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  • LIEBLINGSPFLANZEN VON PETRA PELZ

    DIE 10 BESTEN PFLANZEN FÜR DAS STAUDENBEET Ich werde jetzt mal absurd... Stell dir vor, Pflanzen hätten keine Blütenfarben! Undenkbar, oder? Das Interesse der Gartenenthusiasten würde schnell nachlassen. Die Gartenmärkte würden keinen Umsatz mehr machen. Kein Liebäugeln mit verführerisch leuchtenden Blüten. Keine Impulskäufe beim Vorbeischlendern an den Verkaufstischen. Aber Menschen schwärmen nun mal, wenn sie schöne Blüten von zweifarbene Lupinen oder gefüllten feuerroten Pfingstrosen so anleuchten! Das verstehe ich. Farben sind toll. Wenn wir sie sehen, haben wir eine Vorstellung und kombinieren vielleicht schon in Gedanken. Farbige Blüten locken uns magnetisch an, wie Schmetterlinge oder Bienen. Aber Farben sind doch nicht alles! Pflanzen bieten so viel mehr! Vielleicht sind dir schon mal schöne Kombinationen im Schatten aufgefallen. Die wirken oft aufgrund der verschiedenen Blätter, die  spannungsreich kombiniert sind. Aber auch unterschiedliche Blütenformen oder Wuchsformen können fantastische Bilder erzeugen. Auf den unteren Fotos findest du den Beweis! Bilder oben: IGA Rostock 2003, Staudenpflanzung Gräsergarten (P.Pelz) ; Farbe ist wichtig aber auf dem Schwarz Weiß Bild lässt sich deutlich die Wirkung der  verschieden große Blüten (auch Grobes gegen Feines) und unterschiedliche Formen erkennen.  Alles ganz ohne Farbe. Worauf kommt es an? Nachfolgend möchte ich dir wesentliche Aspekte von Pflanzen nennen, die für eine gelungene Pflanzung wichtig sind:   Äußere Merkmale: Farbe der Blüten (gibt es unzählige Farben in Schattierungen) Form der Blüten (Rispen, Kugeln, Schleier, Korbblüten usw.) Laubfarbe (verschiedene Grün-Töne, Silbertöne aber auch Rot- und Bronzetöne) Laubform (rund, länglich, oval usw.) Struktur der ganzen Pflanze (schmal aufrecht, breit überhängend, kuglig usw.  Qualitätsmerkmale: Dauerhaftigkeit, Langlebigkeit der Art Regenerationsvermögen (ob sich die Pflanze immer wieder erneuert) Standortamplitude (das Spektrum verschiedener Standortbedingungen Bsp. von trocken bis feucht, von sonnig bis schattig) Länge der Blütezeit Laubattraktivität (möglichst lange vom Austrieb bis zum Absterben) Ja, das ist eine Menge und du kannst es dem kleinen Pflanzentopf in deinem Einkaufskorb nicht unbedingt ansehen. Vielleicht sehen diese (wertvollen) Pflanzen im Topf erst mal nach nichts aus. Sie haben keine so tolle Blüte auf den ersten Blick, eher ein paar verschrumpelte Blätter. Die wahren Qualitäten schlummern im Topf. Ihr Wert wird offensichtlich, wenn sie sich im Garten auf einmal prachtvoll entwickeln und dir über lange Zeit Freude machen. Wäre es nicht schade, diese wertvollen Eigenschaften zu missachten? Verschenktes Potential! Am Ende sind diese Eigenschaften genau das “Zünglein an der Waage”, weil so eine Pflanzung funktioniert. Sie ist nicht nur schön, sondern auch vital und pflegeleicht. Seit 1993 beschäftige ich mich mit Pflanzen und deren Verwendung in den Gärten. Ich persönlich liebe es, wenn die Flächen größer sind. Ich mag diese flächig überbordenden Pflanzengruppen, in die ich am liebsten abtauchen würde. Pflanzen die so gepflanzt werden, müssen gute Eigenschaften (Langlebigkeit, lange Blühzeiten, gesundes Laub usw.) haben. Deshalb weiß ich, auf die richtigen Pflanzen kommt es an. Die 10 Lieblingspflanzen von Petra Pelz   Natürlich habe ich mehr als 10 Lieblingspflanzen. Aber diese, verwende ich immer wieder. Ich möchte sie dir deshalb ans Herz legen, denn sie sind sie wahre Schätze. 1. JAPANWALDGRAS – HAKONECHLOA MACRA Ein wahrer Schatz ist das Japanwaldgras. Sein unglaublich eleganter weicher Blattschopf säumt Wege und Kanten. Ich liebe dieses Gras, weil es so unkompliziert und robust ist. Sein später Austrieb wird mit Frühlingsanemonen und Traubenhyazinthen überspielt. Dann aber behält es seine Form, selbst wenn die Farben verblassten sind, bis zum Frühjahr. Standort: Freifläche, Gehölzrand nicht zu trocken. Im letzten Jahr musste ich das Gras aus der Sonne nehmen, da es natürlich die Trockenheit nicht gut verträgt (bisher hatte es das in meinem Boden toleriert). Ich habe es in den Halbschatten umgesetzt. Größe: 50 cm; Blüte: grün, VII–VIII 2. SCHÖNASTER – KALIMERIS INCISA 'MADIVA' Nie enttäuscht wurde ich von der Schönaster. Robust, überaus reich und lange blühend wächst sie in perfekter dichter, kugeliger Form und ist dabei noch standfest. Da sie so dicht wächst, unterdrückt sie Unkraut. Sie wächst am trockenen oder feuchten Standort, im leichten Schatten oder in der Sonne. Standort Beet, Freifläche, Gehölzrand Größe: 80 cm, Blüte: weißlich, VII–X 3. EULALIAGRAS – MISCANTHUS SINENSIS 'GRACILLIMUS' Das Eulaliagras, eine alte Foerster-Sorte. Es wuchs schon in meinem Garten in Biederitz. Es ähnelt einer Skulptur und ich habe es wieder und wieder geteilt. Es kam bei uns selten zur Blüte, blüht jetzt allerdings inzwischen aufgrund des sich ändernden Klimas. Mir gefällt die Eleganz, aufgrund der überhängenden grazilen Blätter. Trotz der zarten Wirkung, ist es imposant. Standort: Freifläche, Beet Größe: 160 cm, Blüte: silbrig, X–XI 4. JOHANNISWOLKE – ACONOGONON SPECIOSA Diese Pflanze habe ich durch Wolfgang Oehme kennengelernt und das erste Mal auf der IGA in Rostock 2003 verwendet. Sie schiebt schon früh ihre Massen in die Höhe und ist die Großstauden mit der frühesten Blüte. Sie bildet imposante Büsche und kann wie ein Strauch verwendet werden. So ist sie als Sichtschutz gut geeignet. Standort: Freifläche, Beet Größe: 180 cm; Blüte: weißlich, IV-VI 5. INDIGOLUPINE – BAPTISIA AUSTRALIS (UND HYBRIDEN) Aus der Prärie stammt die langlebige Indigolupine oder auch Färberhülse. Sie kann imposante kuglige Büsche bilden und ist ein Solitär im Staudenbeet. Ihre herrlich blaue Blüte ist mir im Mai immer sehr willkommen. Gern verwende ich diese anspruchslose Staude zusammen mit Pfingstrosen, Euphorbien oder dem Röhrenstern, die zu einer ähnlichen Zeit blühen. Standort: Freifläche trocken bis frisch Größe: 120 cm; Blüte: grün, V–VI 6. PRÄRIEAMPFER – PARTHENIUM INTEGRIFOLIUM In der einer süddeutschen Gärtnerei hatte ich im Mutterpflanzenquartier mal diese besondere nordamerikanische Pflanze gesehen. Ich wollte den Topf aufheben und hatte es schwer. Die langen Pfahlwurzeln waren tief in der Erde verankert. Tolle Pflanze dachte ich und habe sie mitgenommen. Ich verwende sie in kleinen Gruppen zu trockenheitsliebenden Pflanzen. Standort: Freifläche, Beet, kann trocken stehen Größe: 50 cm; Blüte: weiß, VII–VIII 7. DREIBLATTSPIERE – GILLENIA TRIFOLIATA Die zarte Dreiblattspiere ist robuster, als man denkt. Größere Blüten von Pfingstrosen oder Zier-Lauch werden mit lockeren Blütenrispen und grazilen Blättern umgarnt. Sie wächst langsam ist aber sehr dauerhaft. Das Herbstlaub verwandelt sich in ein leuchtendes Orange. Standort: Gehölzrand, Freifläche, nicht zu trockene, humose, leicht saure Böden Größe: 60 – 80 cm; Blüte: weiß, VI–VII 8. AROMATISCHE ASTER – ASTER OBLONGIFOLIUS 'OCTOBER SKIES' Diese schöne Aster pflanzte ich in meinen Garten. Durch den schnellen und dichten Wuchs wirkt sie wie in Schutzschild gegen Unkraut. Der dichte Wuchs macht es leichter dagegen anzukommen. Sie trägt im Herbst leuchtend lavendelblaue Blütenpracht mit aromatischem Duft. Insekten fliegen drauf… Standort Freifläche, Beet Größe: 50 cm, Blüte: rosa bis lavendelblau, IX–X 9. RÖHRENSTERN – AMSONIA TABERNAEMONTANA VAR. SALICIFOLIA Der Röhrenstern ist ein Multitalent. Er ist robust hat schönes schmales Laub und blüht himmelblau im Frühjahr. Das Laub sieht bis zum Herbst gut aus. Weil läuft der Röhrenstern zur Höchstform auf. In einem wirklich knallgelb leuchtet  die ganze Pflanze und ist deshalb ein toller Partner zu herbstblühenden Stauden, wie Astern, Anemonen oder Gräser. Standort Freifläche, Gehölzrand eher frisch Größe: 120 cm; Blüte: blau V-VI 10. SCHMALBLÄTTRIGE BERGMINZE – PYCNANTHEMUM TENUIFOLIUM Diese hübsche Präriestaude mit frischgrünem filigranem Laub wirkt wie ein Schleierkraut nur kompakter. Sie blüht sehr lange und verträgt viel Trockenheit. Deshalb ist sie die ideale Begleitstaude auf trockenen Böden. Im Winter behält sie ihre Form und sorgt für eine schöne Wintersilhouette. Standort: Freifläche trocken Größe: 50 cm; Blüte: weiß, VI–VIII   Ich wünsche dir viele Pflanzen-Ideen! herzliche Grüße und bleib natürlich Petra   PS: Wenn du dir einen Garten wünschst, der „trockenheitstauglich“ und trotzdem üppig blühend ist, dann wäre unser kleines Geschenk das richtige für dich. Hol dir die 20 besten Stauden für trockenheitsliebende Beete:

  • EIN FRÜHLINGSGARTEN OHNE BLUMENZWIEBELN – UNDENKBAR!

    Ein Gastbeitrag von Sylvia Knittel und Ina Timm Wenn sich in grauen Februartagen das trübe Wetter aufs Gemüt schlägt, freut man sich auf Pflanzengrün und Blütenfarbe. Pflanzensehnsucht macht sich breit. Kaum scheint einen Tag lang mal die Sonne, lugen schon die ersten Krokusse und Schneeglöckchen zwischen den noch längst nicht abgeschnitten Stauden hervor. In so einer Zeit kommt das Gartenbuch von Sylvia Knittel und Ina Timm gerade recht. Hier kann man erahnen, was uns demnächst erwartet. Zahlreiche Fotos laden zum Schwelgen ein. Die Texte sind informativ und erklären, was sich hinter den schönen Kombinationen an Know How verbirgt. Wer jetzt im eigenen Garten im Herbst gut vorgesorgt hat, wird sich in Kürze an der eigenen Blumenpracht im Frühlingsgarten erfreuen. Sylvia und Ina haben für uns einige Tipps und Inspirationen mitgebracht: Sylvia Knittel fotografiert seit Jahren leidenschaftlich in Gärten und Natur. Besonders angetan haben es ihr die Zwiebelpflanzen. Auch in ihren bisherigen eigenen Gärten hat sie auf die Gestaltung mit Geophyten sehr viel Wert gelegt. Dabei geht es ihr besonders um eine leichtfüßige und naturnahe Anlage, die gut an den Standort angepasst ist und wenig Arbeit benötigt, um gut auszusehen. Sie ist Mitgründerin des campus botanicus . campus botanicus veranstaltet virtuelle Vorträge und Kurse rund um das Thema Garten und Botanik für alle Gartenfans von Einsteiger:innen bis Profis. Hier hat sie bereits mehrfach zu Zwiebelblühern vorgetragen. Du möchtest mehr über Sylvia Knittel erfahren? Klicke hier.   Ina Timm studierte Garten- und Landschaftsarchitektur und lebt im blühenden Tübingen. Ihr Büro ist auf den Entwurf und die Bauleitung von Privatgärten spezialisiert. Als Autorin liegen ihr die Themen gute Gestaltung und Klimawandel besonders am Herzen. In ihren Büchern verrät sie gerne ihre gestalterischen Tipps und Tricks – damit jeder Leser seinen ganz eigenen, maß-geschneiderten Gartentraum verwirklichen kann. Ina Timm ist die Autorin des Bandes »Robuste Schönheiten für den Garten«, der ebenfalls im BLV Verlag erschienen ist. Du möchtest mehr über Ina Timm erfahren? Klicke hier. Foto oben: Ein Frühlingsteppich von Elfenkrokus Crocus tommasinianus und Winterlingen Eranthis im Hermannshof Foto: Sylvia Knittel Foto oben: Elfengleich ist der Elfen-Krokus Crocus tommasinianus Foto: Sylvia Knittel Foto oben: Verschiedene Schneeglöckchen und Christrosen Helleborus blühen in Sylvias Garten Foto: Sylvia Knittel Ein detaillierter Blick auf Blumenzwiebeln, Knollen und Rhizome Blumenzwiebeln sind weit mehr als Krokusse und Tulpen. Sie sind von Januar an wertvolle Begleiter durch das Gartenjahr. Wie das mit den Zwiebeln funktioniert, zeigt unser Buch „Robuste Traumgärten gestalten – wie Sie Ihren Garten für das Klima wandeln“. Wir räumen mit Vorurteilen auf und zeigen, warum Blumenzwiebeln, Knollen- und Rhizompflanzen zu den Gartenstars der Zukunft gehören. Denn sie sind für jeden Garten unverzichtbar. Vom Naturstandort lernen Erstaunlich viele Blumenzwiebeln, Knollen und Rhizome blühen in Europa auf wilden Wiesen, an steilen Hängen oder in unseren Wäldern. Wir haben uns angesehen, wie diese Naturstandorte detailliert beschaffen sind. So wächst der Hohle Lerchensporn ohne unser Zutun immer im lichten Blätterschatten von Bäumen in der Natur. Die schöne Weinbergtulpe oder die blaue Traubenhyazinthe hingegen gedeihen massenweise auf warmen Südhängen, die auch gerne trocken sein dürfen. Wo es ihnen gefällt, vermehren sie sich ohne unser Zutun. So entstehen zauberhafte Wiesen oder leuchtende Waldböden – richtige Traumorte und gleichzeitig Modell für unsere Gärten. Im Buch „Robuste Traumbeete gestalten“ haben wir dieses umfangreiche Wissen um die natürlichen Standorte von Blumenzwiebeln, Knollen und Rhizome zusammengefasst. Für jede einzelne Art gibt es Tipps, damit die Pflanzen, die später im Garten wachsen, prächtig gedeihen. Foto oben: Ein Meer aus Prärielilien Camassia leichtlinii, Hasenglöckchen Hyacinthoides hispanica und Tulpen schaffen im Hermannshof atemberaubende Frühlingsmomente. Foto: Sylvia Knittel Foto oben: Romantisch verträumte Kombinationen ergeben sich mit dem Wiesenschaumkraut Cardamine bulbifera und verschiedene farblich passende Tulpen, wie hier im Hermannshof Weinheim. Foto: Sylvia Knittel Foto oben: Die kleine frühe Iris, Iridodictyum reticolata 'Fabiola' treibt schon früh aus. Besonders schön passt sie zwischen immergrünen horstbildenen Seggen. Foto: Sylvia Knittel Lebensbereiche im Frühlingsgarten Geophyten sind besonders robust, wenn sie standortgerecht eingesetzt werden. Dabei unterscheiden sich die Lebensbereiche für Zwiebel- und Knollenpflanzen leicht von denen, die Hansen-Stahl für Stauden definiert hat. Denn für eine Blumenzwiebel macht es durchaus einen Unterschied, ob sie an einem Hang steht, oder auf einer flachen Ebene, auf der sich das Wasser stauen kann. Auch bei den Feuchtebereichen haben wir angepasst. Die Speicherorgane vor allem von Blumenzwiebeln und Knollen vertragen keine dauerhafte Nässe. Dafür wachsen sie an sommertrockenen Stellen, wo andere Pflanzen schlapp machen. Klimagenies Geophyten Zum Glück beeindruckt der Klimawandel die meisten Blumenzwiebeln recht wenig. Wenn es im Sommer wärmer wird und weniger Regen fällt, dann verweilen Osterglocken oder Märzenbecher gut geschützt im Boden. Sie verdunsten kein Wasser, denn in den unterirdischen Organen ist alles gut gespeichert. Viele bei uns in den Gärten eingesetzte Pflanzen wie Tulpen, Krokusse, Steppenkerze oder Kaiserkronen sind Beispiele für Pflanzen, die ursprünglich aus wärmeren Gegenden Europas und Asiens stammen. Die Zwiebel-Hotspots reichen von Griechenland bis in die trockenen Bergregionen von Kirgisistan. Sie haben schon immer im Sommer sicher vor der Bruthitze geruht. Geophyten sind also richtige zukunftsfähige Klimagenies! Foto oben:  Die kleinen gelben Narzissen Narcissus triandrus 'Hawera' und die blauen Traubenhyazinthen Muscari blühen hier im Gräsergarten im ega Park  Erfurt zwischen den austreibenden Gräsern. Foto: Sylvia Knittel Foto oben: Ein sonniges Farbfeuerwerk zünden im Frühling Narcissus triandrus 'Thalia', Tulipa 'Ballade Gold', Tulipa 'Gwen', Tulpe 'Maureen', Tulpe 'Recreado', Tulpe 'Virichic', wie hier auf der BUGA Erfurt im Großen Staudenbeet Foto: Sylvia Knittel Robuste und stabile Pflanzungen Für robuste und stabile Pflanzungen haben wir eine Vorgehensweise erarbeitet, bei der optimale Bedingungen eine wichtige Rolle spielen. Dies ist insbesondere für Geophyten wichtig, da diese nur eine kurze Vegetationsperiode haben, um alle Nährstoffe für die Blüte im kommenden Jahr einzulagern. Der erste Faktor ist der Standort. Stimmt er, so ist dies der wichtigste Schritt zum guten Gedeihen. Unsere Gliederung umfasst: Gehölz (G), Gehölzrand (GR), Hang Nord (HN), Hang Süd (HSÜ), Felssteppe (FST), Beet/Freifläche (B), Wiese (Wi) und Rasen (RA). Hinzu kommen drei Feuchtebereiche, die in Kombination mit dem Standort starken Einfluss auf die Geophyten haben. Der zweite Faktor ist der Boden. Sandböden bieten andere Voraussetzungen als Tonböden, um beide Extreme zu nennen. Somit wachsen dort auch andere Pflanzen. Der dritte Faktor ist die Versorgung mit Nährstoffen, auch hier gibt es verschiedene Ansprüche. Hier gibt es mannigfache Gestaltungsmöglichkeiten, denn selbst innerhalb der Gattungen gibt es extreme Unterschiede. Nur ein Beispiel: Es gibt Allium, die sehr magere und trockene Standorte benötigen, um zu gedeihen, aber auch Arten und Sorten, die feuchtere und/oder fettere Standorte vertragen. Foto oben: Bunte Frühlingsteppiche zaubern die kleinen Alpenveilchen Cyclamen coum und der Elfenkrokus  Crocus tommasinianus hier im Hermannshof. Foto: Sylvia Knittel Foto oben: Narzissen gibt es nicht nur in leuchtendem Gelb. Foto: Sylvia Knittel Optisch ansprechende Kombinationen Jede Zwiebelpflanze hat ihren eigenen Habitus. Wie stehen die Blüten, wie sehen die Blätter aus? Nach oder mit den Blüten kommen die Blattschöpfe. Bei einigen sieht das Laub teils schon zur Blütezeit nicht mehr gut aus. Dazu gehören die meisten Allium und Steppenkerzen. Früh austreibende Stauden sind hier wichtig, die die schon braunen Blätter verdecken. Andere hingegen haben Laub, das lange gut aussieht und genauso eingesetzt werden kann wie das anderer Stauden. Diese Geophyten sollten auch entsprechend präsentiert werden. Das spät blühende Allium senescens (Ausdauernder Lauch) eignet sich sogar zur Beetbegrenzung und Cyclamen coum (Alpenveilchen) und Erythronium (Zahnlilien) erfreuen mit wunderschön marmorierten Blättern. Geophyten sind ebenso vielfältig wie andere Stauden. Die meisten haben eine kürzere Vegetationszeit und machen daher Platz für andere Stauden im Jahresverlauf, so dass sich schöne abwechslungsreiche Beete über das Jahr hin inszenieren lassen. Bei den Gestaltungsmöglichkeiten schauen wir immer in zwei Richtungen: Der Blick auf den Standort zeigt, welche Partner am Naturstandort wachsen. Diese lassen sich auch im Garten einsetzen und ergeben natürliche Pflanzbilder. Welche Gartenstauden gibt es, die ähnliche Ansprüche haben und sich gut kombinieren lassen? Hier beachten wir die Aspekte über das Jahr hinweg. Foto oben: Die hübsche Wildart Tulipa praestans 'Füsilier' blüht hier im Hermannshof in Weinheim mit der Traubenhyazinthe Muscari latifolium. Foto: Sylvia Knittel Foto oben: Eine frühblühende und leuchtende Schönheit ist die Feuertulpe Tulipa whittallii. Foto: Sylvia Knittel Foto oben: Hier blüht Lilium martagon 'Guinea Gold' mit anderen Stauden. Foto: Sylvia Knittel Um diese Entscheidungen leichter treffen zu können, haben wir am Ende unseres Buches eine Liste der Geophyten nach den Lebensbereichen zusammengestellt. Diese Tabelle bietet Inspiration, um die für jedes Gartenbeet passenden Pflanzen zusammenzustellen, die dauerhaft im Boden bleiben können und sich jedes Jahr immer ein wenig mehr Fläche in eurem Beet erobern werden. Wer diese Schritte mit uns geht, wird am Schluss ein tolles Blütenparadies im Garten geschaffen haben, das pflegeleicht ist, locker mit dem Klimawandel klarkommen wird und wunderschöne Blühmomente beschert. Viel Vergnügen beim Lesen wünschen Sylvia Knittel und Ina Timm Foto oben: Die lilienblütigen Ballerina-Tulpen gibt es in vielen Farben. Sie passen gut zu anderen zeitgleich blühenden Tulpen in anderen Formen. Foto: Sylvia Knittel Foto oben: Zart wie Porzellan ist die Zahnlilie in Weiß – Erythronium revolutum ' White Beauty'. Foto: Sylvia Knittel Foto oben: Mit einer Höhe von 1,20 bis 1,0m ist der Zierlauch Allium 'Summer Drummer' ein Gigant im Staudenbeet. Hier blüht er mit hohen Stauden, wie der Hanfblättrige Eibisch Althaea cannabina und Verbascum chaixii. Foto: Sylvia Knittel Foto oben: Staudenbeet im Hermannshof, im Juni blüht der markante Zierlauch Allium 'Forelock' zusammen mit Lavendel und dem Perlgras Melica transsilvanica. Foto: Sylvia Knittel Foto oben: Der ganzjährig attraktive kleine Berglauch Allium senescens 'Millenium' blüht hier mit dem feinen Tautropfengras Sporobulus heterolepis und Sedum, Gräserbeet des Erfurter ega Parks. Foto: Sylvia Knittel Ich wünsche dir einen schönen Frühling mit viel Blütenfarbe und frischem Grün!   Bleib natürlich Petra

