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- KLIMAWANDEL-BÄUME FÜR GROSSE UND KLEINE GÄRTEN
Ein Gastbeitrag von Lars Kasper Neulich stöberte ich auf Instagram. Plötzlich sprang mir das Wort „Klimawandelgehölze“ in die Augen. Das interessierte mich … und so kam ich auf die Website einer jungen Baumschule. Sie beschäftigt sich vorwiegend mit der Kultivierung von besonders trockenresistenten Baumarten, solche, die man künftig mehr pflanzen sollte. Da ich beruflich viel reise, konnte ich diesen Sommer die enorme Baumschäden entlang der Autobahnen nicht übersehen. Und was ich da wahrnahm, liegt mir bis heute schwer im Magen. Kurzerhand habe ich Lars Kasper von der Baumschule für Klimawandelgehölze die Frage gestellt; Was pflanzt man denn künftig für Bäume Herr Kasper? Ich bin Lars Kasper, gelernter Baumschulmeister und habe ein Faible für Bäume. Das erklärt auch, warum ich so neugierig bin und spannende Bäume sammle. So wächst mein Sortiment ständig. In meiner kleinen Baumschule in Bibrach mit dem Namen Klimawandelgehölze an der Riss (Baden Württemberg ) kultiviere ich nebengewerbsmäßig Bäume. Diese kommen aus natürlichen Beständen. Ich ziehe sie mühsam aus Samen. Das erfodert viel Geduld aber es lohnt sich. Es gibt keine Genmanipulation oder sonst irgendeine Veränderung. Meine Schützlinge erhalten ausschließlich einen biologischen Pflanzenschutz. Ich verwende keine Chemie oder Gift. Ich behandle meine Bäume ausschließlich mit effektiven Mikroorganismen. Das liegt mir besonders am Herzen, denn ich möchte gerne einen Teil dazu beitragen, dass die Bäume im Privatgarten, an der Straße und im Wald weiterhin gesund bleiben. Das ist es, was mich antreibt! Hier in diesem Beitrag möchte ich vorstellen, welche Aussichten unsere Gärten, Parks und öffentlichen Anlagen haben. Ich möchte Mut machen und Perspektiven aufzeigen. Unsere Bäume in Trockenzeiten Wir konnten es in den vergangenen 10 Jahren besonders deutlich spüren; extreme Hitze-Sommer traten zuerst immer häufiger auf. Inzwischen wird es extrem. Ein Sommer übertrifft den nächsten und die langanhaltende Dürre und auch die Temperaturen brechen sämtliche Rekorde. Besonders im Frühjahr, im Sommer und Herbst finden wir häufig anhaltende Trockenzeiten von mehreren Wochen. Im Hitzejahr 2018 hatten wir in vielen Teilen Deutschlands sogar über mehrere Monate keinen Regen. Das hat Auswirkungen! Die Dürreperiode schaden unseren Bäumen in der Vegetationszeit. Eine ausreichende Wasserversorgung ist in dieser Zeit doch unerlässlich für ein gesundes vitales Wachstum. Andererseits konzentrieren sich die Niederschläge in den Wintermonaten. Das ist die Ruhezeit der Pflanzen. In dieser Zeit benötigen die Bäume kaum Wasser. Insbesondere in schweren Böden kommt es zu Staunässe und verursacht Wurzelfäule an den Bäumen. Diese extremen Klimaveränderung gehen an unseren heimischen Bäumen nicht spurlos vorüber. Gerade unsere heimischen Bäume, wie Ahorn, Linde, Buche, Kastanie, Esche, Birke und Eiche sind auf ausgedehnte und gleichmäßig auftretende Niederschläge angewiesen. Die Folgen für die Bäume sind jetzt langsam überall sichtbar. Die Bäume werden geschwächt und können auf auch auf Erkrankungen oder Schädlinge nicht mehr ausreichend reagieren. Die Folge im schlimmsten Fall ist; sie sterben ab. Ich möchte nun wirklich kein Horrorszenario aufzeigen. Leider sind das die Fakten. Es handelt sich um einen Trockenstress, dem unsere heimischen Bäume nicht gewachsen sind! Sind die Bäume so geschwächt, können die nachfolgenden Krankheiten auftreten, die alarmierend sind; die Linde erkrankt am Stigmata Triebsterben. Hier welken ganz Astpartien ab, so dass im Nu ganz Kronenteile herausgeschnitten werden müssen. Spitz- und Berg-Ahorn leiden an der Rußrindenkrankheit. Bei dieser Pilzerkrankung platzt die Rinde in ganzen Platten ab und setzt aggressive Sporen frei, die Lungenreizungen verursachen können. Die Rotbuche trocknet von innen aus und stößt ebenfalls die gesamte Rinde ab, da das innere Kambium vertrocknet. So können Nährstoffe und Wasser nicht mehr transportiert werden. Die Kastanie wird von der Miniermotte und dem Braunfleckenpilz befallen. Ab Ende Juli haben die Blätter oft kein Fleckchen Grün mehr. Die Edelkastanie wird vom Kastanienrindenkrebs befallen. Dieser hoch ansteckende Pilz vernichtet ganze Naturbestände! Die Platane leidet am Massaria Triebsterben. Hier vertrocknen ganz Astpartien. 20 cm dicke Äste krachen hier einfach von den Bäumen! Die Eiche leidet an Invasionen von Prozessionsspinnern, welche die ganzen riesigen Eichen abfressen und immens schädigen! Die Esche ist fast nicht mehr existent. Sie wird schon jung befallen. Selbst in Jungpflanzenquartieren findet man die Krankheit reihenweise. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Pilzerkrankung. Hier wird die geschwächte Esche befallen, da diese an Trockenstress leidet. Nur noch an Gewässern und Flüssen wird die Esche bei uns überleben! Erschwerender weise fehlt uns auch die Ulme, die vor ca. 30 Jahren fast ganz vom Ulmensterben dezimiert wurde. Neue Klimawandel-Bäume braucht das Land Gesetzgeber und Grünflächenämter versuchen dem Problem mit einer Pflicht von Ausgleichflächenpflanzungen mit großen heimischen Bäumen entgegenzutreten. Leider bleibt das Problem. Denn heimische Bäume schaffen den Klimawandel nicht alleine. Zudem können wir in Privatgärten nicht mit riesigen Bäumen, wie Linde, Esche, Ahorn und Co. arbeiten, da sie einfach zu groß sind. Gibt es eine Lösung? Ich denke Ja! Aber nur, wenn wir offen dafür sind. Vor der Eiszeit waren viele andere Baumarten bei uns heimisch. Sie kamen besonders gut mit Hitze und Trockenheit zurecht. Diese konnten sich einfach wegen dem Mittelmeer und den querstehenden Alpen nicht zurückziehen und später wieder nach Norden wandern, so wie dies in Asien und Amerika der Fall war. Diese Bäume können aber wieder gepflanzt werden, da sie in den zuvor genannten Kontinenten weiter kultiviert wurden. Pflanzt mehr Zukunftsbäume - das hilft dem Klima und sorgt künftig für schöne und vitale Gärten Es sind trockenheitsverträgliche und mittelgroße Bäume, die aufgrund ihrer Größe gut in unsere Gärten passen. Diese Klimawandel-Bäume trotzen heißen und trockenen Sommern. Judasbaum (Cercis siliquastrum) Dieser interessante Vertreter hat sein Ursprungsgebiet im Mittelmeerraum. Eine Legende besagt, dass sich der Jünger Judas Iscariot nach dem Verrat an Jesus Christus an einem solchen Baum erhängt haben soll. Die Blätter sehen aus wie kleine Silbertaler, welche den Judaslohn darstellen sollen. Noch vor dem Austrieb blüht der Judasbaum in leuchtendem Rot. Sogar am Stamm, das nennt man Kauliflorie. Der Blütensegen kann innerhalb eines Tages hervortreten. Daher sagt man damals, dass der Baum vor Scham errötete. Für uns ist der Judas baum so wertvoll, da er Hitze und Trockenheit problemlos verträgt. Zudem ist er absolut schnittverträglich, wunderschön und wird auch nicht allzu hoch. Meist kann man ihn auf einer Höhe von ca. 6 - 8 Metern halten. Auf guten Flächen kann er auch mal 10 Meter erreichen, das ist Aber eher selten. Im Herbst überrascht er uns dann mit einer goldgelben Herbstfärbung. Schnurbaum (Sophora japonica) Ein wunderschöner Baum aus Japan mit grüner Rinde und herrlich weißen Blüten im Frühsommer. Die Blüten bedecken die gesamte Krone und ziehen Bienen und Hummeln magisch an! Er ist ebenfalls sehr schnittverträglich! Er wird ca. 10 Meter hoch und breit. Dieser sollte also eher in großen Gärten eingesetzt werden. Schnurbaum nennt man ihn deshalb, da die Samenschoten wie abgeschnürt wirken. Schnurbäume lieben warme und trockene Standorte mit möglichst lockeren und sandigen Böden. Trompetenbaum (Catalpa bignonioides, Catalpa speciosa und Catalpa bungei) Trompetenbäume kommen überall vor. Im Norden und Süden Amerikas und Asiens. Diese Bäume lieben warme und sonnige Standorte. Sie begeistern uns mit riesigen tellergroßen Blättern in einer wunderschöneren Herzform. Die Blüten sind ebenfalls riesig und erinnern an eine weiße Rhododendronblüte. Schmetterlinge, Bienen und Hummeln lieben diese Blüten ebenfalls! Der Prächtige Trompetenbaum (Catalpa speciosa) wird riesig und ist nur für große Gärten geeignet. Der gewöhnliche Trompetenbaum (Catalpa bignonioides) bleibt kleiner und bildet etwas größere Blätter. Dieser Baum kann auch immer stark geschnitten oder als Strauch gehalten werden. Der Großkronige Trompetenbaum (Catalpa bungei) kommt aus China und blüht Rosa! Er bleibt meist auch bei ca. 8 Metern und ist wie der Gewöhnliche Trompetenbaum auch für kleinere Gärten geeignet. Zürgelbaum (Celtis occidentalis und Celtics australis) Der Zürgelbaum gehört zur Familie der Ulmen. Zürgelbäume sind aber resistent gegen das Ulmensterben. Diese wunderschönen Bäume wachsen sehr schnell und bilden rasch eine wunderschöne Krone aus. Aus den kleinen blauen Beeren kann eine Milch hergestellt werden. Diese Beeren werden zerstoßen und danach in Wasser eingelegt. Nach ca. 24 Stunden kann die milchige Flüssigkeit dann abgeseiht werden. Diese Milch ist super gesund und reich an natürlichen Fetten und Vitaminen! Zürgelbäume lieben die Hitze! Der Boden sollte durchlässig sein! Der Zürgelbaum ist zudem super schnittverträglich und kann auch als Strauch erzogen werden. Maulbeerbaum (Morus alba und Morus nigra) Maulbeerbäume kommen mit der Trockenheit besonders gut zurecht. Sie wachsen skurril und knorrig wie Olivenbäume. Man kann diese aber auch als Strauch erziehen. Maulbeerbäume sind sehr schnittverträglich und können in jede Form gebracht werden. Die Früchte sind lecker und ein absolutes Superfood! Getrocknet sind sie auch lange haltbar. Die Blätter werden groß und wunderschön. Maulbeerbäume sind einzigartig, denn es sind Bäume, welche verschiedene Blattformen auf einem Baum bilden können. So findet man sowohl herzförmige, als auch nierenförmige Blätter an den Bäumen. Amberbaum (Liquidambar styraciflua) Ein Baum den der Gartenbau schon lange in sein Herz geschlossen hat. Die wunderschönen sternförmigen Blätter färben sich im Herbst in ein gigantisches leuchtendes Farbenkleid aus Orange, Rot, Violett und Braun. Die Samen sind Kugelförmig und ebenfalls dekorativ. Amberbäume sind sehr hitzeverträglich, nehmen aber auch kurzzeitige Überschwemmungen nicht übel. Sie gedeihen auf allen Böden (vorzugsweise frischen Böden) und sind schnittverträglich. Sie können sowohl in kleinen also auch in großen Gärten eingesetzt werden. Am Stamm und an den Ästen bilden sich starke Korkleisten, was dem Baum ein mediterranes Aussehen verleiht. Lederhülsenbaum (Gleditsia triacanthos) Lederhülsenbäume sind immens wichtige Bienenbäume. Die Blüten fallen zwar nicht auf, ziehen aber Bienen und Hummeln magisch an! Toll ist, dass dieser Baum erstens nicht groß wird, denn er bleibt bei ca. 8 Metern. Zudem ist das Laub fein und fiederartig. Er spendet zwar Schatten, nur ist dieser Schatten nicht so dicht. Unter einem solchen Baum zu sitzen ist einfach herrlich! Es gibt dornunbewehrt und dornendlose Sorten. Ich finde persönlich die Dornenbewehrten Bäume besser, da diese einen wichtigen Vogelschutz abgeben. Am Stamm können die Dornen mit einer scharfen Axt oder Astschere entfernt werden, da mit sich die Rinde nicht verletzen können. Der Lederhülsenbaum kommt auch im harten Stadtklima bestens zurecht und verträgt somit auch eine Menge Hitze und Trockenheit! Magnolien aller Art (Magnolia) Magnolien hat man eine solche Resistenz gar nicht zugetraut. Gelten Sie doch eher als empfindlich, sinnlich und berauschen, wegen Ihrer Blütenpracht, die im Spätfrost abfrieren kann. Doch weit gefehlt. Magnolien kommen mit Hitze und Trockenheit bestens zurecht. Alle Magnolien können entweder mehrstämmig, oder einstämmig erzogen werden. Besonders gut entwickeln sich die Baummagnolie (Magnolia kobus), die Dreiblatt-Magnolie (Magnolia tripetala), die Gurkenmagnolie (Magnolia acuminata) und der Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera).Ja Sie haben richtig gelesen. Der Tulpenbaum gehört zu den Magnolien. Er ist die eigentlich Ur-Magnolie und bildet den Ursprung dieser Familie. Tulpen- und Magnolienbäume haben sich in den letzten Jahren derart gut entwickelt, dass man sie nun auch in Waldversuchen ausprobiert. Vom Tulpenbaum gibt es sogar schon ganze Quartiere. Achtung! Magnolien können groß und ausladend werden. In kleinen Gärten sollte der Tulpenbaum nicht gepflanzt werden. Die anderen Magnolien können aber geschnitten und in Form gehalten werden. Tränen-Kiefer (Pinus wallichiana) Die Tränenkiefer stammt aus dem Himalaya und wird auch gerne am Mittelmeer eingesetzt. Sie liebt warme Standorte und durchlässige Böden. Besonders schön sind die langen blauen Nadeln und die übergroßen Zapfen, die länger als 50 cm werden können. Diese Zapfen können später auch beim Basteln eingesetzt werden. Zudem hält das Reisig als Schnittgrün lange frisch! Die Tränen-Kiefer wächst skurril, verdreht und unregelmäßig im Kronenaufbau. Dieser malerische Wuchs peppt jeden Garten auf! Ein unwiderstehlicher Nadelbaum. Die Tränenkiefer wird auch nicht zu groß und erreicht eine Höhe von ca. 10 Meter. Virginischer Wacholder (Juniperus virginiana) Hierbei handelt es sich um den größten Wacholder überhaupt. Er kann mehr als 20 Meter erreichen. Trotzdem bleibt er sehr schmal. Deshalb kann dieser Wacholder auch in kleineren Gärten eingesetzt werden. Er ist super schnittverträglich. Die Rötliche Rinde steht in einem herrlichen Kontrast zu den stahlblauen und weichen Nadeln. Er verträgt besonders viel Trockenheit, aber auch klirrenden Frost. Pflanzt die Zukunft! ... und zwar mit Bäumen, die gesund und vital sind! Es bleibt uns sowieso nichts anderes übrig. Wir müssen müssen uns auf neue Bedingungen einstellen. Euer Lars Kasper Herzlichen Dank Lars. Gut, dass es Lösungen gibt, die wir weiter geben können. Denn schließlich wollen wir alle künftig unter grünen Bäumen sitzen, in einem möglichst annehmen Klima. Eure Petra
- GARTEN IM WINTER: DIE BESTEN STAUDEN FÜR STRUKTUR IN DER KALTEN JAHRESZEIT
Ein Blogbeitrag von Petra Die vierte Jahreszeit hat mehr zu bieten als wir annehmen. Der Winter reduziert den Garten auf das Wesentliche, doch eine Fülle attraktiver Details bleiben erhalten. Wir finden, es lohnt sich genauer hinzuschauen. Wenn die satten, kräftigen Farben des Hochsommers verblassen und sich in leisere Farbtöne verwandeln, treten Formen und Strukturen stärker hervor. Viele Pflanzen verlieren ihre Blätter. Nach und nach dünnt sich das Laubwerk im Garten. Einst umhüllte Stängel liegen plötzlich frei, aus farbenprächtigen Blüten werden kompakte, quirlige oder länglich gebogene Samenstände in den unterschiedlichsten Sepia-Schattierungen. Jetzt haben jene Pflanzen ihren Auftritt, die sich ihre skulpturale Schönheit bis in den Winter bewahren. Hier sind meine Tipps für Winterstrukturen im Garten Wähle Pflanzen mit einem malerischen Wuchs , besonderen Samenstände oder ein zierender Fruchtschmuck. Nebel, Raureif oder Schnee lässt zauberhafte Silhouetten in zarter Zerbrechlichkeit entstehen. Wer jetzt – der Ordnung zuliebe – zu früh abgeschnitten hat , bringt sich um diese ganz besondere Ästhetik. Der Samenstand bewahrt den wesentlichen Charakter des Blütenstandes und somit den Charakter der Pflanze. Wie ein Schatten zeichnet er nach, was längst Erinnerung ist. Die Farbe spielt keine Rolle mehr. Diese Arten sind gut für eine Wintersilhouette geeignet: Sonnenhut (Rudbeckia fulgida var.) Brandkraut (Phlomis russeliana) Indianernessel (Monarda fistulosa) Edeldistel (Eryngium planum), Fetthenne (Sedum Hybr. 'Matrona') Wasserdost (Eupatorium maculatum 'Atropurpureum') Astilbe (Astilbe Hybriden) Insbesondere zarte Gräser mit ihrem unaufdringlichen Charme wirken wie Skulpturen . Wähle vorzugsweise spät austreibende und spät blühende Arten, wie Goldbartgras (Sorghastrum nutans) Chinaschilf (Miscanthus sinensis) Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides) Japanwaldgras (Hakonechloa macra) Gräser-Arten, die für eine Wintersilhouette nicht gut geeignet sind sind früh blühende und früh austreibenden Arten, wie: Pfeifengras (Molinia arundinacea), Reitgras (Calamagrostis acutiflora). Sie fallen früh in sich zusammen, so dass nur oft noch ein kleiner modriger Haufen übrigbleibt. Ausschlaggebend für den Erhalt derartiger Winterbilder ist die Witterung. Sind Herbst und Winter eher trocken, bleiben abgestorbenen Pflanzenteile in ihrer Form und Struktur länger erhalten. Durch das Belassen einiger Arten kann es zu lästiger Selbstaussaat kommen. Arten mit starken Versamungspotential sind: Goldrute (Solidago Hybriden), Ochsenauge (Telekia speciosa), Königskerze (Verbascum Hybriden), Akelei (Aquilegia Hybriden), Giraffenskabiose (Cephalaria gigantea). Diese Arten sollten im Herbst zurückgeschnitten werden, es sei denn, Du möchtest deine Nachbarn mit kleinen Pflänzchen beglücken. Unter den Stauden und Gräsern gibt es einige Arten, deren Blattwerk ganzjährig attraktiv ist . So muss auf Laubschmuck im winterlichen Garten nicht gänzlich verzichtet werden. Das saftige Dunkelgrün der Immergrünen empfinden wir gerade im Winter, wenn vorwiegend Ocker- und Braun-Töne das Gartenszenario bestimmen, als etwas Außergewöhnliches. Aber auch wintergrüne Arten bewahren ihr schönes Laub bis zum Neuaustrieb im Frühjahr. Geeignete Arten sind Mandelwolfsmilch (Euphorbia amygdaloides 'Robbiae') Storchschnabel (Geranium versicolor, Geranium cantabrigense, Geranium dalmaticum) Japansegge (Carex morrowii 'Icedance') Waldmarbel (Luzula sylvatica) Elfenblume (Epimedium x versicolor 'Sulphureum' oder Epimedium perralchicum 'Frohnleiten') Die Christrose (Helleborus niger) behält im Winter nicht nur ihre grünen Blätter, sondern erblüht sogar zu Weihnachten. Die kalte Jahreszeit führt bei einigen wintergrünen Arten sogar dazu, das sich die Blätter rot färben. Stauden wie Bergenien (Bergenia cordifolia), Storchschnabel (Geranium cantabrigiense) oder Purpurgünsel (Ajuga reptans) nehmen im Winter je nach Sorte eine rote bis rotbraune Blattfärbung an. Dieses leuchtende Blattwerk bringt das Beet trotz Schnee zum Glühen. Winterzauber im Garten ist planbar! Du möchtest noch mehr darüber lesen, dann empfehle ich dir dieses Buch: Gärten im Winter, Faszinierende Farbenpracht und Formenvielfalt * von Cédric Pollet Bleib natürlich Petra *Hinweis: Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Verweise sind sogenannte Provisionslinks. Wenn Du auf einen Verweislink klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von deinem Einkauf eine kleine Provision. Für dich ändert sich der Preis natürlich nicht.
