am Stadtrand von Santiago . Seit 30 Jahren bin ich Landschaftsgärtnerin und das aus vollem Herzen. Schon mein ganzes Leben liebe ich Gärten. Die Schönheit der Pflanzen und ihre würzigen Aromen haben es mir angetan. Ich mag es, mit meinen Händen im Boden zu sein. Dann bin ich in meinem Element und schaffe neue Räume, die voller Schönheit sind. In Santiago habe ich meine eigene Landschaftsgestaltungsfirma. Sie heißt Solpaisajista . Meine Lieblingsprojekte sind an der Zentralküste direkt am Meer. Es sind oft Erholungs- und Urlaubsorte. Aber auch in Santiago und der Umgebung gibt es schöne Projekte von mir. Liebe Soledad, wie ist das Klima in der Region, in der Du arbeitest ? Soledad: Wenn ich in Chile Gärten bepflanze, muss ich mich sehr nach dem Klima richten. Santiago hat ein mediterranes Klima. Die Sommer sind trocken und warm, ja und sie können auch sehr heiß sein. Die Durchschnittstemperaturen liegen dann zwischen 14 Grad und 27 Grad. Die Winter sind für unser Empfinden kalt. Sie sind zwischen 14 Grad und 18 Grad. Dabei ist es oft bewölkt. Mit einem Niederschlag von 200 mm pro Jahr ist es sehr trocken. Welche Entwicklung oder Trends gibt es derzeit in der Pflanzenverwendung? Soledad: In Chile gibt es seit einiger Zeit die Entwicklung, Gärten mit einheimischer Flora zu bepflanzen. Das bedeutet bei uns, Pflanzen zu verwenden, die weniger Wasser brauchen. Auch in unserem Land macht sich der Klimawandel bemerkbar. Obwohl es mit 200 mm Niederschläge im Jahr schon wenig regnet, wird es zunehmend noch trockener. Für die Gärten bedeutet es eine spezielle Pflanzenauswahl. Deine Arbeit ist auch in Chile schon etwas Besonderes. Was machst Du anders als deine Kollegen? Soledad: Generell mag ich Gärten, die so selbstverständlich und natürlich sind, als wären sie schon immer da. Ich reise viel durch Chile und Argentinien. Spannend finde ich in verschiedenen Klimazonen zu arbeiten. Wir haben viele Areale mit unterschiedlichem Klima. Sie sind von Nord nach Süd extrem verschieden. Wir haben im Norden die heiße und trockene Atacama Wüste und im Süden das kühle Patagonien. Die Herausforderung so unterschiedlich zu arbeiten mag ich sehr. Meine Gärten versuche ich so harmonisch wie möglich in die Natur einzubinden. Mit welchen Pflanzen arbeitest Du gern und warum? Soledad: Wenn ich Pflanzen miteinander kombiniere, mag ich gern die mit einfachen Blüten, kleinen Blättern und sanften Farben. Dazu gehören Lavendel, Salvias oder Heiligenkraut. Das sind mediterrane Pflanzen, die bei uns gut wachsen.  Aber auch bei uns einheimische Pflanzen, wie kleine Laubbäumen Quillay, Peumos, Bolsos, Johannisbrotbäume verwende ich gern. Stauden und Gräser pflanze ich großzügig in Gruppen. Dabei entstehen wolkige Pflanzenlandschaften. Die muss man wenig gießen und dennoch blühen sie farbenfroh und schön.  Wer sind deine Kunden? Soledad: Meine Kunden sind Bauherren, wie Immobilien-Agenturen, Hotels und spezielle Häuser. Sie vertrauen mir, wenn ich etwas ausprobiere. Darüber bin ich froh. Wer sind deine Vorbilder und was deine Inspirationen? Soledad: Mich inspirieren Kollegen, wie Piet Oudolf, Fernando, Martos, Urquijo und Kastner. Meine größte Inspirationen sind jedoch die Landschaften Chiles! Bild oben: Landschaftlich angelegter Park mit Heiligenkraut, Känguruhpfote, Lavendel, Stipas, Lampenputzergräsern und Doquillas. Bild unten: Hier in diesem Park wachsen Lavendel, Salvien, Lampenputzergräser und Doquillas. Bild unten: Großzügig und üppig bepflanzt... hier wachsen Löwenohr, spanisches Gänseblümchen, Lavendel, Lampenputzergräser sowie Katzenminze. Bild oben: Lavendel und Fackellilien sind eine feurige und temperamentvolle Kombination.  Bild oben links: Schöne Farbspiele mit Bulbine, Plectranthus und Gräsern, wie das Lampenputzergras für ein Projekt an der Küste. Bild oben rechts: Kühle Farben wie das Magenta des Schopflavendel passen zu graulaubigen Blättern. Bilder oben und unten: wolkenartige Pflanzungen aus Heiligenkraut und Gräsern wirken schon aus der Ferne. Die rote Känguruhpfote bringt Farbtupfer in die Pflanzung. Auch Lavendel darf nicht fehlen. Bilder oben: Gräser durchweben die Flächen und lassen die Farben von Lavendel, Bulbine und Känguruhpfötchen strahlen. Bild unten: Warme, leuchtende Kontraste... das tolle Orange des Afrikanischen Löwenohrs (Leonotis leonurus) hebt sich von den warmen Honigtönen der Gräser ab. Die Lavendel bringen kühle Kontraste zu den sonst warmen Farben. Bild oben: Schönes Gegenspiel der samtigen Anigozanthos, der Känguruhpfote, Lampenputzergräsern, Lavendel und Salbei. Bild unten: Die Spornblume hat ihren sommerlichen Auftritt, hier mit Doquillias und Strohblumen. Herzlichen Dank Soledad   für das Teilen deiner inspirierenden Arbeiten mit uns! Wir werden wohl künftig öfter in Deinem Feed vorbeisehen.  ... bleibt natürlich Eure Petra

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