  • IGELPOLSTER UND ANDERE PFLANZEN FÜR DEN TROCKENEN STANDORT

    Ein Gastbeitrag von Thomas Eidmann Gärtnerei und Pflanzensortiment – eine Entwicklung über viele Jahre   Vor langer Zeit, als es in unserem Alltag noch keine Computer gab, habe ich in dem noch damals sehr renommierten Staudenbetrieb Kayser & Seibert   eine Ausbildung gemacht. Anschließend habe ich dort auch ein paar Jahre gearbeitet und klar, viel gelernt. In meiner Freizeit fing ich an Stauden zu produzieren. Mein ehemaliger Chef Klaus Seibert  nahm mit kontrollierendem Auge das Ergebnis ab. So ungefähr war mein Anfang und es entstand meine kleine Gärtnerei. Wie sich im Pflanzenreich auch so ein Blatt nach dem anderen bildet, hat sich aus dem damals winzig kleinen Betrieb eine  “ordentliche” Staudengärtnerei entwickelt. Heute produzieren und verkaufen wir auf 8.000m² Fläche. Über 1.500 verschiedene Stauden sind im Angebot (noch mehr Arten und Sorten in den Beeten). Das alles bewältigen wir zur Zeit mit fünf Saisonkräften, zwei Gesellen bzw. Gesellin und einem Lehrling. Hier gilt mein Dank meiner lieben geduldigen Frau, die mir stehts zur Seite steht. Sie ist hauptsächlich für den Privatverkauf verantwortlich. Schritt für Schritt wurden kleine Ländereien gepachtet oder gekauft. Über 30 Jahre entwickelte sich eine, in das dörfliche Gefüge eingepasste Staudengärtnerei. Sie ist durchkreuzt von öffentlichen Graswegen, durchtränkt von Staudenpflanzungen in allen Ecken. Die Kunden lieben das. Neukunden und sogar Stammkunden sind überrascht, wie sich die Gärtnerei hinter dem vorderen Verkaufsbereich noch weiter entfaltet. Aus eigener Freude an Staudenpflanzungen kann man nicht nur im Eingangsbereich, sondern im ganzen Gelände Beete zu verschiedenen Themen finden. So beraten wir unsere Kunden mit anschaulichen Beispielen. Eine unserer Herzensangelegenheit sind trockenheitstolerante Pflanzen und solche für Insekten. In dem folgenden Blogbeitrag möchte ich deshalb über Igelpolster und Begleiter schreiben. Es ist mir eine Freude, einige tolle Arten vorzustellen, die in Hinblick auf den Klimawandel auch im Garten, völlig neue Perspektiven und Möglichkeiten bieten.   Foto unten: unser Steingartenquartier Foto oben: Der Igelginster (Erinacea anthyllis) in Marokko am Oukaimeden in 3000 m Höhe. Er blüht blau. Igelpolster und andere Pflanzen für den trockenen Standort   Die submediterrane Dornpolsterflur-Felsheide findet sich als Pflanzengemeinschaft arider (trockener) Regionen unter anderem am Mittelemeer und in Anatolien. Während diese Vegetation im weiter südlich gelegenen Atlasgebirge in einer Höhe zwischen 2.400 und 3.500 m vertreten ist, kommt sie in der Sierra Nevada in Spanien zwischen 1.500 und 2200 m, auf Kreta zwischen 1.500 und 2.450 m vor. Besonders beeindruckend sind die Polster der Igelpolster ( Acantholimon –   Arten). Diese Gattung findet man nur in den Pflanzengemeinschaften des östlichen Mittelmeerraumes und weiter bis nach Zentral-Asien. Es gibt über 200 Arten und nur wenige habe bisher den Einzug in die Gartenkultur gefunden. Hier ist sicher noch ein Potenzial vorhanden. Der seltenere Einzug in die Staudensortimente liegt auch an der Schwierigkeit der Vermehrung. Vor vielen Jahren war ein Samenansatz im Garten undenkbar. Vor zwei Jahren fanden wir in unserer angelegten Dornpolsterflur eine Handvoll Sämlinge! Hier können wir auch den Klimawandel erkennen. Diese bilden beeindruckende, kissenartige Polster. Ein hoffnungsvoller Ausblick. Foto oben: Dornpolsterflur in Marokko, so harmonisch mit Gräsern, wie in einem Garten und das in 3000 m Höhe. Sie schützen sich durch ihre harten, zu Dornen ausgebildeten Triebe vor Beweidung und der mehr als vier Monate andauernden Sommertrockenheit. Ebenso helfen die Anpassungen dabei trotz extremer Sonneneinstrahlung und starker Winde selbst in den trockensten und heißesten Hochgebirgsregionen zu überleben. Foto links:  Acantholimon trojanum Foto rechts:  Acantholimon ulicinum ssp. creticum Foto: die Dornpolsterflur in Marokko in 3000 m Höhe sieht aus wie ein Garten in der Natur Foto oben:  Das Igelpolster Acantholimon ulicicnum ssp. creticum überspannt Mauerkronen Foto links: Acantholimon trojanum mit ihren Samenständen, die wie Blüten wirken Foto rechts: ein besonderes, uralt werdendes Bohnenkraut in der Sierra Nevada in über 2000 m Höhe Igelpolster sind tolle, beeindruckende Polsterpflanzen für trockene, sonnige Gärten   Die Polstergröße der Arten ist unterschiedlich. So wächst der seltene Acantholimon saxifragiforme  nur zu kleinen Polster von 15 bis 20 cm und ist etwas heikel im Garten,  während Acantholimon ulicinum ssp. creticum relativ zügig große Polster bildet, die einen Durchmesser bis ca. 1 Meter erreichen können. Er besitzt schönes graublaues Laub und zeigt einen reichen Blütenansatz. Das gleiche trifft auf  Acantholimon hohenackeri zu. Er blüht besonders reich ist aber etwas kälte- und nässempfindlicher. Er gedeiht aber im Regelfall auch in jedem Garten gut, wenn die Standortbestimmungen wie volle Sonne und gut drainierter Boden stimmen. Acantholimon hohenackeri   ist eine gute Wahl, wenn man nicht so viel Platz zur Verfügung hat, da dieser wesentlich kompakter bleibt als Acantholimon ulicinum ssp. creticum . Ähnlich in der Größe ist Acantholimon trojanum , aber mit grünem Laub und der Wuchs ist mehr rundkugelig. Während Acantholimon glumaceum auch grüne Nadelblätter hat, die aber fast weich sind. Sein Wuchs ist eher breitpolsterig. Nach den attraktiven rosa Blüten die an kurzen langestreckten Blütenständern erscheinen, zieren die Igelpolster mit Samenständen, die noch lange dekorativ auffallen, besonders, wenn sich das Licht darin fangen kann. Für alle Arten ist volle Sonne unerlässlich. Auch dürfen sich keine Blätter auf den Polstern im Herbst von Bäumen ansammeln. Es würde schnell zu absterbenden Stellen im Polster kommen und unschöne Stellen, an den sonst beeindruckenden Polstern, hinterlassen. Die Igelpolster sind tolle, beeindruckende Pflanzen für den trockenen Standort und Gärten, in denen keine Bewässerung erfolgt. Foto oben: ein hitzeverträgliches Kleinod im Steingarten mit der kleinen Strauchwinde (Convolvulus x suendermannii). An den Triebspitzen der silbrig behaarten Blättchen bringt sie schön geformte, seidigrosa Blüten hervor. Igelpolster in Begleitung   Als Begleitpflanzen eignen sich trockenheits- und hitzeverträgliche Kleinstauden, die nicht über die Polster wachsen. Wir haben z.B. kombiniert: Convolvulus x sündermannii   (Trichterwinde/Strauchwinde) mit tollen rosa Blüten und graublauen Polstern Pterocephalus depressus , eine kleine verholzende, spalierartig wachsende dem Boden angeschmiegte Staude und aufsitzenden lilarosa Blütenköpfen Catananche  (Rasselblume) ist eine besondere Pflanze aus Marokko. Diese Art bildet silbrige Polster mit aufsitzenden gelben Blüten. Es gibt jedoch auch Catananche caerulea mit blauen Blüten. Linum suffruticosum   (Strauchiger Lein) bildet kleine verholzende Büschchen Anthyllis hermanniae  (Dorniger Wundklee) ist ein kleines hitzeverträgliche Gehölz Ptilotrichum spinosum  ist eine kleine polsterbildende strauchig wachsende Art Ptilotrichum spinosum ‘Purpureum‘ ist eine schöne farbintensive rosarote Auslese. Diese Zwergsträuchlein können sich aussähen und es kommen dann meist Farben von weiß über rosa bis rosarot heraus. Daphne oleoides  (Seidelbast) und noch weitere interessante Stauden und Zwerggehölze finden sich um den beeindruckenden Igelpolstern einen weiteren Rahmen zu geben. Astragalus angustifolius soll zum Schluss unter den Polstern noch  erwähnt werden. Er bildet ebenfalls große graubelaubte Polster und wächst ähnlich den Igelpolstern. Er ist sehr robust und im Frühling vollkommen mit weißen Blüten bedeckt. Man kann ihn auch in der Natur auch zusammen mit Acantholimon  finden. Der schmalblättrige Tragant (Astragalus angustifolius) wächst hier auf kalkhaltigen trockenen Böden in den Bergregionen des südlichen Balkans und Kreta. Er ist ein kleiner polsterbildender Halbstrauch mit silbergrauen Fiederblättchen. Die kleinen Schmetterlingsblüten sitzen kurz über dem silbrigen Laub und blühen cremeweiß von Mai bis Juni. Die blaue (kurzlebige) Rasselblume Catananche caerulea wächst auf trockenen Wiesen in Südwest Europa, wie Südfrankreich, Spanien und Italien. Sie hat eine kornblumenähnliche tolle blaue Blüte und wird 50 bis 80cm hoch und blüht im Juni bis September.  Ein kleiner mediterraner Zwergstrauch mit ledrigem Blatt und roten Beeren ist der Ölbaumähnliche Seidelbast (Daphne oleoides). Mit der Winterhärte müsste man es probieren. Vielleicht lohnt es. Er blüht im April bis Mai und entwickelt dann kleine, nicht essbare, orangerote Früchte. Der Wunderklee (Anthyllis hermanniae) kommt aus dem Mittelmeerraum. Er hat wirres, dichtes Zweigwerk und dornige Zweigenden. Anthyllis hermanniae wird 50cm hoch und wächst auf warmen, trockenen Plätzen. Dort blüht er von April bis Juli. Halbstrauchiger Pyrenäen-Lein (Linum suffruticosum ssp-salsoloides) wächst auf Kalk und Dolomit in den West Alpen, Spanien und Mittelfrankreich. Dort bildet der Lein flachwachsende üppig blühende Matten. Foto oben: Die Landschaft um den Teide-Vulkan auf Teneriffa auf etwas 2000m. Hier in der kargen Landschaft  blühen in lieblichen Rosa der Behaarte Federkopf (Pterocephalus lasiospermus).  Im Garten bevorzugt sie ebenfalls einen steinigen, gut wasserdurchlässigen Boden. USDA Klimazone 9 (- 6,6 bis – 3,9 Grad C°). In milden Gegenden ein Versuch wert. Foto oben: Die hübsche skabiosenähnliche Blüte des Behaarten Federkopf (Pterocephalus lasiospermus) blüht von Juli bis September. Nicht unbedingt überall winterhart. Foto oben: Das halbstrauchig wachsende Steinkraut (Ptilotrichum spinosum 'Purpureum') aus dem Mittelmeergebiet wächst an sonnig-heißen, felsigen Plätzen. Es ist recht  winterhart und blüht im Juni bis Juli. Übergang zur Steppe   Mit den höheren Stauden der Steppe, können wir etwas mehr Dynamik in die starren Igelpolster hineinbringen. Auch können wir mit den Steppenstauden einen Übergang zu halbschattigeren Bereichen schaffen. Am Rande der Dornpolsterflur oder auch dazwischen, sollten die Stauden keine allzu üppige Laubentwicklung haben. Sonst würde es nicht passen und auch die Igelpolster zu sehr beschattet. Dazwischen eignet sich z.b. auch die Junkerlilie ( Asphodeline lutea)  die Schnittlauch ähnliches graues Laub besitzt, so wie auch der Diptam ( Dictamnus albus ), deren langsamer und standortreuer Wuchs gut einzuplanen ist. Mit genügend Abstand fügt sich das graulaubige Heiligenkraut ( Santolina chamaecyparissus ) ein. Es muss jedoch immer wieder zurückgeschnitten werden. Ebenso der Rosmarin ( Rosmarinus ), der Salbei ( Salvia officinalis )  und Thymian in Arten und Sorten sind gute Begleiter. Im Hintergrund ist die imposante Mittelmeerwolfsmilch ( Euphorbia characias ) oder der Spanische Ginster ( Genista hispanica ) ebenfalls passend. Foto oben : Diptam oder der Brennende Busch (Dictamnus albus) wächst in Mitteleuropa auf Kalkmagerrasen also auch im garten auf kalkhaltigem, mineralischem Boden in voller Sonne. Er bringt einen vertikalen Akzent ins Beet. Diptam blüht im Juni, Juli. Foto unten: Kräuterheide in der Sierra Nevada in 1800 m Höhe, die Natur kann ein tolles Vorbild für unsere Gärten sein. Foto unten:  unsere Dornenpolsterflur im Garten mit dem Steppengras (Stipa nitens)  Gräser dürfen nicht fehlen   Auch Gräser, insbesondere das eine darf in der Steppe nicht fehlen. Vorsichtig dosiert würden sie gut dazu passen. Federgräser ( Stipa nitens )  wären eine Besonderheit aus dem Atlasgebirge. Sie sind noch nicht in Kultur und ich habe Samen in Marokko in 3000 m Höhe gesammelt. Diese Gräserschätze haben sich bei uns in der Dornpolsterflur zu wunderschönen kompakten reichblühenden Pflanzen entwickelt. Durch guten Samenansatz in unserem Garten freuen wir uns dann Pflanzen dieser wunderschönen Art anbieten zu können. Der Blauschwingel ( Festuca glauca )  den jeder kennt, fügt sich ebenfalls bestens in dieses Bild.  Zur Pflege sollten ev. abgestorbene Polsterteile herausgeschnitten werden sowie eventuelle anfliegende Laubblätter von den Polstern heruntergenommen werden.   Hier möchte ich noch einige Beispiele von Bepflanzungen in der Gärtnerei zeigen:   Foto unten:  Tuffsteinmauer im Verkaufsgarten  Foto unten:  Unser Wohnhaus mit Verkauf davor   Der richtige Standort für Dornpolster   Werden die Grundbedingungen wie volle Sonne, gute Drainage, mineralischer Oberboden  beachtet, dann bleibt der Pflegeaufwand gering. Wenn Sommerperioden von Hitze- und Trockenheit geprägt werden, fühlt sich die Dornpolster am wohlsten und man kann statt gießen am Abend die beeindruckende Pflanzung genießen. Thomas und Sirgid Eidmann führen seit Jahren gemeinsam die Staudengärtnerei Einladung in die Gärtnerei   Übrigens: viele sonnige Beete, aber auch einige schattige Ecken mit Besonderheiten kann man bei uns entdecken. Ein kleines (ca. 10Jahre altes) Moor steht im Kontrast zu den zahlreichen Steingartenecken. Die „Bulgariensteppe“ und die“ Dornpolsterflur“ wurden der Natur nachempfunden. Da unsere Staudengärtnerei sich seit 30Jahren entwickelt, sind viele Pflanzungen schon richtig alteingewachsen. Die älteste “Staudenpflanzung“ ist ein kleiner Trog, der in seiner Kombination aus meiner Lehrzeit, schon 35 Jahre alt ist! ( Dianthus erinaceus, Jovibarba admontense, Draba aizoides ). Kleine Themenführungen an den Samstagen geben den Kunden Einblicke in die Staudenvielfalt unserer Gärtnerei. All dies ist nur möglich, dank unserer engagierten, motivierten Saisonkräfte. Sie stehen uns seit etlichen Jahren zur Seite. Ein Höhepunkt unserer Entwicklung, ist für uns der aktive Schritt zum Ausbildungsbetrieb. Derzeit ein Lehrling und zwei Gesellen, machen sich positiv bemerkbar. Da wir ein artenreiches Spezialsortiment führen, brauchen wir Fachkräfte von der Produktion bis zur Kundenberatung. Über einen Besuch würden wir uns jederzeit freuen. Thomas Eidmann   Die Gärtnerei Eidmann befindet sich in der Nähe Frankfurts, zwischen Aschaffenburg und Darmstadt, in dem kleinen Örtchen Groß-Umstadt. Wenn du Lust hast die Gärtnerei zu besuchen, erwarten dich zahlreiche schöne Pflanzbeispiele. Im Internet kannst du die Staudengärtnerei Eidmann  ebenfalls besuchen.  Ich bedanke mich herzlich bei Thomas Eidmann für den tollen Beitrag. Dornpolsterfluren beeindrucken durch ihre Vielgestaltigkeit in Formen und Strukturen. Sie sind ein Ausblick, wenn es heißer und trockner wird und eröffnen völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten. Noch fährt diese Pflanzenwelt “völlig unter dem Radar”. Es lohnt, schöne Beispiele zu pflanzen und weiter in die Gartenwelt zu tragen.  Bleib natürlich Petra