- NATÜRLICHE VEGETATIONSBILDER ALS INSPIRATION FÜR DEINEN GARTEN
Ein Gastbeitrag von Prof. Cassian Schmidt Cassian Schmidt, Pflanzplaner und ehemaliger Leiter des Hermannshofs in Weinheim, findet seine wichtigste Inspirationsquelle in natürlichen Vegetationsbildern. Sie helfen ihm, spannende und gleichzeitig praktische Ideen für den Einsatz von Pflanzen zu entwickeln. Und wenn es um dieses Thema geht, macht ihm so schnell keiner etwas vor. Nach immer häufiger werdenden, heißen und trockenen Sommer ist es naheliegend, den Blick auf Pflanzengemeinschaften zu richten, die mit wenig Wasser zurechtkommen. Deshalb habe ich Cassian, auch bekannt als „Vater der Prärie“, gefragt, welche Möglichkeiten er in den natürlichen Vorbildern für unsere Gärten sieht. "Spannende Reisen an verschiedene Naturstandorte haben mir neue und überraschende Einblicke beschert. Ich habe gelernt, wie die Natur Pflanzen kombiniert. Auf etliche Zusammenstellungen, die ich gesehen habe, wäre man so niemals gekommen. Bei der Umsetzung solcher Motive im Garten sind für mich neben den Standortbedingungen, vor allem die wesentlichen Charakteristika des Vegetationsvorbildes interessant." Cassian Schmidt ist Vollblutgärtner und Honorarprofessor an der Hochschule Geisenheim. International pflegt Cassian ein Netzwerk mit Kollegen, die seine Leidenschaft teilen. Mit ihnen reist er zu den spannendsten Pflanzenorten dieser Welt. Nordamerika, dem Mittelmeergebiet und Kleinasien, auch in China, Kirgisien und Chile. Die Liste der Landschaften die er dort erleben konnte, ist lang. Hier findet er Inspirationen, wie blütenreiche Steppen, üppige Präriepflanzungen oder spektakuläre Monsunwaldpflanzung. Mit diesen Bildern im Kopf und vielen Ideen ließ er seinen Hermannshof zu voller Pracht erblühen. Der Privatpark ist ein Mekka für Pflanzenfans, Laien und Experten aus aller Welt. Sie pilgern an die Bergstraße, um blütenreiche, von der Natur inspirierte Pflanzengemeinschaften zu bewundern. "Richtig überzeugend wirkt eine Gestaltung erst, wenn diese gleichzeitig Emotionen und Stimmungen beim Betrachter hervorrufen, die ungemein einprägsam sind." Bild oben: Steppenlandschaft mit Reiherfedergräser (Stipa) Bild unten: Lavendel und Reiherfedergräser in der Lavendelgärtnerei Roger Bastin in den Niederlanden Natürliche Dynamik verstehen und nutzen Wenn ich mir natürliche Pflanzengesellschaften anschaue, haben sie für mich einiges mit menschlichen Gesellschaften gemein; Sie sind dynamisch. Die Individuen verhalten sich dabei mehr oder weniger gesellig und sie können sich mittelfristig an veränderte Umweltbedingungen anpassen. Die Arten können entweder über Jahre miteinander harmonisch zusammenleben (koexistieren). Es können sich aber unter bestimmten Bedingungen auch Dominanzen und Verdrängungsprozesse entwickeln, das heißt, die Arten konkurrieren miteinander um knappe Ressourcen. Die stärksten Arten verdrängen dann die schwächeren. Die Pflanzung gerät aus dem Gleichgewicht. Im Garten kennen wir das Problem nur zu gut, denn in gärtnerisch gestalteten Pflanzengemeinschaften, laufen im Prinzip die gleichen Prozesse ab wie in natürlichen Pflanzengesellschaften. Nur werden sie – im Gegensatz zur Natur – vom Gärtner oder Gartenbesitzer mehr oder weniger stark durch Pflegemaßnahmen gesteuert. Man muss allerdings zur richtigen Zeit das richtige tun. Man sollte seine Pflanzungen also genau beobachten, um Veränderungen zu erkennen und rechtzeitig lenkend eingreifen zu können. Bild unten: Pflanzengemeinschaft der Prärie, bestehend aus Becherpflanzen (Silphium perfoliatum) und Prärietautropfengras (Sporobolus heterolepis) Pflanzen verhalten sich gesellig Prof. Richard Hansen , Gründer des Sichtungsgartens Weihenstephan und Autor des einflussreichen Buches „Die Stauden und ihre Lebensbereiche“* , hat sich bei der Zusammenstellung seiner Staudenlisten nach Lebensbereichen häufig direkt von natürlichen Pflanzenbildern leiten lassen und er nutzte darüber hinaus die Soziabilitätszahlen von Ellenberg als Grundlage für sein System der Geselligkeitsstufen. Dies besagt, dass Pflanzen sich natürlicherweise zu unterschiedlichen Gruppengrößen der gleichen Art zusammenfinden. So gibt es Einzelgänger, die wir gerne als zuverlässige, langlebige Gerüstbildner verwenden, z. B. Gräser, oder sehr gesellige Pflanzen, die nur in größeren Gruppen gut wirken, z.B. Salvia nemorosa oder flächig mit ihren Ausläufern den Boden bedecken. Ziel gärtnerischer, das heißt künstlich nach ökologischen, ästhetischen und pflegtechnischen Gesichtspunkten komponierter Pflanzengemeinschaften ist es, ein möglichst langes Überleben der Einzelarten zu ermöglichen. Das schwierige an der Sache ist, eine dauerhafte, jahrelange Koexistenz von Arten mit ähnlicher Konkurrenzkraft vorausschauend zu planen, so dass der Gärtner möglichst wenig eingreifen muss. Denn Dominanzen einzelner Arten bringen das räumliche und ästhetische Gefüge einer Pflanzung aus dem Gleichgewicht. Pflegeeingriffe wie Teilen, Ausgraben oder Lücken füllen (Nachpflanzen) werden notwendig. Bild unten: Pflanzung auf der BUGA Koblenz bestehend aus kleinen Gruppen Sonnenbraut (Helenium hoopesii), Felberich (Lysimachia ciliata Firecracker) und Zierlauch (Allium Hybr. Mount Everest) Mit Natürlichen Vegetationsbildern Stimmungen erzeugen Bei der gestalterischen Umsetzung von Vegetationsbildern aus der Natur im Garten kommt es aber nicht nur auf die Berücksichtigung der oben genannten ökologischen Voraussetzungen wie Standort und Geselligkeit an. Mindestens genauso wichtig ist das Transportieren von Stimmungen und Emotionen, die vom Betrachter idealerweise auch ohne große Erklärungen intuitiv erspürt werden können, eventuell zusätzlich unterstützt durch mit schon vorhandene Bilder in seinem Kopf. "Im Garten lässt sich ein Vegetationsthema am besten als Essenz aus Reiseeindrücken, den erlebten Wetterstimmungen sowie dem Vegetationscharakter mit seinen typischen Texturen, Schichtungen und Pflanzenkombinationen gestalterisch umsetzten." Bild unten: die trockene Prärie im Hermannshof mit Sonnenhut (Echinacea), Prachtkerzen (Gaura), Bastardingio (Amorpha canescens) Charakterpflanzen verwenden Das Ganze wird umso realistischer wirken, je eindeutiger die verwendeten Pflanzengattungen das natürliche Florenreich repräsentieren. Dies sind vor allem archetypische Pflanzengattungen, die sofort und ohne zusätzliche Erklärung (zumindest von Pflanzeninteressierten) mit einer bestimmten geografischen Großregion verbunden werden. Zum Beispiel werden wohl die meisten bei Pflanzen wie Bambus, Hosta oder Rodgersia unweigerlich an Ostasien denken. Den wesentlichen Reiz einer ostasiatischen Monsunwaldpflanzung macht ihr exotisch-subtropischer Charakter aus. Es gilt also, Pflanzen geschickt miteinander zu kombinieren, die das Wesen eines gewünschten Vegetationsbildes ausmachen und gestalterisch transportieren können. Es kann bei einer Pflanzung im Garten natürlich nicht um die botanisch exakte Rekonstruktion eines Vegetationsbildes gehen, es reichen vielmehr typische Merkmale, die abstrahiert dargestellt und in vereinfachter Form kombiniert werden. Gestalterische Freiheiten sind hier ausdrücklich erlaubt und manchmal sogar notwendig, wenn beispielsweise charakteristische Pflanzen mangels Beschaffbarkeit oder ungenügender Winterhärte durch ähnliche Aspekte ersetzt werden müssen. Das können einerseits ähnliche, aber kälteresistentere Arten aus höheren Berglagen der derselben Florenregion sein oder auch thematisch passende Arten mit vergleichbaren Klima- und Standortansprüchen, die aus anderen geografischen Regionen stammen. Bild unten: ein "Dreamteam" und schöner Laubkontrast aus Funkien (Hosta Hybr. Sum and Sunstance) und Japanwaldgras (Hakonechloa macra) Bild unten: charaktervoll und majestetisch... der Bärenklau (Acanthus hungaricus), mit ihm lassen sich Akzente ins Beet bringen Wildwest im Garten - Nordamerikanische Prärie Das Vegetationsvorbild einer Hochgrasprärie hat eine ganz besondere Physiognomie und Charakteristik: neben Gräsern sind viele Korbblütler (Asteraceen) sehr typisch. Bei der gestalterischen Umsetzung können Leitpflanzen wie Rutenhirse (Panicum virgatum) und das Indianergras (Sorghastrun nutans) das Gerüst bilden, während Prärie-Bartgras (Schizachyrium scoparium) und Prärie-Tropfengras (Sporobolus heterolepis) als eine niedrigere, flächige Matrix besonders gut wirken. Aspektbildner aus der Familie der Korbblütler mit ihrer charakteristischen Blütenform aus äußeren Zungenblüten und inneren Röhrenblüten verdeutlichen das Thema in aufeinander folgenden Blühphasen von Frühsommer (Coreopsois) über den Hochsommer (Echinacea) bis in den Spätsommer und Herbst (Rudbeckia, Helenium, Aster). Zudem unterstützen herbstfärbende Gehölze wie Aronia, Cornus, Sassafras oder auch der Amberbaum (Liquidambar) den Eindruck des „Indian Summer“. Gehölze sind wichtig für das Gesamtbild und die räumliche Struktur der Pflanzung. Bild unten: mit Bisonherden und staubtrocken... so stellen sich die meisten die Prärie vor... Die Prärien in Nordamerika sind jedoch sehr vielgestaltig, je nach Boden und Niederschlag. Bild oben: kennst Du noch die Modebäume der 70iger Jahre? Hier wachsen sie, die Essigbäume. Sie sind in Nordamerika beheimatet und werden hier zurückgedrängt, scheinbar mit chemischen Mitteln. Das erklärt die feuerrote Laubfärbung im Juni. Dennoch für den Garten ist der leuchtende Indian Summer Effekt grandios. Bild unten: Andropogon gerardii 'Hummelo' und Rudbeckia triloba in der Staudengärtnerei Till Hofmann und Fine Molz, Foto: Sylvia Knittel Bild oben: Prärie in Nordamerika mit Scheinsonnenhut (Echinacea pallida) soweit das Auge reicht. Bild unten: Im Garten des Hermannshof wächst Scheinsonnenhut (Echinacea pallida) mit Indianernessel (Monarda fistulosa) und Amerikanische Bergminze (Pycnanthemum pilosum). Vorbild ist die Natur! Bild unten: Im Garten des Hermannshof schlagen Präriearten warme, sonnige Farben an. Gelber Scheinsonnenhut (Echinacea paradoxa) wächst mit Mädchenaugen (Coreopsis palmata) und der orangefarbenden Knolligen Seidenpflanze (Asclepias tuberosa ssp. interior). Einen edlen, silber schimmernden Kontrast bildet die Silberraute (Artemisia ludoviciana var. albula 'Valerie Finnis'). Bunte Vielfalt - Zentralasiatischen Steppe Wenn wir den Begriff „Steppe“ hören, haben wir klischeehaft trockene, braune Landschaften vor Augen. Es gibt aber auch Varianten, wie die hohen Wiesensteppen, die einen sehr vielfältigen visuellen Eindruck bieten. Auf zwei Expedition ins zentralasiatische Kirgisistan konnte ich solche üppigeren Steppengesellschaften in den Hochtälern des zentralen Tien-Shan-Gebirges studieren. Es ist wenig bekannt, dass viele Steppenstauden pflegearme und gleichzeitig attraktive Gartenpflanzen sind. In Zeiten des Klimawandels sind wir immer auf der Suche nach unkomplizierten, trockenheitstoleranten Stauden, die attraktiv blühen und zudem den Insekten etwas bieten. Das erfüllen die meisten Steppenpflanzen geradezu perfekt. Und wenn sie im Sommer auch mal trocken aussehen, gießen muss man sie selten oder gar nicht. Toll sind auch die schönen winterlichen Strukturen, denn Steppenpflanzen bleiben standfest, wenn man sie nicht überwässert oder auf zu nährstoffreiche Böden pflanzt. Stresstoleranz ist das Zauberwort. Man sollte es also generell nicht zu gut mit Ihnen meinen. Steppen sind überwiegend gehölzfreie Landschaften, die - wie die Prärien - von Gräsern dominiert werden. Dennoch ist ihr visueller Charakter ein ganz anderer: Es dominieren vertikale und quirlständige Blütenformen von Salbei-, Ziest und Phlomis-Arten (Lamiaceen), meist im spannungsreichen Kontrast zu horizontalen Blütenformen von Schafgarben und Flockenblumen (Asteraceen) sowie markanten Schirmen zahlreicher Doldenblütler (Apiaceen). Darüber hinaus bestimmen Tragant-Arten (Fabaceen) und Scabiosen (Dipsacaceen) die jahreszeitlichen Aspekte. Im Frühjahr bilden zahlreiche Zwiebelpflanzen, insbesondere Laucharten (Allium), Tulpen (Tulipa) und Steppenkerzen (Eremurus) ein eindrucksvolles Schauspiel. Bild oben: Grandiose Landschaftsbilder mit Wow Effekt... Steppe mit der Steppenkerze (Eremurus fuscus) in Kirgistan Bild unten: Weiße Kerzen bis zum Horizont. Steppenkerzen am Fuße des Tienschan Gebirges (Eremurus tienschanicus) in Kirgistan Bild oben: weite Landschaft mit einer blau silbrig durchwobenen Blütendecke aus Steppensalbei (Salvia deserta) und Reiherfedergräser (Stipa barbata). Bild unten: Im Senghok Tal in Tajikistan wachsen Steppenkerzen (Eremurus) in einem beeindruckenden Garten, voll und ganz von der Natur geschaffen. Bild oben: Im Frühsommer verwandelt sich die Wiesensteppe Kirgistans in ein Blütenmeer aus Steppensalbei (Salvia nemerosa) und Schafgarbe (Achillea). Ein Naturvorbild für unsere Gärten. Bilder unten: Im Hermannshof erblüht jedes Jahr das Salbei- Schafgarbenbeet im Juni und das Steppenbeet im Juli spektakulär. Schafgarbe (Achillea filipendulina), Steppensalbei (Salvia nemerosa) aber auch Witwenblumen (Knautia macedonica) oder die Königskerze (Verbascum olympicum) ... das ganze "Who is Who" der Steppe ist hier in den Beeten zusammen und blüht gemeinsam. Fast wie in der Natur. Dschungelfeeling - Die üppige Exotik Südostasiens Für eine gelungene gestalterische Umsetzung eines Vegetationsvorbildes im Garten sind neben den Klimakenntnissen vor allem die visuellen Charakteristika der Vegetation eine wesentliche Voraussetzung. Meine ersten Eindrücke in den vom Monsun beeinflussten Bergwäldern in Südost-Chinas waren zum Beispiel die exotisch-subtropische Üppigkeit und die dominierende Farbe Grün, die durch die nebelfeuchte Luft und die benetzten Blattoberflächen in ihrer Intensität noch