  • CLEMATIS MIT STAUDEN UND ROSEN KOMBINIERT

    Ein Gastbeitrag von Brigitte Niemela Ab Frühsommer blühen Clematis mit auffälligen Blüten. Sie wachsen an Gartenzäunen, Pergolen oder sind perfekt für Spaliere und Rosenbögen. Es gibt die großblumigen Clematis-Hybriden aber auch Clematis Wildarten mit besonders natürlichem Flair. Zwar sind Clematis je nach Art und Sorte recht robust und genügsam, doch ist die Auswahl des Standortes und die richtige Pflege der Kletterpflanze wichtig. Wie man Clematis mit Stauden und Rosen kombiniert und worauf man bei der Pflege dieser eleganten Kletterpflanzen achten sollte, verrät uns Brigitte Niemela, Clematisexpertin von clematisworld: Die Bauerngärten meiner Mutter und Großmutter haben mich schon in meiner Jugend geprägt. Den ersten eigenen Garten legte ich auf der Dachterrasse unserer Pariser Wohnung an. Für meine Nachbarn war ich immer “die Dame mit den Blumen”.  Seit dieser Zeit verschlinge ich alles, was mir an Gartenliteratur unter die Finger kommt. Mittlerweile, seit über 20 Jahren erfreue ich mich an meinem Garten inmitten der schönen Landschaft der Schwäbischen Alb. Die Besucher finden dort eine große Clematis Sammlung vor. Die Schönheit dieser Kletterkünstler bringe ich durch die Kombination mit Rosen, Stauden und Zwiebelblumen zur Geltung. Durch den Garten kam ich letztendlich zur Fotografie.  Was am Anfang nur zur Gedankenstütze für die winterliche Gartenplanung diente, entwickelte sich langsam zur zweiten Passion. Meine langjährige Erfahrung gebe ich in meinem Blog clematisworld.de weiter.   Foto oben: Clematis und Stauden sind eine schöne Allianz, die Blütenstände der Heuchera ‘Stormy Seas‘ passen farblich perfekt zu der Clematis ‘Sarah Elisabeth’. Foto: Brigitte Niemela Clematis – die kletternde Staude Als mich Petra als ausgewiesene Staudenexpertin fragte, ob ich einen Beitrag für ihren Blog schreiben wolle, kam mir der Gedanke: Warum nicht mal den Aspekt „Clematis als kletternde Stauden“ näher beleuchten? Ich möchte zeigen, dass wir neben den klassischen Staudenclematis auch andere Waldreben wie Stauden behandeln können. Auch in puncto Gestaltung lohnt es sich „out of the box“ zu denken. Clematis müssen nicht immer nur am Klettergerüst gezogen werden. Richtig schön wirken sie für mich, wenn sie mit anderen Pflanzen kombiniert werden. Warum nicht auch in einem gemischten Staudenbeet? Zählen Clematis zu den Stauden? Stauden sind mehrjährige, ausdauernde Pflanzen, deren oberirdischer Teil krautig ist und in der Regel im Winter zurückfriert. Jedes Jahr regeneriert sich die Staude aus ihren unterirdischen Pflanzenteilen. Das können Wurzeln, Rhizome, Zwiebeln oder Knollen sein. Im Gegensatz zu Bäumen und Sträuchern verholzt der oberirdische Teil einer Staude nicht. Soweit die Theorie – die Praxis ist etwas komplexer. Nehmen wir das Beispiel des Lavendels. Botanisch gesehen handelt es sich nicht um eine Staude, sondern um einen Halbstrauch. Aber haben Sie schon einmal einen Katalog einer Staudengärtnerei gesehen, der ohne Lavendel auskommt? Auch bei den Clematis ist die Sache nicht so eindeutig. Wie ordne ich eine Clematis montana ein, die mit meterlangen Trieben überwintert? Ist sie ein Gehölz? Und eine Clematis texensis, die bei mir jeden Winter komplett zurückfriert und wieder neu austreibt? Ist sie eine Staude? Oder eine Staudenclematis, die nach dem Winter nicht nur aus dem Boden austreibt, sondern auch aus ihren verholzten Trieben des Vorjahrs? Ist sie keine Staude mehr? Ich möchte behaupten, bei den Clematis finden wir alle Variationen und daneben kommt es auch auf die Erziehung an. Welche Clematis sind "besonders staudig“? Mit „besonders staudig“ meine ich die Fähigkeit, sich aus dem Wurzelstock zu regenerieren. Diese ist bei den Clematis unterschiedlich ausgeprägt. Den entscheidenden Hinweis geben uns die Wurzeln: Die einen haben fleischige, Spaghetti artige Wurzeln und die anderen feine, verzweigte Wurzeln. Zur ersten Gruppe gehören u.a. die Hybriden, die Viticella-, die Texensis- und die Integrifolia-Gruppe. Feine Wurzeln haben hingegen die Frühjahrsblüher aus den Gruppen der Atragenen und Montanas. Sie bilden meist nur einen oder wenige holzige Triebe aus der Basis. Auf einen starken Rückschnitt reagieren sie oft sehr empfindlich. Clematis mit fleischigen Wurzeln bilden dagegen immer wieder neue Triebe im Wurzelbereich und sind damit eher als Stauden anzusehen. Aus der Art der Wurzel leitet sich auch die Pflanzhöhe ab: Clematis mit fleischigen Wurzeln setzt man so tief ein, dass ein bis zwei Augenpaare unter der Erde liegen. Clematis mit feinen Wurzeln werden nicht tiefer gesetzt.   Foto oben: Links eine Clematishybride mit dicken, fleischigen Wurzeln im Vergleich zu einer Clematis alpina mit feinem Wurzelwerk. Die Wurzeln liefern uns viele Hinweise über die Clematis. Foto: Brigitte Niemela Kopflastige Clematis verhindern Clematis schneiden ist für mich eine sehr wichtige Erziehungsmaßnahme. Ich schneide jede  Clematis nach der Pflanzung zurück, egal um welche Schnittgruppe es sich handelt! Damit will ich erreichen, dass sich die Clematis im unteren Bereich gut verzweigt und mehrere Triebe aus der Basis oder zumindest bodennah entwickelt. Wenn ich mit dem Ergebnis nach dem ersten Jahr noch nicht zufrieden bin, wiederhole ich das auch im zweiten und im dritten Jahr. Oftmals pinziere ich im Frühjahr zusätzlich die frischen Triebe. Habe ich eine zufriedenstellende Entwicklung erreicht, wende ich ab jetzt die bekannten Regeln für die Schnittgruppen 1 bis 3 an. Gerade Anfängern fällt es ungemein schwer, die schönen Knospen oder Blüten wegzuschneiden. Tun wir es aber nicht, so erhalten wir kopflastige Clematis auf staksigen Beinen. Sie sind anfällig für die Clematiswelke, lassen sich kaum mehr verjüngen und ihre Blüten entfliehen dem Betrachter. Eine Clematis zur Staude erziehen Insbesondere die sommerblühenden Clematis, die der Schnittgruppe 3 zugeordnet werden, erziehe ich alle als Stauden. Wie ist das gemeint? Gemeinhin wird für diese Clematis eine Schnitthöhe von 30 bis 50 cm empfohlen. Ich gehe viel rabiater ans Werk und schneide diese Clematis jährlich fast bodeneben zurück. Mehr als ein bis zwei Augenpaare lasse ich auf keinen Fall stehen. Eine Clematis, die von Anfang an so erzogen worden ist, produziert jedes Jahr aufs Neue frische Triebe direkt aus der Erde. Vorausgesetzt, sie wurde tief genug gepflanzt. Es hat außerdem den Vorteil, dass diese Clematis bis zum Boden gut belaubt sind. Allerdings warne ich auch davor, eine Clematis, die jahrelang nicht stark geschnitten wurde, dieser Radikalkur zu unterziehen. Das kann gut gehen, muss aber nicht. Foto unten: Extremer, fast bodennaher Rückschnitt einer sommerblühenden Clematis. Maximal ein bis zwei Augenpaare werden stehen gelassen. Foto: Brigitte Niemela Foto unten: Dieselbe Clematis zwei Wochen später. Neben den kurzen Vorjahrestrieben haben sich weitere Triebe direkt aus dem Boden entwickelt. So bildet die Pflanze über die Jahre einen immer dichteren Bestand. An diese gravierende Maßnahme muss die Clematis von frühester Jugend an gewöhnt werden. Foto: Brigitte Niemela Foto unten: Zwei Monate später im Juni. Die Clematis ist dicht belaubt bis auf den Boden. Staksige Beine werden durch diese Methode verhindert. Foto: Brigitte Niemela Foto unten: Alle Clematis an dieser Wand werden im Frühjahr bodennah zurückgeschnitten. Bis zum Sommer legen sie eine enorme Wuchsleistung auf über drei Meter zurück. Foto: Brigitte Niemela Clematis mit Stauden und Rosen Was sich bei den Rosen längst durchgesetzt hat, ist bei den Clematis noch nicht so verbreitet: Die Zeit als man reine Rosenbeete schön fand, ist längst vorbei. Moderne Gartengestaltung kombiniert Rosen mit Gehölzen, Stauden und Zwiebelblumen. Dass sich auch Clematis hervorragend mit anderen Pflanzen kombinieren lassen, ist oft noch nicht so richtig ins Bewusstsein gerückt. Dabei bieten sie eine enorme Bandbreite an Farben, Blütenformen und Wuchshöhen. In der Natur findet man praktisch nie eine Clematis, die für sich allein wächst. Nein, sie hangeln sich an Bäumen und Büschen hoch oder kriechen über andere niedrig wachsende Pflanzen. Dieses Potential sollte viel öfters für unsere Gärten genutzt werden. Exemplarisch will ich hier darstellen, wie Clematis in ein Staudenbeet integriert werden können.   Foto unten: Die Vorpflanzung aus Lilien und Rosen wertet die Clematis Jackmanii auf und dient zusätzlich als Schattierung für den Wurzelbereich. Foto: Brigitte Niemela Beethintergrund Viele Clematis, die am einjährigen Holz blühen, produzieren erst mal jede Menge Laub, bevor sie die ersten Knospen ausbilden. Der Großteil der Blüten befindet sich in der oberen Hälfte der Pflanze. Damit sind Clematis viticella, Clematis texensis oder spätblühende Hybriden ideal für den hinteren Bereich eines Beetes. Die Stauden wachsen vor dem blattbetonten, grünen Teil und darüber schweben die Blüten der Clematis. Die Partner sollten Kletterrosen oder mittelhohe Gehölze sein. Ganz klassisch geht es mit einem Klettergerüst an der Rückseite des Beets. Foto unten: Clematis viticella ‘Etoile Violette’ als Hintergrund in einem Mixed Border. Foto: Brigitte Niemela Beetmitte Für den mittleren Bereich des Beetes sind die Staudenclematis prädestiniert. Der Unterschied zu anderen Clematis liegt zum einen darin, dass sie jedes Jahr aus der Basis neuen Triebe entwickeln. Wobei wir oben gesehen haben, dass das auch andere Clematis können. Zum anderen entwickeln diese Clematis keine Blattstielranken und können nicht selbst klettern. Gegebenenfalls muss man der Clematis mit etwas Bindebast den Weg weisen. Foto unten: ‘Miranda’ ist eine Staudenclematis, d.h. sie entwickelt keine Blattstielranken. Will man sie an einem Gerüst platzieren, muss sie aufgebunden werden. Foto: Brigitte Niemela In der sehr heterogenen Gruppe der Staudenclematis sollte man sich unbedingt vorab über die Wuchshöhe informieren. Es gibt sehr klein bleibende Sorten, aber auch höherwachsende, die es mit über 2 Meter auch mit den anderen Clematis aufnehmen können. Strauchrosen sind ideale Partner, denn die Clematis findet an den bestachelten Trieben der Rose guten Halt. Aber auch andere kleinere Gehölze oder Obelisken eignen sich gut. Foto unten: Die Staudenclematis ‘Blue River’ und die Strauchrose ‘Artemis’ harmonieren farblich und von der Größe her gut miteinander. Foto: Brigitte Niemela Foto unten: Clematis viorna ‘Sonnette’ mit den zarten Glöckchenblüten bleibt kompakt. Sie eignet sich gut für die Platzierung an einem Obelisken in der Beetmitte. Hier wird sie von ‘Sea Breeze’ begleitet. Eine Sorte die höher wird und eher für den Hintergrund geeignet wäre. Hier hat sich ein einzelner Trieb verirrt, der bleiben darf. Foto: Brigitte Niemela Beetvordergrund In den vorderen Bereichen des Beets passen kleinbleibende Clematis aus der Integrifolia-Gruppe. Es gibt Sorten, die nur 30 bis 40 cm hoch werden, wie ‘Hanajima’ oder ‘Baby Blue’.  Die meisten Staudenclematis werden jedoch etwas höher. Bindet man sie nicht auf, dann wachsen sie am Boden entlang, was auch sehr schön aussehen kann. Allerdings ist hier besonders auf die Gefahr durch Schnecken zu achten. Clematis integrifolia sind auch ideale Kandidaten für niedrige Böschungsmauern. Vor dort lassen sie ihre Triebe elegant nach unten hängen und bieten einen sehr langen Blütenflor. Nach der ersten Blüte können sie zurückgeschnitten werden und kommen ein paar Wochen später wieder zur Blüte. Foto unten: ‘Parisienne’ aus der Boulevard-Serie: kompakte Wuchs und attraktive Blüten. Sie kann stark zurückgeschnitten werden. Foto: Brigitte Niemela Foto unten: Clematis ‘Parisienne’ kurz nach dem Sommerrückschnitt. Nach nur zwei Zentimetern zeigt sich schon wieder die erste Knospe. Diese Clematis wollen nur blühen, blühen, blühen. Die Erde ist mit Granulat abgedeckt, um den Bereich der Wurzelkrone trocken zu halten. Foto: Brigitte Niemela Foto unten: Clematis ‘Sarah Elisabet’ in rosa und ‘Nubia’ in dunkelrot. Dieses Rot ist ungewöhnlich bei den Clematis. Entsprechend begehrt ist die Sorte bei den Gartenliebhabern. Foto: Brigitte Niemela Foto unten: Clematis ‘Alaina’ mit Stauden in einem Topf. Foto: Brigitte Niemela Dies waren ein paar Tipps zur Verwendung von Clematis im Garten. Die Möglichkeiten sind so vielfältig und der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ich bin sicher, in jedem Garten findet sich noch das ein oder andere Plätzchen für eine Clematis. Im Übrigen ist die beste Pflanzzeit im September. Eure Brigitte Niemela   Übrigens, wenn du jetzt Lust auf Clematis hast und diese schönen Ranker im Staudenbeet oder Rosenbeet verwenden möchtest, dann besuche Brigittes Website clematisworld . Hier findest du weitere interessante Informationen rund um das Thema Clematis. … oder folge ihr auf Instagram  oder Facebook   Bleibt natürlich Petra