gesteigert wurde. Bei näherem Hinsehen faszinieren im Schatten der Bambuswälder und des relativ lichten Kronenschirms der Gehölze die Nuancen des Grüns sowie die vielfältigen Texturen und Laubkontraste des Unterwuchses. Interessant sind bei vielen Gehölz- und Staudenarten die morphologischen Anpassungen der Blattspreiten an das luftfeuchte, niederschlagsreiche Klima und den eingeschränkten Lichtgenuss: großes, dünnes oder auch wachsig-glänzendes, festes Laub mit häufig lang ausgezogenen Blattspitzen, beispielsweise Cornus cousa, Magnolia oder Hosta. Diese Träufelspitzen, die auch bei tropischen Pflanzen häufig zu beobachten sind, tragen zusammen mit Wachsüberzügen und vertieften, als Rinnen wirkenden Blattadern dazu bei, das Wasser rasch und kontrolliert vom Blatt abtropfen zu lassen. Bei der Umsetzung in Pflanzungen sollte man diese, auch gestalterisch relevanten morphologischen Besonderheiten durch eine gezielte Pflanzenauswahl berücksichtigen und effektvoll herausstellen. Bild oben: Monsunwald in Sichuan, China. Hier spielen große Blätter und sattes Grün vorzüglich zusammen. Wärme und hohe Feuchtigkeit selbstverständlich.... Bilder unten: ein ganz anderer Regenwald hat dieses Bild hervorgebracht. Der Hoh-Regenwald (auch Hoh Rain Forest oder Hoh National Rainforest genannt) liegt auf der Olympic Peninsula im Westen des Bundesstaates Washington. Hier wachsen Farne, Moose und es gibt große Blätter. Bild oben: Im Hermannshof wachsen Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei), Bananen (Musa basjoo - mit dicker Laubabdeckung), der weitestgehend winterharte Ingwer (Zingiber mioga), die Ramie (Boemeria platanifolia) und der Reisppapierbaum (Tetrapanax) und schaffen ein tropisch anmutendes Bild. Bilder unten: Laubkontraste bieten die Schattenpartien im Hermannshof. Hier wachsen Magnolien, Funkien (Hosta Hybr.) und ein Saum am Weg mit Japanwaldgras (Hakonechloa macra). Herber Zauber- Mediterrane Garrigue-Landschaften Trockenperioden und Hitzestrahlung machen es zunehmend schwieriger, traditionelle Staude in unseren Gärten über den Sommer zu bringen, wenn man nicht pausenlos bewässern will. Pflanzen, insbesondere Halbsträucher aus dem Mittelmeerraum sind an solche Bedingungen perfekt angepasst. Mediterrane Landschaften über schon länger eine gewisse Faszination aus, denn mediterranes Flair im Garten ist ein Trend. Der Klimawandel trägt dazu bei, dass inzwischen zumindest in den Weinbauregionen viele aus dem Mittelmeerraum stammende Pflanzen wie Rosmarin, Strauch-Brandkraut, Lorbeer-Schneeball oder Korkeiche im Freiland kultivierbar sind, die man vor 20 Jahren nur als Kübelpflanzen kannte oder nur ausnahmsweise durch den Winter brachte. Dennoch sind viele dieser Pflanzen auf relativ milde Winter angewiesen und können trotz Klimawandel auch einmal zurückfrieren. Wichtig ist, ein absolut durchlässiges, mineralisches Substrat und ein vollsonniger Pflanzplatz, damit sie im Herbst gut ausreifen. Typisch für die „Mediterranen Zwergstrauchheiden“ oder „Garrigues“, die küstennah rund um das Mittelmeer vorkommen, ist die Dominanz von rundlichen, kaum über 50 cm hohen Pflanzengestalten, die unten verholzt und oben krautig sind. Lavendel, Heiligenkraut und Rosmarin sind typische Beispiele. Ein leichter Formschnitt direkt nach der Blüte Anfang bis Mitte Juli hält sie in Form. Die Farben zum Blühhöhepunkt im Mai/ Juni sind kühles Kadmiumgelb von Wolfsmicharten (Euphorbia characias), nadelartiges, Laub in Silbergrau, tiefes Violettblau von Lavendel und zartes Pink der Zistrosen. Während der Sommerhitze machen die Pflanzen eine Ruhephase durch, sie verfärben sich zu oliv- bis graugrün und stellen ihr Wachstum weitgehend ein. Während dieser Zeit der herben Schönheit wirkt vor allem der Habitus der Pflanzen, ihre besondere Gestalt. Verwendet man markante Gräser, wie das Riesenfedergras (Stipa gigantea), oder vertikale Elemente, wie Zypressen, kann man die rundlichen Pflanzengestalten mit spannenden Kontrasten durchbrechen. Bild unten: Karge Küstenlandschaft mit Schopflavendel (Lavandula stoechas) Bild oben: Typische mediterrane und karge Garrigue-Vegetation auf Korsika. Bild unten: steiniger Hang in Gelb mit der Mediterranen Junkerlilie (Asphodeline liburnica). Bild oben: Italienische Immortelle oder Currykraut (Helichrysum italicum) am Felshang. So karg und trocken wächst diese hübsche sommerblühende Staude. Bild unten: das Korsikabeet im Hermannshof. Dort wachsen Mittelmeerpflanzen, wie Zistrosen (Cistus), Wolfsmilch (Euphorbia) und Ginster. Bilder oben: Erinnerungen an gemeinsame Exkursionen in die Nordamerikanische Prärie mit Cassian, Bettina Jaugstetter, Christian Meyer, Prof. Norbert Kühn, Christian Meyer, zu Besuch bei Roy Diblik (linkes Bild) und Neil Diboll (rechtes Bild). Steppe, Prärien und die Mediterranen Landschaften sind besonders jetzt, wo es heißer und trockener wird im Fokus. Sie sind ein kleiner Hoffnungsschimmer für unsere Gärten. Damit die Arbeit im Garten wieder Spaß macht. Vielen Dank Cassian! Petra Hinweis: Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind sogenannte Provision-Links. Wenn du auf so einen Link klickst und über diesen Link einkaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich bleibt der Preis dabei unverändert.
- GARTENPLANUNG - EINEN HEIDEGARTEN ANLEGEN
Ein Blogbeitrag von Petra Wenn ich an Heidegärten denke, denke ich an meine Oma. Sie schwärmte von der Kargheit, Weitläufigkeit und Ruhe der Heidelandschaft. Sie liebte es, wenn die Heide blühte und ihren rosaroten Blütenteppich im Spätsommer über eine weite Landschaft ausbreitete. Sie wollte immer so einen Garten anlegen. Dabei ist er pflegeleicht. Natürlich nur, wenn der Standort passt. Vielleicht hast du ja einen locker, sandig, humosen Boden, der zudem kalkarm ist. Dann kannst du einen solchen Garten ohne großen Aufwand anlegen. Ach ja, der Heidegarten sollte unbedingt sonnig und offen liegen. Wie entstand die Heide? Kurz gesagt: durch menschliche Bewirtschaftung. Die Wälder wurden für Weideland und Ackerflächen gerodet. Der Boden wurde abgetragen und in den Ställen als Einstreu genutzt. Mit Kot vermischt, wurde diese Mischung wieder auf die Äcker ausgebracht. So entstanden über die Zeit karge Böden auf den Flächen, die um die oberste Schicht „beraubt“ wurden. Es entwickelten sich die typisch, kargen Heidelandschaften. Wo findest du Heidelandschaften? Die ausgedehntesten Zwergstrauch-Heiden sind in West- und Nordeuropa zu finden. Im nordwestdeutschen Tiefland, zwischen Elbe und Weser bzw. Aller, liegt das wohl bekannteste deutsche Heidegebiet, die Lüneburger Heide . Den weiten Heidelandschaften westlich der Ems schließen sich die holländischen Heiden an. Große Heidelandschaften weisen auch Ostfriesland, die Westküste Schleswig-Holsteins und der Nordwesten Mecklenburgs auf. Ein schmaler Streifen Heidevegetation folgt der ganzen Ostseeküste, meist mit Unterbrechungen an den Flussmündungen. Nur stellenweise verbreitert er sich etwas und geht dann in die Heidemoorgebiete Litauens über. In Mitteleuropa kommen Heiden, die auf saure, silikatreiche Böden beschränkt sind, nur kleinflächig vor und zeigen oft mit benachbarten Pflanzengemeinschaften der Hoch- und Zwischenmoore, Kiefern- und Kiefernmischwälder oder Steppen- Heiden die mannigfaltigsten Mischungen. Gehäuft treten sie auf Sandflächen und an Binnendünen in der Lausitz und in der märkischen Landschaft sowie in den niederschlagsreicheren Mittelgebirgen und deren Vorländern auf. Hier besiedeln sie die sauren, aus der Verwitterung hervorgegangenen Böden. Hilfe - die Heide schrumpft! Leider wird die Heidefläche immer kleiner. Die Vorstellung, weißleuchtender Birkenstämme, dunkler Kiefern, knorrig wachsender Wacholder oder besenförmiger Ginstersträucher inmitten rotblühenden Heidekrautes stimmt in einigen Gegenden nicht mehr. Viele ehemalige Heideflächen werden inzwischen landwirtschaftlich genutzt, wurden aufgeforstet oder werden inzwischen durch Autobahntrassen durchschnitten. So zum Beispiel die Lüneburger Heide; sie erstreckte sich früher von Hamburg bis vor die Tore Hannovers und hat vor allem die Worpsweder Künstler, Maler wie Dichter inspiriert und beflügelt. Heute gibt es nur noch kleinere zusammenhängende Gebiete in Deutschland. Heide - ein altes Motiv in der Gartengestaltung Seitdem sich die Gartengestaltung nicht mehr nur auf rein geometrische Formen beschränkt, sondern natürlichen Vorbildern folgt, war der Heidegarten immer mal wieder ein beliebtes Motiv. Ein Motiv allerdings das heute, wie gesagt, ein wenig aus der Mode gekommen ist. Bereits der Gartenarchitekt Willy Lange schrieb in seinem Buch „ Gartengestaltung der Neuzeit “: Der Heidegarten hat die Phantasie der Gartenästheten nie zur Ruhe kommen lassen. Und selbst Karl Foerster äußerte sich in seinem Buch „Steingarten der sieben Jahreszeiten“ bei der Betrachtung vom Heidegärtchen am Kiefernwald mit folgendem tiefem Naturgefühl: Man glaubt nicht, welchen Zauber die Heidegärtchen bei größerer Genügsamkeit entfalten: sie könnten zu Stätten einer wunderlichen Stille werden und Gartenfarben um unersetzliche Tönungen bereichern. Es sei auch daran erinnert, dass uns Heidegärtchen nicht nur mit der Lüneburger Heide, sondern auch mit mächtigen Zügen des gesamten Vegetationsteppich der Erde verbinden. Die Idee der Gartenkunst war damals schon, die Natur nicht 1:1 zu kopieren, sondern zu stilisieren und künstlerisch zu überhöhen. Alles Unwesentliche sollte einfach weggelassen werden. Nur das Charakteristische sollte gesteigert zum Ausdruck gebracht werden. Heidegarten anlegen - macht das überall Sinn? Auf Grundstücken mit armem, sandigem Boden, der das schon durch Kiefern und Birken anzeigt, ist es kaum möglich, Gärten zu schaffen, in denen alles üppig wächst. Jedenfalls nicht ohne mühsamen und finanziellen Aufwand. Hier müssten erst die Voraussetzungen und Bedingungen geschaffen werden. Andererseits wäre es doch ziemlich sinnlos, auf einem Gelände mit gutem, langjährig bearbeiteten Gartenboden künstlich eine Heidelandschaft entstehen lassen zu wollen. Auch hier müsste man damit rechnen, dass die Heidepflanzung schon bald von schnellwüchsigen Unkräutern überwuchert und verdrängt werden würde. Deshalb macht ein Heidegarten nur dort Sinn, wo die natürlichen Gegebenheiten den Bedürfnissen der Heidepflanzen entsprechen. Der Raum um Berlin zum Beispiel, den man auch „Berliner Sandbüchse“ nennt, wäre so eine Region, wo sich Heidegärten leicht anlegen ließen. Oft wird gerade dort beklagt, dass in dem sandigen Boden nichts wächst. Ein Heidegarten scheint eine passende Lösung. Heide 2.0 - ein altes Landschaftsmotiv erfindet sich neu Zugegeben, Heidegärten sind gerade nicht „en vogue“. Eher werden mediterrane Gärten oder Präriegärten angelegt. Aber Heidegärten haben viel gestalterisches Potenzial und sind dazu noch pflegearm (wenn sie richtig angelegt werden). Auch das Angebot an Sorten und damit das farbliche Angebot ist inzwischen enorm gewachsen. Es gibt wirklich alle erdenklichen Farben. Deshalb kommt es vor, dass Heidegärten hin und wieder sehr knallig und kontrastreich (zum Beispiel Gelb mit Pink) kombiniert sind. Schau im Netz nach Fotos von Heidegärten. Du wirst staunen, wie bunt so ein Heidegarten sein kann. Mich schreckt das eher ab. Aber muss das so sein? Es gibt inzwischen auch die natürlich sanften Farbtöne im Angebot. Töne, wie Weiß, Mauve, Lavendel, Hellrosa… Sie sind nicht knallig oder schreiend farbig und laut. Kombiniert man sie Ton in Ton und mit Kiefern, Wacholder, Birken und Gräser, ergeben sich ausgewogene, harmonische und natürliche Kombinationen. Noch etwas zur Gestaltung selbst; die Heide ist ein Landschaftsmotiv, das auf größeren Flächen am eindrucksvollsten wirkt. Aber vielleicht kann man ein Heidemotiv mal mit modernen Materialien kombinieren, wie es mit mediterranen Pflanzen inzwischen üblich ist. Vorschlag für dich quer durch alle Jahreszeiten Bild oben: Aster amellus, Calluna vulgaris Adrie, Calluna vulgaris 'Beoley Silver', Armeria maritima, Armeria maritima 'Alba' , Antennaria dioica 'Rotes Wunder' Bild oben: Helleborus orientalis 'Double Ellen White Spotted', Festuca mairei, Festuca gautieri 'Pic Carlet', Leucojum aestivum 'Gravetye Giant', Leucojum aestivum 'Gravetye Giant', Molinia caerulea 'Edith Dutzus', Ipheion uniflorum Bild oben: Rose Plaisanterie, Rose 'Ballerina', Muscari armeniacum, Veronica spictata, Daboecia cantabrica, Jasione montana Bild oben: Campanula carpatica 'White Uniform', Crocus tommasinianus, Dianthus arenarius, Calluna vulgaris 'Heike', Calluna vulgaris 'Grizabella', Calluna vulgaris 'Silver Knight' Bild oben: Helleborus orientalis 'Double Ellen Red', Calluna vulgaris, Pinus mugo var. mughus, Festuca cinerea 'Festina', Dianthus carthusianorum, Eryngium planum Welche weiteren Pflanzen kannst du in den Heidegarten setzen? In einem Heidegarten wachsen neben den Arten wie Besenheide, Irische Heide oder Schottischer Heide, Wacholder, Kiefern, Erica und Co weitere ideale Begleitpflanzen, die diese aufs Vortrefflichste ergänzen. Es sind Gräser, Zwiebelblumen oder kleinere Gehölze. Nachfolgend ein kleiner Überblick: Stauden Adonisröschen – Adonis amurensis, Adonis vernalis Waldanemone – Anemone sylvestris Bergaster – Aster amellus Christrose – Helleborus niger ssp.macranthus Eberwurz – Carlina acaulis Edeldistel – Eryngium planum Ehrenpreis- Veronica Arten Elfenbeindistel- Eryngium giganteum Enzian- Gentiana Arten Feldthymian- Thymus serphyllum Fetthenne- Sedum spurium, spectabile, thelephium Fingerhut- Digitalis purpurea Gartensalbei- Salvia officinalis Glockenblumen- Campanula Arten Grasnelke- Armeria maritima Heidenelke- Dianthus deltoides Katzenminze- Nepeta fassenii