  • SOMMERBLUMEN IM STAUDENBEET

    - Eine sommerliche Allianz Ein Blogbeitrag von Petra Perfekte Kombinationen mit Sommerblumen im Staudenbeet   Sommerblumen in Staudenbeeten können mehr als nur Lücken in deinem Staudenbeet füllen. Die Verwendung von Einjährigen in subtilen Farben und schöner Form  machen diese Pflanzen zum idealen Begleiter im sommerlichen Staudenbeet. Ich sehe mich als Puristin, also wollte ich, als ich vor einigen Jahren mit meinem Staudenbeet begann, nichts als Stauden. Da ich mich in meiner Arbeit seit längerer Zeit auch mit Frühjahrsblumen und auch mit  Sommerblumen beschäftige, kam mir irgendwann die Idee, im eigenen Garten natürlich wirkende Sommerblumen in Staudenbeete einzubeziehen. Insbesondere die schönen neuen Salbeiarten  hatten es mir angetan. Für mich war es wichtig, dass sie eine natürliche staudenähnliche Wirkung haben. Normalerweise würde ich solche Kombinationen nur dort planen, wo ich weiß, dass die Pflanzungen auch betreut werden. Aber im eigenen Garten ist das anders. Hier kann man immer mal übers Jahr korrigierend eingreifen und Pflanzen nach Lust und Laune jährlich anders pflanzen. So habe ich eine schöne Ergänzung zu meinen Lieblingspflanzen. Es ist ja nichts Neues. Bereits in England und in einer Zeit, als William Robinson und Gertrude Jekyll ihre viel bestaunten Staudenrabatten anlegten galt es als ideal, Sommerblumen in Staudenbeete einzubinden und so Lücken in einer mehrjährigen oder gemischten Beete mit einjährigen Pflanzen zu ergänzen. Übrigens, alle pflanzlichen Kombinationen die auf den Fotos abgebildet sind, stammen Sylvia Knittel , mit der ich bereits vergangenes Jahr auf der BUGA Erfurt 2021 unterwegs war. Foto: Sylvia Knittel 5 Gründe warum Du Sommerblumen in Staudenrabatten pflanzen solltest mit farbenfrohen Sommerblumen pflanzt du dir eine pure Sommerlaune… “Gartenglücksgefühl” garantiert! von zarten Farbkombinationen mit schwefelgelben Goldlack, Schmuckkörbchen oder Löwenmäulchen bis zu feurigen Orange und Rot – Tönen von Montbretien, Ananassalbei, Bartfaden oder Fingerkraut. Diese subtil abgestimmten Sommerarrangements bringen entweder feine Eleganz oder viel Temperament ins Beet. Sommerblumen in Staudenbeete! Ich zeige dir schöne Ideen für den Sommer. magst Du frische Schnittblumen? Deine Sommerblumen liefern im Handumdrehen kleine oder große Sträuße auf den Gartentisch. Sommerblumen sind hübsche Lückenfüller. Sie kaschieren freie Stellen im Staudenbeet und erobern zeitweise diesen freien Platz. gekonnt gepflanzt und geschickt platziert, verstärken Sommerblumen die farbliche Wirkung der Stauden Foto: Sylvia Knittel   Mit Sommerblumen lassen sich Fehlstellen im Garten kaschieren Das Kaschieren von Lücken ist zugegebenermaßen jetzt nicht der größte Vorteil der Sommerblumen in Staudenbeeten. Aber manchmal kann es sehr nützlich sein. Selbst wenn du dein Staudenbeet sorgfältig planst und dieses wie in einem Orchester nach und nach eine köstliche Farb- und Texturkombinationen vom frühen Frühling bis zum späten Herbst abspielt, kann es passieren, dass einige Arten nicht mehr ansehnlich sind. Der Rittersporn knickt nach der Blüte ein, der Orientalische Mohn bekommt braune unansehnlich Blätter und Kaninchen haben an den Hosta gefressen. Was auch immer der Grund sein mag, der Symphonie sind wichtige Noten und in manchen Fällen ganze Themen abhandengekommen. So brauchst du Einjährige, um die Lücken zu füllen. Ja, es hört sich nach einer Notlösung für das Beet an. Ist es unter Umständen auch. Besser wäre es natürlich von vornherein, wenn du Stauden mit guten Eigenschaften pflanzt. Wenn du solche auswählst, die das ganze Jahr ansehnlich sind. Dann kann man bewusst Lücken planen und sie mit Sommerblumen bestücken. Sommerblumen in Staudenbeete, wie Salbei, Schmuckkörbchen oder schöne einfach blühende Dahlien lassen sich so gezielt und mit einer gestalterischen Absicht in das Konzept einbinden. Sommerblumen verlängern die Blütezeit im Garten Sommerblumen haben einen weiteren großen Vorteil. Sie können Blühpausen der Stauden in den Sommermonaten gut überbrücken. Einige Arten, wie Verbena bonariensis , die Salbei Arten Salvia 'Amistadt' oder  Salvia 'Mystic Spire'  blühen bis zum Frost. Das ist für mich einer der wichtigsten Gründe, Sommerblumen im Staudenbeet zu verwenden. Subtile Verwendung von Einjährigen Einjährige, ja! …aber nicht irgendwelche. Die Lösung findet man nur mit unglaublichem Glück im Gartencenter. Die meisten Einjährigen im Handel werden für die maximale Wirkung gezüchtet. Oft sind sie farblich zu laut, schrill und dominant. Kräftiges Rot,  lebhaftes Gelb  und leuchtendes Orange sind selten mit den weichen Pastelltönen eines typischen Staudengartens kompatibel. Sommerblumen in diesen schrillen Tönen sind nicht die, die ich brauche um harmonisch passende Kombinationen zu schaffen. Stattdessen suche ich nach Einjährigen mit raffinierteren Farbtönen und, wenn möglich, zartem – oder zumindest attraktivem Laub. Diese Arten von einjährigen Pflanzen sind in Gartencentern selten zu finden. Eher wird man in der Gärtnerei um die Ecke fündig. Ideal natürlich, wenn man weiß, was man sucht. Dann kann man sich entweder Saatgut besorgen oder mit der Gärtnerei die Anzucht dieser Pflanzen vereinbaren. Ich habe das schon öfter praktiziert, wenn ich selbst wenig Zeit und Aufmerksamkeit hatte, Pflanzen selbst anzuziehen. So konnte ich meine bevorzugten Sommerblumen in Staudenbeete pflanzen.   Foto: Sylvia Knittel Verwende Einjährige passend zu deiner Farbidee Steht dein Beet unter einem bestimmten Farbthema, kannst du dieses Thema mit den passenden Farben der Sommerblumen unterstützen. So kannst du noch mehr Wirkung erzielen. Das ist ein weiteres Plus, welches für die Verwendung von Sommerblumen spricht. Gelb spaltet ja bekanntlich die gärtnernden Geister. Einige mögen Gelb, andere finden die Farbe aufdringlich und aggressiv. Gelb ist aber nicht gleich Gelb. Und im Frühling mit den zahlreichen Tulpen  und dem erwachenden Grün haben viele Pflanzen diesen leuchtenden Farbton. Ebenso im Herbst, wenn sich die Blätter färben . Dann gehört Gelb dazu. So ist eine der schönsten einjährigen Pflanzen, die gut mit anderen Gelbtönen harmonieren, eine kleine Chrysantheme, Chrsanthemum coronarium ‘Primrose Gem’ . Sie hat schönes Laub und ihre kleinen, zartgelben, halbgefüllten Gänseblümchen mit der goldenen Mitte wirken frisch und in ihrem Gelb in keinster Weise aufdringlich. So passt sie wirklich zu allen anderen Farben im Garten und leuchtet selbst an trüben Tagen. Ein weiteres gelbes Juwel ist der Goldlack Erysimum cheiri ‘Sugar Rush Primrose’ . Es ist ein sehr blasses Gelb, die Wirkung im Frühjahr vielleicht im Vordergrund des Beetes zu den zitronengelben Euphorbien, Tulpen oder Kaukasischen Vergissmeinnicht wirkt frisch und elegant. Besonders im Sonnenlicht leuchten die Blüten voller Zartheit und Anmut. Einige blaue Sommerblumen sehen ebenfalls umwerfend aus und fügen sich gut als leuchtend strahlende Akzente in Staudenbeete ein. Eines Sommers pflanzte ich verschiedene Sorten Salbei ins Beet. Arten und Sorten wie Salvia Mystic Spire, Salvia Amistad oder  Salvia patens passen hier super. In unmittelbarer Nachbarschaft wuchsen Lampenputzergräser Pennisetum viridescens , der Röhrenstern Amsonia tabernaemontana subsp. salicifolia  und der Herbstsalbei Salvia azurea 'Grandiflora' . Die hohen Salbeiarten passen perfekt. Ihre markant gefurchten Blätter über denen sich lange gebogene intensiv blau Blütenrispen entfalteten, fand ich so schön, dass ich das nächste Jahr gleich wieder Pflanzen kaufte. Die hohen Salbeiarten lassen sich im Beet fast wie kleine Gehölze verwenden. Sie füllen in jedem Fall verlässlich Lücken im Beet. Kombiniert man sie noch mit schönen einfachblühenden Dahlien, wie Honka Dahlien, Dahlia ‘Marie Schnugg’ , 'Honka Red', 'Golden Star'  oder einfachblühende Dahlien, wie der roten Dahlia ‘Bishop of Auckland’ , der weißen Dahlia ‘Bishop of Dover’ oder der zartgelben Dahlia ‘Bishop of York’ hat man eine besonders exklusive Blütenpracht. Foto: Sylvia Knittel Einjährige Pflanzen – ein Thema, dass sich wiederholt   Wenn Sommerblumen im Staudenbeet zu deinem Thema gehören, schmeicheln sie dem Garten eine lange Saison. Deshalb ist auch ihre Platzierung in der Pflanzung ein Thema. Denn die eigentliche Herausforderung bei der Verwendung dieser temporären Mieter der Staudenrabatte besteht darin, sie effektiv in etablierten Pflanzungen zu platzieren. Ich versuche, Farbe, Form und Textur von einjährigen und mehrjährigen Pflanzen sensibel miteinander zu kombinieren. Dabei behalte ich die Regel Nummer eins jeder erfolgreichen Komposition im Auge. Es ist die Wiederholung des Themas – egal, ob es sich um einen Roman, ein Gemälde, ein Musikstück oder einen Garten handelt. Wiederholung muss sein! Ich platziere Pflanzen so, dass das Auge des Betrachters, wenn es durch den Garten wandert, wiederkehrende Themen aufgreifen kann – auch wenn sie von anderen Pflanzen bestimmt werden. Ich versuche vor allem Einjährige in die Stauden einzuflechten, damit die Einjährigen ihre eigenen Farben im Beet mehrfach wiederholen. Zum Beispiel könnte ich mehrere Goldlack Erysimum cheiri ‘Sugar Rush Primrose’  in der Mitte platzieren, um die Farbe einiger zitronengelben Euphorbie weiter hinten zu wiederholen, oder rosafarbene Salbei Salvia viridis  verwenden, um den Farbton der japanischen Anemonen wiederzugeben. So funktioniert das. Anstatt wahllos einen Haufen Sonnenhüte oder Ringelblumen auf die leeren Stellen in deinen Garten zu werfen, betrachte erst, was bereits da ist und suche dann nach Pflanzen, die aussehen, als ob sie dazugehören. Wenn dir das gelingt, hast du den Eindruck, als wäre genau die Kombination von Anfang an Teil deines Plans gewesen. Sommerblumen in Staudenbeete zu pflanzen ist nicht schwer, wenn man dies beachtet. Foto: Sylvia Knittel Ansaaten mit Einjährigen zwischen Stauden in wiesenhaften Beeten Auch wenn ich nicht so oft wiesenhaft pflanze (klar es kommt auch vor), finde ich doch die Kombinationen meiner Kollegen einfach zauberhaft schön. Sylvia Knittel fotografiert in diesem Jahr in Rödelsee. Die Staudengärtnerei von Fine Molz und Till Hofmann ist Partner unseres Pflanzplanungstools Pflanzenreich App und wir möchten gern die Pflanzenraritäten der Gärtnerei in Verwendung zeigen. In der Gärtnerei haben Fine Molz und Till Hofmann zauberhafte wiesenhafte Pflanzungen angelegt. Hier sind traumhaft schöne Kombinationen von  Sommerblumen in Staudenbeeten zu sehen. Sommerblumen zwischen Stauden säen Nachfolgend möchte ich dir Sommerblumen nennen, die du zwischen Stauden aussäen kannst. Ich habe sie farblich sortiert, damit es gut passt. 😉 Sommerblumen in Rot: Linum grandiflorum 'Rubrum', Godetia amoena' Ruddigore', Papaver commutatum, Papaver rhoeas Wildform, Convolvulus tricolor 'Red Ensign', Cosmos bipinnatus 'Sonata Red' Sommerblumen in Rosé: Gypsophila rosea, Saponaria vaccaria 'Rose', Silene armeria 'Rubra Electra', Convolvulus tricolor 'Rose Ensign', Godetia amoena Sommerblumen in Orange: Eschscholtzia californica 'Aurantiaca', Dimorphotheca aurantiaca , Eschscholtzia californica 'Red Chief', Calendula officinalis 'Touch of Red', Cosmos sulphureus 'Diablo' Sommerblumen in Gelb: Eschscholtzia mexicana, Chrysanthemum segetum 'Helios', Calendula officinalis 'Golden Emperor', Cosmos sulphureus 'Sunset', Calendula officinalis 'Red Yellow' Sommerblumen in Weiß: Linum grandiflorum 'Bright Eyes', Gilia tricolor, Gypsophila elegans, Iberis amara, Saponaria vaccaria, Nemophila maculata, Convolvulus tricolor 'White Ensign', Cosmos bipinnatus 'Sonata White' Sommerblumen in Blau: Convolvulus tricolor 'Royal Ensign', Ipomoea tricolor  'Clark's Blue', Ipomoea tricolor 'Heavenly Blue', Pharbitis purpurea 'Grandpa Ott', Nemophila insignis, Nemophila menziesii, Phacelia campanularia, Echium plantagineum, Nigella hispanica, Nigella damascena 'Miss Jekyll Blue', Centaurea cyanus 'Jubilee Gem', Gilia capitata Lust auf Sommerblumen in Staudenbeete? Hier wird es konkret: Welchen Boden brauchen Sommerblumen? Sommerblumen sind meist Sonnenkinder. Sie brauchen einen warmen Platz um gut zu wachsen. Und egal, wie gut die Pflanzenqualität ist, ohne gut vorbereitete Erde wirst du nicht den gewünschten Erfolg erzielen. Der Boden sollte leicht und humusreich sein. Sollte der Standort nicht ideal sein, gib partiell auf den durchgeharkten, lockeren Boden eine Schicht organisches Material, wie reifen Kompost. Alle Gartenerden profitieren von der Einarbeitung organischer Stoffe. So werden Bodenkrume, ihre Textur, Belüftung und Entwässerung verbessert. Die organische Substanz des Bodens ermöglicht den Pflanzen, sich schnell auszubreiten und so einen guten Start zu bekommen. Welchen Dünger brauchen Sommerblumen? Sommerblumen brauchen oft mehr Nährstoffe als beispielsweise Wildstauden. Deshalb sollte man sich die Nachbarn ansehen und wenn, die Sommerblumen nur punktuell mit Nährstoffen versorgen. Einen besonders schnellen Start ermöglicht mineralischer Dünger. Sommerblumen haben ja kein ewiges Leben und sollen sich rasch entwickeln. Organischer Dünger wirkt etwas langsamer, ist dafür aber ausdauernder und länger verfügbar. Hier bieten sich Hornspäne oder organischer Volldünger an. Welchen Standort brauchen Sommerblumen? Fatal bei der Pflanzung von Sommerblumen ist, wenn die Wahl der falschen Pflanze für die falschen Lichtverhältnisse gewählt wird. Zum Beispiel sind Fuchsien, Fleißige Lieschen und Begonien klassische schattenliebende Einjährige. Sonnenhüte, Salbei und Zinnien dagegen bevorzugen volle Sonne. Sobald du weißt, wo du pflanzt, finde heraus, wie viel Sonne dieser Platz jeden Tag bekommen wird. Plane die einjährigen Pflanzen entsprechend ein. Foto: Sylvia Knittel Welche Sommerblumen blühen den ganzen Sommer im Staudenbeet? Ich habe schöne Sommerblumen (Bilder mit Namen im Untertitel) und dazu die passenden Stauden für den sonnigen Standort zusammengestellt. So kannst Du dich von Dauerblühern in schönen Kombinationen mit Stauden und Gräsern inspirieren lassen und sie in deinem Garten nachpflanzen. Alle Collagen sind erstellt mit der Pflanzenreich App. Foto oben:  Die sommerblühende Königslilie Lilium regale ‘Album’ (1.o.vl.)  kann in kleinen Tuffs zwischen die Stauden gesetzt werden. Die Spinnenblume Cleome ‘Helen Campbell’ (2.o.vl.)  wird höher und lässt sich eher einzeln zwischen die Stauden setzen. Die Strahlenbreitsame Orlaya grandiflora (3.o.vl)  bringt natürlichen Charme ins Beet und ist eher etwas für den Vordergrund. Sie passt sehr gute zu der Ährigen Prachtscharte Liatris spicata ‘Alba’ (3.o.vl). Der Mehlige Salbei Salvia farinacea (4.o.vl)  passt gut zu der großblumigen weißen Taglilie Hemerocallis Hybride ‘Serena Madonna’ (1.u.vl.)  oder dem halbgefüllten Sonnenhut Echinacea purpurea Hybride ‘Milkshake’ (4.u.vl). Die Schönaster Kalimeris incisa ‘Madiva’ (2.u.vl)  bildet den schönen Hintergrund der Kombination. Foto oben: Die Dekorative Dahlie Dahlia ‘Seattle’   (1.o.vl.) wird 80cm bis 90cm hoch. Sie ist natürlich im Sommer ein prächtiger Blickfang. Daher sollte sie eher sparsam in die Komposition eingefügt werden. Wie in einem Blumenstrauß, lassen sich die großen Blüten der Dahlie mit den feinen Blüten des Hohen Goldbaldrians Patrinia scabiosifolia  (3.u.vl.) umschmeicheln. Der Goldlack Erysimum cheiri ‘Sugar Rush Primrose’ (4.o.vl.) blüht ab Mai und das ausdauernde Breitblättrige Löwenmäulchen Antirrhinum latifolium (2.o.vl.) ist ab Juni präsent. Sie sind besonders farblich gute Partner im Beet. Die hellgelbe Farbe ist mit allen anderen Farben gut kompatibel. Die Hohe Sonnenblume Helianthus annuus ‘Valentin’   (3.o.vl.) ist, wie die Dekorative Dahlie sehr präsent. Ihr schmeichelt ebenfalls der Hohe Goldbaldrian. Diese schöne Kombination passt am besten in den Beet- Hintergrund. Die beiden Korbblütler – das Mädchenauge Coreopsis Hybride ‘Full Moon’   (1.u.vl.) und der Helle Sonnenhut  Echinacea purpurea Hybride ‘Sunrise’   (4.u.vl.) ist für den mittleren Beet- Teil geeignet. Im Beet- Vordergrund wächst das Sonnenröschen Helianthemum Hybride ‘Wisley Primose’ (2.u.vl.) Foto oben: Alle Stauden und Sommerblumen, bis auf die Wüstenmalve Sphaeralcea ambigua ‘Childerley’  (2.u.vl.) haben in etwa dieselbe Höhe. Die Wüstenmalve wächst strauchartig und kann als Solitär oder als Leitpflanze gesetzt werden. Die Montbretie Crocosmia paniculata (1.o.vl.) ist eine sommerblühende Blumenzwiebel und lässt sich zwischen die Gräser, wie das Wolliges Federborstengras Pennisetum villosum  (1.u.vl.)   setzen.   Die kleine zarte Duftnessel Agastache rupestris ‘Pink Sunrise’  (2.o.vl.) ist etwas für den Vordergrund und passt gut zu dem orangefarbenen Purpursonnenhut  Echinacea purpurea Hybride ‘Laughing Meadow Mama’ (oder ähnlich Sorten) (3.u.vl.). Die beiden Taglilien Hemerocallis Hybride ‘Lady Inara’ (4.o.vl.) und Hemerocallis fulva ( 4.u.vl.) können in kleinen Gruppen gesetzt werden. Sie bilden das dauerhaft stabile Gerüst der Kombination. Ebenfalls zu den wolligen Blütenständen des Federborstengras passt die Orangefarbene Zinnie Zinnia elegans  (3.o.vl.).  Foto oben: Hier sind die Farbtöne ähnlich aber intensiver als die zuvor beschriebene Kombination. Der warme Ton und die weiche Textur der wolligen Blüten des Wolligen Federborstengrases Pennisetum villosum  (4.0.vl.) passt hervorragend zu den warmen fruchtigen Tönen der Taglilien, wie Hemerocallis Hybride ‘Sweet Tanja’ (1.u.vl.) und Hemerocallis Hybride ‘Neyron Rose’ (3.u.vl.) .  Der Rostfarbene Fingerhut Digitalis ferruginea ‘Gelber Herold’  und der Brünierte Fingerhut Digitalis laevigata  setzten vertikale Akzente im Vordergrund des Beetes oder im mittleren Teil. Die farblich passenden Zinnien Zinnia elegans  (2.0.vl., 2.u.vl., 4.u.vl.) lassen sich in kleinen Gruppen zwischen die Gräser setzen. Foto oben: In einer höhengestaffelten Pflanzung bildet der Kerzenknöterich Persicaria amplexicaulis ‘Fat Domino’  (3.u.vl.) mit den eleganten roten und dauerhaft blühenden Kerzen den Hintergrund. Auch die kleine Sonnenbraut Helenium Hybride ‘Salsa’  (2.u.vl.) findet eher im hinteren Teil ihren Platz. In dem mittleren Teil lassen sich der Mexikanische Salbei Salvia greggii ‘Royal Bumble’  und Salvia greiggii ‘Hot Lips’  (2.o.vl. und 4.o.vl.) der Bartfaden Penstemon barbatus ‘Picotee Red’  (3.o.vl.)  platzieren. Auch die Montbretie Crocosmia paniculata  (1.o.vl.) findet hier ihren Platz. Vielleicht ragt sie über eine üppige Hosta mit sattgrünem Laub. Für den Vordergrund eignen sich das Dunkle Fingerkraut Potentilla x cultorum ‘Volcan’  (4.u.vl.) , das in kleinen Gruppen wächst. Hier kann der Russische Natternkopf Echium amoenum ‘Red Feathers’  (1.u.vl.) punktuell eingestreut werden. Als weitere Partner dieser farbintensiven Pflanzung bieten sich Blattschmuckstauden, Gräser oder weitere rotblühende Arten an. So hat man einen schönen Komplementärkontrast. Foto oben: Diese Kombination besteht aus vorwiegend kurzlebigen Stauden und Sommerblumen und ließe sich um viele geeignete Stauden (auch solche die dauerhafter sind) erweitern. Die Farbe „Gelb“ ist unter den Stauden am häufigsten zu finden. Zum Beispiel Sonnenhüte, wie  Rudbeckia subtomentosa ‘Henry Eilers’  (4.u.vl.) aber auch Mädchenauge, Sonnenbraut, Goldrute oder Alant sind hier zu nennen. In diese Kombinationen passen Einjährige, wie der Goldgelbe Sonnenhut Rudbeckia hirta ‘Sunbeckia Olivia’  (1.o.vl.), die gestreifte Studentenblume Tagetes patula ‘Mr. Majestic’  (2.o.vl.), Goldlack Erysimum pulchellum ‘Altgold’  (2.u.vl.), Winterestragon Tagetes lucida (3.o.vl.) Garten-Zinnie Zinnia elegans (4.o.vl.) oder die kurzlebigen Sonnenhüte  Echinacea purpurea Hybride ‘Harvest Moon’  (1.u.vl.) und Echinacea purpurea Hybride ‘Pineale Sunday’  (3.u.vl.). Spannend finde ich, verschiedene Blütengrößen in einer Farbe miteinander zu kombinieren. So passen die feinen Blüten des Goldlacks und des Schöterich zu den gröberen Blüten der Zinnien, Sonnenhüte oder des Goldgelben Sonnenhutes. Foto oben: Grüne Blüten sind selten. Wenn ich so ein besonderes Farbthema spiele, greife ich zusätzlich auch zu cremefarbenen Pflanzen oder Blattschmuckstauden und natürlich zu Gräsern. So lassen sich dennoch grüne Kombinationen schaffen. Außerdem kann man ja die Stückzahlen der grün blühenden Pflanzen erhöhen. Außer die Grüne Fackellilie Kniphofia Hybride ‘Green Jade’ (2.u.vl.), des Grünen Sonnenhut Echinacea purpurea Hybride ‘Green Jewel’  (1.u.vl.) und des halbefüllten Sonnenhut Echinacea purpurea Hybride ‘Milkshake’ (3.u.vl.) gibt es wenige grünblühende Stauden. Sie kann man einzeln oder in kleinen Gruppen in der Mitte des Staudenbeetes verwenden. Ähnlich lassen sich Zinnien Zinnia elegans  (1.o.vl.) und (3.o.vl.) und der grüne Tabak Nicotiana alata (2.o.vl.) dort gruppieren. Sie harmonieren perfekt miteinander, da die kleinen Blüten des Tabaks einen guten Größenkontrast mit den gröberen Zinnienblüten schaffen. Im Vordergrund können kleine Gräser, wie Carex Arten mit dem grünen Purpurglöckchen  Heuchera Hybride ‘Apple Crisp’  (4.u.vl.) in grasgrünen Farbtönen einen Saum bilden. Der hohe Tabak Nicotiana langsdorffii  (4.o.vl.) sollte aufgrund der Höhe, einzeln aber wiederholend in der Pflanzung gesetzt werden. Foto oben: Diese zartrosa und lavendelfarbene Kombination ist äußerst romantisch. Stauden, wie das Kuhkraut (andere Seifenkräuter passen ebenfalls), die Thüringer Strauchpappel, Storchschnäbel oder die Gelenkblume sind in den Farben zart blühende Partner für Sommerblumen, wie den Duftsteinrich, das Schmuckkörbchen und Dahlien. Für den zarten Vordergrund passen das Kuhkraut Saponaria vaccaria  (1.0.vl.) in Kombination mit dem Duftsteinrich Lobularia maritima (3.o.vl.). Vielleicht passen hier auch silberlaubige Stauden wie der Wollziest Stachys byzanthina oder Artemisia Arten. Der Storchschnabel Geranium maculatum ‘Chatto’  (2.u.vl.) und der Storchschnabel Geranium maculatum ‘Vickie Lynn’  (3.u.vl.) sind für den mittleren Teil des Beetes geeignet. Sie können in kleineren oder größeren Gruppen gesetzt werden. Dahinter könnte die Gelenkblume Physostegia virginiana ‘Bouquet Rose’  (4.u.vl.) und das Schmuckkörbchen Cosmos bipinnatus ‘Cupcake’  (4.o.vl.) in Gruppen wachsen. Die Thüringer Strauchpappel Lavatera thuringiaca  (1.u.vl.) ist wie ein kleines Gehölz und sollte als Solitär einzeln sich wiederholend in die Pflanzung eingefügt werden. Genauso einzeln sollte die Dahlie Dahlia ‘Elke Gräfin von Pückler’  (2.o.vl.) verwendet werden. Foto oben: Für alle Fans von Rosa Tönen gibt es hier noch eine kräftigere Variante. Stauden wie der Hanfblättrige Eibisch, die rosafarbene Kissenaster, der Glatte Scheinsonnenhut und der Wiesenknopf werden farblich unterstützt durch Sommerblumen, wie das Schmuckkörbchen, die Spinnenblume und den rosafarbenen Bartfaden. Mit diesen Pflanzen entsteht eine eher höhere Pflanzung. So lassen sich Pflanzen, wie Schmuckkörbchen Cosmos bipinnatus ‘Cupcake’  (1.o.vl.) und Cosmos bipinnatus ‘Doppelklick Rose’  (3.o.vl.), Bartfaden Penstemon barbatus ‘Picotee Rose`  (4.o.vl.), Kissenaster Aster dumosus ‘Herbstgruß vom Bresserhof’  (2.u.vl.) Sonnenhut Echinacea laevigata (3u.vl.) und Wiesenknopf Sanguisorba hakusanensis ‘Lilac Squirrel’  (4u.vl.) in Gruppen pflanzen und der Hanfblättrige Eibisch Althaea cannabina  (1.u.vl.) und die Spinnenblume Cleome spinosa (2.o.vl.) besser einzeln. Andere passende Kombinationen ergeben sich mit Violett oder Purpurtönen oder mit Blattschmuckpflanzen sowie Rosen.   Foto oben: Dramatische Töne in Magenta, Violett und Purpur findet man hier mit Stauden wie der Indianernessel, der Arkansas Scheinaster, der Taglilie und dem Großen Reiherschnabel. Diese Pflanzen lassen sich farblich ergänzen mit der Wilden Möhre, dem Mexikanischen Strauchsalbei, Zinnien oder dem kleinen Mexikanischen Salbei. Im Vordergrund lassen sich der Reiherschnabel Erodium x Hybride  (2.u.vl.) verwenden. Im mittleren Teil des Beetes passen sehr gut die Taglilie Hemerocallis Hybride ‘Grapes of Wrath’  (3.u.vl.) mit dem Mexikanischen Salbei Salvia greggii ‘Mirage Cherry Red’  (4.o.vl.) zusammen. Hier gibt es wieder den reizvollen Kontrast zwischen großen und kleinen Blüten. Auch die Wilde Möhre Daucus carota ‘Dara’  (1.o.vl.) lässt sich hier einzeln dazwischen einstreuen. Dahinter würden die Indianernessel Monarda Fistulosa-Hybride ‘Gewitterwolke’  (4.u.vl.) und die Zinnien Zinnia elegans (3.o.vl.) in Gruppen gepflanzt ein gutes Paar sein. Ganz hinten aufgrund seiner Größe passt die Arkansas Scheinaster Vernonia crinita  (1.u.vl.) sowie der Mexikanische Strauchsalbei Salvia leucantha ‘Purple Velvet’  (2.o.vl.), der auch einzeln als Solitär gepflanzt werden kann. Übrigens gibt es auch Dahlien und Rosen in solchen Farbtönen. Sie könnte man ebenfalls mit einbeziehen. Foto oben: Auch die Farbe „Blau“ ist in der Pflanzenwelt häufig vertreten. Die genannten Pflanzen sind nur eine Möglichkeit. Stauden, wie Kugeldistel, Blauweiderich, Herbstsalbei und Storchschnabel bilden die dauerhafte Bepflanzung. Ihr Blau in unterschiedlichen Schattierungen lässt sich im Sommer ergänzen, mit den nicht winterharten und bei uns als Einjährigen. So lassen sich der Mehlige Salbei Salvia farinacea  (3.o.vl.), die Jungfer im Grünen Nigella damascena  (4.o.vl.), der Blauweiderich Veronica longifolia ‘Hermannshof’  (2.u.vl.) und der Storchschnabel Geranium Pratense-Hybride ‘Johnson’s Blue’  (4.u.vl.) im vorderen und mittleren Teil des Beetes verwenden. Gruppen von Kugeldisteln Echinops ritro ‘Veitch’s Blue’  (1.u.vl.) oder Herbstsalbei Salvia azurea ‘Grandiflora’  (3.u.vl.) können rhythmisch, sich wiederholend im Beet verwendet werden. Der Salbei Salvia ROCKIN ‘Sky Blue’  (1.o.vl.) und der Salbei Salvia ‘Mystic Spires’  (2.o.vl.) lassen sich wie kleine Sträucher im Vordergrund als Solitär einfügen. Auch er wirkt hervorragend, wenn man ihn öfter wiederholt.     Foto oben: Blattschmuckstauden und Gräser können, wenn sie farbiges Laub haben, die farbliche Idee im Beet unterstützen. Das Tolle ist, sie wirken die ganze Saison. Anders als Blüten, die nach dem Verblühen die Farbwirkung verlieren. Ich nutze gerade im Wechselflor, wie auch all meine Kollegen, hin und wieder solche Arten mit farbigen Blättern. Diese markanten Sommerblumen in Staudenbeete einzubinden, kann sehr spannend sein. Hier möchte ich einjährige Gräser und Blattschmuckstauden vorstellen, die ich gern verwende. Natürlich gibt es noch viele Arten und Sorten mehr im Handel. Gräser, wie das Afrikanische Lampenputzergras Pennisetum setaceum ‘Rubrum’ (1.o.vl.), das Wollige Federborstengras Pennisetum villosum  (3.o.vl.), die Mähnengerste Hordeum jubatum  (2.o.vl.) oder für besonders exotisches Flair das Palmengras Setaria palmifolia  (4.o.vl.). Blattschmuckpflanzen, wie Buntnessel Coleus Blumei-Hybriden (1.u.vl. und 3.u.vl.), die Lakritz Strohblume Helichrysum petiolare  (2.u.vl.) oder die witzige Punktblume Hypoestes phyllostachya (4.u.vl.) die gut zu dem exotischen Palmengras passen würde. Natürlich wirken Blätter, gerade wenn sie farbig sind, sehr individuell, ja manchmal gerade zu eigenwillig. Deshalb müssen sie zur Idee des Gartens passen. Foto unten: Hier habe ich noch ein Foto (BUGA Erfurt, Planung Christine Orel) mit Süßkartoffeln Ipomea batata . Ihr gelbes Laub im Vordergrund wurde zum Thema und wiederholt sich im Vordergrund rhythmisch. Gerade, wenn Pflanzen so dominant wirken, muss man sich genau überlegen, wie man mit kombiniert. Foto: Sylvia Knittel Fühlst du dich inspiriert und fit für den Sommer? Dann kannst du ja loslegen und deinen Gartentraum umsetzten. Pflanze Sommerblumen in Staudenbeete! Dir wünsche ich viele Ideen für deinen Garten und natürlich auch beste sommerliche Gefühle! Viel Spaß und bleib natürlich Deine Petra Pelz PS: Hier noch mein Tipp für dich: Wenn dir die Kombinationen mit den pflanzlichen Zusammenstellungen für deinen Garten gefallen haben und du gern mehr ausprobieren willst, dann schau doch mal in der Pflanzenreich-App . Hier gibt es die schönsten passenden Stauden, Blumenzwiebeln und Rosen.

  • WALDGARTEN – PFLANZEN DIE IM SCHATTEN WACHSEN

    Möchtest du deinen schattigen Garten in etwas Besonderes verwandeln? Falls du Schatten im Garten hast und nicht weißt, was du pflanzen sollst, sind wir hier, um dir zu helfen! Wir präsentieren dir eine Vielzahl von Pflanzen, die sich im Schatten wohlfühlen. Von Blumenzwiebeln über Stauden mit besonderen Früchten bis hin zu ornamentalen Blattschmuckpflanzen, subtil geformten Blütenpflanzen und zarten Gräsern - es gibt viele Möglichkeiten. Wenn sie richtig kombiniert werden, entsteht ein faszinierendes Mosaik aus Blüten und Blättern, das deinen schattigen Garten in ein echtes Highlight verwandelt. Also, lass dich überraschen von allen Pflanzen die im Schatten wachsen ! Foto: Sylvia Knittel Pflanzen die im Schatten wachsen: Blumenzwiebeln für den Frühling im Schatten Corydalis solida ssp. solida – Gefingerter Lerchensporn Im zeitigen Frühling treibt das graugrüne, farnartige Laub aus der Erde. Aus ihnen entwickeln sich traubige Blütenstände. Sie variieren in der Farbe und erscheinen in Weiß, Rosa oder Dunkelrosa. Nach der Blüte zieht sich der Lerchensporn in die Erde zurück, wo er mit kleinen Knollen bis zum nächsten Frühling überdauert. Ameisen sorgen für eine Verbreitung des Lerchensporns. Eranthis hyemalis – Winterling Der gelbe duftende Frühblüher mit grüner puscheliger Halskrause trotzt Schnee und Kälte. Er ist einer der ersten unter den Blumenzwiebeln. Besonders ist, wenn die leuchtend gelben Blüten im Schnee hervorstrahlen. Großartig, dass Winterlinge im verwildern. Sie bilden bald ausgedehnte Blütenteppiche, wenn sie sich wohl fühlen. Dazu benötigen sie einen frisch feuchten Boden im Halbschatten. Anemone blanda 'White Splendour' - Weiße Frühlings-Anemone   Hast Du schon mal die weiße Frühlingsanemonen in die Erde gebracht? Dann weißt du wie schwierig es ist, die kleine Knolle von einem Erdkrümel zu unterscheiden. Diesen weicht man am besten vorher in lauwarmes Wasser. So gelingt das Ansiedeln gut. Frühlingsanemonen wachsen am liebsten in warmen locker humosen Waldböden. Farne für eine magische Atmosphäre im Schattengarten Phyllitis scolopendrium – Hirschzunge  Der einheimische Farn eignet sich für feuchte, schattige Steingartenpartien ,  die etwas kalkhaltig sein sollten. Er wächst sogar in tieferen Schattenlagen in durchlässigen Laubhumusböden. Auch unter Gehölzen fühlt sich die Hirschzunge wohl. Die Wedel sind ungefiedert und wirken ledrig. Der Wuchs ist aufrecht und trichterförmig. Schöne Kombinationen entstehen mit anderen Farben aber auch mit Schattengräser wie Seggen oder Haselwurz. Adiantum venustum – Himalaja-Venushaar-Farn   Dieser hübsche, winterharte Farn, wirkt aufgrund der filigranen Wedel sehr zart. Der Venushaarfarn braucht eine Zeit, um sich zu etablieren. Jedoch dann, einmal eingewachsen, breitet er sich allmählich aus und braucht entsprechend Platz. Im lichten Schatten kann gut er als filigraner, wintergrüner Bodendecker eingesetzt werden. Er bevorzugt einen frischen, gut durchlässigen und eher kalkarmen Boden. Osmunda regalis – Königsfarn    Der majestätischste aller Farne… und er ist auch noch heimisch! Mit seinen großen goldbraunen Sporenwedeln steht er am besten einzeln. Dort benötigt er viel Platz. Wenn er sich wohlfühlt kann er zudem auch sehr alt werden. Er benötigt eine gewisse Luftfeuchtigkeit und fühlt sich auf feuchtem, kalkarmem Boden wohl. Beeindruckend ist der jährliche Austrieb der Sporenwedel. Im Herbst leuchtet er in einem Goldgelb, das oft wochenlang. Matteuccia struthiopteris – Straußenfarn, Trichterfarn   Der Straußenfarn benötigt viel Platz und ist daher nichts für kleinere Gärten. Er verbreitet sich durch Ausläufer. Hat man Platz im Garten, kann er sehr beeindruckend und völlig unkompliziert sein. Besonders schön ist das filigrane hellgrüne Laub in Trichterform. Im Winter schmücken die braunen Sporenwedel. Da er sehr wüchsig ist, kombiniert man ihn am besten mit ebenbürtigen Pflanzen, wie mit der Elfenblumen . Dryopteris dilatata 'Crispa Whiteside' – Krauser Dornfarn Besonders auffällig ist das gefiederte und gekräuselte Laub des Krausen Dornfarn. Seine Wedel sind ein Blickfang im Garten. Vor allem im Kontrast zu anderen, insbesondere großblättrigen Blattformen und Blattoberflächen, wie Lungenkraut, Tafelblatt oder Rodgersien bringt dieser Farn Spannung ins Beet. Der Standort sollte eher feucht und humos sein. Dieser Farn sieht in kleinen Gruppen besonders schön aus. Adiantum pedatum – Pfauenradfarn Dieser filigrane Farn hat besonders geformtes Laub, welches ihm den Namen Pfauenrad- oder Hufeisen-Farn eingebracht hat. Einmal etabliert, ist er äußerst langlebig. Zunächst braucht er etwas Anlaufzeit bis er sich ansiedelt, bildet dann aber ansehnliche Bestände. Dieser Farn ist für luftfeuchte, locker-humose, kalkarme, geschützte Standorte im Halbschatten geeignet. Dort wächst er zum Beispiel mit Christrosen. Stauden im Schatten mit schönen Früchten Actaea pachypoda – Weißfrüchtiges Christophskraut Das Highlight dieser Halbschattenpflanze ist der weiß leuchtende Beerenschmuck.  Das weißfrüchtige Christophskraut sollte man nur pflanzen, wenn es nichts ausmacht, dass seine Beeren giftig sind. Getragen werden sie von dekorativen roten Stängel getragen. Das gefiederte Laub ist ansehnlich und mit der Zeit bildet die Pflanze in frischen humosen Böden stattliche Büsche. Aralia californica – Stauden-Aralie  Imposant und ein Riese im Schatten ist die Staudenaralie. Sie hat große ornamental gefiederte Blätter und beeindruckende Blüten. Diese werden später zu kugligen dunkelroten Früchten. Diese sind allerdings giftig. Die Größe macht die Pflanze wertvoll, da es nur wenige hohe, üppige Solitärstauden für den Schatten gibt. Sie benötigt allerdings viel Raum und ist daher eher für größere Gärten geeignet.  Arum italicum ssp. italicum 'Pictum' – Geaderter Aronstab  Auch hier gilt; schön aber giftig! Eine tolle Blattschmuckpflanze im Herbst und Winter! Denn das Besondere ist der grandiose Auftritt in der kalten Jahreszeit. In den Sommermonaten zieht sie sich in die Erde zurück. Attraktive pfeilartige Blätter mit schöner Zeichnung und knallrote auffällige Beerentrauben erscheinen im Herbst. Der Standort soll warm, humos und nicht zu schattig sein. Lunaria rediviva – Ausdauerndes Silberblatt, Mondviole  Eine Pflanze, die an Kindheit erinnert. Damals als Trockenblume von der zweijährigen Art, ist dies nun eine Staude mit einem Pergament-ähnlichen Fruchtschmuck, der der Modepflanze von damals in nichts nachsteht. Die Mondviole blüht und duftet im Frühling und lässt sich mit Tulpen oder Wolfsmilch hervorragend kombinieren. Sie wächst halbschattig bis schattig und mag es ehr frisch bis feucht im Boden. Diphylleia cymosa - Schirmblatt  Diese Staude für den Schattengarten ist ein echter Amerikaner. Sie blüht im Mai und Juli. Ihr Highlight jedoch, sind die schönen blauen Früchte, die an einer Dolde angeordnet sind. Mit den 30 bis 60cm hohen schirmartigen Blättern kann man schöne Gruppen setzten. Besonders schön ist der Kontrast zu anderen Laubformen. Das Schirmblatt ist noch nicht sehr verbreitet, was sich unbedingt ändern sollte. Duchesnea indica – Schein Erdbeere oder Trug-Erdbeere  Die kann man in der Tat verwechseln! Ganz ähnlich wie die Erdbeere sieht die Schein Erdbeere aus. Allerdings gibt es einen Unterschied und der ist bitter. Die Frucht schmeckt nicht süß und ist ungenießbar, aber nicht giftig. Tröstlich wie die Tatsache, dass die schöne Scheinerdbeere ein hervorragender Ausläufer bildender Bodendecker ist.  Stauden mit ornamentalem Laubschmuck Pulmonaria Hybride 'Benediction' – Lungenkraut   Was ist ein Frühling im Schatten ohne das in jeder Form strahlende Lungenkraut. Dezent getupfte dunkelgrüne Blätter und darüber eine strahlend blaue Blüte im April/Mai – einfach zauberhaft. Primeln, Frühlingsplatterbsen sind schöne Partner für den sonst viel zu wenig beachteten Frühblüher.  Das Lungenkraut liebt es nicht zu trocken. Schneide die Pflanze nach der Blüte komplett zurück. Rodgersia pinnata 'Chocolate Wings' – Fiederblättriges Schaublatt  Ein großartiges Schauspiel bietet das Schaublatt im Frühling. Dann treiben die Blätter in einem spektakulären schokoladen-braunrot aus. Dieselbe Farbe erfreut den Betrachter im Herbst, wenn die Pflanze sich erneut färbt. Denn dazwischen im Sommer ist sie grün. Das Schaublatt blüht rosa. Die Blüten sind ein schöner Kontrast zu dem ornamentalen gefiederten Laub. Tiarella cordifolia – Schaumblüte  Eine reiche Blüte und schönes Laub hat dieser hübsche aber nicht aufdringliche Bodendecker. Viele Sorten sind durch Kreuzung in den letzten Jahren entstanden. Im Frühling bietet die Schaumblüte einen grandiosen Anblick. Dann erscheinen puschelige Blütenwalzen in weiß oder rosa über das dichte Blätterkleid. Das Laub ist oft wintergrün und färbt sich im Winter. Hosta Hybriden – Funkie  Fast unüberschaubar ist mittlerweile das Hosta Sortiment. Es gibt viele Größen, Formen und Farben. Funkien können sehr langlebig sein. Im Garten treiben diese prachtvollen Pflanzen spät aus. Um diese Zeit zu überbrücken, kann man Frühlingszwiebelblumen um die Funkien setzten. So lässt sich diese Zeit gut überbrücken. Funkien lieben einen locker humosen Boden mit ausreichend Feuchtigkeit.  Begonia grandis ssp. evansiana – Japan-Schiefblatt, Stauden-Begonie  Früher hätte ich mich nicht getraut diese Begonie zu pflanzen. Aber sie ist bei uns einigermaßen winterhart, wenn man ihr etwas Laub gibt. Mit ihr pflanzt man Exotik in den Garten. Sie erfreut mit einer rosa Blüte im Sommer bzw. Herbst, was das Blühspektrum erweitert. Die Begonie benötigt einen frischen, humosen Boden in halbschattiger Lage.  Rodgersia aesculifolia 'Irish Bronze' – Kastanienblättriges Schaublatt Generell ist das Schaublatt sehr zuverlässig, anspruchslos und langlebig. In seiner Heimat wächst die Art an feuchten Flußrändern. Das verrät auch schon etwas über die Bedürfnisse. Das Schaublatt möchte auch im Garten einen frischen bis feuchten Standort. Die bronzefarben getönten Blätter sind imposant. Die cremefarbende Blüte dazu ein wahrer Schmuck. Boehmeria tricuspis – Ramie  Wunderschön zu Elfenblumen passt die brennnesselblättrige Ramie. Mit ihren attraktive rötlichen Stielen, den besonders geformten Laub und den fadenartig elegant überhängenden Blüten ist die Pflanze ein Highlight in jedem schattigen Naturgarten und sollte mehr Verbreitung finden. Die Ramie wird 50 cm hoch und liebt einen frischen, absonnigen Standort.  Heucherella alba 'Solar Eclipse' – Bastardschaumblüte Dieser hübsche Bodendecker mit dem Namen Heucherella ist eine Kreuzung. Die Eltern sind Heuchera (Purpurglöckchen) und Tiarella (Schaumblüte). Wie bei einer Sonnenfinsternis verdunkelt die rotbraune Mitte das limettengrüne Blatt. Heucherella wächst kompakt. Die schaumigen Blüten erscheinen im Mai und sind cremeweiß. Polygonum microcephala 'Red Dragon' – Buntblatt-Knöterich  Mit etwas Winterschutz (Reisig oder Laub) wächst diese schöne Blattschmuckstaude in unserem Schattengarten. Die äußerst eleganten Blätter sind exotisch anmutend und gezeichnet. Von September bis Oktober schweben über den Blättern weiße Blütenrispen. Am besten pflanzt man den Knöterich im Frühjahr. Blüten für den Schatten Astrantia major 'Rosensinfonie' – Große Sterndolde   Die Sorte Rosensymphonie ist eine robuste Sämlingssorte. Sie variiert rosa Farbtönen und ist ideal für ein zartes flirrendes Farbenspiel. Sterndolden wachsen auf absonnigen nicht zu trockenen Pflanzplätzen. Sie passen zu großen Blattschmuckstauden und bilden einen schönen Kontrast. Ein Rückschnitt fördert die Nachblüte. Polygonatum biflorum – Großes Salomonssiegel  Einmal eingewachsen bildet die nordamerikanische Staude durch Ausläufer große Teppiche. Die Wuchsform ist elegant. An den Trieben hängen weiße Blütenglöckchen. Besonders schön wirken Bestände unter Laubgehölzen im lichten Schatten. Dort schmückt der Salomonsiegel im Herbst mit dunkelblauen oder roten Beeren und gelbem Laub. Kirengeshoma palmata – Wachsglocke  Aus Japan kommt die Wachsglocke. Sie ist eine Solitärstaude mit schön geformtem ahornförmigen Blattwerk. Ihre Blüte entwickelt sich erst im August. Daher ist sie eine gute Ergänzung zu den früh blühenden Schattenstauden. Die wachsartigen gelben Blütenglocken wirken sehr edel. Die langlebige Staude wächst am besten in einem humosen, nährstoffreichen Boden. Gillenia trifoliata – Dreiblattspiere Immer zart, locker und elegant wirkt die nordamerikanische Dreiblattspiere. Durch ihre flirrende Wirkung verwende ich sie gern zu großen und groben Blüten. Im Herbst färben sich ihre Blätter in ein leuchtendes Orangerot oder Gelb. Indian Summer im Staudenbeet! Auch der Kontrast der weißen Blütchen zu den feuerroten drahtigen Stielen finde ich sehr apart. Sie sollte mehr gepflanzt werden. Stellaria holostea – Große Sternmiere   Diese ausbreitungsfreudige bodenbedeckende Pflanze mit ihrem duftigen weißen Blütenschleier macht Spaß. Von April bis Juni erscheinen in großer Fülle kleine weiße Sternblüten. Besonders wertvoll ist sie durch das wintergrüne Laub. Auffallend zwischen großblättrigen Laubschmuckpflanzen, entfaltet sie ihre kontrastreiche Wirkung und webt sich quasi in sie hinein. Geranium phaeum – Brauner Storchschnabel Zierlich anmutende, radförmige Blüten öffnen sich ab Mai. Die Farben sind braun, violett oder weiß. Der  Storchenschnabel ist eine unauffällige subtile Schönheit. Er eignet sich zur Bepflanzung von naturhaften Gartenpartien im Halbschatten bis Schatten. Robust anpassungsfähig  und erste Wahl für Insekten… wenn das kein Grund ist. Gräser – die Harfen im Schatten: Luzula nivea – Schnee-Marbel, Weiße Hainsimse  ein Gras mit weißen “Puscheln” … das muss was Tolles sein. Ist es auch. Das heimische Waldgras passt gut zu anderen niedrigen Gräsern im Schatten , Farnen oder zu Stauden, wie Christrosen, Hornveilchen, Funkien oder Lungenkraut. Das feste, ledrige Laub hat bewimperte Kanten. Daher leuchtet es im Gegenlicht. Die Schneemarbel wächst variabel auf trockenen bis frischen Standorten. Hakonechloa macra – Japanisches Berggras   mein ganz persönlicher Favorit ist diese grüne Form des Japanwaldgrases . Ich habe es das erste mal in den Gärten von Wolfgang Oehme gesehen. In Deutschland war es damals nicht verfügbar und ich freue mich es jetzt verwenden zu können. Ich liebe die elegante überhängende Form, die gelbe Herbstfärbung und die Struktur bis ins Frühjahr. Es eignet sich sowohl für die Verwendung im Garten, als auch als Gras für den Balkonkasten. Hakonechloa macra 'Aureola' – Japan-Goldbandgras Für eine moderne Gartengestaltung mit Gräsern eignet sich auch das  Japangelbbandgras. Mit dem farbigen Laubschöpfen kann man im Schatten fabelhaft Licht und Leuchtpunkte setzten. Die sanfte überhängenden Formen passen zu großen Steinen oder ornamentalen großen Blättern. Die schmalen Blätter passen auch hervorragend zu gleichfarbigen Hostas und bilden so ein farbliches Pedant. Fühlst Du dich inspiriert, um deinen Schattengartenprojekt anzupacken? Vielleicht kommst du ja auch die Idee, einen Pflanzplan für ein schattiges Staudenbeet mit Gräsern und Stauden anzupacken. Dann habe ich weitere Anregungen für dich: Schattenpflanzen: Romantische Plätze gestalten  von Dorothee Waechter* Schattenstauden: Die dunkle Seite Ihres Gartens  von Kathrin Lugerbauer* Schattengärten gestalten: Stimmungsvolle Beetideen für jeden Garten  von Oliver Kipp* Schattengarten: Die Pflanzen, die Jahreszeiten, die Stimmungen  von Beth Chatto* Die richtigen Pflanzen für Schattenplätze im Garten: vielfältig, bewährt, einfach schön von Elke Borowski*   Suche Dir ein kühles Plätzchen im Schatten, lies vielleicht ein Buch… und bleib natürlich! Petra Hinweis: Die mit Sternchen ( * ) gekennzeichneten Verweise sind sogenannte Provision-Links. Wenn Sie auf so einen Verweislink klicken und über diesen Link einkaufen, bekomme ich von Ihrem Einkauf eine Provision. Für Sie verändert sich der Preis nicht