Katzenpfötchen- Antennaria dioica Königskerze- Verbascum Arten Kuhschelle- Pulsatilla vulgaris Pfingstnelke- Dianthus gratianopolitanus Sandstrohblume- Helichrysum arenarium Zwerg-Laubgehölze Ährenheide- Erica spiculifolia (syn. Bruckenthalia spiculifolia) Cornwallheide- Erica vagans Bewimperte Alpenrose- Rhododendron hirsutum Bärentraube- Arctostaphylos uva-ursi Besenheide- Calluna vulgaris Bibernellrose- Rosa pimpinellifolia Blaubeere- Vaccinium myrtillus Moosheide- Phyllodoce caerulea Färberginster- Genista tinctoria Flügelginster- Genista sagittalis Geißklee- Genista Arten Glockenheide- Erica Arten Siebenbürger Heide -Erica spiculifolia 'Alba' (Syn. Bruckenthalia) Gagelstrauch- Myrica gale Heidekraut- Calluna vulgaris Krähenbeere- Empetrum nigrum Lavendelheide- Andromeda polifolia Lorbeerrose- Kalmia Arten Moorheide- Erica tetralix Porst- Ledum palustre Preiselbeere- Vaccinium vitis-ideus Rauschbeere-Vaccinium uliginosum Rosmarinheide- Pieris floribunda Rosmarinseidelbast- Daphne cneorum Sandginster- Genista pilosa Scheinbeere- Gaultheria procumbens Schneeheide- Erica carnea Sonnenröschen- Helianthemum nummularium Stechginster- Ulex europaeus Torfmyrthe- Pernettya mucronata Zwergbirke- Betula nana Zwergmispel- Cotoneaster dammeri Farne Adlerfarn- Pteridium aquilinum Tüpfelfarn- Polypodium vulgare Hirschzungenfarn- Asplenium scolopendrium Königsfarn- Osmunda regalis Rippenfarn- Struthiopteris spicant Straußfarn- Matteucia struthiopteris Gräser Bärenfellgras - Festuca gautieri Berg Segge- Carex montana Kleines Pfeifengras- Molinia caerulea Blauschwingel- Festuca cinerea Federgras- Stipa Arten Hainsimse- Luzula nivea Schillergras- Koeleria glauca Rasenschmiele- Deschampsia caespitosa Riesen Segge- Carex pendula Zittergras- Briza media Knollen und Zwiebelgewächse Blaustern- Scilla sibirica Herbstzeitlose- Colchicum Arten Krokus- Crocus Arten und Sorten Märzenbecher- Leucojum vernum Milchstern- Ornithogalum umbellatum Puschkinie- Puschkinia scilloides var. linbanotica Schneestolz- Chinodoxa luciliae Schneeglöckchen- Galanthus Arten Schwertiris- Iris reticulata Traubenhyazinthe- Muscari botryoides Tulpe- Tulipa kaufmanniana Walstulpe- Tulipa sylvestris Winterling- Eranthis hyemalis Zwerg-Nadelgehölze Zwergwacholder- Juniperus communis var. depressa Zwergfichte- Picea abies 'Maxwellii' Fichte- Picea abies 'Procumbens` Kriech-Fichte- Picea abies 'Repens' Krummholzkiefer- Pinus mugo var. mugo Zwergkiefer- Pinus mugo var. pumilo Übrigens; außer den wenigen, genannten Wildrosen Arten eignen sich zahlreiche Sorten der Strauch und Parkrosen, bei denen der Wildrosencharakter erhalten blieb. In weiträumigen Anlagen mit Heidecharakter sind auch Bäume wie Ebereschen oder Sandbirken sehr wirkungsvoll. Sie können einzeln oder in kleinen Gruppen gepflanzt werden. Weitere Bäume können sein: Apfel- Malus sylvestris Feldahorn- Acer campestre Kiefer- Pinus sylvestris Lärche- Larix decidua Schwarzkiefer- Pinus nigra Weißdorn- Crataegus monogyna Vogelbeere- Sorbus aucuparia (Bild) Wann blühen die verschiedenen Heidekräuter? Wenn man es geschickt anstellt, kann man Heidekräuter rund um das Gartenjahr blühend erleben: Erica gracilis - Glockenheide: August bis Oktober Calluna vulgaris - Besenheide: Juni bis Januar Erica carnea - Winterheide: November bis April Erica darleyensis - Englische Heide: November bis April Erica vagans - Cornwall Heide: Juni bis September Erica tetralix - Glockenheide: Juni bis September Erica cineria - Grauheide: Juni bis September Daboecia - Irische Glockenheide: Juni bis Oktober Bodenmodellierungen für den Heidegarten In der Natur sind für die Heidelandschaft die Weite und ruhige Linienführung eines leicht bewegten Geländes charakteristisch. Legt man den Heidegarten eher landschaftlich an, dann ist es für größere Gärten kaum ein Problem das Gelände sanft zu modellieren. Die Betonung liegt auf sanft, denn die Modellierung soll kein technisches Bauwerk sein. Harte, steile oder abrupte Kanten sind hier nicht gewollt. Alles soll eher fließend sein und oft reichen schon kleine Bewegungen im Zentimeterbereich. Es soll schließlich keine Zwergen-Hügellandschaft entstehen. Kleine Flächen sind schwieriger zu modellieren. Hier wäre es besser von künstlichen Bodenbewegungen abzusehen. Denn die großzügige und abwechslungsreiche Heidelandschaft lässt sich nicht in einen kleinen Garten bannen. Wege durch den Heidegarten Neben ihrer rein zweckmäßigen Funktion kommt den Wegen auch eine ästhetische Bedeutung zu: Wege sind für die Pflegearbeiten sinnvoll und auch oder vor allem, um die darin wachsenden kostbaren Pflanzen zu betrachten. Sie sollen ebene und weite Flächen gliedern und in geschickter Verbindung mit den Pflanzen die Gesamtwirkung des Beetes durch abwechslungsreiche Motive steigern. Wie auch die Bodenmodellierung, soll auch der Weg eine leicht bewegte Linienführung im Wegeverlauf haben. Das wirkt sehr natürlich und sanft. Vermeiden solltest du dagegen ein planloses im Gelände stark herumschlängelndes Wegesystem. Das wäre sehr unnatürlich. Der Wegverlauf muss eher logisch sein. Ein Abweichen von einer gerade Linienführung und Richtung sollte augenfällig begründet sein. So zum Beispiel, dass du einem Stein ausweichst oder eine Gehölzgruppe im Weg steht, um die der Weg dann einen sanften Boden macht. Wäre logisch oder? Der Weg braucht nicht aufwändig hergestellt oder befestigt werden. So können Wege durch den Heidegarten beschaffen sein und angelegt werden: Die einfachste Lösung ist diese; einen schmalen, höchstens 80 cm breiten Weg mit der Harke etwas vertieft auszuharken oder einfach festzutreten. Eine Auflage aus Kies, Brechsand oder Mulch macht vor allem bei nasserer Witterung Sinn. Hier genügt eine Schicht von 2-3 cm. Auch schön ist es Polygonalplatten als Schrittplatten oder eng als Weg verlegt, zu verwenden. Allerdings sollen sie vom Material nicht zu sehr dominieren, sondern sich eher dem Gesamtcharakter unterordnen. Eine weitere Möglichkeit, die optisch gut passt, sind Knüppelwege aus Holz. Hier eigenen sich Birken-, Kiefern-, Fichtenstangen, die als Rund- oder Halbrundhölzer verwendet werden können. Verwendung von Steinen Besonders schön in Heidelandschaften wirkt das Zusammenspiel zwischen Stein und Pflanze. Die heute noch in den Wäldern oder Heiden Norddeutschlands verstreuten mehr oder weniger großen Findlingen stammen aus Skandinavien und sind meist aus schwedischem Granit. Durch den Transport als eiszeitliches Geschiebe und auch durch Windschliff wurden die Kanten gerundet. Wenn man heute Steine in den Heidelandschaften findet, liegen sie meist flach auf dem Boden. Oft sind sie bis zur Hälfte und mehr in die Erde eingebettet. Selten erscheinen sie also in ihrer ganzen Mächtigkeit und Größe. Man sieht den einzeln liegenden und „verirrt“ wirkenden Steinen also an, dass sie dort schon lange im Boden liegen. Für die Verwendung der Steine im Garten bedeutet das, dass du sie auch so naturgemäß verwenden solltest. Das solltest du beachten: Sie sollen auf der „faulen“ Seite liegen. Also die schwerste Seite des Steins liegt unten und ist zu einem Drittel eingegraben. Steil aufgestellte Steine wirken wie Hinkelsteine und etwas widernatürlich. Auch kommen in Heidelandschaften die Steine verstreut und einzeln vor. Deshalb vermeide Steinhaufen bzw. viele kleine Steine. Besser ist es, in mäßiger Anzahl nur wenige Steine zu verwenden. Dafür jedoch besonders schöne ausgewählte Exemplare. Diese müssen in ihren Ausmaßen den räumlichen Gegebenheiten des Gartens entsprechen, damit sie nicht beherrschend wirken. Entscheidend ist die Wirkung zwischen Pflanze und Stein . Für einen ungezwungen gelagerten, ausdrucksvollen Findling sind schöne Gehölze, Gräser oder größere Stauden die passende Gesellschaft. In der Natur ist es ja auch so, dass im Schutz eines Steines, vielleicht Gehölze wie Birken oder Wacholder keimen und hervorkommen. All das wirkt auch im Garten sehr natürlich. Vorbereitung und Bearbeitung des Bodens Ich möchte noch einmal ausdrücklich betonen, dass es keinen Sinn macht einen Heidegarten auf einem Grundstück mit frischem, nahrhaftem Boden anzulegen. Heidegärten sollte man dort anlegen, wo die natürlichen Bedingungen und Voraussetzungen gegeben sind. Auf einem nährstoffarmen, sandigen Boden, wo die Voraussetzung fehlt, einen paradiesischen Garten in aller Opulenz anzulegen, macht es absolut Sinn einen Garten in Heidecharakter zu schaffen. Das ist authentisch und spart Zeit, Kosten und Mühe. Ideal sind natürliche Heideböden. Wenn du in einer Heidegegend wohnst, musst du sicher nicht viel machen und kannst einfach loslegen. Für den Fall, dass diese Bedingungen noch nicht so optimal sind, hilft dir vielleicht die folgenden Informationen, was Heidepflanzen nicht mögen und was sie wirklich brauchen, um optimal zu wachsen: Was Heidepflanzen nicht mögen Heidepflanzen brauchen keine Nährstoffanhäufung im Boden. Zu viele Nährstoffe sind für alle echten Heidegewächse pures Gift. Keine Verbesserung des Bodens mit Mist, Dung oder nährstoffreichen Erden. Sie vertragen keinen kalkhaltigen Boden. Sie mögen keinen zu durchlässigen, armen Boden, der zu schnell austrocknet. Was Heidepflanzen brauchen Sie brauchen eine niedrigen PH Wert unter 5, das heißt einen leicht sauren Boden. Sie brauchen einen humusreichen, durchlässigen Boden und gute Drainage. Sie benötigen einen trockenen bis frischen Boden. Sie benötigen einen sonnigen Standort in luftfeuchten Lagen. Wo das nicht gegeben ist, muss die fehlende Luftfeuchtigkeit durch reichliche Bodenfeuchtigkeit ausgeglichen werden. Ggf. Verbesserung des Wasserhaltevermögens durch Humus oder Lehm (besser Bentonit Granulat). Hergerichtete Erden, wie Nadelstreu- und Lauberden (Eichenlaub) - Sandgemische sollen mindestens eine Spatenstichtiefe haben, um das Austrockenen des Bodens zu vermeiden. Falls du im Heidegarten einige kalkliebenden Pflanzen verwenden möchtest, wie Adonisröschen, Kuhschelle, Silberdistel, Rosmarinseidelbast oder Bergaster, dann lässt sich der entsprechende Pflanzplatz durch etwas feinkörnigen Düngekalk leicht verbessern. Foto oben: Typisch für die Heide sind Wachholder (Juniperus hier im Bild) und Kiefern Foto unten: Schneverdingen in der Lüneburger Heide, hier findest du zahlreiche Heidekräuter mit Namensschildern. Falls du einen Garten anlegen möchtest, findest du hier die richtigen Heidekräuter. Bist du auch ein Heide - Fan und schwärmst für diese besondere Landschaft? Einen eigenen Heidegarten anlegen - wenn du jetzt noch den idealen Boden hast, dann wäre es doch eine Überlegung wert! Mehr Informationen findest du übrigens hier: Heidegarten in Schneverdingen Bleib natürlich Petra
- TROPENTRAUM IM ODENWALD - EIN EXOTISCHER GARTEN
Ein Gastbeitrag von Sue Pfleger Manchmal stößt man auf social media auf Bilder, die einen sofort neugierig machen. So ging es uns mit den Aufnahmen von Sue Pfleger! Ein exotischer Garten - die Kombinationen aus satten Farben und üppiger Vielfalt ließen uns nicht mehr los. Wir hatten das Glück, Sue nicht nur online, sondern auch bei verschiedenen Veranstaltungen persönlich kennenzulernen – ihre Leidenschaft für Gärten und die Fotografie ist einfach ansteckend! In diesem Blogbeitrag nimmt uns Sue mit auf die Reise durch ihren Garten... Sue Pfleger, eine Britin, die im vorderen Odenwald lebt, hat ihren Vorgarten so angelegt, dass er in den Sommer- und Herbstmonaten einem tropischen Paradies gleicht - mit einer Mischung aus bekannten und ungewöhnlichen Pflanzen! Der Anfang Ich habe mich schon immer zu Pflanzen mit üppigen Farben, großen Blatt-formen, zu Yuccas oder Bananen hingezogen gefühlt. Ich weiß nicht, warum das so ist. Vielleicht, weil es mich an meine Kindheit in England erinnert, an die Küstenstädte mit ihren farbenfrohen Sommerbepflanzungen und den Keulen-lilien und Palmen, die dort das Bild beherrschen? Mein Vorgarten ist einem Experiment gewidmet, das ich während des Lock-downs im Jahr 2020 begonnen habe. Eine radikale Veränderung war erforderlich: Ich wollte den Vorgarten komplett neu bepflanzen, weil dort so viel Ackerwinde wucherte, dass sie alles erdrückte (der Vorbesitzer konnte sich nicht um den Garten kümmern. Mir blieb nichts anderes übrig, als alles auszugraben (2018/19), eine Saison zu warten, die Restbestände an Ackerwinde noch zu entfernen und dann den Garten neu zu bepflanzen. Aber wollte ich einen Garten im ehemaligen Cottage-Look? Nein! Endlich konnte ich meinen Traum von einem Garten im exotischen Stil verwirklichen! Inspiration durch Christopher Lloyd Ich bin ein großer Fan der Bücher von Christopher Lloyd . Ich habe sein Buch „Exotic Planting For Adventurous Gardeners“ (das leider nicht auf Deutsch erhältlich ist) verschlungen. Nachdem ich 2018 zum ersten Mal Great Dixter besucht hatte, wurde mir klar, dass mein Traum von einem exotischen Garten Wirklichkeit werden kann! Das Buch hat viele Ideen für meinen Garten geliefert. Immer wenn ich meine Familie in England besuche, kombiniere ich das mit Besuchen in dem einen oder anderen Garten. Auf Grund des milden Klimas dort und der langen Tradition, in Großbritannien exotische Pflanzen zu sammeln haben viele Menschen dort Exoten im Garten oder ein Beet mit „hot colours“, oder dedizierte exotische Gartenräume. Vielleicht ist Euch das auch schon aufgefallen? Bild oben: „Hot Border“ mit Hemerocallis 'Crimson Pirate', Bistorta amplexicaulis 'Firetail' und Crocosmia 'Lucifer' Mein Exotischer Garten: Die Pflanzen Farbigkeit ist für mich wichtig, sowohl in den Blüten als auch im Laub. Ich versuche, so viele Kontraste wie möglich in die Strukturen und Texturen einzubauen und Schichten in der Bepflanzung zu bilden. Ein unteres, mittleres und oberes Stockwerk in der Bepflanzung