  • GRÄBER BEPFLANZEN - SCHÖNHEIT UND VIELFALT AUF KLEINSTEM RAUM

    Ein Gastbeitrag von Susan Krüger Susan Krüger  wurde nach dem Abitur Schneiderin. Das war Anfang der 90iger Jahre in der Wendeumbruchzeit. Doch dabei blieb es nicht. Da sie die Natur liebt, mit ihrem Pferd gern Wiesen und Felder durchstreift und leidenschaftlich gärtnert, kam alles anders. Sie hängte den gelernten Beruf 1994 an den Nagel und studierte Landespflege. Nachdem sie erst in einem Architekturbüro arbeitete, wurde sie 2002 Petras Büropartnerin in Magdeburg. Seit dieser Zeit sind sie befreundet. Trotz ihrer vier Kinder und ihrer Selbständigkeit als Landschaftsarchitektin hat sie unermüdlich gute Ideen. Die setzt sie voller Überzeugung und mit viel Elan um. So auch die fertige Staudenmischungen für Grabstellen. Eine Idee mit Zukunft, denn die Mischungen heben sich deutlich ab von dem, was man auf Gräbern sonst so sieht. Gräber bepflanzen ist eine einfühlsame Möglichkeit, den letzten Ruheort mit Farbe und Leben zu erfüllen. Auf der BUGA 2021 in Erfurt  wird man ihre Zusammenstellungen bestaunen können. Aufgepflanzt sind sie auch in der Gärtnerei Weinreich in Wolmirstedt.  Dort werden diese kleinen Pakete für ihre Kunden produziert und von dort überall hin verschickt. Gräber bepflanzen in schönen Kombinationen – Wie es zu der Idee kam Im Laufe der Zeit, war ich hin und wieder mit Friedhofsumgestaltungen befasst. Zu oft sah ich Eintönigkeit, pragmatische Pflanzungen aus Stiefmütterchen, Efeu und Cotoneaster oder Gräber, die hermetisch mit aufpolierten Steinplatten abgedeckt waren. Die Last der Hinterbliebenen schien mir schwer und die Unsicherheit Vieler bei der Grabpflege und Pflanzenverwendung groß. Ich wünschte mir, dass Friedhöfe Orte wären, die neben der Möglichkeit zu trauern, auch Trost und Erleichterung spenden. Meine Antwort waren pflegeleichte und dennoch schöne Pflanzenzusammenstellungen. Solche, die nicht ständig neu gekauft und dann akribisch gehegt und gepflegt werden müssen. Gern wollte ich den Angehörigen die Grabpflege erleichtern. Der erste Schritt zur Verwirklichung dieser Idee war getan, indem ich Bepflanzungssets entwickelte. All mein Wissen und meine Erfahrungen mit Pflanzen konnte ich in diese kleinen schönen Pflanzenpakete einfließen lassen. In der Literatur und im Internet fand ich sehr wenig zur Verwendung von Stauden auf Gräbern. Viele Vorschläge waren mir zu unrealistisch und alltagsuntauglich. Es sollten Bepflanzungssets sein die: mit wenig Wasser auskommen die dennoch natürlich schön und abwechslungsreich sind die den Boden gut bedecken und daher auch Unkraut unterdrücken Ich wollte vorher alles ausprobieren um zu wissen, wie viel Pflege tatsächlich nötig ist, um ein ansprechendes Bild herzustellen. Seit 2017 habe ich in der Staudengärtnerei Weinreich in Wolmirstedt mein eigenes kleines Versuchsfeld auf einer Fläche von 25m². Diese Fläche kann ich nach Herzenslust bestücken. Wie Ihr vielleicht wisst, waren die Sommer der letzten Jahre hier bei uns im Regenschatten des Harzes ganz besonders trocken. Auch der lange, wirklich knackige Frost im Frühjahr 2018 war verhältnismäßig extrem. Meine Sets wurden auf eine harte Probe gestellt. Ich habe sie nur so viel wie nötig gepflegt und vor allem gegossen. Wirklich nur maximal 1x im Monat, wenn mein Mitleid für meine Schützlinge doch zu groß geworden ist, habe ich ihnen eine kleine Portion Wasser gegeben. Alle Pflanzen haben die Tortur mit Bravour überstanden und so kann ich stolz behaupten, meine Kombinationen haben sich wirklich bewährt. 10 Tipps für eine pflegeleichte Grabgestaltung Wenn Du auf der Suche nach einer pflegeleichten Grabbepflanzung bist, findest Du hier meine Tipps: Zunächst frage Dich, wie sind die Standortbedingungen auf dem Grab. Wenn du es leicht haben möchtest, müssen die Pflanzen zum Standort, d.h. zum Licht und zum Boden passen. Tipp 1:  Das Licht bestimmt die Auswahl der Pflanzen Während die Heidenelke Dianthus deltoides   oder der Polsterphlox Phlox subulata  z.B. besonders sonnenhungrig sind, lieben es Elfenblumen Epimedien-Arten  oder Haselwurz Asarum-Arten eher schattig. Es ist wichtig, das die Pflanzen nach ihren Bedürfnissen ausgewählt werden. Nur so kann man gewährleisten, das sie gut wachsen und sich an dem angebotenen Standort wohl fühlen. Foto oben : Ähriger Ehrenpreis Veronica spiata var. incana in Kombination mit Glockenblume Campanula poscharskyana ‘Silberregen’ und Gamander Teucrium lucidrys. Tipp 2: Ein magerer Boden führt zu einer zarten Ausstrahlung Wuchsfreudigeren Arten bleiben kleiner und auch schwächeren Arten können gut gedeihen, wenn der Boden eher mager ist. ACHTUNG bei der Verwendung von Graberde. Sie ist nur für starkzehrende Bepflanzungen wie Stiefmütterchen und Co geeignet. Düngegaben sollten möglichst unterbleiben oder nur gezielt vorgenommen werden. Sie sollten auf die Bepflanzung abgestimmt sein. Weniger ist mehr… beobachte deine Pflanzen ein wenig. Foto oben : Karpaten Schaumkresse Arabis procurrens, Zwerg-Geißbart Aruncus aethusifolius, Purpurglöckchen Heuchera Arten und die Schneemarbel Luzula nivea im Vordergrund. Tipp 3: Gieße behutsam Weniger und richtiges Gießen sollte das Ziel sein. Jedoch ohne, dass die Pflanzen darunter leiden. Lieber einmal durchdringender gießen, als ständig nur ein wenig. So entwickeln sich die Wurzeln in die Tiefe und bleiben nicht an der Oberfläche. Dort würden sie bei Trockenheit schnell leiden. Generell begünstigt etwas weniger Feuchtigkeit ein filigranes Wachstum, während eine gute Versorgung mit Feuchtigkeit üppige Pflanzen hervorbringt.  Foto oben : Die Christrose Helleborus niger und das Purpurglöckchen Heuchera sind etwas kleiner geblieben.   Tipp 4:  Die Schere ein wichtiges Utensil in der Pflege Ein kräftiger Rückschnitt nach dem Blühen ist förderlich für eine zweite Blüte. Die Heidenelke Dianthus deltoides  oder die Glockenblume Campanula poscharskyana  kannst Du so im Herbst noch mal bestaunen. Pflanzen, die etwas “rüpelhaft” wachsen wollen, werden so mit einer Schere kurzerhand in ihre Schranken gewiesen. Schneiden fördert zudem einen kompakteren Wuchs. Die Kissenaster Aster dumosus   bleibt so kleiner im Wuchs. Die unerwünschte Ausbreitung durch Samen kannst du ebenfalls verhindern, indem du das Verblühte rechtzeitig entfernst. Gerade Arten wie Akeleien Aquilegia- Hybriden  oder die Christrose Helleborus  wollen sich auf meiner Versuchsfläche immer sehr gerne ausbreiten. Und dann ist der Einsatz einer Schere hilfreich, wenn es um die Vitalisierung von Arten geht.  Den Teppichphlox Phlox subulata   oder den Ährigen Ehrenpreis V eronica spiacata var. inacana   kannst du durch Rückschnitt dazu bringen, etwas üppiger auszutreiben. Foto oben : Die Karpaten Schaumkresse Arabis procurrens kann nach der Blüte einen kräftigen Rückschnitt vertragen. Tipp 5: Das Spiel mit Kontrasten Du kennst es schon… Harfe und Pauke bringen Spannung ins Beet, so Karl Foerster. Stell dir vor; das Purpurglöckchen Heuchera , der Wollziest Stachys byzantina   in Kombination mit dem filigranen Laub von  Festuca glauca   oder der Karpatenglockenblume Campanula poscharskyana . Harfe und Pauke, das geht auch auf kleinen Flächen. So gesellt sich Grobes zu Feinem, etwas Wolliges zu Glattem, Lineares zu etwas Rundem. Es müssen nicht immer die Blütenfarben sein, die das Bild einer Bepflanzung prägen. Foto oben : Pfingstnelke Dianthus gratianopolitanus 'Badenia', Karpatenglockenblume Campanula poscharskyana ‘Silberregen’, Ehrenpreis Veronica spicata var. incana und Gamander Teucrium x lucidrys bilden Kontraste. Tipp 6: Die Macht der Farben Die Mischung machts! Ob rot-, silberlaubiges oder immergrünes Blattwerk, die Palette der farbigen Blätter ist vielgestaltig. Blätter wirken vor allem nahezu ganzjährig. Das ist auf so kleinen Flächen, wie es Gräber sind, vorteilhaft. Je nach Farbkonzept unterstützen Laubfarben die jeweilige Idee und setzten in Kombination mit Blütenpflanzen tolle Akzente. Ich liebe das herrliche Leuchten von rotlaubigen Purpurglöckchen im Gegenlicht. Besonders toll wirkt es in Verbindung mit blauen Blüten vom Ehrenpreis Veronica spicata var. incana . Im Schatten sind es vor allem Kombinationen aus weißen Blüten mit panaschiertem Laub. Sie zaubern schöne Lichtreflexe in die Dunkelheit. Die Schneemarbel Luzula nivea  und die kleine zierliche Segge Carex conica 'Snowline'  sind hierfür hervorragend geeignet. Foto oben : Zwerg-Geißbart Aruncus aethusifolius, Purpurglöckchen Heuchera, Christros  Helleborus niger, der Tüpfelfarn Polypodium vulgare,  die bunte Gänsekresse Arabis ferdinandi-coburgii ‘Old Gold’, die Weißbunte Zwergsegge Carex conica 'Snowline'. Sie wachsen im Halbschatten bis Schatten und wirken auf einem Friedhof alles andere als dunkel und schwer. Tipp 7: Wildformen und ungefüllte Blüten sind Insektenmagnete Es gibt auch unter den Staudenzwergen Insektenmagneten. Wenn du also Schmetterlinge und emsige Bienen beobachten möchtest, kannst du Pflanzen, wie den Storchschnabel Geranium cantabrigiense , Majoran Origanum vulgare  oder Thymian Thymus serphyllum   verwenden. Foto oben : in einer gut sortierten Gärtnerei wirst Du ganz bestimmt fündig. Tipp 8: Ein gutes Bild braucht einen Rahmen Ein gepflanzter Rahmen aus Stauden wirkt exakt und verleiht deiner Pflanzung einen geordneten Abschluss. Hierfür haben sich immergrüne, flach bleibende Arten bewährt. Meine Lieblingseinfassungspflanze ist die Karpatenschaumkresse Arabis procurrens . Schnell hat man sie in Form gebracht und ihre Blütenpracht im Frühjahr ist atemberaubend. Foto oben : die Karpatenschaumkresse Arabis procurrens umrahmt die Fläche mit immergrünem Laub und weißen Blüten in Frühjahr. Tipp 9: Viele Pflanzen schließen schnell die Fläche Viele Pflanzen sind Lichtkeimer. Ist die Bodendecke durch ein Blätterdach geschützt, kannst du unerwünschten Aufwuchs durch Versamen leichter unterbinden. Hierfür ist eine gute Sortenauswahl und eine wohlüberlegte Bestückung wichtig. Die Fläche soll sich einerseits schnell schließen. Dennoch kommt es auf das richtige Maß an. Pflanzen brauchen natürlich auch ausreichend Raum, um sich artgerecht zu entwickeln. Mit der richtigen Pflanze und durch einen passenden Pflanzenabstand entstehen langlebige, dichte Pflanzenteppiche. Sie schaffen ein pflegeleichtes Grab und das ist ja die Idee. Foto oben : Das rote Laub gehört dem Purpurglöckchen Heuchera Hybride 'Berry Smoothie'. Es leuchtet herrlich in der Gegensonne. Tipp 10: Probieren geht über studieren Mit einem Pflanzplan kannst Du überprüfen, ob Deine Ideen ausgewogen sind. So kannst Du Dir auch die Pflanzenbestellung erleichtern. Wenn Du die Töpfe vor dem Setzen der Pflanzen ausstellst, ist noch eine Feinjustierung möglich. Das Schöne an Stauden aber ist, dass sie sich auch später immer noch problemlos umpflanzen lassen und Du die Pflanzung jederzeit nachträglich anpassen kannst.  Also trau Dich einfach! Es wird Dir ganz bestimmt Freude bereiten. Wenn Du Dir allerdings doch etwas unsicher bist, so kannst du auf meiner Homepage Gedenkedein  auch fertige und auf Herz und Nieren erprobte Bepflanzungssets kaufen. Deine Susan Krüger   ________________ Der letzte Garten ist wahrscheinlich der kleinste Garten. Ja, ich weiß, hört sich seltsam an. Aber ist es nicht schön, wenn dieser kleine Garten gerade deshalb die nötige Aufmerksamkeit bekommt. Ein Grab muss nicht düster, langweilig und trist sein. Es gibt zahlreiche interessante kleinere Pflanzen für ebenso kleine Flächen. Sie kann man genauso spannend zusammenstellen, wie größere Pflanzen auf größeren Flächen. Es ist nur ein anderer Maßstab. Die Gesetzmäßigkeiten Pflanzen zu kombinieren, sind gleich. Vielen Dank an Susan und an Jan Weinreich, der übrigens auch der “Gärtner meines Vertrauens” ist.   Bleib natürlich - Deine Petra

  • FRÜHLINGSBLUMEN – IDEEN FÜR BALKONKÄSTEN UND PFLANZGEFÄSSE

    Ein Blogbeitrag von Petra Endlich ist es soweit - die Frühlingsblumen erobern wieder Balkonkästen und Blumenkübel! Mit den schönsten Frühlingsblumen starten wir gemeinsam in die Gartensaison und verwandeln unsere Außenbereiche in blühende Oasen nach unseren persönlichen Vorstellungen. Während Gartenstauden noch im Winterschlaf verharren und Sommerblumen auf wärmere Temperaturen warten, präsentieren sich die Frühjahrsblumen bereits in voller Pracht. Sie lassen Balkonkästen und Blumentöpfe rund um unser Zuhause zu einem farbenfrohen Blütenmeer erblühen und verleihen unserem Garten eine einladende Atmosphäre. Hast Du bereits konkrete Vorstellungen für Deinen Frühlingsgarten? In Gärtnereien, Baumschulen und Gartencentern findest Du eine Vielzahl an Optionen. Dort erwarten Dich vorgezogene blühende Frühjahrsblumen in großer Auswahl, bereit, um Deine Blumentöpfe zu verschönern. Doch bevor Du Dich von der Vielfalt überwältigen lässt, ist es ratsam, eine Liste mit all den gewünschten Blumen anzufertigen. Wir präsentieren Dir Ideen für die beliebtesten Arten, damit Du bald farbenfrohe und blühende Blumenarrangements für Deine Gefäße und Balkonkästen kennst und umsetzen kannst. Mit den besten Frühlingsblumen-Ideen verwandelst Du Deinen Garten im Handumdrehen in einen Frühlingshimmel. Genieße die Frühlingsfarben der besten Frühblüher und kombiniere sie auf harmonische Weise. Bestaune die Vielfalt der Blütenformen und lass Dich von den süßen Blütendüften verführen. Diese besondere Frühlingsstimmung und der zauberhafte Gartenflair sind Balsam für die Seele nach einem langen Winter. Hier kommen fünf Gründe, warum Du jetzt Frühlingsblumen in Dein Zuhause, Deinen Garten und auf Deine Terrasse holen solltest: Mit farbenfrohen Frühlingsblumen bringst Du Deinen eigenen Frühling zum Erblühen - mit all den positiven Nebenwirkungen. Zeige dem Winter die kalte Schulter:  Von zartgelben Primeln bis hin zu kräftig leuchtenden, violetten Ranunkeln - mit farbenfrohen Frühlingsarrangements weist Du dem kalten Winter eine kalte Schulter. Pflanze die beliebtesten Frühblüher in Deine Blumentöpfe oder Pflanztrogs und bringe so die schönsten Blüten in leuchtenden Farben auf Deine Gartenterrasse oder Deinen Balkon. Ich zeige Dir gerne einige schöne Ideen für den Frühling. Frische Schnittblumen für deinen Frühlingstisch:  Magst Du frische Schnittblumen? Deine Frühlingsblumen mögen vielleicht keine großen Sträuße liefern, aber ein klitzekleines Sträußchen auf Deinem Frühlings-Frühstücks-Gartentisch ist bestimmt drin. Duftende Blüten und Insektenmagnet:  Einige Frühlingsblumen wie Hyazinthen in Lila, Rosa oder Weiß, Goldlack oder Narzissen in zartem oder kräftigem Gelb duften nicht nur schön, sondern auch manchmal intensiv. Sie locken mit ihrem Duft und ihren farbenfrohen Blüten Insekten an. Erlebe buntes Flugtreiben in Deinem Blumentopf auf der Terrasse oder in Deinem Balkonkasten am Haus. Gekonnt gepflanzt und geschickt platziert, verleihen farbige bepflanzte Blumentöpfe jedem Balkon, jeder Terrasse und jedem Hauseingang ein wohnliches Ambiente. Farbenfrohes, blühendes Gartendesign vor der Haustür schafft eine einladende Atmosphäre. Geplante Pracht oder spontane Farbenfreude: Dein farbenfroher Frühling im Garten Steckst du lieber im Voraus deine Pflanzpläne akribisch ab oder lässt du dich lieber von deiner Intuition leiten, wenn du in der Gärtnerei stehst? Natürlich ist es ratsam, zu Beginn konkrete Vorstellungen für die Gestaltung deines Frühlingsgartens zu haben. Halte deine Ideen am besten auf Papier fest. Schließlich ist ein farbenfroher Frühling im Garten oder auf dem Balkon kein Zufall – er erfordert zumindest ein gewisses Maß an Planung. Es ist hilfreich, im Vorfeld eine Liste mit schönen und passenden Frühblühern anzulegen. So erhältst du einen groben Überblick über die besten Arten und ihre harmonischen Kombinationen. Um deine Gartenidee erfolgreich umzusetzen, ist es auch wichtig zu wissen, wie viele Blumentöpfe du schön und farbenfroh bepflanzen möchtest. Ebenso solltest du die benötigte Anzahl an Pflanzen und ihre Farben berücksichtigen. Vielleicht hast du schon eine bestimmte Vorstellung im Kopf und möchtest gerne die beliebten Blüten in kühlen Farben wie Lila oder Rosa miteinander kombinieren. Oder du experimentierst lieber mit kräftigen Gelb- und frischen Weißtönen. Lass deiner Kreativität freien Lauf und achte darauf, dass die gewählten Blütenfarben zur Umgebung wie Haus und Garten passen. Geschickt zusammengestellte Arten von Frühlingsblumen in Kombination mit Zwiebelblühern wie Narzissen und Tulpen wirken nicht nur schön, sondern auch harmonisch. Wenn sie dann noch in einem passenden Blumentopf zusammenblühen, verzaubern sie garantiert deinen gesamten Gartenbereich und wirken einladend und farbenfroh. Es gibt bestimmte Arten von Frühlingsblumen, die sich besonders gut für Töpfe, Kübel und Schalen im Garten eignen. Wir haben eine Liste mit den beliebtesten Pflanzenarten und schöne Kombinationen für dich zusammengestellt. Die Wahl liegt bei dir. Wähle deine Frühblüher sorgfältig aus, damit sie zu dir und deinem Garten passen. Notiere dir die gewünschten Blüten und die benötigte Stückzahl auf deiner Liste und begebe dich dann in die Gärtnerei. Natürlich hoffst du darauf, dass all deine Wünsche für deinen Traumfrühlingsgarten erfüllt werden. Wenn bestimmte Pflanzenarten gerade nicht verfügbar sind, ist das kein Problem. Kehre zu deiner Liste zurück und wähle andere schöne Frühblüher aus. Oder lasse dich direkt im Gartencenter oder in der Gärtnerei von deiner spontanen Eingebung leiten! Wichtig ist, dass du die benötigten Stückzahlen im Blick behältst. Schlendere einfach durch das Gartencenter und lasse dich von den bunten Blüten inspirieren. Greife zu den Pflanzen, die dich spontan ansprechen, und kombiniere sie direkt im Einkaufswagen. Es kann durchaus inspirierend sein, durch blühende Gärtnereien zu schlendern, ohne auf eine Liste zu achten, und sich im Einkaufswagen eine Idee für den heimischen Blumentopf zusammenzustellen. Es ist entscheidend, eine klare Vorstellung davon zu haben, wie deine Pflanzenkombinationen im Garten aussehen sollen. Du wirst sehen: Es macht einfach Spaß, und dabei entstehen oft die schönsten Pflanzkombinationen. Probiere es einfach mal aus! Wenn du mich nach meinem liebsten Arbeitsplatz fragst, dann sind das definitiv die Gartenschauen. Besonders im Frühling, wenn die ersten blühenden Frühlingsblumen so verlockend und strahlend schön auf großen Rollcontainern ankommen. Auf der Gartenschau in Eutin und der IGA in Berlin habe ich zwar Pflanzenlisten für Frühblüher akribisch geplant, aber vor Ort habe ich dann diese Listen ignoriert und die schönen Blüten, die mich jeweils so angelacht haben, spontan im Blumentopf kombiniert. Dieses Zusammenspiel schöner Blüten in den verschiedensten Farben spontan zu arrangieren, das war ein lustvolles, spontanes Gartenvergnügen. Wann ist der beste Zeitpunkt, um Frühlingsblumen zu pflanzen? Die Frostverträglichkeit der Frühblüher variiert je nach Art. Während Violen (Stiefmütterchen) bereits im Herbst gepflanzt werden können und auch tiefere Temperaturen problemlos überstehen, vertragen Primeln nur leichten Frost für kurze Zeit. Dennoch können diese Pflanzen relativ früh im Jahr gepflanzt werden. Es gibt jedoch auch empfindlichere Arten wie Ranunkeln oder Pericallis (Aschenblume), die unter frostigen Bedingungen sofort leiden. Wenn du Arrangements mit verschiedenen Arten von Frühblühern pflanzen möchtest, die unterschiedlich frostempfindlich sind, solltest du entweder noch etwas warten oder die Blumentöpfe entsprechend schützen. Bei Minustemperaturen ist es ratsam, die zarten Blüten vor Frost zu schützen. Da bis Mitte Mai, den Eisheiligen, noch Frost möglich ist, besteht die Herausforderung darin, den richtigen Zeitpunkt für den Kauf bereits blühender Pflanzen zu finden. Denn wartet man zu lange und das warme Frühlingswetter beginnt, könnten die schönsten und begehrtesten Frühlingsblumen bereits ausverkauft sein. Hier sind daher unsere Tipps: Suche Anfang bis Mitte April das Gartencenter oder die Gärtnerei auf, um die beste Auswahl an Pflanzen für deinen Garten zu erhalten. Halte alte Bettlaken oder Vlies bereit, um die empfindlichen Knospen der Pflanzen vor drohendem Frost zu schützen. Stelle die Blumentöpfe zunächst an geschützten Orten auf, wie in einer Nische am Haus, um empfindlichere Arten zu schützen. Hier sind drei wichtige Punkte, auf die du achten solltest, wenn du Frühblüher für deinen Garten kaufst: Blütenzustand:  Die Blüten der Pflanzen sollten möglichst wenig geöffnet sein. Idealerweise sollten viele schöne Knospen vorhanden sein, statt bereits vollständig geöffneter Blüten. Auf diese Weise kannst du länger Freude am Blütenflor deiner Frühblüher haben. Gesundheit der Triebe und Blätter:  Überprüfe die Triebe und Blätter der Pflanzen sorgfältig auf Schädlinge oder Anzeichen von Pilzbefall. Gesunde Pflanzen sollten frei von solchen Problemen sein, um sicherzustellen, dass sie sich gut entwickeln können, wenn sie in deinen Garten gepflanzt werden. Zustand des Wurzelballens:  Achte darauf, Töpfe mit gelben oder verwelkten Blättern sowie ausgetrockneten Wurzelballen zu vermeiden. Solche Anzeichen deuten auf eine schlechte Pflege hin, und die Pflanzen könnten bereits geschwächt sein. Es ist wichtig, dass die Wurzelballen der Pflanzen durchfeuchtet sind, was auf eine gute Pflege und Vitalität hinweist. So kannst du sicher sein, dass die Pflanzen auch nach dem Kauf weiterhin gesund und schön bleiben. Edles Violett – die schönsten Frühblüher im Einklang mit dem Gefäß Ein dunkelvioletter, glasierter Topf bildet die perfekte Kulisse für eine Auswahl an passenden Pflanzen, die das violette Thema gekonnt aufgreifen. Hier wachsen: Purpurglöckchen –  Heuchera 'Palace Purple' Violetter Schöterich –  Erysimum 'Bowles Mauve' Ranunkel –  Ranunculus aristata 'Magic Purple' Hornveilchen –  Viola cornuta Nelke –  Dianthus 'Waikiki' Zartes Grün, frisches Gelb und etwas Weiß  Zu dem farblich glasierten Topf in Grün passen frische, natürlich Farben. Hier wachsen: Purpurglöckchen –  Heuchera 'Lime Marmelade' Goldlack –  Erysimum 'Primrose' Ranunkel –  Ranunculus aristata 'Magic Yellow' Acorus 'Variegatus' Vergissmeinnicht –  Myosotis sylvatica 'Snowsylva' Tausendschönchen –  Bellis perennis  Bild unten: Hornveilchen- Viola cornuta, Ranunkeln-  Ranunculus aristata 'Purple' , Purpurglöckchen-  Heuchera Hybr. 'Palace Purple', Vergißmeinnicht-  Myosotis sylvatica 'Snowsylva' Die Auswahl der richtigen Blumentöpfe für Balkon- und Kübelpflanzen erfordert einige Überlegungen. Hier sind einige Punkte, auf die du achten solltest: Harmonie mit den Pflanzen:  Der Blumentopf sollte die Schönheit der Blüten unterstreichen, anstatt mit ihnen zu konkurrieren. Wähle ein Gefäß, das die Zusammenstellung ergänzt und nicht davon ablenkt. Passende Materialien und Formen:  Achte darauf, dass das Material und die Form des Blumentopfs zur Umgebung des Gartens passen. In einem modernen Garten können klare, runde oder eckige Gefäße gut zur Geltung kommen, während auf einem Bauernhof vielleicht traditionelle Terrakotta-Töpfe besser passen. Der Topf sollte Teil des Gesamtbildes des Gartens sein. Gewicht und Stabilität:  Auf dem Balkon kann das Gewicht des Blumentopfs eine Rolle spielen. Leichte Kunststofftöpfe in Steinoptik sind ästhetisch ansprechend, können jedoch bei stürmischem Wetter umfallen. Fülle den Boden dieser Töpfe mit Kies oder Steinen, um den Schwerpunkt zu stabilisieren. Qualität und Frostbeständigkeit:  Qualität zählt langfristig immer. Achte auf die Winterhärte der Töpfe, insbesondere wenn sie im Freien bleiben. Billige Töpfe sind oft nicht frostfest und können daher weniger haltbar sein. Blumenkästen oder Blumentöpfe mit einem Wasserspeicher sind eine gute Wahl für diejenigen, die es pflegeleicht möchten. Diese Töpfe helfen, den Wasser- und Nährstoffbedarf der Pflanzen zu decken und sind besonders in trockenen Perioden praktisch. Auch wenn ein trockener Frühling seltener ist als ein trockener Sommer, lohnt sich die Investition für weniger Sorgen um die Bewässerung und Nährstoffversorgung der Pflanzen. Wie viele Frühjahrsblüher soll ich pflanzen? Stückzahlen sind wichtig. Die richtige Anzahl der Pflanzen in eine Liste eingetragen, gibt uns eine Orientierung und ist unsere Einkaufsliste für die Gärtnerei. Auf den Blumenbeeten rechnen wir mit 25 bis 30 Pflanzen pro m². Das ergibt ein optimales Ergebnis in kurzer Zeit. In einem Blumentopf dagegen, solltest Du ggf. noch dichter pflanzen. Bei einem halben Quadratmeter rechnest Du mit 15 bis 20 Stück. Pro lfm Balkonkasten musst Du 7 bis 10 Pflanzen setzen. Die Pflanzen können hier in der Reihe leicht versetzt gepflanzt werden. So bekommst Du schnell ein schönes dichtes Ergebnis blühender Pflanzen. Die beste Wirkung entfalten Arrangements, Pflanze an Pflanze… also, wenn man keine Erde mehr im Blumentopf sieht. Bild oben: Früher war es schlicht verpönt die Farben Rot und Blau zu kombinieren. Es gab sogar ein Sprichwort… Diese Regel erklären wir hier einfach für ungültig! Hier wirken schöne Frühlingsblumen in zarten Farben, wie Hellblau mit einem klaren Rot. Gepflanzt wurden Pflanzen, wie  Aschenblume- Pericallis Hybr.'Lavender' , Stiefmütterchen-  Viola cornuta Hybr. in Blau  und Ranunkeln -  Ranunculus Hybr . ' Marche Red' Bild unten: Die Farben Orange und Hellblau ist eine schöne Allianz blühender Blumen.  Sie liegen sich im Farbkreis fast gegenüber und sind deshalb besonders harmonisch und schön. Gepflanzt wurden Aschenblume- Pericallis 'Lavender' und Ranunkeln-  Ranunculus Hybr . ' Marche Orange' Bild oben: Hier blühen und wachsen Pflanzen, wie  Ranunkeln- Ranunculus Hybr.  zusammen mit den schönsten Goldlack- Cheiranthus Hybr. 'RYSI Copper' in Orange, Hornveilchen- Viola cornuta 'Panola F1 Marina' und das schöne  Purpurglöckchen- Heuchera Hybr. 'Lime Marmelade' Bild unten: Arten von Ranunkeln gibt es in vielen schönen Farben und auch als Mischungen. Hier blühen sie zusammen mit dem Vergissmeinnicht- Myosotis sylvatica . Besonders spannend ist der leuchtende Kontrast zwischen Farben, wie dem Magenta Ton und dem Orange. Es g ibt unzählige Möglichkeiten, Frühjahrsblumen in deinem Garten zu kombinieren. Hier möchte ich dir einen Überblick über die zahlreich blühenden Pflanzen geben, die im Blumentopf eine gute Figur machen. Gerade Stauden, Gräser, Zwiebelblumen und kleine Gehölze wirken in Kombination mit schönen Frühjahrsblühern. Kleine frühblühende Gehölze: Mexikanische Orangenblume (Choisya Hybr. 'White Dazzler') Japanische Mini-Zierkirsche (Prunus Kojou-no-mai) oder andere Sorten wie Mandelbäumchen (Prunus triloba) Scheinquitte (Chaenomeles japonica) Spierstrauch (Spiraea arguta, bumalda) Deutzie (Deutzia scabra) Zierapfel (Malus toringio) Laubschmuckpflanzen: Purpurglöckchen (Heuchera Hybriden wie 'Lime Marmelade' oder 'Midnight Rose') Efeu (Hedera helix in verschiedenen Blattgrößen und Farben) Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla 'Jack Frost') Gräser: Seggen-Arten (Carex oshimensis, Carex morrowii) Kalmusgras (Acorus graminaeus 'Ogon' oder 'Variegatus') Frühjahrsblühende Stauden und Zwiebeln: Immergrüne Schleifenblume (Iberis sempervierens) Bergenie (Bergenia cordifolia) Wolfsmilch (Euphorbia martinii 'Ascote Rainbow') Schaumblüten (Tiarella Hybriden wie 'Morning Star' oder 'Spring Symphonie') Lungenkraut (Pulmonaria 'Silver Bouquet' oder 'Trevi Fountain') Akelei (Aquilegia caerulea 'Spring Magic' in verschiedenen Farben) Gänsekresse (Arabis caucasica, Arabis blepharophylla) Alpensandkraut (Arenaria montana in Weiß und Rosa) Grasnelken  Armeria maritima  oder  pseudameria , die hohe kleine Blütenbälle hat Blaukissen  Aubrieta Hybriden , die sonst nur in Steingärten blühen… Glockenblumen  Campanula portenschlagiana  oder  C. poscharskyana Nelken insbesondere die Kleinen … wie  Dianthus Hybr. `WAIKI` oder ` Dinetta` Gämswurz  Doronicum orientale  in kräftigem Gelb, hier ist insbesondere die Sorte  Little Leo  zu empfehlen, da sie kompakt bleibt Christrosen  Helleborus niger  oder  orientale Hybriden … sehr elegant Polsterphlox  Phlox subulata , hier besonders schön die Serie `Fabulous ` in verschieden kühlen Farbtönen Kräuter wie Salbei, Thymian, Ysop, Weinraute und Lavendel Zwiebelblumen, die Du in Töpfen im Herbst vorbereiten kannst oder fertig in Töpfen kaufen kannst Frühjahrsblumen, die Stars im Frühlingsbeet: Goldlack (Cheiranthus cheiri in Braun, Gelb und Orange) Schöterich (Erysimum Hybriden in verschiedenen Farben) Primeln (Primula vulgaris Serien wie 'Princess', 'Unistar' oder 'Premium') Stiefmütterchen und Hornveilchen (Viola wittrockiana Hybriden und Viola cornuta Hybriden) Pantoffelblumen (Calceolaria 'Spring BALLOON' in Rot, Gelb und Orange) Aschenblume (Pericallis SENETTI in Lavendelblau bis Magentafarben) Tausendschönchen (Bellis perennis Serien wie 'Roggli', 'Robella', 'Bella' oder 'Tasso') Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica in Blau, Weiß und Rosa) Ranunkeln (Serie 'Marche') Mexikanische Gänseblümchen (Rhodanthemum in Weiß, Creme und Zartrosa) Und hier kommen ein paar Kombinationen mit Gräsern, Frühlingsblumen und Zwiebelblumen – Ideen zum Nachpflanzen:  Foto oben: Hier werden die hellsten und dunkelsten Farbtöne der Pflanzen kombiniert. Weiße und schwarzrote Blüten schaffen Kontraste. Das farbige Laub von Brunnera dem Kaukasusvergissmeinicht, dem lebhaften Blattwerk des Günsels Ajuga 'Burgundy', dunkelfarbige Purpurglöckchen, weißblühende Christrosen und Tulpen. All das ist möglich. Foto oben: Saftig grüne Gräser, wie der Bärenschwingel Festuca setzten feine Akzente. Zarte Rosa und Hellblaue Töne der kleinen Zwerg-Iris, der Traubenhyazinthen passen gut zu zartrosa Bergenien, Christrosen und Wildtulpen. Foto oben: Schwarzrote Farben lassen sich in dem Laub von Ajuga reptans ‘Black Scallop’  oder  Heuchera 'Obsidan' finden.  Töne wiederholen sich in den Blüten der Christrosen oder Tulpenzeichnung. Frische Grüntöne hellen die dunkle Farbauswahl auf und setzten wohltuende Kontraste. Foto oben: Nur Grün und Weiß sind hier die Farben. Alles wirkt frisch und elegant. Auch Wuchsformen und Laubkontraste beherrschen das Bild. Das Bärenfellgras Festuca scoparia sind die Leitarten in Topf und Beet. Ansonsten ist ja alles möglich, was im Frühling weiß blüht, wie Christrosen, Tulpen, Bergenien, Hyazinthen, Krokusse. Bist du bereit für den Frühling und voller Inspiration? Dann ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, um deinen Gartentraum in die Tat umzusetzen! Ein kleiner Tipp von mir : Falls dir die Gräser-Kombinationen für deinen Garten gefallen haben und du gerne mehr ausprobieren möchtest, schau doch mal in der Pflanzenreich App vorbei. Dort findest du eine Vielzahl wunderschöner Gräser sowie passende Stauden, Blumenzwiebeln und Rosen. Ich wünsche dir jede Menge Inspiration für deine Blumentöpfe, deinen Garten und natürlich für ein herrlich frühlingshaftes Gefühl! Viel Freude Petra

  • JAPANWALDGRAS – STAUDE DES JAHRES 2022

    Ein Blogbeitrag von Petra Japanwaldgras – wo ist es beheimatet? Auf feuchtem Felsen wächst das Japanwaldgras an bewaldeten Berghängen, rund um den Mount Hakone . Der Berg ist ein Vulkan auf der japanischen Insel Honshū. Die Herkunft (Mount Hakone) gab dem Gras seinen Namen. In der Region nennen die Menschen das Gras Urahagusa , was heißt, dass bei diesem Gras die Unterseite nach oben gedreht und die Oberseite nach unten gekehrt scheint. Wie in seinem ursprünglichen Standort, bevorzugt das Gras auch hierzulande eher halbschattige Plätze. Je sonniger es wächst, desto mehr Feuchtigkeit benötigt die Pflanze. Man vermutet nicht, dass das Japanwaldgras auch erstaunlich gut mit etwas trockneren Pflanzplätzen umgehen kann. Als Staude des Jahres 2022 fiel die Wahl des Bundes deutscher Staudengärtner (BdS) auf das Japanwaldgras. Ganz zurecht wie ich finde. Nicht zuletzt aufgrund seiner Eigenschaften und der gestalterischen Möglichkeiten in unseren Gärten, ist das Japanwaldgras für Gartenliebhaber ein Muss. Wir möchten das schöne anmutige Gras näher vorstellen: Das Japanwaldgras Hakonechloa macra säumt den Weg Japanwaldgras – Wo wächst es im Garten? Ähnlich wie in seiner Heimat, möchte das Japanwaldgras an einem absonnigen bis halbschattigen Standort wachsen. In feuchteren und kühleren Gegenden wächst das Gras jedoch in voller Sonne. Je wärmer der Standort, desto mehr Schatten braucht Japanwaldgras. Das sommerwachsende Gras gedeiht am besten in ausreichend frischen bis feuchten, lockeren nährstoffreichen, humosen Boden. Werden diese Ansprüche erfüllt, wächst das Gras freudig vor sich hin und bildet schon bald langlebige, dichte Bestände, die man kaum noch pflegen muss. Denn einmal eingewachsen, benötigt Hakonechloa macra keine besondere Pflege. Nach und nach verbreitet sich das sommergrüne Gras durch kurze Rhizome und bildet dichte Bestände, ohne zu wuchern. Ein großer Vorteil für den pflegearmen Garten. Das lange schmale Laub breitet sich elegant, wie ein Fächer aus. So säumt es anmutig, kaskadenartig Wege, fasst Beete ein und geht als Solitärgras schöne Allianzen mit anderen Blattschmuckstauden ein. Im lichten Schatten der Gehölze füllt es ganze Flächen. In diesem üppigen Hanggarten bildet das Japanwaldgras Hakonechloa macra eine weich fließende Kante. Es schwebt mit bogigen Blättern über dem Fiederpolster Cotula. Japanwaldgras – schöne Kombinationen mit Blattschmuckstauden Als elegante Laubschmuckpflanze passt das Japanwaldgras zu anderen Blattschmuckstauden. Funkien, Schmuckblatt, Purpurglöckchen oder der mächtig zarte Geißbart sind passende Pflanzpartner. Schöne Kontraste entstehen durch: Laubfarben Laubfarben, wie ein metallisch schimmerndes kühles Grün oder ein frühlingshaftes Hellgrün. Pflanzen mit derart besonderem Laub, lassen sich wirkungsvoll mit dem Japanwaldgras zusammenstellen. Stell dir vor, man dreht einen Farbregler auf – von hell bis dunkel, von kühl bis warm – alles ist möglich. Auch panaschierte Blätter lassen sich schön mit dem Gras kombinieren. Das gestreifte Japanwaldgras 'Albostriata' passt beispielsweise toll zu einer weißrandigen Funkie. Das panaschierte Motiv findet sich hier wieder. Die grüne Form leuchtet neben weißblühenden Stauden. Hakonechloa macra mit Euphorbia amygdaloides var. robiae Foto: Sylvia Knittel Blattformen Blattformen, die sehr unterschiedlich sind. Sie sind eine weitere Möglichkeit stimmungsvolle Pflanzungen zu schaffen. Das schmale Laub des Japanwaldgrases passt zu dem kastanienförmigen Laub des Schmuckblatt. Oder stell dir das große runde Tafelblatt oder einen geschlitztförmigen Farn vor. Alles was zum Standort passt und schöne Kontraste zu dem länglichen Laub hervorbringt, ist willkommen. Ich staune immer wieder, was die Natur an Formen, Farben bietet. Es ist ein üppiges Füllhorn, das sich hier ausbreitet! Wir können lustvoll mit Farben, Formen und Größen von Blüten, Blättern und Laub gestalten. Größenunterschiede von Blättern Größenunterschiede von Blättern, die eine weitere Möglichkeit sind, Spannung ins Beet zu bringen. Selbst wenn die Blätter, dieselbe Form haben – gibt es einen evtl. einen Größenkontrast. Das Japanwaldgras hat eine längliche Form, das Lungenkraut ebenfalls. Dennoch ist das eine größer und länglicher als das andere. Mit runden Blättern ist es ebenso; es gibt die vielen runden Blätter des Pfennigkrautes und fast rundliche Blätter der Purpurglöckchen. Auch hier sind unzählige schöne Kombinationen möglich. Texturen von Blättern Texturen von Blättern sind ebenfalls reizvoll. So gibt es glatte, gerippte, gefurchte Blattoberflächen. Diese unterschiedlichen Lauboberflächen sind spannend. Sie können ebenfalls für interessante Pflanzenkombinationen mit dem Gras sorgen. Beispiele passender Kombinationspartner: Japanwaldgras – Welche Sorten gibt es für den Garten? Inzwischen gibt es eine kleine Palette an Japanwaldgräser. Sie unterscheiden sich durch die Blattfarbe und die Musterung der Blätter. Je nach Sorte, kann die Laubfarbe Grün, Weißbunt, leuchtendes Gelb oder Gelbgrün sein. Wachstumsbedingungen und vor allem die Sonneneinstrahlung können die Blattfarbe beeinflussen. Deshalb muss man den Gräser den richtigen Platz im Garten geben. In meinen Pflanzungen bevorzuge ich meist die grüne Art ( Hakonechloa macra ). Sie gefällt mir am besten. Zudem ist sie robuster als die farbigen Züchtungen und Auslesen. Die grünlaubige Art verträgt die Sonne besser, ist winterhärter und wächst schneller. Dennoch, können es im Schatten auch mal ein paar Lichtreflexe sein. Die entstehen, wenn ein gelblaubiges Japanwaldgras zu einer gelbrandigen Funkie gepflanzt wird. Da geht im Waldgarten förmlich das Licht an. Es gibt beispielsweise die auffällige, gestreifte Sorte ‘Aureola’, die weit verbreitet ist. ‘ Albovariegata’ ist eine Sorte mit grünem Laub und breiten, weißen Längsstreifen. Die Sorte wächst schneller und höher als ‘Aureola’. ‘All Gold ’ hat leuchtend gelbe Blätter und ist sogar für sonnige Standorte geeignet. Hakonechloa macra 'All Gold' Ein brillantes Gras, das absolut im Schatten leuchtet! Diese komplett goldene Version von Hakonechloa macra hat eine hellere Farbe als ‘ Aureola ‘, hat einen aufrechteren Wuchs und wächst kräftiger. Es neigt dazu, mehr Chartreuse-Grün im stärkeren Schatten und helleres Gold in mehr Sonne zu entwickeln. Die Farbe im Schatten ist besonders und liegt zwischen Gelb und Grün. Man könnte sagen, es ist eine Schattierung wie ein Apfelgrün oder ein helles Grün mit einem Hauch von Gelb. Obwohl sich dieses Gras durch Rhizome ausbreitet, wächst es langsam und wird seine Nachbarn nicht schnell überholen. Pflanze es an ausreichend feuchten Hängen, drapier es über Findlinge oder Felsen, über die Kanten von Mauern oder entlang von Wegesrändern. Hakonechloa macra mit Hosta und Stachys Hakonechloa macra 'Aureola' Verwende die Sorte ' Aureola ' als Bodendecker unter schönen Gehölzen oder setzte mit der besonderen Farbe einen besonderen Akzent in einem schattigen Waldgarten . Das Japanwaldgras ' Aureola' ist ein faszinierendes Gras für den Schatten, das sich perfekt für den formellen japanischen Garten eignet. Bunt, aber fast vollständig gelb, haben die Blattspreiten schmale grüne Streifen, meist in der Nähe der Ränder. Das vielleicht faszinierendste Merkmal ist der kaskadierende Wuchs. Dann wölben sich die meisten Blätter in die gleiche Richtung und die ganze Pflanze erscheint wie ein goldener Wasserfall. Da liegt es doch nah, dass man das Gras dort setzt, wo es Hänge hinunterstürzt oder über Felsen wachsen kann oder es sprudelt förmlich aus einem schönen Pflanzgefäß. Im Halbschatten gepflanzt, sind die Gelbtöne in den Blättern am ausgeprägtesten. Im tiefen Schatten wird die Panaschierung Limonengrün sein. In den kühleren Herbsttagen wird das goldene Laub von Rosa- und Rottönen durchdrungen. Besonders wer es fernöstlich mag, ist mit der Sorte Hakonechloa macra ‘Albostriata’ gut beraten. Gerade in Kombination mit größeren Steinen wirkt es besonders elegant und anmutig. Im schatten setzt es wahre Leuchtpunkte. Hakonechloa macra 'Beni-Kaze' Die Blätter von ' Beni-Kaze ', (was so viel heißt wie „Roter Wind“) sind während des größten Teils der Vegetationsperiode grün. Wenn sich das Wetter abkühlt, entwickeln sich rote Pigmente in den Blättern und färben sie leuchtend rot bis rötlich-violett. Das passiert meist im Herbst. Das Gras erreicht eine Höhe von durchschnittlich 45 Zentimeter. Hakonechloa macra 'Nicolas' Diese schöne Sorte wurde in Frankreich von Olivier Bennato Chez entwickelt. Man könnte sagen, es ist eine Zwergversion von ' Beni-Kaze ', die nur 15 bis 25cm groß wird. Die Farbe in der kühlen Jahreszeit variiert. Im Herbst färben sich die Blätter von Orange- bis Rot und ist dann in dieser Jahreszeit am ausgeprägtesten. Sorten wie ' Beni-Kaze ' und ' Nicolas ' sind eher schwachwüchsig und man findet sie kaum im Handel. Hakonechloa macra in Kombination mit Heuchera villosa var. macr. unter Gehölzen Japanwaldgras – Pflanzen und Pflegen Für einen üppigen Gräsersaum entlang eines Beetes, verwende ich 7 St. Hakonechloa pro laufenden Meter. Flächig gepflanzt sind 7 bis 9St. pro Quadratmeter ausreichend. Sicher sind auch 6St. auf einem Quadratmeter genug. Da das Gras in den ersten zwei Jahren langsam wächst, entscheide ich mich normalerweise die Stückzahl etwas zu erhöhen. Wenn sich dann im Laufe der Zeit schöne Laubbüsche entwickelt haben, lässt sich das Japanwaldgras ganz leicht teilen. So kann man es immer wieder im Garten verbreiten. Der richtige Zeitpunkt hierfür ist im späten Frühjahr. Ideal ist, wenn das Gras gerade kleine grüne Spitzen austreibt. Das späte Frühjahr ist auch die beste Zeit für eine Neupflanzung. Dann ist der Wachstumsschub am größten. Ansonsten hat das Japanwaldgras keine ernsthaften Insekten- oder Krankheitsprobleme. Was für ein Glück für den Gärtner. Im Gräsergarten, ega park Erfurt Foto: Sylvia Knittel Das Japanwaldgras im Winter Das Japanwaldgras hat einen schönen Winteraspekt. In einem satten Honiggelb färben sich die Blätter im späten Herbst. Diese Färbung hält bis zum Frühjahr an. Und auch die Form bleibt erhalten. Es ergibt sich eine schöne Wintersilhouette bis zum Frühjahr. Irgendwann später im Frühjahr ist es dann so weit. Der trockene Blattschopf muss zurück geschnitten werden. Ein Rückschnitt erfolgt eine Hand breit über den Boden. Günstig ist das späte Abscheiden auch deshalb, da die Grasart flache Wurzeln bildet und sonst im Herbst von Frostschäden bedroht sein könnte. Im späten Frühjahr treibt das Gras spät aus. Das erscheint als ein Nachteil. Jedoch wird dieser, durch einen langanhaltenden Winteraspekt wett gemacht. Wenn man nicht so lang warten will, kann man kleine Blumenzwiebeln zwischen die Gräser setzten. So blühen vor dem Austrieb Traubenhyazinthen, Frühlingsanemonen oder Blausternchen und man hat frisches Grün und zarte Blüten zwischen den (noch in der Erde schlummernden) Gräsern. Ich hoffe, ich konnte dich verführen und du findest ein Plätzchen für die Staude des Jahres 2022. Bleib natürlich und genießen deinen Garten Herzlichst Petra PS: Du magst es gern mal analog oder suchst noch ein passendes Geschenk für einen Gräser Liebhaber? Dann ist vielleicht dieses Buch von dem Gräser-Guru Rick Darke für dich interessant. Enzyklopädie der Gräser : Mit e. Vorw. v. Cassian Schmidt Gebundene Ausgabe – 30. August 2010 Filigrane Leichtigkeit im Garten – Wissen von dem Gräser Experten Rick Darke – 1000 ausgezeichnete Bilder beinhaltet dieses umfangreiche Buch über Gräser und deren Verwendung. Süß- und Riedgräser sowie Binsen-, – und Rohrkolbengewächse sind anschaulich erklärt. Anleitungen zu Auswahl, Pflanzung, sowie Pflege geben Hilfestellungen die Verwendung im Garten. Außerdem wird die Rolle der Gräser in der Natur und im Garten beleuchtet.