bedeutet, dass jeder Zentimeter des Bodens bedeckt ist und Unkraut keine Chance hat! Bild oben: Der Exoten-Garten Anfang Juni Hier sind einige der Pflanzen, die ich in meinem Garten verwende, um diese Bildwirkerei zu schaffen: Trachycarpus fortuneii - Eine zuverlässig winterharte Palme. Ich habe eine große und zwei kleinere im Garten, die einen Dreieck in der Bepflanzung bilden und Struktur geben. Sie brauchen aber einen Winterschutz: hierzu stopfe ich die Krone mit Stroh aus, damit nicht zu viel Nässe eintreten kann. Der Stamm wird mit Vlies eingewickelt. Musa basjoo - Eine winterharte Banane, die ebenfalls einen Winterschutz benötigt: Die Blätter werden nach dem ersten Frost abgeschnitten und die Stämme etwas gekürzt. Dann wird die Staude mit Stroh abgedeckt und darüber kommt noch eine Plane, damit Nässe nicht eintreten kann. Diese Schicht bleibt drauf bis ca. Mitte April. Ensete ventricosum 'Maurelii' – Eine sehr dramatische rote Banane, die in der Garage überwintern muss, aber sehr einfach zu lagern ist. Die Pflanzen sind kälteempfindlich und sollten nicht unter 4°C draußen sein. Für die Lagerung über Winter schneide ich die Blätter ab, bringe die Stämme in die Garage und lasse sie kopfüber drei Wochen lang stehen, damit sie abtropfen und etwas austrocknen können, bevor ich sie in Sackleinen einwickele und in unserer frostfreien Garage bei ca. 8°C in ein Regal lege. Während der Lagerung kontrolliere ich, dass sie nicht verrotten, und drehe sie gelegentlich um. Im Mai kommen sie direkt aus der Garage in den Boden, und fangen (zu meinem Erstaunen) gleich wieder an zu wachsen! Bild oben: Ensete ventricosum 'Maurelii' mit Rudbeckia triloba Salbeiarten – Die im Odenwald nicht immer gänzlich winterharten Salvia -Arten, die ursprünglich aus Südamerika stammen, wie Salvia 'Amistad' , oder die neuen 'Rockin'-Sorten, bestechen durch ihre Blüte bis zum Frost. Sie eignen sich hervorragend für Bestäuber, vor allem für die Taubenschwänzchen. Bild oben: Taubenschwänzchen und Salvia 'Rockin' Fuchsia Tetrapanax papyrifer – Ein exotischer Strauch, der auch von etwas Winterschutz profitiert (eine Abdeckung aus Vlies reicht). Er treibt im späten Frühjahr wieder aus. Seine gigantischen Blätter sind ein Muss in meinem Garten. Helianthus salicifolius - Diese Pflanze sieht man oft in Präriebepflanzungen oder Staudenbeeten, aber ich verwende sie nur wegen ihres Laubes. Da ich sie kompakt halten möchte, schneide ich sie um zwei Drittel zur Zeit des „Chelsea Chop“ zurück. Somit bereichert sie die Beete mit ihrem filigranen Laub, blüht dafür aber nicht. Bild oben: Helianthus salicifolius nach einem „Chelsea Chop“ neben den riesigen Blättern von Tetrapanax papyrifer Ricinus communis - Eine einjährige Pflanze, die ich jedes Jahr aus Samen ziehe. Mitte April ist früh genug damit zu starten, um sie im Juni auspflanzen zu können. Sie erreichen ihren Höhepunkt im September wo sie 2,50 m (und höher) werden. Diese aparte Pflanze verleiht sofort exotisches Flair - ihr Laub ist in vielen Farben erhältlich, von fast schwarz über lila und grün bis hin zu rot. Die Blüten sind unscheinbar, dafür sind die Samenkapseln spektakulär. Aber Vorsicht: die Pflanze ist sehr giftig! Brunnera-Arten - Eine weitere Gattung, die ich gerne in der Unterpflanzung verwende. Es gibt einige Sorten mit sehr großen Blättern wie Brunnera macrophylla 'Alexanders Great' oder 'Alexandria' mit ihren silbrigen Blättern, die ich sehr empfehlen kann. Bild oben links: Rizinus communis gibsonii Bild oben rechts: Brunnera macrophylla 'Alexandria' in der Unterpflanzung des exotischen Gartens Knöterich-Arten – Sie sind in meinem Garten unverzichtbar, vor allem in der Unterbepflanzung, wo ihre aparten Blätter ein Hingucker sind und für Kontrast sorgen. Meine winterharten Knöteriche sind: Persicaria macrophylla 'Purple Fantasy' , P. virginianum 'Painter's Palette' und P. microcephala 'Red Dragon' . Eine einjährige Pflanze, die auch nicht fehlen darf, ist Persicaria orientalis, mit dem bezaubernden englischen Namen „Kiss Me Over The Garden Gate“. Wenn man Glück hat, säht sie sich selbst im Folgejahr aus, aber nicht immer zuverlässig. Deshalb ziehe ich sie vor. Hier sollte man, meiner Erfahrung nach, erst im April anfangen. Sie blüht den ganzen Sommer/Herbst und ist auch bei Bestäubern sehr beliebt. Bild oben: „Kiss Me Over The Garden Gate“ ( Persicaria orientalis ) drapiert sich elegant in der Bepflanzung! Dahlien und Cannas - sind die Stars des Gartens im Sommer und Herbst! Dahlia 'David Howard' , die Christopher Lloyd sehr mochte, ist eine wunderschöne Dahlie mit dunklem Laub und orangefarbenen Blüten und hat eine sehr lange Saison. Bild oben: Dahlia 'David Howard' Mittlerweile verwende ich viele einfach-blühende Dahlienarten, zum Beispiel Dahlia coccinea oder D. merckii , die ich auch selbst aussähe. Ich liebe auch meine extravaganten Canna-Sorten, auch wenn diese nicht ganz einfach zu beziehen sind. Zum Glück gibt es ein paar Züchter in Europa und manchmal bekomme ich Pflanzen oder Samen über Etsy oder Ebay. Man muss die Pflanzen dann leider erst einmal in Quarantäne halten (bei mir im Garten hinter dem Haus), wegen dem leider weit verbreiteten Canna-Virus. Auch wenn die Anzucht aus den Samen nicht immer sortenrein ist, blühen die Sämlinge oft schon im ersten Jahr und sorgen für einen eindrucksvollen Überraschungseffekt! Bild oben: Die schöne Blüte eines Canna-Sämlings Weitere Stauden, die in meinem Garten auf gar keinen Fall fehlen dürfen sind Hakonechloa macra 'Aureola', Miscanthus sinensis 'Zebrinus' , viele verschiedene Taglilien, winterharte Ingwerarten, Yuccas, winterharte Farne und eine Anzahl Euphorbien. Bild oben: Hakonechloa macra 'Aureola' mit Rhizinus communis gibsonii und dem dunkelrotem Laub von Canna 'Eisenhower' Mein Gartenjahr Das Gartenjahr beginnt im exotischen Vorgarten mit dem Blühen der Kaiserkronen und andere Geophyten. Bild oben: Fritillaria imperialis und Trachycarpus fortuneii sehen zusammen sehr extravagant aus! Ab diesem Zeitpunkt fange ich an, ein immer wechselndes Sortiment einjähriger Pflanzen im Gewächshaus auszusäen (z.B. Tithonia diversifolia oder Leonotis leonurus ). Im Mai bringe ich die einquartierten Pflanzen aus dem Winterlager heraus und pflanze sie in den Boden. Nach einer langen und bunten Saison, wenn die ersten Fröste sich anmelden (oft erst ab Ende November), grabe ich die Dahlien, Cannas, Begonien und roten Bananen alle wieder aus und das Gartenjahr geht für mich somit zu Ende. Ja, ich gebe zu, es ist mit Aufwand verbunden. Aber für die Wirkung, die meine Exoten im Beet haben, lohnt es sich! Bild oben: Auch meine Begonien werden im Sommer ausgepflanzt Wer mehr sehen möchte… Wer von meinem Vorgarten mehr sehen möchte, lade ich ein, bei meinen Instagram-Account reinzuschauen @my_exotic_front_garden Vielen Dank, liebe Sue für die tollen Einblicke! Bleibt natürlich - Petra und Leonie
- WO WILDE RHODODENDREN WURZELN SCHLAGEN - PERSPEKTIVEN FÜR UNSERE GÄRTEN
Teil 1 - Amerika Ein Gastbeitrag von Gerd Eiting Gerd Eiting aus Wiefelstede ist ein erfahrener Pflanzenexperte und Rhododendron-Enthusiast, der seit über 50 Jahren bei der Firma Bruns in Gristede tätig ist. Dort betreut er den Park und eine beeindruckende Pflanzensammlung. Besonders am Herzen liegt ihm die Züchtung neuer Rhododendron-Sorten, die er mit Fachwissen und Leidenschaft weiterentwickelt. Als aktives Mitglied im Beirat der Deutschen Rhododendron-Gesellschaft e.V. (DRG) engagiert er sich zudem für die Förderung, Pflanzung und Pflege dieser faszinierenden Pflanzen. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Anpassung der Rhododendren an den Klimawandel. Er erforscht, wie sie widerstandsfähiger gemacht werden können, um auch unter veränderten Bedingungen zu gedeihen. Dabei richtet er seinen Blick nicht nur auf heimische Sorten, sondern auch auf widerstandsfähige Arten aus anderen Regionen der Welt. Besonders spannend sind viele Rhododendren Nordamerikas, die durch ihre Robustheit und Vielfalt neue Möglichkeiten für unsere Gärten bieten. Welche Arten sich besonders gut für unser Klima eignen und was wir von ihnen lernen können, erfahrt ihr im folgenden Beitrag. Wo wachsen Rhododendren? Rhododendron-Arten haben ihre Ursprünge in verschiedenen Regionen Nordamerikas , wo sie unter unterschiedlichen klimatischen und geologischen Bedingungen gedeihen. Die Elternarten vieler gärtnerisch genutzter Rhododendren stammen aus den Wäldern und Gebirgsregionen entlang der Westküste der USA bis hinauf nach Alaska sowie aus den Appalachen und den sumpfigen Gebieten Floridas. Besonders bedeutend für die Zucht sind Rhododendron catawbiense und Rhododendron maximum , deren Gene in vielen modernen Sorten zu finden sind. Diese Arten haben sich an kalte Winter und kurze Vegetationsperioden angepasst, was sie auch für europäische Gärten geeignet macht. Foto oben: Rhododendron maximum – Ein majestätischer, immergrüner Strauch mit prächtigen Blüten und hoher Winterhärte Foto oben: Rhododendron lapponicum – ein frostharter Zwergstrauch in den Gebirgen Nordamerikas Entlang der Westküste von Kalifornien bis Alaska findet man Rhododendron occidentale , eine laubabwerfende Art, die milde Winter und trockene Sommer bevorzugt. Rhododendron macrophyllum , mit seinen großen Blättern und prächtigen Blüten, gedeiht in feuchteren Wäldern weiter nördlich bis nach Alaska. In den subarktischen Gebieten Kanadas und Alaskas kommen Zwergformen wie Rhododendron lapponicum und Rhododendron camtschaticum vor, die Permafrostböden besiedeln und niedrige Temperaturen aushalten. Die südlichen Staaten der USA, insbesondere Florida und die Sümpfe des Mississippi-Deltas, beherbergen verschiedene Wildazaleen wie Rhododendron atlanticum, Rhododendron arborescens, Rhododendron calendulaceum, Rhododendron viscosum und Rhododendron periclymenum . Diese Pflanzen gedeihen in sumpfigen, feuchten Gebieten und sind sogar gegen Salzwasserüberschwemmungen unempfindlich. In den sandigen Küstenwäldern der Appalachen und Smoky Mountains wächst Rhododendron catawbiense , eine der wichtigsten Arten für die Zucht. Daneben findet man dort auch Rhododendron maximum, Rhododendron oblongifolium, Rhododendron austrinum und die immergrüne Kleinblattform Rhododendron minus . Foto oben: Rhododendron catawbiense in einem Park Typische Begleitpflanzen von Rhododendren – Natürliche Partner für ein harmonisches Pflanzenbild In ihrem natürlichen Lebensraum wachsen Rhododendren häufig gemeinsam mit anderen Gehölzen und Stauden. An der Westküste der USA treten sie in Gesellschaft von Pseudotsuga menziesii (Douglasie), Acer macrophyllum (Großblättriger Ahorn) und Gaultheria shallon (Salal) auf. siehe unten, Collage Pflanzenreich App In den Appalachen finden sie sich zusammen mit Quercus rubra (Rot-Eiche), Kalmia latifolia (Berglorbeer) und verschiedenen Farnen wie Polystichum acrostichoides (Weihnachtsfarn). siehe unten, Collage Pflanzenreich App In den sumpfigen Gebieten Floridas gedeihen sie neben Taxodium distichum (Sumpfzypresse), Magnolia virginiana (Sumpf-Magnolie) und Osmunda regalis (Königsfarn). siehe unten, Collage Pflanzenreich App Standortansprüche – Boden, Licht und Feuchtigkeit Die Standort- und Bodenansprüche variieren je nach Art. Rhododendron occidentale bevorzugt gut durchlässige, saure Böden mit einem pH-Wert von 4,5 bis 5,5 und wächst an Standorten mit viel Licht, jedoch ohne direkte Mittagssonne. Rhododendron macrophyllum gedeiht in feuchten Wäldern mit lehmigen bis humosen Böden und benötigt einen geschützten Standort. Die Wildazaleen der Südstaaten sind an sumpfige, feuchte Bedingungen angepasst und können auch in Böden mit hohem organischem Anteil gedeihen. Der pH-Wert sollte zwischen 4,0 und 5,0 liegen. Rhododendron catawbiense und Rhododendron maximum wachsen in den sandigen Böden der Appalachen und benötigen ausreichende Feuchtigkeit, sind jedoch auch frosthart. Wuchsform, Blattstruktur & Blütenvielfalt – Immergrüne und sommergrüne Rhododendren Wilde Rhododendren zeichnen sich durch ihre vielfältigen Wuchsformen aus. Rhododendron macrophyllum erreicht eine Höhe von bis zu 6 Metern und bildet eine dichte, buschige Krone. Die Blätter sind groß, ledrig und immergrün. Rhododendron occidentale bleibt mit maximal 2 Metern Höhe kleiner und verliert im Herbst seine Blätter. Die Wildazaleen haben häufig sommergrünes Laub und duftende Blüten, die in verschiedenen Farben von Weiß über Gelb bis Rosa erscheinen. Die Früchte sind meist unscheinbare Kapseln, die im Spätsommer reifen. Amerikanische Wild-Rhododendren – Artenportraits, Standorte & Besonderheiten Rhododendron atlanticum Diese Wildazalee ist vor allem in den sumpfigen Gebieten entlang der Atlantikküste von Florida bis Virginia verbreitet. Sie zeichnet sich durch sommergrüne Blätter und zart duftende Blüten in Weiß bis Hellrosa aus. Sie gedeiht gut in feuchten, sauren Böden mit guter Drainage. In Gärten kann sie mit Osmunda regalis (Königsfarn) oder Ilex glabra (Nordamerikanische Stechpalme) kombiniert werden. Fotos siehe unten: Rhododendron arborescens Die Baumazalee ist in den Appalachen weit verbreitet. Sie erreicht eine Höhe von bis zu 5 Metern und bevorzugt feuchte, halbschattige Standorte. Die Blüten duften stark und erscheinen in Weiß mit rosa bis roten Akzenten. Sie eignet sich hervorragend für naturnahe Gärten und harmoniert gut mit Kalmia latifolia (Berglorbeer) oder Cornus florida (Blumen-Hartriegel). Fotos siehe unten: Rhododendron austrinum Diese Art ist in den südlichen USA beheimatet, insbesondere in Florida und Georgia. Sie ist eine der früh blühenden Wildazaleen mit goldgelben bis orangefarbenen Blüten. Rhododendron austrinum bevorzugt feuchte, saure Böden und einen halbschattigen Standort. In Gärten passt sie gut zu Hydrangea quercifolia (Eichenblättrige Hortensie) oder Amelanchier arborea (Felsenbirne). Fotos siehe unten: Rhododendron calendulaceum Auch als Flammenazalee bekannt, beeindruckt diese Art mit leuchtend orangeroten Blüten. Sie wächst in den Appalachen und benötigt saure, gut durchlässige Böden. Die Flammenazalee erreicht eine Höhe von bis zu 4 Metern. Sie lässt sich gut mit Viburnum lantanoides (Schneeball) und Erythronium americanum (Amerikanisches Hundszahnveilchen) kombinieren. Fotos siehe unten: Rhododendron camtschaticum Diese Zwergform ist in den subarktischen Gebieten Alaskas und Kamtschatkas verbreitet. Sie wächst auf Permafrostböden und ist extrem frosthart. Die Blüten sind purpurrot und erscheinen im kurzen Sommer. Sie eignet sich für alpine Gärten und kann mit Saxifraga oppositifolia (Gegenblättriger Steinbrech) kombiniert werden. Fotos siehe unten: Rhododendron catawbiense Diese wichtige Art stammt aus den Appalachen. Sie bildet große, immergrüne Büsche mit violetten Blüten. Rhododendron catawbiense bevorzugt sandige Böden mit guter Drainage und ist äußerst frosthart. In Gärten lässt sie sich gut als Sichtschutz verwenden und harmoniert mit Ilex crenata (Japanische Stechpalme) oder Buxus sempervirens (Buchsbaum). Fotos siehe unten: Rhododendron lapponicum Diese Art ist in den arktischen und subarktischen Regionen Eurasiens und Nordamerikas beheimatet. Sie zeichnet sich durch ihre kleinen, purpurvioletten Blüten aus, die im kurzen Sommer erstrahlen. Rhododendron lapponicum gedeiht auf sauren, gut durchlässigen Böden und bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. In Steingärten oder als Begleiter zu Arten wie Dryas octopetala (Silberwurz) oder Saxifraga oppositifolia (Gegenblättriger Steinbrech) ist sie eine Bereicherung. Fotos siehe unten: Rhododendron macrophyllum Diese Art stammt aus dem westlichen Nordamerika, insbesondere aus den Küstenregionen von Kalifornien bis British Columbia. Sie ist bekannt für ihre großen, rosafarbenen Blüten, die im späten Frühling erscheinen. Rhododendron macrophyllum bevorzugt feuchte, humusreiche und saure Böden sowie einen halbschattigen Standort. Im Garten harmoniert sie gut mit Gaultheria shallon (Salal) oder Polystichum munitum (Schwertfarn). Fotos siehe unten: Rhododendron maximum Diese Art wächst ebenfalls in den Appalachen und erreicht Höhen von bis zu 12 Metern. Sie bevorzugt feuchte, leicht saure Böden und gedeiht am besten in kühlen, halbschattigen Lagen. Ihre großen, immergrünen Blätter und weißen bis rosa Blüten machen sie zu einer attraktiven Solitärpflanze. Kombinieren lässt sie sich mit Hydrangea quercifolia (Eichenblättrige Hortensie) oder Clethra alnifolia (Silberkerzenstrauch). Fotos siehe unten: Rhododendron minus Diese immergrüne Kleinblattform ist in den südlichen USA beheimatet. Sie zeichnet sich durch kleine, duftende Blätter und rosa bis weiße Blüten aus. Rhododendron minus bevorzugt halbschattige Standorte mit saurem Boden. In Gärten passt sie gut zu Farnen wie Polystichum acrostichoides (Weihnachtsfarn) und kleinen Sträuchern wie Vaccinium angustifolium (Wildblaubeere). Fotos siehe unten: Rhododendron oblongifolium Diese Art ist in den südlichen USA, insbesondere in Texas und Louisiana, heimisch. Ihre Blüten sind duftend und reichen von weiß bis blassrosa, oft mit einem gelben Farbton. Rhododendron oblongifolium bevorzugt trockene, sandige und saure Böden sowie einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Sie lässt sich ideal mit Cercis canadensis (Kanadischer Judasbaum) oder Yucca filamentosa (Palmlilie) kombinieren. Rhododendron occidentale Diese laubabwerfende Art ist entlang der Westküste Nordamerikas verbreitet. Sie bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte mit gut durchlässigem, saurem Boden. Besonders geeignet ist sie für Gärten mit milden Wintern und trockenen Sommern. Rhododendron occidentale lässt sich mit Gräsern wie Luzula nivea (Schnee-Marbel) oder Gehölzen wie Cornus stolonifera (Hartriegel) kombinieren. Fotos siehe unten: Rhododendron periclymenoides Es handelt sich hier um eine laubabwerfende Rhododendron-Art aus den östlichen USA. Sie blüht im Frühjahr mit zarten, rosa bis weißen, duftenden Blüten, die vor dem Laubaustrieb erscheinen. Diese Art bevorzugt feuchte, saure Böden und wächst in lichten Wäldern oder an Waldrändern. Rhododendron periclymenoides ist eine attraktive Ergänzung für naturnahe Gärten und harmoniert gut mit Pflanzen wie Cornus florida (Blumen-Hartriegel) oder Kalmia latifolia (Berglorbeer). Fotos siehe unten: Rhododendron viscosum Diese Sumpfazalee ist in den südlichen US-Staaten weit verbreitet. Sie bevorzugt feuchte, saure Böden und gedeiht sogar in überfluteten Gebieten. Die Blüten duften stark und sind weiß bis rosa gefärbt. Sie eignet sich für naturnahe Gärten und passt gut zu Itea virginica (Virginia-Süßspiere) oder Sarracenia flava (Gelbe Schlauchpflanze). Fotos siehe unten: Nordamerikanische Rhododendren eröffnen spannende Möglichkeiten für unsere Gärten – sei es durch ihre außergewöhnliche Frosthärte, ihre beeindruckende Blütenvielfalt oder ihre Anpassungsfähigkeit an verschiedene Standorte. Wer sich näher mit diesen faszinierenden Arten beschäftigt, kann nicht nur neue Gestaltungsideen für den eigenen Garten gewinnen, sondern auch wertvolle Erkenntnisse für eine klimaresiliente Pflanzenauswahl sammeln. In den nächsten Beiträgen entdecken wir weitere faszinierende Rhododendron-Arten aus aller Welt, ihre einzigartigen Eigenschaften und wie sie unsere heimischen Gärten bereichern können. Bleibt gespannt, lasst euch inspirieren und bleibt natürlich. Petra und Leonie
- ZETTELCHAOS ADÉ - UPDATE FÜR DIE PFLANZENREICH APP
Ein Blick hinter die Kulissen von Petra & Leonie Was mit einer Idee und gedruckten Pflanzen-Karten begann, ist heute ein digitales Werkzeug für die Pflanzenplanung: die Pflanzenreich App . Petra hatte 2020 die Idee, die Pflanzen-Karteikarten ihrer Kurse in die digitale Welt zu heben. Und siehe da – aus einem kreativen Impuls wurde Pflanzenreich , eine Web-App für alle, die Gärten gestalten wollen, die sowohl schön als auch standortgerecht sind. Heute, ein paar Jahre und viele Weiterentwicklungen später, ist die Pflanzenreich-App ein Tool mit Herz, Verstand und jeder Menge Pflanzenwissen: Seit dem sie online ist nutzen wir die Pflanzenreich App selbst täglich – in unserer Planungspraxis genauso wie in Workshops und Seminaren. Und weil wir selbst damit arbeiten, merken wir auch sehr genau, wo vielleicht noch etwas fehlt. :-) Pflanzenreich ist eine Web-App für die Pflanzplanung. Entwickelt aus der Praxis, für die Praxis: Pflanzen nach Standort und Wirkung filtern Pflanzenbilder per Drag and Drop auf deiner Projektfläche kombinieren und zu anschaulichen Moodboards zusammenstellen Blühzeit, Farbe und Höhe abgleichen , um Kompositionen zu bauen, die übers Jahr funktionieren Projekte speichern, teilen, drucken – egal ob fürs Kundengespräch oder den eigenen Überblick Lieblingspflanzen speichern – wie ein eigenes, digitales Pflanzensortiment Manche Pflanzen tauchen in unseren Projekten immer wieder auf. Nicht aus Bequemlichkeit – sondern weil sie sich bewährt haben. Ob Sesleria autumnalis oder Amsonia hubrichtii – manche Arten und Sorten passen einfach in viele Situationen, und wir greifen gerne darauf zurück. Sie haben sich in verschiedenen Situationen bewährt, bringen Struktur oder Leichtigkeit, sind robust oder charakterstark. Natürlich finden wir sie auch über die Filterfunktionen – aber wir wollten sie noch schneller zur Hand haben. Jetzt lassen sich persönliche Favoriten direkt speichern . Wer häufig mit bestimmten Leitstauden, Solitären oder bewährten Füllpflanzen arbeitet, kann sie in einer persönlichen Sammlung ablegen. Notizen schreiben – alles an einem Ort Der zweite Wunsch kam fast noch häufiger: Eigene Notizen hinterlegen. Wir alle haben Erfahrungen, machen Beobachtungen oder hören Neues im Seminar oder während eines Fachvortrags. Wir bekennen uns an dieser Stelle zu einer kleinen Zettelwirtschaft - die Notizen landen in irgendeinem Skizzenbuch, irgendwo zwischen zwei Projektmappen. Präsent sind die ganzen wichtigen Infos dann leider nicht wirklich... Ab jetzt lassen sich eigene Anmerkungen zum Glück direkt auf der Karteikarte der jeweiligen Pflanze in der App speichern. Das können ganz sachliche Hinweise sein (zum Beispiel „neigt bei lehmigem Boden zu Lagerung“) oder auch subjektive Einschätzungen („in Kombination mit dunkellaubigem Sedum besonders schön“). Die Notiz bleibt dauerhaft gespeichert – und ist beim nächsten Projekt genau dort, wo man sie braucht! Warum wir das wichtig finden Pflanzenreich ist kein Konzept aus der Theorie, sondern ein Werkzeug aus der Praxis. Jedes Feature, jede Funktion entsteht aus dem Arbeitsalltag – und ja, manchmal auch aus einer kleinen Frust-Suche in der Zettelwirtschaft. :-) Unser Ziel ist es, Pflanzplanung kreativer , schneller und präziser zu machen. Damit mehr Zeit bleibt für das, was den Unterschied macht: die Idee hinter der Pflanzung, die Dramaturgie der Blüte, das Spiel von Form und Farbe im Jahreslauf. Und: Wir hören zu. Viele der Funktionen, die es heute gibt, verdanken wir Rückmeldungen von Kolleg*innen, Gärtner*innen, Studierenden. Die Lieblingspflanzen- und Notizfunktion standen dabei ganz oben auf der Wunschliste – und jetzt sind sie da. Einfach ausprobieren Wer die App noch nicht kennt, kann sie 24 Stunden kostenlos testen . Ohne Anmeldung, ohne Verpflichtung. Nur du, dein Projekt – und jede Menge Pflanzideen. Wir wünschen dir viel Spaß dabei! Bleib wie immer natürlich - Petra und Leonie
- VOM FESTHALTEN DER ZEIT - INTERVIEW MIT SABRINA ROTHE
Gärten sind nicht nur Orte des Wachsens – sie erzählen Geschichten. Von Menschen, von Jahreszeiten, von Übergängen. Die Fotografin Sabrina Rothe hat diesen Blick für das Leise, das Vergängliche, das Besondere. In ihrem neuen Buch „ GÄRTEN- Vom Festhalten der Zeit “ porträtiert sie besondere Gärten. Wir haben mit ihr über ihre Arbeit gesprochen. Sabrina Rothe studierte Fotografie und Editorial Design an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Sie absolvierte ihr Studium mit Auszeichnung und arbeitet seitdem als Fotografin. Sie erzählt Geschichten mit Licht, konzipiert Bücher, fotografiert für namhafte Zeitschriften im Wohn- Reise- und Gartenbereich in ganz Europa sowie für Corporatekunden und Kunstinstitute. Ihre Expertise gibt sie unter anderem als Dozentin weiter und inszeniert mit ihrem besonderen Blick für Natur, Atmosphäre und Form eigene Ausstellungen. Ihr Stil ist grafisch klar und durch die besondere Lichtgestaltung atmosphärisch dicht. Vorbilder und Inspiration für ihre Arbeit findet sie in der Malerei und in Filmen. Sabrina, dein Buch "Vom Festhalten der Zeit“ ist ein sehr persönliches Projekt. Was war der Auslöser, diese besonderen Gärten fotografisch festzuhalten? In der Zeit von Corona habe ich mir intensive Gedanken über mich und meine eigene Arbeit gemacht, wo soll der Weg hingehen, was sind meine nächsten Projekte und was möchte ich gerne noch realisieren? Ich habe wenige Artikel gefunden die sich spezifisch mit der Gartenfotografie auseinandersetzten, das hat mich interessiert, was unterscheidet die fotografische Arbeit im Garten mit z. Bsp. Fotografien im Innenraum oder der klassischen Architekturfotografie. In der Gartenfotografie arbeitet man mit lebenden Objekten und ist immer dem Wetter ausgesetzt. Eine Arbeit für die man sehr viel Flexibilität und Spontanität mitbringen muß und auch bereit ist damit zu arbeiten. Es ist eine Kunst aus dem ganzen Pflanzengewusel ein ruhiges stilles Bild lösen, und das ist oft schwieriger als man denkt. Ich fotografiere viel für die Gartenrubrik von Design- und Architekturmagazinen, eine Arbeit die mir sehr viel Freude macht und eine große Freiheit in der Gestaltung meiner Bilder mit sich bringt. Ich genieße hier ein großes Vertrauen bei den leitenden RedakteurInnen und Art-DirektorInnen für die ich arbeite, das schätze ich sehr und das motiviert mich. Ich wollte gerne diese Arbeit noch intensivieren, mich mit der Arbeit eines „Gartenfotografen“ auseinandersetzten und dies konzeptionell in einem Buch zusammenfassen. Zu dieser Zeit hatte ich aber auch eine kleine Sinnkrise und in einem schönen Garten im Tessin, den ich in den letzten Zügen der Coronawirren fotografiert habe, hatte ich auf einmal das Gefühl, das ist sinnvoll, diesen wunderbaren Garten in schönen und atmosphärischen Bildern zu erzählen. In diesem Moment wurde mir die Vergänglichkeit und der schnelle Wandel von und in Gärten bewußt und die große Kunst der Fotografie diesen Moment in einem schöne Bild festzuhalten. Menschen die mit dem Garten arbeiten, seien es Landschaftsarchitekten, Gartengestalter oder passionierte Gartenliebhaber, sind für mich ganz besondere Künstler. Sie benötigen viel Erfahrung auf ihrem Gebiet, müssen mit der Unberechenbarkeit der Natur arbeiten und immer den Weitblick der Jahreszeiten und der Jahre im Kopf haben, um besondere Blumen, Pflanzen und Bäume in einem begrenzten Außenraum schön zu kombinieren. Ein Buch kam mir für dieses „Festhalten“ sinnvoll vor. Ein Buch hat, im besten Falle, eine lange Dauer, braucht ein klares Konzept und muß eine gute Geschichte erzählen um dem Betrachter sowie Leser Kontemplation und Freude in ruhigen Stunden zu geben. Ein Buch nimmt man immer wieder zur Hand und es hat etwas zeitloses. Bei den ausgewählten Gärten habe ich mir vorgenommen, dass die Fotografien nicht nur in der Geschichte funktionieren sondern auch als Einzelbilder tragen, so das eine Ausstellung möglich ist. Das ich sie so komponiere das man