  • DEIN GARTENBODEN – MAL GANZ PERSÖNLICH

    Ein Gastbeitrag von Sonja Medwedski Ein unterirdisches „Hallo“ liebe Garten-Fans! Heute darf ich, dein Gartenboden, mal höchstpersönlich zu Wort kommen und euch mitnehmen auf eine kleine Entdeckungsreise in meine gärtnerische Unterwelt. Meist nimmst du mich eher als still, dunkel und unauffällig wahr, doch in mir verbirgt sich ein wahres Universum. Ich bilde für deine heimische Wohlfühl-Oase buchstäblich die Grundlage. Ohne mich und meine vielen verschiedenen Eigenschaften und Fähigkeiten hätte dein Garten nicht viel zu bieten. Daher schauen wir heute mal etwas genauer „unter die Oberfläche“. Was versteht man unter dem Begriff Gartenboden? „Gartenboden“ ist dabei übrigens lediglich ein Oberbegriff für die vielen Mitglieder meiner bodenkundlichen Familie. Und diese Familie kann genauso vielfältig daherkommen, wie die Vielfalt in eurer menschlichen Welt. Da gibt es alte und junge Familienmitglieder, die einen sind eher sandig, die anderen eher tonig, manche nur wenige Dezimeter mächtig und andere über einen Meter tief entwickelt. An einem Ort werde ich von euch Menschen vielleicht seit über 100 Jahren als Garten genutzt und an anderer Stelle wurde das Neubaugebiet gerade erst fertiggestellt. Ihr Menschen schaut häufig auf meine oberen Zentimeter: mein Oberboden (oder auch Mutterboden genannt) liegt im Fokus eures Interesses. Doch mit diesen 20-30 Zentimetern allein ist es meist nicht getan. Unter der dunkelbraunen Krume wird es oft erst richtig spannend, wenn sich beim Blick in den Untergrund offenbart, zu was für einem Gefüge sich meine Bodenzutaten verbunden haben, ob ich vielleicht verdichtet bin und Probleme mit Stauwasser habe oder ob alles fast schon zu locker ist und der Regen nur so durch mich hindurchrauscht. Je nach meiner Ausgangslage bekommt deine Gartenplanung eine mehr oder weniger geeignete Grundlage. Bevor du beginnst, dir eine bunt blühende, abwechslungsreiche und strukturierte Bepflanzung deiner Beete auszumalen, schaue zunächst nach unten – auf eben diese wichtige Grundlage. Dir ist sicher nicht neu, dass auf mir als Boden nicht jede Pflanze gleich gerne wächst: wo die einen tolerant sind gegenüber einem eher kargen Sandboden, bestehen andere kompromisslos auf einen humosen und nährstoffreichen Untergrund, in den sie ihre Wurzeln verankern können. Nicht selten kollidieren da eure menschlichen Wünsche und Ansprüche für einen schönen Garten mit meinen tatsächlichen Eigenschaften. Um hier Enttäuschungen und braunen, kümmerlichen Pflanzen vorzubeugen, lernen deinen Gartenboden im ersten Schritt etwas besser kennen. Dafür brauchst du kein Labor oder besondere Hilfsmittel – mit offenen Augen, deinen Händen und dem direkten Bodenkontakt kannst du mit der sogenannten „Fingerprobe“ schnell und im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen“, welche Bodeneigenschaften deinen Garten prägen. Den Boden fühlen Nimm dafür einfach eine etwa walnussgroße Menge von dem Boden in die Hand, für den du die Bodenart bestimmen möchtest. Sortiere zunächst alle größeren Bestandteile heraus, wie z.B. Steine oder Wurzeln. Sollte der Boden zu trocken sein, gib etwas Wasser hinzu, so dass sich die Masse gut formen lässt. Falls es doch zu matschig geworden sein sollte, ergänze einfach wieder etwas trockenen Boden, bis die Mischung stimmt. Nun kann‘s losgehen: Versuche, die Bodenprobe auszurollen, etwa bleistiftdick… Hat es geklappt? Jetzt weißt du schonmal, dass dein Boden recht gut formbar ist und einen beachtlichen Anteil an Schluff und/oder Ton enthält. Versuche im nächsten Schritt, die Bodenprobe auf halbe Bleistiftdicke auszurollen. Wenn auch das gut funktioniert und du zudem in der Rolle einzelne Sandkörner glitzern siehst bzw. fühlen kannst, dann lautet das Ergebnis: Sandiger Lehm Hat es nicht geklappt? Dann weißt du nun, dass dein Boden vorwiegend sandig ist. Quetsche anschließend etwas Boden zwischen Daumen und Zeigefinger. Haftet der Boden an deiner Fingerkuppe und ist formbar? Dann lautet das Ergebnis: Lehmiger Sand!   Auch wenn die beiden obigen Ergebnisse vielleicht ähnlich klingen: ob du einen sandigen Lehm oder einen lehmigen Sand als Gartenboden hast, ist ein großer Unterschied für die Pflanzenwelt. Das waren jetzt lediglich die ersten Schritte auf der Erkundungsreise in die Bodenart deines Gartens. Vielleicht hast du auch eher einen Boden, den ihr so gerne als „schwer“ bezeichnet, der also viel Schluff und Ton enthält und für euch somit schwerer zu bearbeiten ist als ein sandiges Mitglied meiner Bodenfamilie? Dann darfst du noch etwas mehr kneten, rollen und fühlen, bis du zu deinem Ergebnis gelangst. Es kann übrigens auch sein, dass die Bodenart zwischen deinen Beeten variiert. Auch kann es vorkommen, dass der Mutterboden eine andere Kornmischung aufweist, als der Boden in 40 Zentimeter Tiefe. Wenn es dir nun in den Fingern kribbelt und du neugierig geworden bist, welche Bodenart die Grundlage deines Gartens bildet, bekommst du eine kostenlose Anleitung auf der Homepage von Sonja Medwedski: Hier geht es zur Anleitung Immer schön locker bleiben Neben dem „handfesten“ Grundgerüst deines Gartenbodens kannst du im nächsten Schritt einen Blick auf meine „inneren Werte“ werfen. Wenn du beispielsweise wissen möchtest, ob dein Boden kalkhaltig ist, träufele ein paar Tropfen Essig-Essenz auf die Bodenkrümel. Je mehr Kalk enthalten ist, desto stärker fängt es an zu schäumen und zu knistern. Ergänzend kannst du meinen pH-Wert messen – Material dafür findest du in jedem Garten- oder Baumarkt. Daneben schadet auch ein Blick in meine Vergangenheit nicht. Denn Insbesondere im Garten habt ihr Menschen häufig eure Spuren auf und in mir hinterlassen – oft bereits, bevor die ersten Blumen und Sträucher überhaupt ihren Platz gefunden haben. Ehe ich für euch die Funktion als Gartenboden übernehme, war ich meist Schauplatz einer Baustelle. Schau nur heute in die Neubaugebiete deiner Nachbarschaft – da drehen Bagger, LKW und Co. nicht immer sanft ihre Runden auf mir und hinterlassen teils tiefe Spuren, die nicht einfach wieder glattgeharkt werden können. Oft bleibe ich mit so manch tiefsitzender Verdichtung zurück, die unter dem Mantel von ein paar Säcken Blumenerde verborgen wird. Doch spätestens, wenn deine Pflanzen davor kapitulieren, ihre Wurzeln tiefer in mich einzugraben oder das Wasser nicht in mir versickern kann, ist meine Verdichtung nicht mehr zu leugnen. Neben offensichtlichen Pfützen an meiner Oberfläche kannst du Verdichtungen im Unterboden mit einer sogenannten Bodensonde aufspüren – einer ca. 70 cm langen Metallstange, die du durch mich durchdrückst. Wenn das mit gleichmäßigem Druck klappt, wunderbar. Wenn du jedoch bei einer Tiefe von z.B. 30 Zentimetern kaum mehr durch mich hindurchkommst, kannst du dir vorstellen, dass hier nicht mehr alles wie geplant funktioniert. Je nach Intensität braucht es dann besonders starke Pflanzenwurzeln oder kräftige Regenwürmer, um mich wieder aufzulockern. Deinen Spaten lass‘ dabei übrigens lieber im Schuppen – denn damit würdest du meine ganze bis dahin entwickelte Struktur wieder über den Haufen werfen. Die Verdichtung ist dann vielleicht weg, doch zum Preis von einem völlig gestörten Bodenleben, dass wieder nur eingeschränkt als Gartenboden funktionieren kann. Besser ist da bei besonders starken Verdichtungen die Möglichkeit einer sogenannten Bodenbelüftung – mit kontrollierter Druckluft werde ich dabei von Fachleuten in meinem bestehenden Aufbau gelockert. Die dadurch entstehenden, kleinen Hohlräume können anschließend gleich von den Pflanzen genutzt werden. Eine Frage der Zeit… Boden entsteht nicht von heute auf morgen – es braucht Geduld . Und genau beim Thema Geduld treffen häufig zwei Welten aufeinander, wenn das Gärtnerherz sich sehnlichst und so schnell wie möglich eine blühende Pracht oder ertragreiche Ernten wünscht und die Uhren meiner Bodenwelt nun mal etwas langsamer ticken. Zum Vergleich: es braucht ca. ein Menschenleben, bis ein Zentimeter Boden entstanden ist! Es reicht auch nicht aus, auf einer geplanten Gartenfläche etwas lehmigen Sand hinzuschütten und das Ganze mit 20 Zentimeter Mutterboden zu bedecken. Das wäre in etwa so, als wenn auf einer Baustelle Steine und Mörtel auf einen Haufen geschüttet werden, bedeckt mit ein paar Rollen Tapete und die Baufirma dann sagt: „So, das Haus ist jetzt fertig“. Die Zutaten für ein Haus bzw. einen gesunden Boden sind dann zwar vorhanden, aber noch nicht richtig miteinander verbunden. Diese Verbindungen (beim Hausbau wie im Boden) werden erst nach und nach aufgebaut. Dank meiner unzähligen kleinen Bodenbewohner, den ersten Pflanzen sowie dem Einfluss von Wind und Wetter beginnen die Strukturen im Untergrund zu wachsen mit ihnen ein Boden, der seiner Funktion als Gartenboden alle Ehre machen kann. Denn ein Aspekt wird häufig vergessen – als Boden bin ich lebendig ! Ich bestehe längst nicht nur aus verschieden großen Steinkrümeln (Sand, Schluff, Ton), Wasser und Luft. Meine Bodenbewohner und die organische Substanz spielen eine große Rolle für einen gesunden Gartenboden. Und nur das Teamwork aus Boden, Pflanze, Regenwurm, Bodenbazille und Co. führt am Ende zu Gärten, die das Herz erfreuen. Sie alle haben ihre Aufgabe in meiner Unterwelt und kümmern sich zum Beispiel darum, dass aus mir genug Nährstoffe herausgelöst und an die Pflanzenwurzeln weitergeleitet werden. Es geht im Garten nicht nur um die richtigen Nährstoffe für die Pflanzen, sondern auch (und insbesondere) um eine gute Futterversorgung für meine Bodenbewohner. Als köstliche Mahlzeit hat dabei u.a. der Kompost die Nase vorn. Gerade für die erfahreneren Gartenfreunde unter euch ist das keine Überraschung, doch nicht umsonst hat sich der Kompost so bewährt mit seinem reichhaltigen Nahrungsangebot für meine Bodenbewohner. Habt ihr zum Beispiel einen sandigen Boden, der weder Nährstoffe noch Wasser besonders gut halten kann, dann helft meiner Humusbildung dort ein wenig auf die Sprünge, in dem ihr von Zeit zu Zeit den Kompost in meine oberen 10-20 Zentimeter einarbeitet. Meine natürliche Bodenmischung kann so optimiert werden für die Aufgabe, die ich für deine Ansprüche erfüllen soll. Auch ein harter Lehmboden kann von der ein oder anderen Kompostzugabe profitieren – im Gegensatz zum Sandboden verbessert das organische Material hier die Bodenstruktur, für eine bessere Sauerstoffversorgung an den Pflanzenwurzeln. Je nach Nährstoffbedarf der Pflanzen, die dort wachsen sollen, kann auch eine Beimischung von Sand einen harten Typen wie den Lehm- oder Schluffboden auflockern. Boden will nicht nackig sein Ein großer Fokus liegt im Sommer auf meiner Bodenfunktion des Wasserspeicherns! Neben meiner Bodenart und meiner damit verbundenen Qualität als Schwamm, kannst du jedoch auch mit deiner Gartenarbeit positiv auf meine Speicherfähigkeit einwirken. In vielen Gärten dieser Welt liegt meine Oberfläche nackt (und womöglich noch rechtwinklig geharkt) in der Gegend herum. Kein Pflänzchen soll sich in mir verankern oder mir Schatten spenden, alles soll schön „aufgeräumt“ aussehen. Die Sonne trocknet mich auf diese Weise schnell aus und meine Temperatur steigt im Sommer schnell auf über 50°C – keine besonders lebenswerte Umgebung. Meine Oberfläche wird betonhart und bekommt Risse. Zudem haben Wind und Wetter leichtes Spiel, meinen kostbaren, humosen Oberboden fortzutragen, wenn er nicht durch eine Pflanzendecke geschützt wird. Im natürlichen Zustand bin ich als Boden immer mit Pflanzen bedeckt! Das macht es auf der einen Seite natürlich schwerer, bei euch Menschen im Bewusstsein zu bleiben, wenn ihr mich nur selten zu Gesicht bekommt. Doch genau diese Pflanzendecke ist es, die mich schützt und ein aktives und gesundes Bodenleben sichert. Und zugleich sorgt sie dafür, das Wasser länger in mir gespeichert bleibt. Neben einer lebendigen Pflanzendecke kann da im Sommer auch eine Mulchschicht hilfreich sein als Schutz vor den brutzelnden Sonnenstrahlen. Hast du dich mal gefragt, warum in deinem Garten eigentlich ständig irgendwo das „Unkraut“ sprießt? Das ist nichts anderes als die Reaktion der Natur darauf, mich, den nackten Boden, zu schützen und so schnell wie möglich wieder zu bedecken. Und dafür nimmt sie natürlich die Pflanzen, die das am besten können. Kräuter und Gräser, die am jeweiligen Standort schnell und robust wachsen und mich unter einem grünen Teppich verbergen. Meist sind das nur eben nicht jene Pflanzen, die du dir für deine Gartenplanung erhofft hast. Doch die wilden Kräuter geben dir wichtige Infos, wie es mir als Boden geht. Und sie geben dir Hinweise darauf, welche (Wunsch-)Pflanzen du nutzen kannst, um deinen Garten zu gestalten. Anstatt gegen das Unkraut anzukämpfen, entscheide dich lieber für eine wachsende Kooperation. Schaue, welche Eigenschaften ich für deine Pflanzen biete und suche dir gezielt solche Pflanzen aus, die konkurrenzfähig sind zum natürlichen „Unkraut“. Boden verbessern? Manchmal kommst du vielleicht zu dem Schluss, dass in deinem Garten eine Bodenverbesserung notwendig wird. Doch ist das wirklich so? Vielleicht helfen dir im Vorfeld in paar Fragen: „Was für einen Boden habe ich in meinem Garten und wie kann ich seine bestehenden Eigenschaften bestmöglich nutzen?“ „Muss es wirklich diese exotische Pflanze sein mit ihren sehr speziellen Eigenschaften? Gibt es vielleicht eine heimische Verwandte, die besser und vor allem langfristig mit den hiesigen Bodenverhältnissen zurechtkommt?“ „Warum erfüllt der Boden nicht meine Erwartungen? Liegt es an der Bodenart? Sind es zu wenige (oder die falschen) Nährstoffe für meine Wunsch-Pflanze?“ „Was will ich mit der Bodenverbesserung eigentlich erreichen?“ Welche Aktionen dabei am Ende als Antworten herauskommen, basiert somit zunächst auf einem Abwägen von Angebot und Nachfrage. Was kann der Boden bereits? Was soll er zukünftig können? Und wie viel Einsatz willst du dafür zeigen? Die „Probleme“, die ihr mit mir im Garten habt, sind vielfältig – und ebenso vielfältig und individuell sind auch die Lösungen dafür. Meine Bodeneigenschaften lassen sich in gewissem Maße verändern – doch vielleicht ist großes Potential bereits vorhanden, dass nur ein wenig Unterstützung durch deine Gartenarbeit benötigt. Und denk‘ dran, ein gesunder Gartenboden braucht Zeit und Pflege 😉 Buchverweis Wenn du mehr über deinen unterirdischen Garten-Nachbarn erfahren möchtest, dann schnapp dir das Buch „Die Stimme des Bodens“. Darin hat die Bodenkundlerin und Autorin Sonja Medwedski unserem Boden zum ersten Mal die Gelegenheit gegeben, persönlich zu Wort zu kommen. Mit so manch amüsanter Anekdote gibt der Boden uns darin einen Einblick in seine Welt und berichtet davon, wie er täglich den Alltag von uns Menschen prägt: sei es im Garten, im Wald, auf dem Acker, auf einem Friedhof oder in der Stadt. Sonja Medwedski wuchs auf einem Bauernhof im Osnabrücker Land in Niedersachsen auf und hatte schon früh Kontakt zum Boden. Nach dem Studium der Physischen Geographie und der Bodenwissenschaften blieb sie dem Untergrund auch im Berufsleben treu und arbeitet seit über zwölf Jahren im vor- und nachsorgenden Bodenschutz. Die lang gehegte Idee, dem Boden eine Stimme zu geben, hat sie 2022 mit ihrem Buch umgesetzt. Seitdem bringt sie noch mehr Bodenbewusstsein in die Öffentlichkeit – mit Lesungen und Vorträgen, Workshops oder Boden-Erlebnistagen. Mehr unter: https://sonja-medwedski.de/

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