einzelne Fotos aus den Gärten herausnehmen kann und sie als Bild an die Wand hängen kann. Hier hoffe ich, das mir das gelungen ist, es war eine große Herausforderung für mich. Man muß sich im Moment des Fotografierens ganz anders in die Motive versenken und viel ruhiger und konzentrierter arbeiten. Auch Freunde wollten gerne Fotografien von mir haben und ich habe gemerkt, das die Fotos die ich sonst mache, das oft nicht tragen, das sie im Magazinkontext aber nicht als als solitäre Bilder an der Wand funktionieren. Die Texte im Buch sind mir als Erweiterung und Bereicherung für die Bilder sehr wichtig. Es gibt einen tollen Einführungstext in das tragende Thema von Antje Peters-Reimann und einen kleinen Text von mir über meine Arbeit und die Verbindung zum Garten. Zu den einzelnen Gärten habe ich GartenjournalistInnen und AutorInnen die ich sehr schätze und die in diesem Bereich arbeiten, gefragt ob sie die ausgewählten Gärten und GartengestalterInnen in kurzen Texten beschreiben. Du schreibst, dass Gärten "immer im Wandel“ sind. Warum ist es dir wichtig, gerade diese Vergänglichkeit in Bildern festzuhalten? Eine besondere Gartenanlage verschwindet, wenn man sich nicht intensiv um sie kümmert und auch tolle Pflanzungen und Farb- sowie Blattkombinationen können sich schnell wandeln, wenn man sie nicht pflegt und hegt. Hier ist die Fotografie das ideale Instrument für die Momentaufnahme, für das Festhalten der Zeit der atmosphärischen Stimmung und des außergewöhnlichen Gartens. Auch ist die Gestaltung von Gärten oft sehr intensiv mit den Personen verbunden die sich um sie kümmern und die so eine ganz eigene unverwechselbare Handschrift haben, die nicht einfach austauschbar ist. Deine Liebe zu Pflanzen und Gärten wurde dir quasi in die Wiege gelegt. Inwiefern haben deine Eltern und Großeltern deine heutige Sichtweise geprägt? Mein Vater, meine Mutter und meine Großmutter mütterlicherseits hatten immer ein großes Herz für die Natur und den Garten. An unser Haus grenzte ein kleiner Hinterhofgarten mit bunten Bauerngartenblumen, Trauben und Äpfeln den meine Mutter liebevoll gepflegt hat. Da bin ich ihr oft und gern zur Hand gegangen. Wir hatten immer frische schöne Blumensträuße im ganzen Haus, am liebsten wild von der Wiese oder im Winter natürlich aus dem Blumenladen. Ich habe auch mal darüber nachgedacht Floristin zu werden, aber da muß man fast jeden Tag irrsinnig früh aufstehen, das war dann doch nichts für mich. Auch hatten wir, bis ich 16 war, eine sehr einfache alte Holzhütte in den österreichischen Bergen, nur mit kaltem Wasser und ohne Strom. Hier haben wir oft unsere Sommer verbracht, in den wundervollsten Bergwiesen mit Arnika, Schmetterlingen und leuchtendgrünen Grashüpfern, das habe ich wahnsinnig geliebt, dieses echte und ursprüngliche!! In meiner Jugend war ich so ein bischen ein Ökohippi, das „Leben auf dem Lande“ von John Seymour war meine Bibel und ich habe Tees nach Maria Treben gesammelt. Viele deiner Fotos entstehen in den frühen Morgenstunden. Was macht für dich das besondere„"Fotografen-Licht“ aus? Ich versuche immer in jedem Garten in den frühen Morgenstunden zum Sonnenaufgang und in den späten Abendstuden zu fotografieren. Das hat auch mit der Lichtrichtung zu tun, deswegen ist der späte Abend genauso wichtig. Da ist das Licht am schönsten da es weich ist, den Gartenraum plastisch modelliert und trotzdem alles schön klar leuchtet. Die Atmosphäre im Garten ist zu diesen Tageszeiten besonders intensiv. Wenn ich es geschafft habe früh aufzustehen, dann belohnt einen der Garten mit diesem besonderen Licht. Es ist alles noch frisch und rein, alle schlafen und die Vögel fangen langsam an zu zwitschern, diese Ruhe liebe ich besonders. Da fällt einem das Arbeiten leicht, allerdings muß man sehr konzentriert und schnell sein sein. Deswegen ist es auch wichtig, vorher ein klares Konzept zu haben, was man gerne fotografieren möchte. Wie gehst du bei der Auswahl deiner Motive vor – lässt du dich vom Moment treiben oder hast du vorher eine konkrete Bildidee? Zuerst gehe ich mit der Gartenbesitzerin oder dem Gartenbesitzer durch den Garten, oft auch mit einer JournalistIn die über den Garten dann schreiben wird. Er oder Sie erzählt uns dann wie der Garten aufgebaut und gedacht ist und was es an besonderen Pflanzungen gibt, wo das Herz des Gartens liegt. Dann mache ich nochmal alleine einen Rundgang und konzipiere Totalen, Halbtotalen, Details und mögliche Blütenportraits. Oft mit dem Handy als Skizze. Ich mache wenige Bilder, dafür aber formal ausgewogen und überlegt. Meist fange ich am Nachmittag an und fotografiere bis zum späten Abend und am nächsten Morgen beginne ich zum Sonnenaufgang. Neben klassischen Gartenansichten zeigst du im Buch auch Collagen aus Objekten und Pflanzen. Was möchtest du damit über die Menschen hinter den Gärten erzählen? Ich habe schon immer gerne fotografisch mit Collagen gerabeitet und Stilleben inszeniert. Auch bin ich bin ein großer Fan von alten Gartenstichen a la Maria Sibylla Merian und den Stilleben der Goldenen Zeit der Niederländischen Malerei aus dem 17 Jhd. In den 90igern gab es ein sehr schönes Buch des Fotografen Eberhard Grames: Muschelherz und Finkenschlag. Fotografische Stilleben. Das hat mich sehr inspiriert. Da das Buch „GÄRTEN“ eine Essenz meiner freien künstlerischen Arbeit all der Jahre mit dem Garten ist, wollte ich gerne den Moment der Collage und des Stillebens mit integrieren. Da kam mir die Idee noch eine zweite Ebene durch die Objekte über die GartenbesitzerInnen zu erzählen. Es sind Objekte die sie mit dem Garten und dem Gärtnern verbinden und auch eine Bedeutung darüber hinaus haben. Das hat mich persönlich sehr interssiert und soll die einzelnen Fotografien der Gärten bereichern und ihnen diese zweite, fotografisch gestaltete Ebene geben. Im Apendix findet man dazu eine kurze knappe Erläuterung, aber es ist auch ausreichend wenn die Objekte ohne großer Erklärung auf den Betrachter wirken und die Phantasie spielen lassen. Du hast Gärten besucht, die verschwunden sind, und andere, die in Stiftungen weiterleben. Welche dieser Geschichten hat dich am meisten berührt? Oh, da kann ich mich gar nicht festlegen. Jeder Garten ist besonders und ganz anders, da kann ich gar nichts näheres dazu sagen. Mich hat jeder Garten berührt und ich trage die Bilder davon im Kopf, vor allem da ich mich so lange mit dem Buchprojekt und somit auch den Fotografien beschäftigt habe. Gibt es für dich so etwas wie einen Lieblingsgarten – eher wild und urwüchsig oder streng gestaltet? Ein Lieblingsgarten von mir hätte beides. Strenge Strukturen durch Hecken oder große Steine bzw Steinmauern und wilde wiesenhafte Teile, aber immer in einer besonders schön abgestimmten Farb-und formkomposition, also nicht „zu“ wild. Und es sollte zu jeder Jahreszeit etwas blühen. Farne und Schattengärten liebe ich auch, also ein verwunschener Schattenbereich sollte auch dabei sein und ein natürlicher Schwimmpool in den ich jeden Morgen hüpfen kann, ohne Chlor, das wäre ein Traum!!! Wenn du dein Buch in einem Satz beschreiben müsstest: Was ist die Essenz? Die Gärten in eine andere Ebene zu transportieren und ihnen damit im Bild gerecht zu werden. Ihre Besonderheit und Atmosphäre in Fotografien festzuhalten und damit auch der Kunst der GartengestalterInnen und deren Arbeit mit den Pflanzen, gerecht zu werden. Viele Gartenbücher, vor allem in Deutschland, haben wunderbare Titelbilder, aber Innen findet man nur ein Sammelsurium von unterschiedlichen Gartenbildern oft unterschiedlicher Gartenfotografen, das finde ich sehr schade. Eine größere Wertschätzung guter hochwertiger Gartenfotografie fände ich sehr unterstützenswert, das ist mein Appell an die Verlage. Ich glaube fest daran, das es dafür Liebhaber gibt. Auch machen nicht immer 12-20 Gärten ein Buch lesenswert…es können ruhig auch mal nur 4 sein - geht auch - besonders gestaltete Gärten tragen das!! Mein Kultbuch ist „Country“ von Andrew Montgomery, es erzählt in sehr dichten, atmosphärischen Fotografien und in einer besonderen Farbgebung Geschichten über das englische Landleben, u.a. auch von Gärten. Der Verlag hätte nie gedacht das es so gut aufgenommen wird, ich kann mir vorstellen, das es auch aus einer privaten Leidenschaft beider Autoren entstanden ist. Was wünschst du dir, dass die Leserinnen und Leser aus deinem Buch mitnehmen? Das sie in die Bilder und somit die Gärten eintauchen und sich von ihnen davontragen und inspirieren lassen. Das die Texte von den Gartenjournalisten und Autoren den Horizont über die Gartenfotografie, das Gärtnern und die Leidenschaft der Gartengestalter und Gestalterinnen erweitern: "Kontemplative Gartenspaziergänge auf dem Sofa“. Die Bilder haben keine Untertitel, so das nur das Bild wirkt und man nicht durchs lesen von Bildunterschriften gestört wird. Im Anhang ist ein Appendix mit wertvollen Infos zu den Pflanzen, der enthusiastische Gartenlaie oder auch Profi möchte dann doch auch gerne wissen, was das denn nun für eine schöne Blume, Pflanze oder Baum ist. Und zum Schluss – arbeitest du schon an einem neuen Buchprojekt oder einer fotografischen Serie oder würdest du generell so ein Projekt noch mal angehen? Gerade bin ich froh das dieses Projekt abgeschlossen ist und auch genauso aussieht wie ich es mir vorgestellt habe. Das macht mich sehr glücklich und zufrieden. Auch bekomme ich sehr viel schönes Feedback, was mich total freut, weil es dann genauso funktioniert wie ich es mir vorgestellt habe. Es soll ja nicht nur ein Buch für mich sein, sondern auch allen anderen Lesern Freude machen. Das war der Plan!! Ich hatte bei diesem Bildband einen großen Teil eigenfinanziert und wenn ich wieder ein solches Projekt machen sollte, dann nur mit externen Mitteln und Zuschüssen, das es komplett finanziert und auch honoriert wird. Dann würde ich das sofort wieder machen. Eine tolle bereichernde Arbeit!! Wir danken dir, Sabrina, für den offenen Einblick in deine Arbeit – und für einen besonderen Blick auf Gärten, der inspiriert und entschleunigt! Das wunderbare Buch findet ihr hier: https://www.sabrina-rothe.de/editions/ https://www.artbooksonline.eu/art-81061 Herzliche Grüße und bleibt natürlich Petra Pelz
- KOSTEN EINES STAUDENBEETS - DAMIT SOLLTEST DU RECHNEN
Ein Blogbeitrag von Stefan Brückmann Es ist ja ein wenig wie beim Renovieren... Zuerst kommen die Leitungen unter Putz (notwendig aber später unsichtbar) und dann erst die (Blümchen-) Tapete. In deinem Garten ist es genauso: In den seltensten Fällen kannst du in deinem Beet direkt "drauf-los-pflanzen". Ein bisschen Geduld, sorgfältige Vorbereitung und die richtigen kostenwirksamen Entscheidungen über das Vorgehen sind ratsam. Seit unserem letzten Beitrag zu diesem Thema hat sich die Welt ein Stück geändert - Inflation und Krisen haben viel Preise in die Höhe getrieben. Auch die für Pflanzen und Materialien. Seit vielen Jahren arbeiten wir in Sachen Ausschreibung mit unserem Kollegen Stefan Brückmann aus Bonn zusammen. Er kennt sich mit den aktuellen Kosten aus und wir haben ihn nach einem "Update" in Sachen Staudenbeet-Kosten gefragt. Stefan Brückmann ist gelernter Gärtner im Garten- und Landschaftsbau und Landschaftsarchitekt aus Leidenschaft. Nach Abschluss seines Studiums in Dresden (1999) arbeitete er sich stetig über Stationen in Zwickau, Weimar in seine Heimatstadt Bonn vor. Dort hat er seit 2007 mit Ulrike Platz ein Landschaftsarchitekturbüro mit dem Namen die3 landschaftsarchitektur Brückmann & Platz . Im Büro ist Stefan für Detailplanungen und alles was mit genauen Zahlen zu tun hat, zuständig. Perfekt, genau ihn zu fragen! Unsere (verpreisten) Arbeitsschritte für dein blühendes Staudenbeet Bevor es üppig blühen kann, gibt es notwendige Vorarbeiten. Und die müssen realistisch eingeschätzt werden. Damit du weißt, was auf dich zukommt, haben wir dir alle erforderlichen oder möglichen Arbeitsschritte aufgeführt. So kannst du einschätzen, was auf dich zu kommt. Du selbst kannst entscheiden, an welcher Stelle du den Einstieg für dein Staudenbeet wählst. So wirst du nicht von unvorhersehbaren Kosten überrannt. Wir betrachten dabei immer die Kosten pro m² und trennen in der Auflistung, was du selbst tun kannst und was es kosten würde, wenn diese Leistung ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb übernimmt. Wenn du also die Kosten für dein blühendes Beet im Zaum halten willst, solltest du sorgfältig abwägen, was du selbst übernehmen kannst und was du lieber in Auftrag geben willst. Die Beräumung: Was muss weg? Zuerst frag dich, ob Pflanzen für dein Beet entfernt werden müssen. Ist vielleicht Rasen abzuschälen oder sind Gehölze zu entfernen? Hier ist der Aufwand sehr unterschiedlich. Müssen größere Pflanzen, wie Bäume entfernt oder etliche Quadratmeter Rasen gestochen werden, dann geht es über die Selbstentsorgung im Kofferraum hinaus. Was du dann brauchst ist eine professionelle Abfuhr. Mit folgenden Kosten kannst du rechnen: Eigenleistung: Container bestellen und selbst Handanlegen je nach Größe (Volumen) , ab 250 € für einen Container mit 3 Kubikmeter Volumen Fremdleistung: Firma mit dem Abräumen bestellen 10-12 € /m² für das Abstechen von Rasen 15-20 € für das Entfernen von Stauden und Strauchflächen Größere Sträucher bis 2,50 m Höhe werden einzeln berechnet und liegen bei ca. 70-90 € /m Höhe . (Allerdings sollte man immer gut überlegen, ob man große Sträucher als ‚Raumbildner‘ einbezieht) Dein Garten ist freigeräumt – die nächsten Schritte Geschafft, die Fläche ist frei. Oder bei einer Neuanlage mit Boden angefüllt. Dann geht es jetzt an die Bodenvorbereitung. Die meisten Stauden lieben es locker, durchlässig und frisch. Also sieh dir deinen Boden genau an; Ist er lehmig, sollte er mit Sand- und geringen Humus-Zugaben aufgelockert werden. Ist der Boden sehr locker und sandig, sollte man Humus einarbeiten, damit Nährstoffe und Struktur den Stauden ‚Halt‘ geben. Sand (idealerweise Lavasand) oder porösen Gesteinssand, bekommt man in kleineren Säcken oder lässt ihn, bei größerem Bedarf, liefern. Mit folgenden Kosten solltest du jetzt rechnen: Bei bindigen Böden solltest du pro Quadratmeter mit 10-15 l Humus (das sind 1-1,5 cm / m²) rechnen. Eigenleistung: Je nachdem wie bindig der Boden ist. Die Kosten für Humus liegen bei etwa 3-5 €/m² . Fremdleistung: Wenn man die Bodenverbesserung mit Sand durch eine Firma durchführen lässt, kann man etwa die gleichen Kosten ansetzen. Ist der Boden sehr locker und sandig , nimmt man am besten guten Feinkompost aus einem Kompostwerk in der Nähe. Der ist torffrei, meist gut aufbereitet, je nach Angebot sogar schon vorgedüngt. Und oft viel günstiger als Sackware aus dem Baumarkt. Eigenleistung: In unserer Region liegt der Preis für einen 40 l-Sack Pflanzhumus bei knapp 9 € , bei Selbstabholung von losem Material bei ca. 17 € /m³ . Für 1 m² sollte man ca. 15-20 l Humus rechnen. Als Sackware ist der Transport leicht, aber man benötigt einen Sack für 2-3 m². Das sind also ca. 3-5 € / m² . Eigenleistung: Kann man den Kompost als loses Material organisieren, sinken die Kosten deutlich. Das lohnt aber nur bei entsprechend großer Fläche. Dann kann man auch über eine Anlieferung bis auf das Grundstück nachdenken. Verteilen muss man mit der Schubkarre. Fremdleistung: Wer dazu keine Lust hat, lässt eine Firma die Bodenverbesserung mit Kompost vornehmen, hier liegt der Preis bei etwa 6-8 € / m² . Jetzt wird der Boden eingebracht und eingearbeitet. Kleinere Flächen kann man umgraben, größere Flächen sollten mit der Gartenfräse bearbeitet werden. Dabei fräst man die Fläche kreuzweise, das heißt einmal in jeder Richtung. So sind Sand und Humus in die durchwurzelbare Schicht eingearbeitet und der Boden schön locker. Nun noch einebnen und die Fläche ist pflanzbereit. Wer auf die schweißtreibende Arbeit mit dem Spaten verzichten möchte, kann eine Fräse mieten, ansonsten führt eine Firma die Bodenlockerung und das Einplanieren für etwa 4-5€ / m aus, je nachdem wie groß die Fläche ist. Bilder oben: Staudenbeet in der Umsetzung und im "fertigen" Zustand - auf der LGS Schärding (Ö), Bild rechts: Julia Bauer Was kosten Pflanzen? - Was kostet die Pflanzarbeit? Jetzt kann gepflanzt werden. Auch hier kannst du natürlich sparen. Du kannst dir die Pflanzen selbst heranziehen. Das dauert ein bisschen, aber wenn es dir nichts ausmacht, dann ist das eine gute Lösung. Möchtest du aber schon bald einen Erfolg sehen und dein üppiges Staudenbeet genießen, dann kaufe alle Pflanzen lieber sofort. Um aber hier auch noch einmal den Kostenunterschied zwischen Eigenarbeit und Leistung durch eine Firma aufzuzeigen, gehen wir einfach von einer sofortigen Bepflanzung für den Endzusta nd aus. Und so rechnest du: Eigenleistung: In einer gut sortierten Staudengärtnerei (den Baumarkt sollte man bei solch einem Vorhaben aus Sortiments- und Kostengründen eher meiden) bekommst du Stauden, je nach Art und Größe zwischen 3-7 € / Stück. Rechne durchschnittlich mit ca. 5 Stück / m² und setzen einen Mittelpreis von 5 € an. Dann zahlst du 25 € / m² . Fremdleistung: Lässt du diese Arbeiten durch einen Gartenbaufirma ausführen, liegen die Kosten für die Pflanzenlieferung ganz klar höher. Rechne mit 25-30 € / m² . Die Pflanzarbeit liegt je nach Größe bei 2 € pro Staude , also rechne mit weiteren 10-15 € / m² . Für 35 – 45 € / m² (nur Pflanzen und Pflanzarbeiten) erhältst du also eine schöne Staudenfläche. Unsere Zusammenfassung - Kosten eines Staudenbeets Fachliche Arbeit kostet. Das ist gut so. Ohne Zweifel ist der Quadratmeter Staudenfläche, den du von einer Firma für 70-90 € anlegen lässt, je nach Größe, erstmal eine Investition. Wenn man die Kosten für eine Eigenleistung gegenüberstellt, liegt man etwa bei der Hälfte. Aber oft entpuppt sich der Weg zu einer schönen Staudenanlage als Mammutaufgabe. Es kann unter Umständen lange dauern, ehe du zu dem eigentlichen inspirierenden und kreativen Teil der Arbeit kommst. Deshalb solltest du sorgfältig abwägen: wie groß ist die Fläche, was kann ich selbst leisten, gleich alles auf einmal oder nur erste Gartenbereiche? Vielleicht unterstützt die Garten- und Landschaftsbaufirma nur bei Abräumen und Bodenvorbereitung und die Planung und Pflanzung schaffst du selbst. Wie auch immer, mach was Schönes draus! Ich wünsche dir viel Freude und ein gelungenes Staudenbeet. Stefan Brückmann Wir haben die Planungskosten hier noch ergänzt, da sie ein fester Bestandteil der Gesamtkalkulation sind. Was kostet eine Staudenplanung Die Kosten für eine professionelle Staudenplanung können je nach Projektumfang, Pflanzplaner und individueller Herangehensweise variieren. Da jeder Planer eigene Schwerpunkte setzt und unterschiedliche Kalkulationsgrundlagen nutzt, dienen die folgenden Angaben lediglich als Orientierung. In der Regel liegen die Honorare zwischen 80 und 140 Euro pro Stunde . Abgerechnet wird entweder nach dem tatsächlichen Zeitaufwand oder über Pauschalpreise, die sich an Größe und Komplexität der zu gestaltenden Fläche orientieren. Beispiele für typische Kostenrahmen: Kleines Beet (ca. 10–20 m²): 400–800 € für eine vollständige Planung mit Skizze und Pflanzplan. Mittlere Fläche (ca. 50–100 m²): 1.200–4.500 € für Analyse, Konzept und detaillierte Ausarbeitung. Große Gartenbereiche (über 200 m²): ab 6.000 €, bei hoher Detailtiefe. In den Planungsleistungen enthalten sind in der Regel: eine Bestandsaufnahme und Standortanalyse, die Erarbeitung eines Pflanzkonzepts mit Blühzeiten, ein maßstäblicher Pflanzplan, eine Pflanzenliste mit Stückzahlen. Zusatzkosten können entstehen durch: Fahrtzeiten, Beratungsgespräche vor Ort, die Erstellung von Pflegeempfehlungen, Sonderleistungen wie Variantenplanung, 3D-Visualisierungen oder detaillierte Pflegekonzepte. Beachte: Preise entwickeln sich rasant. Das ist der Stand Herbst 2025. Ein großes Dankeschön an Stefan Brückmann – er zeigt, dass hinter jedem blühenden Beet nicht nur Herzblut, sondern auch ein kluger Taschenrechner steckt. :-) Petra
- LECKERER SICHTSCHUTZ - 10 ESSBARE KLETTERPFLANZEN
Ein Gastbeitrag von Bauer Baumschulen Sebastian Mühlemann ist bei Bauer Baumschulen in Bottmingen als echter Garten-Spezialist unter anderem für den Einkauf zuständig. Mit seiner jahrelangen Expertise ist er aber auch der perfekte Ansprechpartner für eine klimafreundliche Bepflanzung. Leckerer Ertrag, Sichtschutz und Privatsphäre: Ein vertikaler Garten mit essbaren Kletterpflanzen ist eine multifunktionale Lösung für Balkon, Garten oder Terrasse. Mit diesen vielseitigen Rankpflanzen ist auch auf begrenztem Raum eine reiche Ernte möglich. © Green Solutions | Bildnummer 668312 Das Wichtigste in Kürze: Essbare Kletterpflanzen auswählen Die Standortbedingungen sind entscheidend für die Wahl der passenden Kletterpflanzen . Liegt der Standort in der Sonne, im Halbschatten oder im Schatten? Wie viel Platz ist zum Ranken und Wachsen vorhanden? Wird im Boden oder in Kübeln gepflanzt? Benötigt die Pflanze eine Rankhilfe oder ist sie ein Selbstklimmer? Auch der Pflegeaufwand variiert: Einige Kletterpflanzen sind anspruchslos, andere brauchen einen regelmäßigen Rückschnitt, eine ausreichende Wasserversorgung oder spezielle Bodenverhältnisse, um Früchte zu tragen. Sichtschutz mit essbaren Kletterpflanzen: Gestaltungsoptionen Für die Gartenplanung mit Kletterpflanzen gibt es verschiedene Gestaltungsideen . Je nach Größe der Öffnungen sind Spalierzäune luftig bis blickdicht. Doppelstabmatten sind stabil und besonders gut für schwere Pflanzen geeignet. © Green Solutions | Bildnummer 620383 Pflanzstäbe und Rankspiralen bieten Halt für hochwachsende Pflanzen wie Tomaten oder Bohnen und verhindern ein Umknicken. Bambusgerüste und Holzgestelle sind hervorragend für Pflanzen wie Bohnen oder Gurken geeignet. Mit Wandhaken und Schnüren lassen sich Fassaden dezent begrünen. Obst und Beeren – Kletterpflanzen für mehr Privatsphäre Obst- und Beerensträucher sind ideal, um Gartenbereiche optisch zu trennen und mehr Privatsphäre zu schaffen. Sie gedeihen gut im heimischen Klima und eignen sich perfekt für eine blickdichte, lebendige Hecke . Es lassen sich beispielsweise dichte Sträucher wie Johannisbeere als Basis mit rankenden Pflanzen für zusätzliche Höhe und Sichtschutz kombinieren. Tipp: Eine Pergola oder ein Spalier ist die perfekte Kletterhilfe für essbare Pflanzen wie Weinreben, Kiwis oder Kletterbohnen. Japanische Weinbeere ( Rubus phoenicolasius ) Die japanische Weinbeere ist eine besondere Kletterpflanze für den Garten . Ihre Beeren sind süß-säuerlich mit einem weinartigen Aroma und ähneln in ihrem Aussehen der Himbeere. Diese Kletterpflanze bevorzugt einen halbschattigen Standort – ihr Fuß sollte im Schatten sein, ihre Beeren in der Sonne. Sie wird bis zu drei Meter hoch und benötigt eine Rankhilfe. Himbeeren und Brombeeren ( Rubus fruticosus & Rubus idaeus ) © Green Solutions | Bildnummer 424791 Himbeeren und Brombeeren eignen sich hervorragend als Sichtschutz. Auf einem sonnigen Standort fühlen sie sich am wohlsten und bietet sowohl Menschen als auch Insekten reichlich Nahrung zum Naschen. Zum Ranken benötigt die Pflanze Zäune, Wände oder Spaliere. Mini-Kiwi ( Actinidia arguta ) Mit einer Rankhilfe und an einem sonnigen Standort wächst diese kleine Kiwi-Sorte sehr schnell . Ihre süßen Früchte sind etwa so groß wie Stachelbeeren. Sie benötigt sowohl eine männliche als auch eine weibliche Pflanze, um Früchte zu tragen. Die Pflanze blüht im Juni und zwischen September und Oktober sind die kleinen Beeren dann erntereif. Weinrebe ( Vitis vinifera ) Weinreben gehören zu den Klassikern der Rankpflanzen . Diese eher empfindlichen Pflanzen bevorzugen sonnige, geschützte Standorte, um optimal zu gedeihen. Im Vergleich zu anderen Kletterpflanzen erfordern Reben etwas mehr Pflege. Es kann eine Weile dauern, bis die Weinrebe den gesamten Spalier- oder Sichtschutzzaun bewachsen hat. Wer nicht so lange warten möchte, sollte am besten eine bereits größere Weinrebe kaufen. © Green Solutions | Bildnummer 668304 Rankendes Gemüse und Hülsenfrüchte als Sichtschutz Besonders auf Balkonen können hochwachsende Pflanzen wie Tomaten, Paprika oder Bohnen als Sichtschutz dienen. Rankende Sorten wie Gurken oder Kletterzucchini sorgen für eine dichte Begrünung an Spalieren entlang des Balkongeländers und können in Kübeln oder Hochbeeten gepflanzt werden. Bohnen ( Phaseolus vulgaris & coccineus ) Bohnen sind eine der beliebtesten Rankpflanzen im Garten. Besonders die Feuerbohne mit ihren leuchtend roten Blüten ist ein echter Hingucker. Sowohl Stangenbohnen als auch Feuerbohnen wachsen schnell und bilden dichte, blütenreiche Wände. © Green Solutions | Bildnummer 672594 Sie sind robust, pflegeleicht und gedeihen besonders gut in lehmigen, durchlässigen Böden. Die grünen Hülsen können geerntet und gekocht werden – roh sind sie jedoch ungenießbar. Klettergurke oder Akebie ( Akebia quinata ) Die asiatische Klettergurke ist eine beliebte essbare Rankpflanze, die mit einer Wuchshöhe von bis zu 8 Metern einen dichten Sichtschutz bietet. Allerdings braucht sie bis zu fünf Jahre, um ihre duftenden, purpurfarbenen Blüten zu entwickeln und bläulich-süße Früchte zu tragen. Für ein gesundes Wachstum benötigt sie einen warmen, geschützten Standort. Passionsblume ( Passiflora ) Ein besonderer Hingucker unter den essbaren Kletterpflanzen ist die Passionsblume. Sie kann in einem Kübel mit einem Rankgitter als bunter Sichtschutz dienen. © Green Solutions | Bildnummer 614575 Ihre bunten Blüten strahlen in leuchtenden Farben und bei guter Pflege können einige Passiflora-Arten sorgar leckere Früchte hervorbringen. Aber Achtung: Vor der Anschaffung sollte gut recherchiert werden, denn nicht alle Arten bringen essbare Früchte hervor! Kürbis und Zucchini (Cucurbita spp.) Kürbisgewächse wie Hokkaido und Zucchini wachsen für gewöhnlich am Boden, können aber mit geeigneten Rankhilfen auch in die Höhe klettern. Besonders kompakte Sorten wie der Hokkaido mit seinen kleineren Früchten eignen sich gut für den Anbau in Kübeln auf Balkon oder Terrasse. Die großen, dekorativen Blätter bieten blickdichten Sichtschutz. Erbsen ( Pisum sativum ) Erbsen sind vielseitige Rankpflanzen, die sich an Gittern und Gerüsten emporwinden. Die leckeren Hülsenfrüchte können auch direkt roh genascht werden. Da Erbsen nur von März bis Juni wachsen und einjährig sind, kann das Beet anschließend für andere Kletterpflanzen wie Kürbisse oder Gurken genutzt werden. Sie gedeihen am besten an einem sonnigen Standort mit lockerem, humusreichem Boden. Kapuzinerkresse ( Tropaeolum majus ) Die Kapuzinerkresse ist eine vielseitige, einjährige Pflanze, die je nach Sorte rankend oder kompakt wächst. Ihren leuchtenden Blütenfarben kombinieren Gelb, Orange und Rot und verwandeln Balkone und Gärten in ein farbenfrohes Blütenmeer. Sie gedeiht am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort und benötigt nur mäßige Bewässerung. Sowohl Blätter als auch Blüten sind essbar und eignen sich hervorragend zur Dekoration von Speisen und Salaten. Sogar die Blütenknospen lassen sich als würzige Alternative zu Kapern verwenden. Ja, so ein vertikaler (Nasch-)Garten kann schon etwas Feines sein - und wenn er uns dann noch von unseren neugierigen Nachbarn abschirmt, umso besser. Wir bedanken uns bei Herrn Mühlemann und wünschen euch eine gute Zeit beim Planen von essbarem Sichtschutz in eurem Garten. :-) Petra & Leonie









